Exotische Dateimanager unter Linux

Aus LinuxUser 07/2016

Exotische Dateimanager unter Linux

© Alexandr Shirokov, 123RF

Alles in Ordnung

Die Arbeit mit Dateien und Ordnern gehört zu den Alltagsaufgaben am Computer. Wir stellen vier weniger bekannte Dateimanager vor, die den Umgang mit den Inhalten des Massenspeichers deutlich vereinfachen.

Unter Linux bringt fast jede Desktop-Oberfläche ihren eigenen Dateimanager mit. Doch nicht nur die Platzhirsche Dolphin, Nautilus, Thunar, PcmanFM und Nemo machen die Inhalte des Massenspeichers in übersichtlicher Form zugänglich: Auch abseits des Mainstreams gibt es unter Linux viele kleinere und meist weniger bekannte Dateiverwaltungswerkzeuge, die häufig spezielle Zielgruppen ansprechen und daher Sonderfunktionen aufweisen, die den Boliden fehlt.

XFE: Für Oldies

Speziell für betagtere Rechner, deren Leistung für aktuelle Desktops nicht mehr ausreicht, eignet sich der X File Explorer oder kurz XFE vorzüglich. Dieser Oldie wird seit 2002 kontinuierlich weiterentwickelt. Anders als viele andere schlanke Dateimanager bringt XFE eine ansprechende grafische Oberfläche mit. Die meisten gängigen Distributionen stellen die Software in ihren Repositories zur Installation bereit, von wo aus Sie diese bequem über Synaptic, Apper oder YaST auf dem System einrichten.

Sollten Sie eine Distribution nutzen, in deren Repositories noch nicht die aktuelle Version 1.41 bereitsteht, so erhalten Sie den Quellcode zum Selbstkompilieren (ebenso wie vorbereitete Pakete für einige Distributionen) auch auf der Projektseite [1]. Da XFE auf dem FOX-Toolkit basiert, arbeitet er bei geringem Ressourcenbedarf sehr schnell, weist keine weiteren Abhängigkeiten auf und bleibt damit zu allen gängigen Oberflächen kompatibel.

Optisch erinnert XFE stark an ältere Dateimanager unter Microsoft-Betriebssystemen, ohne sich freilich funktionell an deren eingeschränkten Möglichkeiten zu orientieren: Links finden Sie in einer Baumansicht die Ordnerhierarchie des Massenspeichers, rechts im größeren Bereich die Dateien der einzelnen aktiven Ordnerebenen. Über den Anzeigebereichen befindet sich horizontal eine Adress-, eine Schalter- sowie eine Menüleiste (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit dem links eingeblendeten Verzeichnisbaum orientiert sich XFE an der klassischen Fensteraufteilung älterer Dateimanager unter Windows.

Abbildung 1: Mit dem links eingeblendeten Verzeichnisbaum orientiert sich XFE an der klassischen Fensteraufteilung älterer Dateimanager unter Windows.

Zunächst empfiehlt es sich, die Software im Menü Bearbeiten | Einstellungen an die eigenen Wünsche anzupassen. Hier werfen Sie am besten einen Blick in die Liste der externen Programme zum Betrachten und Ändern von Dateien. Hier finden sich teils Applikationen, die nicht jede Distribution von Haus aus an Bord hat.

Als eigene Viewer bringt XFE mit XFW und XFI zwei Anzeigeprogramme für Texte und Bilddateien mit, wobei XFW auch das Editieren erlaubt. Hinzu kommt der Archivmanager XFP, der die Inhalte gepackter Dateien anzeigt. Für alle anderen Aufgaben greift XFE auf Standardprogramme aus dem Linux-Fundus zurück (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im Optionsmenü legen Sie fest, welche Software welche Dateitypen öffnet.

Abbildung 2: Im Optionsmenü legen Sie fest, welche Software welche Dateitypen öffnet.

Der Dateimanager erlaubt es auch, die Bedienoberfläche anzupassen und Anzeigeoptionen festzulegen. Setzen Sie beispielsweise im Menü Bedienfeld ein Häkchen vor dem Eintrag Versteckte Dateien, zeigt er die normalerweise unsichtbaren Dateien und Verzeichnisse an. Erscheint Ihnen die Oberfläche zu überladen, dann schalten Sie einzelne Elemente durch Entfernen des Hakens vor der jeweiligen Option im Menü Betrachten ab.

Alle Modifikationen übernimmt die Software in Echtzeit, umständliche Neuaufrufe fallen damit weg. Auf dieselbe Weise ändern Sie auch die Listenansichten, was beispielsweise einen Zwei-Fenster-Betrieb wie mit dem Midnight Commander ermöglicht. Je nach gewählter Ansicht modifiziert das Programm automatisch die Menüzeile und passt damit stets alle Funktionen kontextsensitiv an.

Tastaturgesteuert

XFE beherrscht zudem Drag & Drop, sowohl innerhalb des Dateimanagers als auch mit der jeweiligen Arbeitsumgebung. So fügt sich der schlanke Dateimanager funktionell gut in die unterschiedlichen Oberflächen ein.

Insbesondere geübte Anwender bevorzugen bei der Arbeit mit Dateien und Ordnern den zeitsparenden Einsatz von Tastenkombinationen. Auch XFE lässt sich mit Tastenkürzeln bedienen, die Sie optional an Ihre Wünsche anpassen. Dazu steht im Menü Bearbeiten | Einstellung | Tastenbelegung ein Dialog mit zahlreichen vordefinierten Shortcuts bereit. Indem Sie auf die Schaltfläche Tastenbelegung ändern… klicken, öffnen Sie die Liste vordefinierter Kürzel und modifizieren diese anschließend bequem. Dabei berücksichtigt XFE auch die Hilfsprogramme in eigenen Reitern (Abbildung 3).

Abbildung 3: Zahlreiche Shortcuts erlauben es, XFE fast komplett über die Tastatur zu steuern.

Abbildung 3: Zahlreiche Shortcuts erlauben es, XFE fast komplett über die Tastatur zu steuern.

Archive

XFE liest und entpackt darüber hinaus auch Archive, wobei er auf eine externe Software zurückgreift. Als voreingestelltes Archivierungswerkzeug dient Xarchiver, das jedoch bei voluminösen Desktop-Oberflächen wie KDE in der Regel fehlt – dort verrichten desktopspezifische Tools ihren Dienst.

Daher fragt die entsprechende XFE-Routine in einem kleinen Fenster nach dem zu nutzenden Werkzeug, sobald Sie auf ein Archiv klicken. Sie können anschließend in der entsprechenden Eingabezeile den Startbefehl des gewünschten Packprogramms eingeben. Damit legen Sie das entsprechende Tool für die Zukunft als aufzurufendes Werkzeug für die Arbeit mit Archiven des fraglichen Formats fest. Zusätzlich können Sie diese Software auch im Einstellungsmenü als generell zu nutzendes Archivierungstool eintragen.

Sunflower: Der Klon

Ähnlich wie XFE eignet sich Sunflower aufgrund seines schlanken Designs auch bestens für ältere Hardware, ohne dabei altbacken zu wirken. Die grafische Oberfläche orientiert sich funktionell und vom Fensteraufbau her jedoch am altbekannten Norton Commander aus DOS-Zeiten. Sie erhalten die aktuelle Version 0.3 der Software auf der Projektseite [2], Leser der DVD-Ausgabe finden Sunflower darüber hinaus auf den Heft-Medien.

Lediglich Fedora und OpenMandriva führen Sunflower bereits in den Repositories. Da das Sunflower-Projekt für außergewöhnlich viele Linux-Distributionen jeweils die neueste Variante des Dateimanagers in Form von Binärpaketen vorhält, empfiehlt sich die Installation von der Projektseite.

Nach einem rasanten Start erscheint eine noch nicht komplett deutsche lokalisierte Zwei-Fenster-Oberfläche, ergänzt um eine Menüleiste am oberen und eine Eingabezeile am unteren Bildschirmrand. Eine Schalterleiste wie in XFE gibt es nicht, auch die vom Norton oder Midnight Commander her bekannte Anzeige vordefinierter Funktionstasten fehlt.

Dafür erlaubt es die Reiterstruktur der Software, mehrere Fenster simultan zu öffnen und sogar innerhalb der Hierarchie zu verschieben. So aktivieren Sie wahlweise im linken oder rechten Anzeigebereich durch einen Klick auf das Prompt-Symbol ein Terminal, das in einem eigenen Reiter erscheint. Über [Tab] wechseln Sie schnell zwischen den beiden Anzeigebereichen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Ein Klick auf das Prompt-Icon genügt, um ein Terminal im aktuellen Verzeichnis zu öffnen.

Abbildung 4: Ein Klick auf das Prompt-Icon genügt, um ein Terminal im aktuellen Verzeichnis zu öffnen.

Die Bedienung von Sunflower fällt etwas weniger konsistent aus als bei XFE, einige Funktionen müssen Sie über einen entsprechenden Dialog erst einmal freischalten. Über Edit | Einstellungen erreichen Sie die übersichtlich in Gruppen unterteilten Optionen. Die wichtigsten finden Sie in der Gruppe Dateiliste (Hidden files | Versteckte Dateien anzeigen), in der Gruppe Plugins sowie in den Einträgen Archive Support, Basic rename options und Basic find file options.

Diese beeinflussen direkt die Bearbeitungsmöglichkeiten der einzelnen Dateien und Ordner. Sunflower greift genau wie XFE für viele Bearbeitungsfunktionen auf Drittprogramme zurück. Daher sollten Sie in der Gruppe Ansehen & Bearbeiten des Einstellungsdialogs im Segment Bearbeiten im Auswahlfeld für Textdateien einen entsprechenden leistungsfähigen Editor wählen. Hier dürfen Sie auch auch LibreOffice als Standard-Editor einbinden. Das lohnt sich insbesondere dann, wenn Sie oft Dateien im ODF-Format ansehen und bearbeiten (Abbildung 5).

Abbildung 5: Auch Sunflower bietet viele Optionen, um den Dateimanager flexibel an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Abbildung 5: Auch Sunflower bietet viele Optionen, um den Dateimanager flexibel an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Das dateibezogene Kontextmenü, das Sie über einen Rechtsklick auf die jeweilige Datei erreichen, ergänzt Sunflower je nach den freigeschalteten Optionen. Die Anzeige der Ordner- und Dateihierarchien im Hauptfenster modifiziert das Tool allerdings erst nach dem Drücken von Speichern im Einstellungsdialog.

Vifm: Der Spartanische

Mit Vifm [3] geht ein weiterer, zielgruppenorientierter Dateimanager ins Rennen um die Gunst der Anwender. Wie der ungewöhnliche Name bereits vermuten lässt, richtet sich das Programm an Nutzer, die häufig mit dem Editor-Urgestein Vi oder dessen etwas komfortablerem Pendant Vim arbeiten. Dementsprechend kommt Vifm als höchst spartanisch wirkendes Werkzeug mit Ncurses-Oberfläche daher, das Sie wie den Editor im Terminal starten. Er beherrscht ähnliche Tastaturkürzel wie der Editor und erlaubt daher ein sehr schnelles Navigieren auch in großen Datenbeständen.

Vifm finden Sie in den Software-Repositories nahezu aller gängigen Distributionen. Darüber hinaus stellt das Projekt den unter der GPLv2 lizenzierten Dateimanager auf seiner Webseite sowohl als Quellcode als auch in Form vorbereiteter Binärpakete für verschiedene Distributionen zum Download bereit. Das kleine Tool starten Sie anschließend über das Terminal, ein Starter im Anwendungsmenü legt das Setup nicht an.

Vifm arbeitet ebenfalls im Zwei-Fenster-Modus und lässt sich ausschließlich mit der Tastatur steuern (Abbildung 6). Für Einsteiger, die sich mit der Bedienung und Konfiguration des Vi-Editors noch nicht so gut auskennen, bietet Vifm eine recht ausführliche Dokumentation in englischer Sprache [4] an. Hier finden Sie auch eine Anleitung zu allen Tastaturkürzeln.

Abbildung 6: Der konsolenbasierte Vifm wirkt optisch spartanisch, lässt sich jedoch über die Tastatur effizient nutzen.

Abbildung 6: Der konsolenbasierte Vifm wirkt optisch spartanisch, lässt sich jedoch über die Tastatur effizient nutzen.

Der Dateimanager bietet neben den gängigen Funktionen auch die Option, mehrere Dateien in nur einem Schritt umzubenennen. Tastaturkürzel lassen sich frei definieren. Eine Undo/Redo-Funktion erlaubt, versehentlich ausgeführte Kommandos rückgängig zu machen oder im Wiederholungsfall per Redo erneut auszuführen. Mittels externer Programme gestattet es der Dateimanager auch, Dateien verschiedener Formate zu betrachten, ohne dafür in die jeweilige Applikation wechseln zu müssen.

Ähnlich wie die grafischen Dateiverwalter lässt sich Vifm problemlos an Ihre Bedürfnisse anpassen: So nutzen Sie das Programm beispielsweise auch nur im Ein-Fenster-Betrieb. Zusätzlich stellen Sie die einzelnen Anzeigespalten nach Ihren Wünschen ein, ebenso die Farben im Rahmen der Ncurses-Oberfläche. Umfangreiche Such -und Filteroptionen runden das Angebot ab.

Um auch in sehr großen Dateibeständen effizient zu navigieren, bietet Vifm eine Lesezeichen-Funktion, mit deren Hilfe Sie in verschachtelten Ordnerhierarchien entsprechend markierte Dateien schnell anspringen. Zu guter Letzt ermöglicht es eine Kommandozeilen-Option, aus dem Dateimanager heraus Shell-Befehle auszuführen. Damit entfällt in vielen Fällen der Wechsel in einen zweiten Terminal-Reiter.

Der doppelte Commander

Der aus Russland stammende, unter der GPLv2 lizenzierte Double Commander [5] zeigt eine Funktionsvielfalt ohnegleichen. Das in Object Pascal geschriebene Programm gibt es in 32- und 64-Bit-Varianten sowie in unterschiedlichen Paketen für GTK2- und Qt4-basierte Oberflächen. Zusätzlich handelt es sich um eine Cross-Plattform-Anwendung, die auch unter diversen BSD-Derivaten startet.

Das seit 2007 entwickelt Programm findet sich in den Repositories aller gängigen Distributionen. Bevorzugen Sie jedoch die aktuellste Version, so erhalten Sie diese in Binärform für verschiedene Distributionen auf der Projekt-Website. Hier stehen auch portable Binaries für Distributionen, die weder RPM noch DEB unterstützen.

Da die Installationsroutine in einigen Fällen keine Starter in den Menüs anlegt, rufen Sie nach der Installation die Software am besten über den Befehl ./doublecmd im Terminal auf. Verwenden Sie die portable Version, aktivieren Sie das Programm via ./doublecmd.sh. Der sehr zügig arbeitende Dateimanager startet, wie die meisten Programme zur Dateiverwaltung, mit einem Zwei-Panel-Fenster, das jedoch durch eine sehr hohe Zahl von Bedienelementen aus dem Rahmen fällt (Abbildung 7).

Abbildung 7: Der aus Russland stammende Double Commander bietet eine sehr umfangreiche Bedienoberfläche.

Abbildung 7: Der aus Russland stammende Double Commander bietet eine sehr umfangreiche Bedienoberfläche.

So finden sich neben der obligatorischen Menüleiste auch eine Schalterleiste für die Schnellwahl wichtiger Funktionen sowie eine Leiste zur Anzeige der im System befindlichen Laufwerke. So wechseln Sie per Mausklick von einem Laufwerk zum nächsten. Da der Double Commander auch mit per SMB/CIFS und FTP eingebundenen Netzlaufwerken zurechtkommt, erscheinen diese ebenfalls in der Ansicht. In einer weiteren Zeile oberhalb der Listenansicht erscheint das jeweils aktive Laufwerk.

Am rechten Rand des Panels finden Sie einige Schalter zum schnellen Wechsel der Ansicht. Am unteren Rand des Programmfensters gibt es eine Leiste mit den Belegungen der wichtigsten Funktionstasten, die Sie per Mausklick oder per Tastaturbefehl aufrufen.

Über das Menü Zeigen | Baumansicht-Panel schalten Sie eine Baumansicht hinzu, die der Double Commander links im Programmfenster bei gleichzeitiger symmetrischer Verkleinerung der beiden Haupt-Panels einblendet. Damit beschleunigen Sie die Navigation in umfangreichen Ordnerhierarchien deutlich.

Das Programm zeigt zudem in der Listenansicht der Massenspeicherinhalte durch verschiedene Farbgebungen die Rechtezuordnung jeder Datei an, sodass die beiden Panels zuweilen sehr farbenfroh erscheinen. Selbstverständlich unterstützt auch der Double Commander Reiter sowie ein per Rechtsklick aufrufbares Kontextmenü zu jeder Datei mit den wichtigsten Bearbeitungsfunktionen.

Viewer und Player

Für die Anzeige von Dateiinhalten nutzt die Software Drittprogramme, wie unter KDE beispielsweise Kate, Gwenview und Okular. Daneben verfügt der Double Commander auch über eigene Viewer und Editoren, die Sie mithilfe der Funktionstasten aktivieren: [F4] startet einen sehr einfach gehaltenen, integrierten Texteditor, [F3] einen Viewer, der auch Hex- und Binärdateien anzeigt.

Darüber hinaus kennt der Double Commander diverse Archivformate, darunter ZIP, TAR, GZ, LZMA, RAR-Archive sowie DEB und RPM. Sogar das Synchronisieren von Verzeichnissen bietet die Software an, sodass Sie für einfachere Aufgaben kein externes Programm zum Datenabgleich mehr benötigen. Eine Batch-Option rundet den Funktionsumfang ab und ermöglicht ein schnelles Umbenennen mehrerer Dateien in einem Durchgang. Zur schnellen Navigation in umfangreichen Datenbeständen erlaubt die Software das Anlegen von Lesezeichen, die ein schnelles Auffinden der gesuchten Inhalte ermöglichen.

Konfiguration

Aufgrund der vielfältigen Funktionen des Double Commander empfiehlt sich auf jeden Fall eine sorgfältige Konfiguration der Software. Sie erreichen das noch nicht vollständig deutsche lokalisierte Konfigurationsfenster über das Menü Konfigurieren | Options….

Hier finden Sie im linken Bereich einen in Gruppen unterteilten Konfigurationsbaum, während im rechten Fenstersegment kontextsensitiv die dazugehörigen Einstelloptionen erscheinen. Darin geben Sie unter anderem Anzeigefunktionen und Drittprogramme vor, definieren oder modifizieren Tastenkürzel, ändern das Erscheinungsbild der Software oder fügen der Buttonleiste neue Funktionsknöpfe hin (Abbildung 8).

Abbildung 8: An Einstelloptionen mangelt es dem Double Commander nicht gerade.

Abbildung 8: An Einstelloptionen mangelt es dem Double Commander nicht gerade.

Unter Windows hat sich der proprietäre, kostenpflichtige Total Commander als Allround-Dateiverwalter eine große Fangemeinde erworben. Dessen zahlreiche Erweiterungen eignen sich in einigen Formaten auch für den Double Commander und stehen auf der entsprechenden Plugin-Seite zum Download bereit [6]. Sie bereiten den Dateimanager auch auf Aufgaben jenseits des reinen Dateiverwaltung vor.

Fazit

Wohl kaum ein anderes Betriebssystem wartet mit derart vielen Programmen zum Dateimanagement auf wie Linux – entsprechend schwer fällt die Wahl. Ressourcenschonende Exemplare wie XFE und Sunflower eignen sich unabhängig von der verwendeten Desktop-Umgebung sehr gut für den Einsatz auf älterer Hardware. An Vifm dagegen dürften wohl nur Anwender Gefallen finden, die bereits den Texteditor Vi(m) kennen – wer auf Maussteuerung und grafische Oberfläche nicht verzichten möchte, sollte sich anderweitig umsehen. Wünschen Sie sich allerdings ein Multitalent, das auch Synchronisationsaufgaben beherrscht und Netzlaufwerke einbindet, dann greifen Sie am besten zum Double Commander. 

Infos

[1] XFE: http://roland65.free.fr/xfe/index.php?page=home

[2] Sunflower:: http://sunflower-fm.org

[3] Vifm: https://vifm.info

[4] Vifm-Dokumentation: https://vifm.info/manual.shtml

[5] Double Commander: http://doublecmd.sourceforge.net

[6] Total-Commander-Plugins: http://www.ghisler.com/dplugins.htm

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