LaTeX-Online-Editoren

Aus LinuxUser 01/2017

LaTeX-Online-Editoren

© Andrey Prokhorov, Fotolia

NetzTeXtur

Mit Online-Editoren bearbeiten Sie Ihre LaTeX-Dokumente plattform- und geräteunabhängig über das Internet. Auf die online gespeicherten Dokumente greifen Sie problemlos gemeinsam in einer Arbeitsgruppe von überall her zu.

Online-Editoren für LaTeX-Dokumente decken eine große Bandbreite an Funktionen ab. Im einfachsten Fall handelt es sich um Online-Formeleditoren, mit deren Hilfe Sie aus LaTeX-Code Formeln setzen, die Sie dann als Grafik abspeichern und in ein Office-Dokument einfügen. Außerdem gibt es Webseiten, die einen LaTeX-Editor simulieren – damit verarbeiten Sie LaTeX-Code und laden das fertige Dokument in der Regel als PDF-Datei herunter.

Den größten Funktionsumfang bieten Plattformen, bei denen Ihnen – nach einer meist erforderlichen Registrierung – nicht nur ein LaTeX-Editor zur Verfügung steht, sondern auch diverse Vorlagen sowie Speicherplatz für Ihre eigenen Dokumente. In vielen Fällen können Sie Letztere auch für andere Nutzer zum Lesen oder zur Bearbeitung freigeben.

Formeleditoren

Bei Formeleditoren handelt es sich eigentlich nicht um vollständige LaTeX-Editoren. Sie dienen lediglich dazu, aus mathematischem LaTeX-Code Formeln zu erzeugen, die Sie dann als Bilddatei herunterladen und in ein Office-Dokument einfügen. Solche Editoren sind für Nutzer interessant, die ihre Dokumente zwar grundsätzlich mit einer Office-Suite erstellen, aber trotzdem nicht auf die herausragenden Ergebnisse von LaTeX beim Setzen von Formeln verzichten wollen. Aus der Fülle der verfügbaren Vertreter dieser Gattung wollen wir hier zwei besondere Exemplare vorstellen: den deutschsprachigen LaTeX-Formeleditor [1] und den englischsprachigen Daum Equation Editor [2].

Der LaTeX-Formeleditor kommt schlicht und übersichtlich daher, sodass er schnell lädt. Dank der deutschsprachigen Oberfläche lässt er sich weitgehend intuitiv bedienen. Zudem steht eine Kurzanleitung als PDF-Datei zur Verfügung. Sie tragen den LaTeX-Code entweder direkt in den Editor ein oder kopieren ihn dorthin. Daneben lassen sich über Schaltflächen mit den wichtigsten mathematischen Symbolen und Funktionen per Mausklick Formeln zusammenstellen, sodass auch Nutzer ohne tiefere LaTeX-Kenntnisse problemlos zurechtkommen.

Über einen Link laden Sie die fertige Formel in einer Auflösung zwischen 100 und 400 dpi als PNG-Datei herunter. Dabei lässt der Editor den Hintergrund wahlweise transparent oder füllt ihn mit einer Hintergrundfarbe, die Sie im RGB-Farbschema definieren. Die Textfarbe lässt sich hingegen nicht anpassen. Fehler beim Verarbeiten des LaTeX-Codes zeigt der Editor an. Alle Formeln bleiben dauerhaft gespeichert und lassen sich jederzeit über den entsprechenden Link wieder herunterladen.

Der Daum Equation Editor arbeitet auf Basis von Adobe Flash und erfordert ein entsprechendes Plugin in Ihrem Webbrowser. Den Code für die Formeln geben Sie entweder direkt ein oder stellen ihn über ein umfangreiches Menü mit einer Vielzahl von mathematischen Symbolen und Formeln zusammen. Auch hier benötigen Sie also keine LaTeX-Kenntnisse. Sowohl den LaTeX-Code als auch die fertig gesetzte Formel als PNG-Datei lassen sich speichern, wobei Sie Text- und Hintergrundfarbe der Formel frei aus dem RGB-Farbraum wählen.

Allerdings setzt der Daum Equation Editor nur reine Formeln. Den LaTeX-Befehl \text{} für Fließtext in einer Formel ignoriert er geflissentlich und setzt den Text stattdessen als Aneinanderreihung von Variablen, also kursiv und ohne Leerzeichen.

Online-Editoren

LaTeX-Online-Editoren simulieren auf einer Webseite einen kompletten LaTeX-Editor. Sie tippen oder kopieren Ihren LaTeX-Code ins Editorfenster und erhalten das fertige Dokument zum Herunterladen. Solche LaTeX-Online-Editoren eignen sich besonders für Nutzer, die nur gelegentlich einfache Dokumente mit LaTeX erzeugen und kein vollständiges LaTeX-System auf dem Computer installieren wollen. Aber auch regelmäßige LaTeX-Nutzer profitieren von solchen Online-Editoren, denn so lassen sich an einem fremden Computer, dem ein LaTeX-System fehlt, trotzdem einfache LaTeX-Dokumente verwenden. Zu den interessantesten Vertretern dieser Gattung zählt der im Folgenden vorgestellte TeXeR [3].

Eine erweiterte Variante bindet einen solchen LaTeX-Online-Editor in eine komplette Plattform ein, die zusätzlich Vorlagen und Online-Speicherplatz zu Verfügung stellt. Idealerweise ermöglicht ein solches Paket auch das Freigeben der online gespeicherten Dokumente zur Bearbeitung durch andere Nutzer, sodass eine komplette Arbeitsgruppe an einem Projekt arbeiten kann. Zu dieser Kategorie gehören beispielsweise TeXonWeb [4], ShareLaTeX [5] und Overleaf [6].

TeXeR

Der einfache LaTeX-Online-Editor TeXeR bietet ein zweigeteiltes Fenster mit einem Editor auf der einen und einer Vorschau auf der anderen Seite. Das Öffnen von lokal gespeicherten Dateien beherrscht er nicht, Sie müssen den LaTeX-Code ins Editorfenster eintippen oder dorthin kopieren. Das fertige LaTeX-Dokument laden Sie später als PDF-Datei herunter. Tritt beim LaTeX-Lauf ein Fehler auf, nehmen Sie die Log-Datei mit der LaTeX-Ausgabe und der Fehlermeldung näher in Augenschein.

Abbildung 1 zeigt TeXeR mit dem Minimalbeispiel aus Listing 1. Allerdings wurden die Zeilen 5 und 17 bis 19 auskommentiert, da TeXeR keine lokal gespeicherten Bilder einbinden kann. Das Erstellen eines Inhaltsverzeichnisses für LaTeX-Dokumente erfordert zwei LaTeX-Läufe, was mit TeXeR nicht gelingt. In Anbetracht dieser Einschränkungen eignet sich TeXeR vor allem für Gelegenheitsnutzer, die lokal kein LaTeX-System installieren möchten, aber trotzdem einfache LaTeX-Dokumente erstellen wollen.

Abbildung 1: Der einfache LaTeX-Online-Editor TeXeR kann weder lokal gespeicherte Daten einbinden noch Inhaltsverzeichnisse erzeugen.

Abbildung 1: Der einfache LaTeX-Online-Editor TeXeR kann weder lokal gespeicherte Daten einbinden noch Inhaltsverzeichnisse erzeugen.

Listing 1

\documentclass{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage{graphicx}
\title{Hallo Welt!}
\author{Paul Pinguin}
\date{}
\begin{document}
\maketitle
\tableofcontents
\section{Hallo Text-Welt!}
Dies ist ein Beispieltext.
\section{Hallo Mathe-Welt!}
Dies ist eine Beispielformel:\\
$ F(n) = \frac{(\varphi)^n - (-\frac{1}{\varphi})^n}{\sqrt{5}} $
\section{Hallo Bild-Welt!}
Dies ist ein Beispielbild:\\
\includegraphics{bild.jpg}
\end{document}

TeXonWeb

Die tschechische Website TeXonWeb steht auch in englischer Sprache bereit, wobei die Entwickler nach eigenen Angaben an der entsprechenden Lokalisierung noch feilen. Richten Sie kein Nutzerkonto ein, steht Ihnen ein lediglich einfacher LaTeX-Editor zur Verfügung, in den Sie LaTeX-Code tippen oder kopieren können.

Die Ausgabedatei erzeugen Sie wahlweise mit TeX oder LaTeX. Dabei dürfen Sie zwischen einem, zwei oder drei Programmläufen wählen, sodass sich beispielsweise auch Inhaltsverzeichnisse korrekt ausgeben lassen. Das erzeugte Dokument laden Sie als Postscript- oder PDF-Datei herunter. Eine Log-Datei hilft bei der Suche nach Fehlern im LaTeX-Code. Lokal gespeicherte Bilder können Sie ohne Nutzerkonto nicht einbinden.

Mehr Funktionen stehen mit einem Nutzerkonto zur Verfügung, für das die Angabe eines Benutzernamens und Passworts genügen. Nach einer E-Mail-Adresse oder persönlichen Daten fragt TeXonWeb nicht. Nachdem Sie sich angemeldet haben, können Sie auch lokal gespeicherte Dateien öffnen und verarbeiten. Daneben lassen sich die LaTeX-Dateien und dort eingebundene Bilder auch auf dem Server von TeXonWeb speichern. Auf der Webseite fehlt allerdings eine Datenschutzerklärung, sodass Sie sich gut überlegen sollten, welche Ihrer Dateien Sie hochladen.

Im Editor erscheinen nun ein Menü sowie eine Funktionsleiste. Beide bieten die Möglichkeit, LaTeX-Befehle einzufügen, so wie Sie es aus lokal installierten LaTeX-Editoren kennen. Es gibt auch eine Rechtschreibkorrektur, allerdings nicht für Deutsch. Daneben steht eine – allerdings sehr kleine – Auswahl an Vorlagen zur Verfügung: ein CD-Cover, ein DVD-Cover sowie ein Lebenslauf mit dem Paket curriculumvitae. Die Freigabe von Dateien für andere Nutzer beherrscht TeXonWeb nicht. Abbildung 2 zeigt TeXonWeb mit dem Minimalbeispiel aus Listing 1.

Abbildung 2: Das Editor-Fenster von TeXonWeb mit den erweiterten Funktionen für angemeldete Benutzer. Nach der Anmeldung lassen sich auch Bilder hochladen und einbinden.

Abbildung 2: Das Editor-Fenster von TeXonWeb mit den erweiterten Funktionen für angemeldete Benutzer. Nach der Anmeldung lassen sich auch Bilder hochladen und einbinden.

Insgesamt wirkt TeXonWeb ein wenig rudimentär, eignet sich aber durchaus für Einzelnutzer, die lokal kein LaTeX-System installieren möchten oder können. Zwar ist der Service kostenlos und erfordert zur Anmeldung keine persönlichen Daten, andererseits ermöglicht er kein kollaboratives Arbeiten und gibt keine Datenschutzerklärung für die gespeicherten Daten ab.

ShareLaTeX

Die Plattform ShareLaTeX erfordert grundsätzlich eine Anmeldung und bietet verschiedene Preismodelle. Die kostenlose Variante ermöglicht keine gemeinsame Arbeit mit anderen registrierten Nutzern an einem Projekt. Das erlauben erst die kostenpflichtigen Spielarten, die außerdem eine Dokumentenhistorie zur späteren Wiederherstellung früherer Dokumentenversionen führen und das Einbinden verschiedener Online-Speicherdienste erlauben.

Nach dem Registrieren und Anmelden legen Sie Ihr erstes Projekt an. Sie können mit einem leeren Projekt beginnen, lokal gespeicherte beziehungsweise (in den kostenpflichtigen Versionen) in einem Online-Speicher abgelegte Dateien hochladen oder aus einer Vielzahl von Vorlagen ein Projekt auswählen. Abbildung 3 zeigt ShareLaTeX mit dem Minimalbeispiel aus Listing 1.

Abbildung 3: Die von der Plattform ShareLaTeX angebotenen Funktionen reichen weit über die Anforderungen unseres Minimalbeispiels hinaus und ermöglichen selbst komplexe Projekte.

Abbildung 3: Die von der Plattform ShareLaTeX angebotenen Funktionen reichen weit über die Anforderungen unseres Minimalbeispiels hinaus und ermöglichen selbst komplexe Projekte.

Die Vorlagen orientieren sich weitgehend an den Bedürfnissen von Studenten und Universitätsdozenten. Sie umfassen unter anderem Bibliografien, Bücher, Abschlussarbeiten, Präsentationen, Briefe, Lebensläufe, Visitenkarten, Stundenpläne und Barcodes. Unter den größtenteils englischsprachigen Vorlagen finden sich auch einige deutsche. Manche der Templates berücksichtigen die Style-Guide-Vorgaben verschiedener Hochschulen, darunter auch einiger einheimischer.

Ein Projekt besteht im einfachsten Fall aus einer einzigen LaTeX-Datei, kann aber auch mehrere Dateien und beispielsweise auch Bilder enthalten. Innerhalb eines Projekts dürfen Sie Unterordner anlegen, etwa um Bilder gesammelt zu speichern.

Der Online-Editor von ShareLaTeX bietet eine Vielzahl von Funktionen an. Eine davon zählt beispielsweise die Wörter des Projekts, was im universitären Bereich wichtig ist, wo es häufig eine Mindest- und Höchstzahl von Wörtern für eine Arbeit gibt. Auch eine Rechtschreibprüfung in verschiedenen Sprachen steht bereit, darunter auch Deutsch. Die Auto-Vervollständigen-Funktion erleichtert den Umgang mit LaTeX-Befehlen. Wünschenswert wäre noch eine Funktionsleiste, über die sich Befehle und LaTeX-Umgebungen auf Knopfdruck einfügen ließen.

Zum Erzeugen der PDF-Datei aus Ihrem Projekt wählen Sie zwischen LaTeX, PDFLaTeX, XeLaTeX und LuaLaTeX. Dabei erstellt ShareLaTeX Log-Dateien, was die Suche nach Fehlern erleichtert. Sie zeigen die erstellte PDF-Datei entweder mit dem integrierten Betrachter an oder mit einem lokal installierten PDF-Viewer. Sowohl das erstellte Dokument als auch alle Projektdateien lassen sich herunterladen, um sie lokal zu archivieren.

Die kostenpflichtigen Versionen erlauben, Projekte auch für andere registrierte Nutzer freizugeben, wobei Sie entscheiden können, ob diese Ihre Projekte nur lesen oder auch bearbeiten können. Die Dokumentation bietet neben einer Beschreibung der Arbeit mit ShareLaTeX auch eine Einführung in LaTeX für LaTeX-Neulinge.

Alles in allem macht ShareLaTeX einen soliden Eindruck, aufgrund der angebotenen Vorlagen dürfte es aber insbesondere das akademische Klientel ansprechen. Schade, dass das gemeinsame Arbeiten an Projekten nur in den Bezahlversionen möglich ist.

Overleaf

Wie ShareLaTeX erfordert auch die Plattform Overleaf zwingend, dass Sie sich registrieren. Drei Preismodelle stehen zur Auswahl, wobei die kostenfreie Variante zwar den Online-Speicherplatz und die Anzahl der Dateien pro Projekt begrenzt, jedoch bereits das Freigeben der Projekte für andere Nutzer zum Lesen und Bearbeiten unterstützt. Nur die kostenpflichtigen Versionen erlauben eine Integration von Dropbox, bieten eine Projekthistorie zur Wiederherstellung früherer Dokumentenversionen und ermöglichen geschützte Projekte. Für Studenten gibt es Rabatte.

Sobald Sie sich registriert und angemeldet haben, können Sie Ihr erstes Projekt anlegen. Sie beginnen wahlweise mit einem leeren Projekt, laden lokal gespeicherte Dateien hoch oder wählen unter vielen verschiedenen Vorlagen aus, darunter Artikel, Bibliografien, Abschlussarbeiten, Bücher, Präsentationen, Kalender, Lebensläufe und Briefe. Beim Bereitstellen von Vorlagen kooperiert Overleaf mit der Webseite “LaTeX Templates” [7], sodass Sie Vorlagen, die Sie dort finden, direkt in Overleaf öffnen können.

Ein Projekt besteht aus einer oder mehreren LaTeX-Dateien und kann auch Bilder umfassen. Unterordner innerhalb eines Projekts erleichtern die Organisation der Dateien. Der LaTeX-Editor integriert eine Vorschau, die Änderungen an der LaTeX-Datei sofort im fertigen Dokument darstellt (Abbildung 4). Zum Erzeugen eines PDF-Dokuments aus dem Projektcode wählen Sie zwischen LaTeX, PDFLaTeX, XeLaTeX und LuaLaTeX. Die erstellte PDF-Datei können Sie ebenso herunterladen wie das gesamte Projekt.

Abbildung 4: Overleaf ermöglicht bereits in der kostenlosen Variante ein kollaboratives Arbeiten an LaTeX-Dokumenten sowie das Synchronisieren von Projektdaten via Git zwischen Server und lokalem Rechner.

Abbildung 4: Overleaf ermöglicht bereits in der kostenlosen Variante ein kollaboratives Arbeiten an LaTeX-Dokumenten sowie das Synchronisieren von Projektdaten via Git zwischen Server und lokalem Rechner.

Über das Paket fontspec [8] lassen sich auch eigene Schriftarten verwenden. Einige bekannte Fonts stellt Overleaf bereits zur Verfügung, Ihre eigenen laden Sie einfach auf den Server hoch. Kommentare bringen Sie in LaTeX-Dateien nicht nur mit dem LaTeX-Befehl % an, sondern alternativ auch über eine eigene Funktion im Editor, die es anderen Nutzern erlaubt, auf Ihren Kommentar zu antworten.

Der Editor zeigt Fehlermeldungen im LaTeX-Lauf an, deren Ursachen Sie mithilfe der Log-Datei auf den Grund gehen. Eine Symbolleiste beinhaltet Funktionen zum Bearbeiten und Suchen sowie eine kleine Auswahl an LaTeX-Befehlen, die Sie auf Knopfdruck einfügen können. Autovervollständigen im LaTeX-Code erleichtert den Umgang mit den LaTeX-Kommandos. Auch eine Rechtschreibprüfung in verschiedenen Sprachen, darunter auch Deutsch, steht zur Verfügung.

Overleaf ermöglicht bereits ab der kostenlosen Version die gemeinsame Arbeit an Projekten. Dabei ordnet die Plattform jedem Projekt drei Links zu. Einer ermöglicht den Zugriff zum Bearbeiten, ein zweiter nur den Lesezugriff. Über den dritten, einen Git-Link, laden Sie bei Bedarf die Projektdaten von Overleaf herunter oder synchronisieren lokale Änderungen an Ihrem Projekt auf den Server (siehe Kasten “Dateien abgleichen per Git”). Der Nachteil dieser Vorgehensweise: Jeder, der den Link kennt, kann auf Ihr Projekt zugreifen. Geschützte Projekte – also solche ohne diese Links – bleiben den kostenpflichtigen Preismodellen vorbehalten.

Dateien abgleichen per Git

Ein Git-Link zu jedem Overleaf-Projekt ermöglicht es, das Projekt per Git [9] zwischen dem Server und einem lokalen Computer abzugleichen und so auch offline an einem Projekt zu arbeiten. Dazu erstellen oder öffnen Sie ein Projekt und klicken in der Kopfleiste auf die Schaltfläche Share. Es erscheint ein Dialog, in dem Sie unter Clone With Git den Git-Link zu Ihrem Projekt finden. Nun legen Sie mit dem Befehl mkdir ein lokales Verzeichnis für das Projekt an, laden mittels git clone Projekt-Git-Link das Projekt vom Server in dieses Verzeichnis herunter. Nach lokalen Änderungen an den Dateien bereiten Sie diese mit dem Befehl git commit -am "Änderung" für den Transfer auf den Server vor und laden sie mit git push hoch. Haben Sie lokal eine neue Datei angelegt, die auf dem Server noch nicht existiert, fügen Sie diese mit git add Datei hinzu. Änderungen an den Dateien auf dem Server laden Sie mit git pull ins lokale Verzeichnis herunter. Statt der Kommandozeilenbefehle nutzen Sie alternativ eine grafische Benutzeroberfläche für Git [10].

Fazit

Sowohl LaTeX-Gelegenheitsnutzer als auch LaTeX-Profis finden unter den verschiedenen verfügbaren LaTeX-Online-Editoren, was sie brauchen. Wer seine Dokumente üblicherweise mit einem Office-Programm erstellt, braucht dank Online-Formeleditoren nicht auf den herausragenden Formelsatz von LaTeX zu verzichten. Wer keine LaTeX-Installation zur Hand hat, kann trotzdem über LaTeX-Online-Editoren einfache LaTeX-Dokumente verarbeiten. Wer regelmäßig mit LaTeX arbeitet, nutzt Plattformen mit einer Vielzahl von Vorlagen sowie integriertem Online-Speicherplatz, der den Zugriff von überall her und sogar die gemeinsame Arbeit an einem Projekt ermöglicht. 

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