Das KDE-Projekt veröffentlicht demnächst Version 6 des Plasma-Desktops. Der hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.
Das KDE-Projekt steht mit dem Plasma-Desktop und der dazugehörigen Software kurz vor dem Wechsel zu einer neuen Generation, die auf dem Anwendungs-Framework Qt in Version 6 basiert, das bereits Ende 2020 vorlag [1]. Frühestens zum Jahresende 2021 ist mit der Veröffentlichung von KDE Plasma 6 zu rechnen, vermutlich aber später. Um das nicht immer unbelastete Verhältnis von Qt zu KDE zu verstehen, hilft ein Blick zurück zu den Anfängen.
Diese liegen im Jahr 1996, als der Student Matthias Ettrich das Kool Desktop Environment ins Leben rief. Als Grund für sein Unterfangen gab er an, es fehle an einer kompletten grafischen Umgebung mit einheitlichem optischem Auftritt für Endanwender der freien Unix-Variante Linux.
In der Ankündigung des Projekts im damals viel genutzten Usenet fällt bereits erstmals der Name der C++-Bibliothek Qt der Firma Trolltech, die Ettrich als “Revolution in der Programmierung für das X-Window-System” [2] und dem damals viel verwendeten Motif als haushoch überlegen ansah.
Während Ettrich es als großen Vorteil ansah, das hinter Qt ein Unternehmen stand, sollte dieser Fakt über die nächsten 25 Jahre häufiger zu Problemen führen, die das Projekt zuletzt sogar in die Nähe eines Forks der KDE-Community von Qt führte. Dabei spielte in den Anfangsjahren die Mehrfach-Lizenzierung eine große Rolle, die Qt mit einer kommerziellen Lizenz versieht, darüber hinaus die Software aber zusätzlich unter der GPL v3 und der LGPL v2.1 freigibt.
KDE One
Doch zunächst trafen sich erstmals 1997 in Arnsberg rund 15 Entwickler, die KDE zum Durchbruch verhelfen wollten, um über das Design und allgemein die Zukunft des Projekts zu diskutieren. Dieses Treffen ging als KDE One++ in die Geschichte des Projekts ein. Bereits damals zählte die Nürnberger S.u.S.E. GmbH zu den Sponsoren [3].
Im gleichen Jahr gründeten die Projektmitglieder den KDE e.V., der bis heute das Projekt in Sachen Finanzen und bei rechtlichen Fragen repräsentiert. Der Verein war zudem Vertragspartner mit Trolltech und der späteren Free Qt Foundation. Zudem präsentierten die Entwickler die erste öffentliche Version KDE Beta 1 der Linux-Community.
Ein Jahr später wurde KDE 1.0 [4] veröffentlicht und die KDE Free Qt Foundation gegründet [5], um die Verfügbarkeit des Qt-Toolkits für die Entwicklung freier Software und im Besonderen von KDE als “Qt Free Edition” zu sichern. Damaliger Partner von KDE bei der Unterzeichnung war die Firma Trolltech, die mit der Entwicklung von Qt bereits 1991 begonnen hatte. Als Lizenz kam in Ablösung der eigentlich unfreien Free-Qt-License die Q Public Licence (QPL) [6] zum Zug (Abbildung 1).

Abbildung 1: KDE 1 erschien 1998, zu einer Zeit als der Netscape Navigator der angesagte Browser war. Red Hat Linux 6.2 lieferte bereits KDE 1.1.2 aus.
Während bei der Free-Qt-License der Quellcode zwar offenlag, das Veröffentlichen modifizierter Versionen aber nicht gestattet war, erlaubte die QPL Veränderungen von damit lizenzierter Software in Form von deutlich gekennzeichneten Patches zu verbreiten. Die Kompatibilität der QPL zur GPL wurde von der Community nicht ganz ohne Grund immer wieder bezweifelt.
Ein klarer Zugewinn für freie Software war aber die Klausel des Vertrags, die besagte, falls Trolltech die Entwicklung der freien Version einstelle oder länger als zwölf Monate kein Update liefere, hätte die KDE Free Qt Foundation das Recht, den Quellcode unter die BSD-Lizenz zu stellen und somit die weitere Verfügbarkeit zu sichern.
Gnome gegründet
Der Umstand der unklaren Lizenzierung beflügelte 1997 die Gründung der Desktop-Umgebung Gnome durch den heute in führender Position bei Microsoft tätigen Miguel de Icaza. Gnome bestand von Anfang an ausschließlich aus freier Software in Form des in C geschriebenen Toolkits GTK. KDE und Gnome waren von da an die führenden Desktop-Umgebungen, allerdings erhielt Gnome wegen der unklaren Lizenz von KDE einen Vorsprung in der Gunst der Community, die vermutlich bis heute nachwirkt.
Trolltech stellte für die freie Entwicklung relevante Teile von Qt 2.2 im Jahr 2000 unter eine Doppel-Lizenz aus QPL und GPL. Die QPL fiel erst 2011 weg, nachdem Nokia 2008 Trolltech für 150 Millionen US-Dollar erwarb und das Projekt im weiteren Verlauf als Qt Project unter der GPL v3 auslagerte – für KDE eine hervorragende Nachricht, denn so war der größte Kritikpunkt endlich ausgeräumt, dass es auf einem proprietären Framework basierte.
Allerdings gab es erneut Anlass zur Kritik: Mit dem Auslagern des Projekts ging ein Contributors Licence Agreement (CLA) einher. Diese räumte Nokia das Recht ein, jederzeit die Lizenz zu ändern und Closed-Source-Varianten anbieten zu dürfen. Das Geschäft mit der kommerziellen Sparte wurde dann an das finnische Unternehmen Digia verkauft. Später lagerte Digia die Entwicklung in die Firma The QT Company [7] aus.
Während dieser unruhigen Periode ging aber die Entwicklung des KDE Desktops unvermindert weiter. 1999 fand das Entwicklertreffen KDE Two in Erlangen statt [8], im Jahr 2000 lief KDE 2 [9] dann vom Stapel, und damit ging eine erste Namensänderung einher: Aus dem K Desktop Environment wurde der KDE Desktop – viele weitere Umbenennungen sollten folgen.
Dirk Hohndel, damals technischer Leiter bei der Suse AG sagte, das Unternehmen sehe KDE 2 als einen der wichtigsten Meilensteine, um Linux auf dem Desktop zu demselben erdrutschartigen Erfolg zu verhelfen, den es im Serverbereich bereits hatte – bis heute blieb das allerdings ein frommer Wunsch.
KDE 2.0 und 3.0
KDE 2 brachte erstmals das bis heute verwendete KDE Input/Output (KIO) mit, eine netzwerktransparente I/O-Bibliothek, die Zugriff auf Protokolle wie HTTP, FTP, PoP, IMAP, NFS, SMB und LDAP bietet. Es setzte zudem auf Qt 2.2, der ersten auch unter GPL veröffentlichten Version. KDE 2 führte zudem das Desktop Communication Protocol (DCOP) ein, den Vorläufer des heute verwendeten D-Bus.
Mittels KParts war es erstmals möglich, Teile eines Programms in die Oberfläche eines anderen einzubetten. Dadurch ist der Terminal-Emulator Konsole unter anderem im Editor Kate oder dem Dateimanager Dolphin integriert. Auch die Verbindung der Versionsnummern zwischen Qt und dem Desktop von KDE blieb bis heute erhalten.
Ein Vorbereitungstreffen auf KDE Three fand im Juli 2000 in Trysil in Norwegen statt [10], KDE Three folgte im März 2002 in Nürnberg [11]. Dort stand die Portierung auf Qt 3 im Vordergrund, die Voraussetzung für die Veröffentlichung von KDE 3. In der Zwischenzeit gab es eine weitere Namensänderung: KDE wurde künftig als KDE Project referenziert. Zeitgleich wurde KDE Women gegründet [12].
KDE 3 erschien im April 2002 und wurde im August 2008 mit KDE 3.5.10 abgeschlossen. Damit endete eine Ära und was darauf folgte, ist der Grund dafür, dass KDE 3.5.10 noch heute außerhalb des KDE-Projekts als Trinity Desktop weiterlebt. Aus heutiger Sicht erscheint das vielleicht nicht mehr berechtigt, doch damals war es so. Der Grund hieß KDE Software Compilation 4 [13]. (Abbildung 2)

Abbildung 2: Das 2002 veröffentlichte KDE 3 trug maßgeblich zur Verbreitung von KDE bei. Die Anmutung wirkt aus heutiger Sicht erstmals modern. Den Abschluss bildete das heute noch beim Trinity-Projekt gepflegte KDE 3.5.10.
KDE SC 4
Nicht die erneute Namensänderung, die ab KDE 4.4 in Kraft trat, sondern der Auslieferungszustand bei der Erstveröffentlichung am 11. Januar 2008 führte zu einer massiven Abwanderung von Nutzern, von denen viele nicht mehr zurückkehrten. KDE Software Compilation 4 war als revolutionär angekündigt worden und das war es auch: revolutionär unbenutzbar, zumindest in den ersten drei bis vier Iterationen (Abbildung 3).

Abbildung 3: KDE SC 4 machte zwar einen modernen Eindruck, verprellte aber viele treue Anwender, da die Software erst beim Anwender reifen musste.
Was war geschehen? Zwei Neuzugänge standen für die Mehrheit der Beschwerden: Akonadi [14] und Nepomuk [15]. Letzteres ist der von der Europäischen Union mit 11,5 Millionen Euro mitfinanzierte semantische Desktop, der KDE 4 nicht überlebte, sondern mit KDE 4.13 durch Baloo ersetzt wurde.
Akonadi ist heute noch als Datenbank-Backend zuständig für den Zugriff auf gemeinsam genutzte Daten der PIM-Suite Kontact. Heute erledigt es den Job zuverlässig, damals war die PIM-Suite über einen weiten Zeitraum in KDE 4 kaum zu benutzen. Die vierte Generation wurde eindeutig zu früh veröffentlicht und die Implementierung von Akonadi während des Zyklus war eine schlechte Idee.
Ein Highlight der vierten Generation war, dass sie ab der Ausgabe 4.1 direkt unter Windows oder MacOS lief. Ab 2005 traten Widgets in den Vordergrund, die auf der Widget-Engine SuperKaramba aufsetzten. Mit KDE 4 tauchte erstmals der Begriff Plasma Desktop auf, der – heute auf Plasma verkürzt – neben dem Fenstermanager KWin die Hauptkomponente des Desktops bildet. Neben Plasma Desktop gab es ab KDE 4.4 auch Plasma Netbook für die damals neue Hardware-Kategorie.
Dolphin und Okular
Der neue Oxygen-Icon-Satz und das Widget-Theme auf Oxygen-Basis trugen zur moderneren Anmutung von KDE 4 bei. Zudem löste Phonon den alten Soundserver Arts ab. Ebenso neu war der Dateimanager Dolphin, der heute Konqueror weitgehend verdrängt hat und einer der fähigsten Dateimanager nicht nur unter Linux ist.
Okular ersetzte als Dokumentenbetrachter gleich mehrere bisherige Anwendungen wie KPDF, KGhostview, KView oder KFax. Aber auch dieses Programm musste einen langen Weg bis zu einer zufriedenstellenden Funktion zurücklegen. KWin stellte erstmals auf OpenGL basierendes Compositing bereit, was zu einer Vielzahl an zuschaltbaren Effekten führte. Sie erinnern sich unter Umständen an Gimmicks wie den sich drehenden Würfel oder die wabernden Fenster.
Waren sie damals ein Beleg für die Fähigkeiten von OpenGL, dürfen Sie diese heute zwar noch in den Systemeinstellungen aktivieren, in der Praxis sind sie aber so gut wie verschwunden (Abbildung 4).

Abbildung 4: Der Dateimanager Dolphin ist seit SC 4 Teil von KDE und löste Konqueror, der heute noch als Browser dient, als Dateimanager ab. Dolphin ist in der Zwei-Fenster-Ansicht kaum von anderen Dateimanagern zu schlagen.
Mit KDE 4.3 wurden PolicyKit, NetworkManager und Geolocation integriert. Mit KDE 4.4 fiel, wie bereits erwähnt, im Rahmen der Änderung der Markenstrategie das Kürzel KDE bei der Benennung der Software weg, diese hieß fortan Software Collection (SC), während KDE für das Projekt selbst stand.
Einen bis heute anhaltenden positiven Effekt hatte die Abkehr vom monolithischen Gebilde KDE-Libs hin zu KDE Plattform 4, einer Sammlung von Bibliotheken und Software-Frameworks von KDE, die heute KDE Frameworks heißt. Erst das Modularisieren der Bibliotheken ermöglichte schlanke Desktop-Varianten auf Basis von Qt wie etwa LXQt.
Zudem stehen die Bibliotheken jetzt für weitere Projekte bereit. Mit SC 4.11 wurde im August 2013 der Grundstein für die Wayland-Integration gelegt, ein Prozess der bis heute anhält und nun bald abgeschlossen sein sollte. SC 4.14 erschien im August 2014 und bildet den Abschluss des vierten Zyklus von KDE.
Plasma 5
Die KDE-Entwickler haben aus dem Debakel mit KDE 4 gelernt. Mit Plasma 5, der aktuellen Generation des Desktops, sollte sich das nicht wiederholen. Plasma 5 erschien im Juli 2014 und löste die KDE Plasma Workspaces 4 ab.
Als Grundlage dient KDE Frameworks 5, ergänzt durch die KDE Applications, die neuerdings KDE Gear heißen, einer Sammlung aus Dutzenden Apps und Diensten. Diese Aufteilung in drei unabhängig entwickelte und veröffentlichte Teile kommt insgesamt dem Tempo der Entwickler entgegen, denn keiner braucht auf den anderen zu warten.
Mit Plasma 5 änderte sich das Standard-Theme, Breeze löste Oxygen ab. Neu ist auch die Converged Workspace Shell, die die einzelnen Workspaces von KDE 4 für verschiedene Geräte ablöst. Diese Shell schaltet automatisch auf den jeweiligen Gerätetyp um.
Die Integration von Wayland lief intern bereits eine Weile, ein erster Test war ab Plasma 5.8 LTS möglich, als vollständig funktionsfähig erklärten die Entwickler sie ab Plasma 5.12 LTS. Mittlerweile steht Plasma bei 5.22 mit KDE Frameworks 5.82 und Wayland hat je nach Nutzungsprofil immer noch kleinere Probleme.
Seit April 2021 ist bei Fedora 34 Wayland auch für den KDE-Spin Standard. Plasma 5 wird vermutlich mindestens bis Jahresende oder Frühjahr 2022 weitergeführt, um dann von Plasma 6 abgelöst zu werden (Abbildung 5).

Abbildung 5: Fedora 34 liefert seit April seinen KDE-Spin mit Wayland als Standard-Sitzung aus. X11 steht weiterhin als Alternative bereit.
Agile Entwicklung
Heute entwickelt sich der Plasma-Desktop konstant weiter. An engagierten Entwicklern scheint es nicht zu mangeln. Das ist aus den wöchentlichen Blog-Einträgen von KDE-Entwickler Nate Graham gut abzulesen [16]. Somit könnte Plasma 6 in rund sechs Monaten einem guten Start entgegensehen, wären da nicht erst kürzlich wieder dunkle Wolken mit Potenzial für neue Konflikte mit The Qt Company am Horizont erschienen.
Als die Firma hinter Qt im April letzten Jahres ihre Roadmap für 2020 vorstellte, ging es hauptsächlich um die Einführung von Qt 6 [17]. Bereits einige Monate zuvor hatte die Tochterfirma von Digia Einschränkungen des mehrfach lizenzierten Frameworks bekanntgegeben.
Demnach stehen ab Qt 5.15 langfristig unterstützte Versionen (LTS) und das Offline-Installationsprogramm von Qt nur noch für kommerzielle Lizenznehmer bereit. Zudem benötigen Open-Source-Anwender jetzt einen Qt-Account, um Qt-Binärpakete herunterzuladen. Nur Quellpakete sind weiterhin ohne Qt-Account zugänglich (Abbildung 6).

Abbildung 6: Plasma 5.21 erscheint mit dunklem Wallpaper und überarbeiteten Systemeinstellungen, die häufig verwendete Module auf der Frontseite zum schnelleren Start anbietet.
Kurz darauf erklärte KDE-Entwickler Olaf Schmidt-Wischhöfer auf der KDE-Mailingliste, es sei bei einem persönlichen Treffen im März das Grundgerüst für eine weitere Zusammenarbeit gelegt worden. Dem widersprechen die neuesten Informationen, nach denen KDE e.V. und KDE Free Qt Foundation die Nachricht erhielten, The Qt Company sehe sich angesichts der Corona-Krise gezwungen, kurzfristig mehr Umsatz zu generieren und deshalb künftig alle Qt-Veröffentlichungen für zwölf Monate nur kommerziellen Lizenznehmern zugänglich zu machen. Obwohl diese Ankündigung noch nicht festgeklopft war, sah sich die KDE-Community veranlasst, Strategien zu entwickeln, falls The Qt Company dies durchsetzt.
Dunkle Wolken
Viele Entwickler hielten in diesem Fall einen Fork für unausweichlich, um die Entwicklung von KDE auf der Basis von Qt zu schützen. Andere äußerten die Meinung, das sei personell nicht zu stemmen. Ein nicht zu vernachlässigender Einwand war zudem, dass ein Fork den Vertrag zwischen Qt und KDE gefährden könne und somit alle Brücken einreiße. Aufgrund der darauf folgenden Berichterstattung in der Presse veröffentlichte das Unternehmen ein wenig aussagekräftiges knappes Dementi [18].
Mit der Veröffentlichung von Qt 5.15 trat die Lizenzänderung dann tatsächlich in Kraft. Alle bestehenden 5.15-Zweige bleiben öffentlich zugänglich, sind aber für neue Commits und sogenannte Cherry-Picks geschlossen. Dabei handelt es sich um gezielt übernommene Patches, die die Entwickler dann in ältere oder neuere Versionen portieren. Das erste rein kommerzielle Qt 5.15.3 LTS-Patch-Release wurde im März veröffentlicht. In gleicher Weise wird das im September 2021 erwartete Qt 6.2 LTS eine rein kommerzielle Version sein.
Was bedeutet das nun für KDE? Plasma, Frameworks und Gear müssen irgendwann auf Qt 6 umsteigen, aber ob das wie geplant zum Jahreswechsel oder im Frühjahr 2022 passiert, ist noch unklar. Der Umstieg zu Plasma 5 erfolgte, als Qt bei 5.3 stand. Das als Maßstab genommen, ist KDE vermutlich noch eine Weile auf Qt 5.15.2 ohne weitere Bugfix-Versionen fixiert – klare Aussagen dazu gibt es nicht.
Ein positives Zeichen war die kürzlich von beiden Seiten veröffentlichte Ankündigung der Qt 5 Patch Collection [19], die für einen gesicherten Übergang bei KDE von Qt 5 auf Qt 6 sorgen soll. Dabei handelt es sich um mehrere Git-Repositories, die auf den letzten frei verfügbaren Commits für Qt 5.15.2 basieren und eine zusätzliche kuratierte Sammlung von Patches enthalten, um sicherzustellen, dass KDE durchgängig funktionsfähig ist, bis die Umstellung auf Qt 6 steht. Weitere technische Details sind im KDE Wiki zu finden [20].
Qt 6 startete offiziell Anfang Dezember 2020, im Mai 2021 folgte Qt 6.1 mit einer größeren Anzahl portierter Module. Qt 6.2 LTS, dessen Veröffentlichung für den 18. September geplant ist, könnte der erste Kandidat sein, der mit der Funktionalität von Qt 5.15.2 gleichzieht.
Unter den Verbesserungen von Qt 6 ist ein völlig überarbeitetes Qt Multimedia, die Integration der nächsten Generation von QML sowie die Zusammenlegung von 2D und 3D bei Qt Quick. Das Build-System wurde von Qmake auf Cmake umgestellt. Einen detaillierten Überblick gewährt die Qt-Webseite [21].
Fazit und Ausblick
Eines ist sicher: Plasma 6 kommt, und es bleibt zu hoffen, dass der Übergang genauso unproblematisch ist, wie der zu Plasma 5. Damit dürfte das Debakel beim Übergang zu KDE SC 4 dann in Vergessenheit geraten.
Apropos Debakel – Gnome blieb ebenfalls nicht von Abwanderungen von Nutzern durch die Entscheidungen der Entwickler verschont. Der Paradigmenwechsel von Gnome 2 zu Gnome 3 veranlasste viele Anwender, sich vom neuen Konzept der Gnome-Shell entsetzt abzuwenden. Davon dürfte die Mehrzahl aber nicht zu KDE gewechselt sein, denn Gnome und KDE verfolgen fast diametral entgegengesetzte Ansätze.
Gnome kommt mittlerweile sehr reduziert daher und ist ohne ein Arsenal an Erweiterungen kaum zu konfigurieren. KDE bleibt sich treu und erlaubt individuelle Einstellungen bis in den letzten Winkel, bringt aber als Standard Parameter mit, die für viele Anwender Sinn ergeben. Auch grafisch hat KDE seinen eigenen Stil gefunden, sowohl was die Wallpaper angeht, als auch die vielen Inkarnationen des Maskottchens Konqi und seiner Freundin Katie [22].
Wenn Sie testen möchten, wie sich Qt 6 mit KDE anfühlt, so bietet sich die KDE-Distribution KaOS an: Eine Reihe von Applikationen in der aktuellen Version wie Poppler, Strawberry, Qsynth oder Qtkeychain basieren hier bereits auf Qt 6 (Abbildung 7). Darüber basiert Plasma dort auf Qt 5.15.2+, wobei das Pluszeichen für das des bereits erwähnten Patch-Set steht. (cla)
Infos
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KDE 1996: https://groups.google.com/g/de.comp.os.linux.misc/c/SDbiV3Iat_s/m/zv_D_2ctS8sJ
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KDE One: https://community.kde.org/KDE_Project_History/KDE_One_(Developer_Meeting)
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KDE-QT-Foundation: https://kde.org/community/whatiskde/kdefreeqtfoundation/
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The Qt Company: https://www.qt.io
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KDE Two: https://community.kde.org/KDE_Project_History/KDE_Two_(Developer_Meeting)
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KDE Three Beta: https://community.kde.org/KDE_Project_History/KDE_Three_Beta_(Developer_Meeting)
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KDE Three: https://community.kde.org/KDE_Project_History/KDE_Three_(Developer_Meeting)
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KDE Women: https://community.kde.org/KDE_Women
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Akonadi: https://userbase.kde.org/Akonadi/de
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Nepomuk: https://nepomuk.semanticdesktop.org/
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Nate Graham: https://pointieststick.com/
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Qt-Roadmap 2020: https://www.qt.io/blog/qt-roadmap-for-2020
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Qt 5 Patch collection: https://dot.kde.org/2021/04/06/announcing-kdes-qt-5-patch-collection
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Konqi: https://community.kde.org/Promo/Material/Mascots#Artworks_by_Tyson_Tan
In einer früheren Version des Artikel stand fälschlicherweise, das KaOS auf Arch basiert. Dies ist nun korrigiert.







Mit Version 4 hat KDE dem Platzhirsch Microsoft einen Gefallen getan. Windows Vista mochten viele Anwender nicht, aber ein Linux mit KDE 4 als Alternative war noch schlechter.
Einige Jahre später hat GNOME mit Version 3 dem Platzhirsch Microsoft einen ähnlichen Gefallen getan.