Multimedia-System LibraZiK auf Debian-Basis

Aus LinuxUser 03/2019

Multimedia-System LibraZiK auf Debian-Basis

© Sardor Shaahmedov, 123RF

Ton-Jongleur

Spezielle Distributionen sollen die Audio- und Video-Arbeit erleichtern. LibraZiK Studio zeigt sich dabei unkompliziert und verlässlich.

Auf dem Multimedia-Terrain galten Mac und Windows lange als Systeme der Wahl; beim Stichwort Linux winkten dagegen selbst eingefleischte Fans des freien Betriebssystems ab. Schwer zu durchschauen sei die mehrstufige Audio-Architektur, zu gewöhnungsbedürftig die Anwenderprogramme – vom Ärger mit inkompatiblen Audiokarten ganz zu schweigen.

Zudem sorgten lange Zeit Probleme mit der Stabilität für Ärger. Fürs Tonstudio eignen sich aber nur Rechner, die möglichst wenig Aufwand erfordern. In den letzten Jahren haben sich einige Multimedia-Distributionen aber in Bezug auf die Audio-Funktionen verbessert und lassen sich dadurch einfacher benutzen.

Relativ bekannt ist Ubuntu Studio, bei dem es aber schon bei der Steuerung elementarer Vorgänge im Bereich Audio hakt. KXStudio und AV Linux laufen da deutlich runder. Ersteres verlangt jedoch ein Umdenken in Sachen Administration und Bedienkonzept, Letzteres benötigt zusätzlich einen leistungsstarken Rechner.

An dieser Stelle kommt LibraZiK Studio ins Spiel. Die noch recht junge französische Distribution [1] vereint einfache Handhabung, Stabilität und Schnelligkeit zu einem Ganzen. 2015 begann der Schlagzeuger und Musiklehrer Olivier Humbert aus Lothringen, auf Debian-Basis LibraZiK Studio zu entwickeln (Abbildung 1). Ihm ging es darum, Debian auf Audio-Anforderungen hin zu trimmen, dabei kleine Fehler zu beheben und in den Quellen mehr und aktuellere einschlägige Software bereitzustellen [2].

Abbildung 1: Eine typische Anwendungssituation für LibraZiK stellt die Arbeit im Tonstudio mit Ardour und dessen umfangreicher Peripherie dar.

Abbildung 1: Eine typische Anwendungssituation für LibraZiK stellt die Arbeit im Tonstudio mit Ardour und dessen umfangreicher Peripherie dar.

Zudem zeigte sich das aktuelle LibraZiK-2 in Tests sehr genügsam: Passabel lief es sogar auf einem betagten Pentium 4 mit zwei Kernen und 3,2 GHz Takt, 2 GByte Arbeitsspeicher, einer behäbigen Intel-GMA-950-Grafik und einer PCI-Audiokarte RME Hammerfall 9632. Wenn Sie also das System erst einmal nur ausprobieren möchten, klappt das ohne Weiteres auf einem angestaubten Rechner aus dem Keller.

Installation

LibraZiK 2 richten Sie bei Bedarf auf zweierlei Art ein: Entweder Sie erweitern ein bestehendes System mit Debian 9 und Maté-Desktop, indem Sie die LibraZiK-Paketquellen hinzufügen, oder Sie laden ein vollständiges Installationsabbild von etwa 3,4 GByte Umfang herunter, mit dem Sie LibraZiK bei Bedarf erst einmal im Live-Modus auf einem 64-Bit-System testen. Als Leser unserer DVD-Ausgabe finden Sie das Image auf der zweiten Heft-DVD. Eine nach wie vor verfügbare 32-Bit-Version bietet sich für Prozessoren an, die kein PAE unterstützen.

Die auf den Live-Test folgende Installation läuft ab, wie Sie es von Debian her kennen. Bei einer separaten Partition für die Home-Verzeichnisse belegt das frisch aufgesetzte LibraZiK moderate 8,5 GByte Platz auf der Partition.

Ergänzend empfiehlt Olivier Humbert, aus seinen speziellen Quellen noch zwei kleine Metapakete zu installieren, nämlich librazik-theme-all und librazik-optimisations-all. Trotz deutscher Spracheinstellung begegnen Ihnen streckenweise noch französischsprachige Inhalte in der Oberfläche. Sofern Sie das stört, sollten Sie das Zusatzpaket librazik-apt-non-fr installieren.

Über ein anschließendes su -c "dpkg-reconfigure locales" gelangen Sie zu den Ländereinstellungen. Neben de_DE.UTF-8 UTF-8 sollten Sie hier en_GB.UTF-8 UTF-8 ankreuzen: Damit haben Sie Fenster, zu denen LibraZiK keine deutsche Übersetzung bietet, immerhin auf Englisch vor sich.

Drei Kernel

LibraZiK kommt zunächst mit dem Standard-Kernel von Debian. Zusätzlich stellt Humbert zwei spezielle LZK-Kernel bereit, die dem Rechner bei aufwendigeren Audio-Projekten merklich Beine machen.

Hinter bl (“basse-latence”) verbirgt sich der Niedriglatenz-Kernel; er wird beim Aufsetzen des Systems gleich mitinstalliert. Der mit dem Zusatz rt bezeichnete Echtzeit-Kernel erfordert dagegen ein manuelles Nachinstallieren. Laut Humberts Aussage genügt der BL-Kernel allerdings den Ansprüchen der allermeisten Lebenslagen.

Der Umgang mit den beiden Kerneln verlangt dem Administrator etwas Arbeit ab. Bei den von Debian her gewohnten Aktualisierungen erhält nämlich nur der Standard-Kernel gelegentlich eine Frischzellenkur. Neue Versionen der Spezial-Kernel erfordern einen manuellen Eingriff und sind nicht immer auf demselben Stand wie der neueste Debian-Kernel.

Audiosystem

Das Audiosystem lohnt bei einem multimedial orientierten System ebenfalls einen Blick, denn es hat seine Eigenheiten. Die Basis bildet die Advanced Linux Sound Architecture ALSA. Sie bringt Audiokarten in Gang, verschaltet ein Grundgeflecht von Audio- und Midi-Verbindungen und stellt damit den Anwendungen das nötige Umfeld bereit.

Obendrein bietet ALSA rudimentäre Mischpultfunktionen. Um Letztere ein wenig aufzubessern und das Bedienen zu erleichtern, bringen viele Distributionen schon standardmäßig den Soundserver Pulseaudio mit. Für unsere Zwecke genügen dessen Funktionen allerdings noch nicht.

Hier kommt der Soundserver Jack ins Spiel. Er lässt sich in etwa mit dem bei Windows gebräuchlichen ASIO vergleichen. Jack sitzt neben Pulseaudio und arbeitet direkt mit ALSA zusammen. Das ermöglicht es, Audiokarten und Anwenderprogramme in allen möglichen Konstellationen zusammenzuschalten. Darüber hinaus reagiert diese Software flotter.

Vorbereitungen

Bei LibraZiK geht es vorrangig um Schnelligkeit. Das erkennen Sie bereits, wenn Sie den dezent abgedunkelten Maté-Bildschirm vor sich sehen. Olivier Humbert wollte ein schnörkelloses Arbeitsgerät konzipieren: Im Studio brauchen Sie Rechenleistung für das wirklich Wichtige.

Jedes digitale System braucht etwas Zeit, um Pakete von Audiodaten zu verarbeiten: die sogenannte Latenz. Mit gezielten Justagen gelingt es, diese Zeit auf wenige Millisekunden zu verkürzen. Sie gelangen dabei freilich irgendwann an einen Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht: Der Rechner beginnt, sich an den Daten regelrecht zu verschlucken. Dann hören Sie aus den Lautsprechern Tonsprünge, Aussetzer oder laute Knackser. Um die Latenz zu verkürzen, wählen Sie zunächst beim Systemstart den Kernel mit niedriger Latenz oder sogar den Echtzeit-Kernel.

Danach begeben Sie sich über Applications | Sound & Video | JACK in das Programm Cadence, die schon für KXStudio entwickelte grafische Benutzeroberfläche für Jack. Über das Feld Configuration erreichen Sie das eigentliche Fenster mit den Parametern für Jack (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im Konfigurationsfenster für Jack finden Sie die elementaren Einstellungen für das Audiosystem: In der Mitte die Wahl der Audiokarte, links darunter Abtastfrequenz und Puffergröße.

Abbildung 2: Im Konfigurationsfenster für Jack finden Sie die elementaren Einstellungen für das Audiosystem: In der Mitte die Wahl der Audiokarte, links darunter Abtastfrequenz und Puffergröße.

Dort stellen Sie auf der Registerkarte Pilot unter anderem die Puffergröße (Buffer Size) ein, den wichtigsten Parameter. Je kleiner Sie den Wert ansetzen, desto kürzer fällt in der Regel die Latenz aus. Wie weit Sie diese letztlich drücken, hängt mit davon ab, wie stark Anwenderprogramme den Rechner belasten.

Sofern mehrere Audiokarten im System stecken, sollten Sie noch unter Interface sicherstellen, dass Jack tatsächlich das gewünschte Gerät ansteuert. Bei Bedarf legen Sie Ein- und Ausgang auf unterschiedliche Karten.

Mit einem Klick auf das Feld Start setzen Sie dann Jack buchstäblich in Bewegung. Zur weiteren Vorbereitung sollten Sie anschließend rechts unten die Rubrik ALSA MIDI aufrufen und dort auf Start klicken (Abbildung 3). Damit schlagen Sie eine Brücke zwischen den Midi-Sektionen von Alsa und Jack.

Abbildung 3: Cadence dient als grafische Oberfläche zum Steuern von Jack: Es zeigt links die Systemparameter an, informiert rechts oben über den aktuellen Status inklusive der Latenz und bietet rechts unten mehrere Brückenfunktionen zu Alsa und PulseAudio.

Abbildung 3: Cadence dient als grafische Oberfläche zum Steuern von Jack: Es zeigt links die Systemparameter an, informiert rechts oben über den aktuellen Status inklusive der Latenz und bietet rechts unten mehrere Brückenfunktionen zu Alsa und PulseAudio.

Nun sollten Sie die Schalttafel öffnen: Im Cadence-Fenster finden Sie unter der Registerkarte Tools ein Programm namens Catia: Es liefert ein Fenster, in dem Sie mit der Maus sinnbildlich Kabel für die Audio- und Midi-Verbindungen ziehen dürfen.

Studio oder daheim

In Sachen Programme hat Entwickler Humbert nicht gekleckert, sondern geklotzt: Über das Menü Anwendungen gelangen Sie in den Bereich Multimedia, wo sich dann nicht weniger als 22 Untermenüs mit Dutzenden Anwendungen auftun. Die Skala reicht von Software zur einfachen Wiedergabe über vielfältige Tools zu Klangbearbeitungen bis hin zur DAW Ardour [3], dem wichtigsten freien Tonstudioprogramm.

An Musiker richten sich über sechzig virtuelle Instrumente vom polyphonen modularen Synthesizer bis zur Kirchenorgel sowie ein Arsenal aus unterschiedlichen Klangeffekten und Hilfsgeräten bis hin zu Sequenzern und Notendruckprogrammen. Zusätzlich enthalten die LibraZiK-Paketquellen weitere Anwendungen – insgesamt stehen laut Olivier Humbert über 1100 Pakete bereit.

Installationen und Aktualisierungen sollten Sie allerdings, wie von den Entwicklern empfohlen, stets über Synaptic vornehmen: Bei unseren Tests konnten probeweise Apt-Befehle auf der Kommandozeile die spezifischen LZK-Pakete mitunter gar nicht erst finden.

Viele erfahrene Benutzer möchten freilich nur das installiert wissen, was sie wirklich brauchen. Ihren Reiz hat die LibraZiK-Fülle immerhin, wenn Sie sich erst einmal auf dem Linux-Multimedia-Terrain orientieren wollen: Man müsste sehr lange herumstöbern, um alles aufzuspüren, was hier nur ein paar Mausklicks entfernt bereitliegt.

Im Tonstudio

Haben Sie also Jack wie beschrieben konfiguriert und gestartet, wäre nun der richtige Zeitpunkt, um ein rechnergestütztes Tonstudio aufzuziehen. Als dessen Mittelpunkt bietet sich dabei Ardour an – Mischpultkonsole und Mehrspuraufnahmemaschine in einem. Besonders komfortabel bedienen Sie das Programm über ein externes Steuerpult, DAW-Controller genannt. Das binden Sie via Midi-Schnittstelle an.

Bei Tests mit einem Mackie-MCU-Pro-Controller und Ubuntu Studio, AV Linux, KXStudio und Gentoo Studio funktionierte das zwar nirgends ganz fehlerfrei, unter LibraZiK aber am zuverlässigsten. Daneben dürfen Sie außerdem Software-Klangformer wie Equalizer, Kompressoren oder Hallgeräte einsetzen. Sie bauen diese entweder direkt in das Ardour-Mischpult ein oder auf der Jack-Ebene im Catia-Fenster.

Zusätzlich bietet Cadence eine nützliche Brückenfunktion zwischen den Audio-Modulen von PulseAudio und Jack. Normalerweise blockiert Letzteres nach dem Start nämlich alle Pulseaudio-Anwendungen, etwa die Audio- oder Video-Wiedergabe im Mozilla Firefox. Im Cadence-Fenster klicken Sie unten rechts auf das Feld PulseAudio und danach auf das zugehörige Start.

Im Fenster von Catia erscheinen daraufhin zwei Audio-Anschlusspaare für die Ein- und Ausgänge von Pulseaudio. Um nun etwa das Audiosignal aus Firefox mitzuschneiden, verbinden Sie in diesem Interface die Stereo-Ausgänge PulseAudio JACK Sink mit den Eingängen einer Aufnahmespur in Ardour.

Für Musiker

Beim zweiten Beispiel, der Arbeit mit virtuellen Instrumenten, bildet Jack die Schaltstelle. Allerdings speichern Sie nun zusätzlich die komplette Konfiguration aus Anwendungen, Audio- und Midi-Verbindungen in einem sogenannten Studio: Das erspart Ihnen beim nächsten Aufruf langwierige Klicks mit der Maus. Dieses Studio legen Sie im Cadence-Unterfenster Claudia an, über den Befehl Studio | New Studio (Abbildung 4). Sie vergeben einen Namen und verwenden dann Studio | Start Studio.

Abbildung 4: Ein verkabeltes Studio mit (von links nach rechts) dem Midi-Eingang des Rechners, einem Sequenzer und einer gekoppelten Rhythmusmaschine sowie Synthesizern, Effektgeräten und dem Audio-Ausgang.

Abbildung 4: Ein verkabeltes Studio mit (von links nach rechts) dem Midi-Eingang des Rechners, einem Sequenzer und einer gekoppelten Rhythmusmaschine sowie Synthesizern, Effektgeräten und dem Audio-Ausgang.

Claudia bietet eine ähnliche Oberfläche wie Catia. Es zeigt die Audio- und Midi-Anschlüsse der Audiokarte an. Die benötigten Anwendungen bauen Sie dann über das Menü Application | Add new ins Studio ein. So rufen Sie etwa den Synthesizer Padthv1 auf. Der präsentiert sich dann in einem eigenen Fenster mit seinen Klangparametern und zusätzlich im Claudia-Fenster mit seinen Audio- und Midi-Anschlüssen.

In der einfachsten Konfiguration verbinden Sie die Ausgänge des Synthesizers mit dem als playback bezeichneten Ausgangsteil der Audiokarte; den roten Midi-Eingang des Synthesizers hängen Sie an die Midi-Eingangsstufe des Rechners (midi_capture_1) – dort könnten Sie außerdem eine externe Midi-Klaviatur anschließen. Den Klang formen Sie außerdem durch zusätzliche Effekt-Plugins in der Audio-Kette.

Im nächsten Schritt rufen Sie etwa einen zweiten Synthesizer wie ZynaddSubFX auf, um ihn mit dem Sequenzer Qtractor zu steuern. Dessen Midi-Ausgang verbinden Sie mit dem Midi-Eingang des Synthesizers. Das Tempo der Wiedergabe regeln Sie in Qtractor (Abbildung 5). Den Startbefehl für den Sequenzer geben Sie allerdings im Claudia-Fenster in der Sektion Transport: Damit starten Sie die Wiedergabe des gesamten über Jack verkabelten Systems.

Abbildung 5: Ein komplettes Claudia-Studio mit den Fenstern von Qtractor und der über Claudia synchronisierten Rhythmusmaschine Hydrogen (links), zwei Synthesizern und drei Effektgeräten (rechts). Qtractor gibt dabei das Tempo vor.

Abbildung 5: Ein komplettes Claudia-Studio mit den Fenstern von Qtractor und der über Claudia synchronisierten Rhythmusmaschine Hydrogen (links), zwei Synthesizern und drei Effektgeräten (rechts). Qtractor gibt dabei das Tempo vor.

Ähnlich wie unter AV Linux laufen auch unter LibraZiK die in Musikerkreisen beliebten Windows-VST-Plugins. Das bewerkstelligen Sie das über Hilfsprogramm Carla, das Sie am einfachsten in ein Claudia-Fenster einbinden. Das verlangt allerdings ein paar vorbereitende Modifikationen; Olivier Humbert spricht nicht ohne Grund ausdrücklich vom Experimentierstadium. Spaß macht das am ehesten mit einem einigermaßen schnellen Rechner – unsere Tests gingen nicht ohne Systemhänger ab.

Diese sehr grob skizzierten Beispiele ließen sich leicht bis ins Uferlose erweitern. Freilich merken Sie schnell, dass kreatives Linux-Audio letztlich Zeit zum Einarbeiten und Bereitschaft zu Experimenten verlangt – nicht nur unter LibraZiK. Gerade Jack bietet großes Potenzial – und gleichzeitig die Möglichkeit, sich zu verheddern.

Das gilt besonders unter Claudia: Die korrekte zeitliche Synchronisation mehrerer Sequenzer braucht etwas Fingerspitzengefühl. Einsteiger begehen schnell Fehler, die unter Umständen den Crash des kompletten Arrangements auslösen. Einzelne Anwendungen lassen sich unter Claudia überdies nur mit Getüftel starten – in unserem Testfall benötigte der Bristol-Synthesizer-Fundus zusätzlich das Paket libasound2-dev.

Fazit

Solche Details konnten bei den Versuchen aber den Gesamteindruck kaum trüben: Mit LibraZiK gehen Sie das Thema Linux und Multimedia so unkompliziert an wie mit kaum einer anderen Distribution. Dafür sorgen die vielen vorinstallierten Anwendungen, die weitgehend vorbereitete Konfiguration sowie der vertraute Debian-Unterbau. Im direkten Vergleich zeigt sich das System in allen Belangen nutzerfreundlicher als Ubuntu Studio und weniger ressourcenhungrig als KXStudio. In Ausstattung und Handhabung ist es diesen beiden sowie AV Linux und Gentoo Studio überlegen.

In wieweit Linux an sich für den professionellen Audio-Einsatz taugt, hängt davon ab, was Sie vorhaben. Die freien Anwendungen haben ihre Grenzen; oft gilt es, Abstriche beim Bedienkomfort zu machen. Die freien Plugins können mit den proprietären Gegenstücken klanglich häufig nicht mithalten, und anspruchsvollere Funktionen für Studio und Konzertbühne bleiben im Profibereich eine Domäne ausgefuchster kommerzieller Programme für Windows oder Mac.

Amateur- und semiprofessionelle Musiker allerdings sollten gerade mit LibraZiK, das sich übrigens rein aus freiwilligen Spenden seiner Nutzer finanziert, gut zurechtkommen. Mit dem System lassen sich selbst aufwendige Podcasts und Radiosendungen produzieren. 

Der Autor

Michael Kuhlmann arbeitet seit den 1990er-Jahren als Autor und Musikmoderator für den Deutschlandfunk und mehrere ARD-Sender. Sein heimisches digital-analoges Tonstudio läuft seit dem Ende von Windows XP unter Linux. Wenn er dort nicht gerade mit Ardour fürs Radio produziert, bedient er womöglich gerade den (Kontra-)Bass in Jazz-, Soul- und Gospel-Formationen.

Glossar

DAW

Digital Audio Workstation. Ein häufig sehr umfangreiches Programm für Aufnahmen, das Bearbeiten und Mischen von Audio- und Midi-Dateien, teilweise sogar zum Vertonen von Videos.

Infos

  1. Entwicklerportal zu LibraZiK: http://librazik.tuxfamily.org

  2. LinuxMAO: http://linuxmao.org

  3. Ardour: http://ardour.org

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