Vektorillustrationen bieten gegenüber Pixelgrafiken den großen Vorteil, dass sie sich in jeder beliebigen Größe anzeigen und ausdrucken lassen. Mit Inkscape gestalten auch Sie im Handumdrehen Vektorzeichnungen, die sich sehen lassen können.
Vielleicht haben Sie schon einmal ein zuvor mit der Digitalkamera gemachtes, auf den ersten Blick gestochen scharfes Foto als Poster ausdrucken lassen – und waren davon enttäuscht, weil es an manchen Stellen verschwommen und “matschig” wirkte. Dann sind Sie über ein grundlegendes Problem der digitalen Grafikbearbeitung gestolpert: Pixelgrafiken lassen sich quasi beliebig verkleinern, aber nur bis zu einem bestimmten Grad vergrößern: Wo beim ursprünglichen Foto kein Material mehr vorhanden ist, muss Software ans Werk, die Pixel zum Foto “hinzurechnet”. Das funktioniert aber nur begrenzt und das Ergebnis kann es praktisch nie mit dem Originalfoto aufnehmen.
Digitale Fotos und Grafiken entstehen nicht nur in einer bestimmten Auflösung, obendrein kommt auch die Punktdichte zum Tragen, die man in “Dots per Inch” (DPI) angibt. Sie gibt an, wie viele Farbpunkte (“Dots”) pro Zoll vorhanden sind. Je höher die DPI-Zahl, desto feiner und schärfer wirkt eine Grafik. Die Kombination der beiden Faktoren Auflösung und Punktdichte bestimmt den Rahmen, in dessen Grenzen sich eine Bilddatei skalieren lässt. Je höher Auflösung und DPI-Zahl ausfallen, desto weniger muss ein Grafikprogramm beim Hochrechnen “dazuerfinden” und umso mehr kann man die Grafik skalieren. Für hochwertigen Druck beispielsweise gelten 300 DPI als Grundvoraussetzung.
Bei Digitalfotos entschärfen heute immer höhere Auflösungen das Problem, für digitale Grafiken gilt es jedoch nach wie vor. Denken Sie etwa an eine Präsentation, die auf einem aktuellen Beamer mit 720p- oder 1080p-Auflösung laufen soll: Fotos, die Sie dort einbauen wollen, müssen mindestens Full-HD-Auflösung bieten. Gleiches gilt für Grafiken, sonst bekommen Sie nur “Pixelbrei” zu sehen. Das Problem lässt sich allerdings lösen: durch Vektorgrafiken.
Grafik als Formel
Vektorgrafiken funktionieren fundamental anders als Pixelgrafiken: Eine Vektorgrafik beschreibt quasi den Aufbau des Bilds und das Verhältnis der einzelnen Bildelemente zueinander. So könnte eine Anweisung einer Vektorgrafik etwa lauten, dass ein schwarzer Strich am unteren Rand der Grafik die gesamte Breite einnimmt. Beim Darstellen der Grafik interpretiert das Anzeigeprogramm diese Information und stellt dann die Linie entsprechend dar. Damit sieht der Strich stets ordentlich und gestochen scharf aus.
Weil eine Vektorgrafik alle Elemente auf diese Weise beschreibt und auch das Verhältnis von Objekten zueinander definiert, lässt sich über mathematische Formeln eine komplette Grafik darstellen. Die skaliert problemlos, egal, ob auf einem Smartphone-Bildschirm oder einer metergroßen Leinwand. Um selbst Vektorgrafiken zu erstellen, können Sie unter Linux das Programm Inkscape nutzen. Allerdings fällt der Einstieg in die recht komplexe Anwendung nicht ganz leicht. Im Folgenden führen wir Sie in einem Crashkurs durch die ersten Gehversuche mit Inkscape.
Aller Anfang …
Inkscape, das wie Firefox, Gimp oder LibreOffice als eines der Kronjuwelen der freien Software gilt, findet sich in den Repositories aller gängigen Distributionen. Falls es nicht ohnehin schon bei der Installation des Systems eingerichtet wurde, ziehen Sie es also gegebenenfalls bequem über das jeweilige Paketmanagementsystem nach; das entsprechende Paket heißt praktisch immer inkscape. Anschließend findet sich im Startmenü des jeweiligen Desktops ein Eintrag für das Vektorgrafikprogramm, über den Sie Inkscape auf den Bildschirm holen.
Die Oberfläche von Inkscape ähnelt auf den ersten Blick sehr jener von Pixelgrafikanwendungen wie Gimp. Tatsächlich erfüllen auch einige Werkzeuge in Inkscape sehr ähnliche Funktionen wie ihre Pendants in anderen Tools, doch lassen Sie sich davon nicht täuschen: Das Erstellen von Vektorgrafiken funktioniert ganz anders als die Arbeit mit Pixelbildern.
Den größten Teil des Inkscape-Fensters nimmt der Arbeitsbereich ein, dargestellt als weißes Blatt. Lineale an den Seiten erlauben, dessen Dimensionen zu erkennen. Oben finden sich neben einer klassischen Schnellstartleiste einige weitere Werkzeugleisten. Alle wichtigen Werkzeuge erreichen Sie über die Leiste am linken Fensterrand des Fensters, so auch das Pfad-Werkzeug und einige Helferlein, die vorgefertigte Formen in die Inkscape-Grafik zaubern. Die Arbeit mit Pfaden ist im Kontext von Vektorgrafiken elementar – nehmen Sie sich also Zeit, um das dahinterstehende Prinzip zu verstehen.
Splines sind alles
Vektorgrafiken bestehen im Wesentlichen aus sogenannten Splines – ein mathematischer Begriff, der im Deutschen etwas sperrig “Polynomzug” heißt. Ein Spline bezeichnet die kürzest mögliche Strecke zwischen zwei gedachten Punkten (“Knoten”) auf einer Fläche. Indem Sie viele Punkte auf einer Grafik verteilen und diese mit Splines verbinden, können Sie also bereits einfache Körper darstellen. Im Wesentlichen lässt sich so alles arrangieren, was eckige Kanten hat. Für das Darstellen von Rundungen greifen Vektorgrafiken auf “Tangenten” zurück. Eine Tangente ist in einer Vektorgrafik keine Gerade (ohne Enden), sondern eine Strecke (mit Enden). Die Länge eines Streckenabschnitts einer Tangente links und rechts von einem Knoten entscheidet darüber, wie stark die Krümmung des zugehörigen Splines ausfällt.
Lassen Sie uns diese graue Theorie mit einem simplen Experiment in die Praxis umsetzen: In der Werkzeugleiste links sehen Sie das sogenannte Bézier-Werkzeug, mit dem Sie gerade Linien und Kurven zeichnen – auf dem entsprechenden Schalter sehen Sie einen Stift mit einer geraden Linie darunter (das untere der beiden Bleistiftsymbole). Klicken Sie auf dem Blatt Papier an eine beliebige Stelle und fahren Sie mit dem Mauszeiger gerade nach unten, dann klicken Sie doppelt. Sie sehen jetzt eine schwarze Linie.
Bewegen Sie den Mauszeiger nun ein kleines Stück nach unten und ein großes Stück nach links. Erstellen Sie eine zweite Linie, diesmal allerdings in der Waagerechten. Klicken Sie nun mittig auf die erste Linie, bewegen Sie den Mauszeiger zum Mittelpunkt der zweiten Linie, und klicken Sie dort einzeln hin, halten Sie den Mauszeiger jedoch gedrückt. Ziehen Sie den Mauszeiger nun gerade nach links, stellen Sie fest, dass die vormals gerade Linie der Knoten nun “bauchig” wird (Abbildung 1). Wenn Sie diesen Vorgang nachvollziehen können, ist Ihnen der erste Meilenstein bei der Inkscape-Benutzung gelungen: Sie können im weiteren Verlauf beliebige Splines in das Bild einfügen und bearbeiten.

Abbildung 1: Die einfachste Übung in Inkscape hilft dabei, die Ideen hinter den Splines und Tangenten zu verstehen. Die blauen Linien sind die Tangenten.
Formen
Arbeiten Sie regelmäßig mit Vektorgrafiken, dann stellen Sie schnell fest, dass Formen sehr nützlich sind: Sie lassen sich häufig nutzen, um aus ihnen andere grafische Elemente herzuleiten. Inkscape bietet dazu neben Kreisen und Rechtecken auch einige Sonderfälle wie Sterne als Werkzeuge an, die so per Mausklick auf dem Dokument auftauchen. Danach wandeln Sie die Form in einen Pfad um (Pfad | Objekt in Pfad umwandeln) und bearbeiten nur noch die einzelnen Punkte der erzeugten Form, um deren Aussehen anzupassen. Zeichnen Sie zunächst einen Kreis mittels des Kreis-Werkzeugs. Indem Sie beim Ziehen des Kreises [Strg] gedrückt halten, sorgen Sie dafür, dass ein perfekter Kreis entsteht.
Mit dem Wissen über Splines können Sie sich nun auch vorstellen, wie Inkscape den Kreis intern umsetzt: Es nutzt dazu vier Splines, die es mittels Tangenten in eine kreisrunde Form mit vier Segmenten bringt. Um aus dem Kreis beispielsweise einen Apfel zu machen, ist das von großer Bedeutung. Im Augenblick können Sie nur das Verhältnis der Segmente zueinander verändern. Klicken Sie sie mit dem Auswahlwerkzeug (dem Pfeil) auf eines der Kreissegmente, halten die Maustaste gedrückt und ziehen den Zeiger dann nach außen von der Kreismitte weg, so entsteht eine “Beule”. Ein Apfel ist aber viel weniger gleichmäßig und hat viele kleine Dellen statt einiger großer.
Vereinfacht ausgedrückt müssen Sie deshalb im nächsten Schritt die schon vorhandenen Segmente weiter aufteilen. Je mehr einzelne Segmente Ihnen zur Verfügung stehen, desto genauer können Sie das Aussehen des Kreises bestimmen. Deswegen fügen Sie im nächsten Schritt dem vorhandenen Pfad (dem Kreis) mithilfe des Pfadwerkzeugs Punkte hinzu.
Die Kreissegmente aufteilen
Das Pfadwerkzeug – sie erkennen es an der Pfeilspitze, die auf einem Viereck liegt – finden Sie in der Werkzeugleiste links direkt unterhalb des Auswahlwerkzeugs. Aktivieren Sie es und klicken Sie auf den Kreis. An den vier Verbindungsstellen der Kreissegmente sehen Sie nun kleine Vierecke. Wählen Sie ein einzelnes Segment aus, indem Sie auf die beiden Vierecke klicken, die es eingrenzen.
Beim Aktivieren des Pfad-Werkzeugs ist direkt unterhalb der Schnellstartleiste oben eine Funktionsleiste für Pfade erschienen. Das Icon mit dem Plus-Zeichen ganz links in dieser Leiste fügt dem ausgewählten Segment einen Punkt hinzu, unterteilt das Segment also in zwei kleinere Segmente. Inkscape lässt diese sinnvollerweise ausgewählt, sodass Sie gleich mehrere Male so zu einer feineren Segment-Aufteilung gelangen. Außerdem können Sie auch mehrere Segmente des Kreises gleichzeitig auswählen, indem Sie auf die Vierecke verschiedener Segmente klicken und dabei die Umschalttaste gedrückt halten.
Es gibt keine Faustregel hinsichtlich der Frage, wie viele Punkte pro Segment sinnvoll sind. Je mehr Punkte Sie haben, desto filigraner können Sie an jenen Stellen arbeiten. Eine zu feine Aufteilung führt dazu, dass Sie sehr viele Punkte bearbeiten müssen, um sichtbare Effekte zu erzielen. Wenn Sie nämlich ein einzelnes Segment – also einen Spline – bearbeiten, bleiben davon alle anderen Splines unangetastet.
Splines bearbeiten
Jetzt geht es darum, durch das Bearbeiten der einzelnen Splines und das Hinzufügen neuer Tangenten eine natürliche Wölbung zu erreichen. Im Wesentlichen verschieben Sie also vorhandene Punkte so, dass sie eher der Form eines Apfels entsprechen, als es der Kreis im Augenblick tut. Dabei hilft, sich die Zeichnung oder das Foto eines Apfels als Vorlage zu organisieren: So können Sie sich stets am realen Objekt orientieren.
Dazu laden Sie ein entsprechendes Foto herunter und öffnen es in Inkscape; dann arbeiten Sie mit Ebenen: Klicken Sie auf Ebenen | Ebenen im Menü, um den Ebenen-Dialog zu öffnen, und fügen Sie durch Klick auf das grüne Plus eine neue Ebene hinzu. Beim geöffneten Foto stellen Sie sicher, dass das Bild auch ausgewählt ist, und kopieren es dann in die neu erstellte Ebene. Jetzt haben Sie neben der Arbeitsebene noch eine mit dem Apfelfoto (Abbildung 2). Über die Pfeiltasten im Ebenen-Dialog verschieben Sie das Foto unter die Arbeitsebene und können es nun “durchpausen” (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der Kreis sollte den Umfang des Apfels übertreffen: Verkleinern geht immer, vergrößern ist etwas schwieriger.
Falls Sie beim Bearbeiten der Apfelkonturen merken, dass sich ein einzelnes Segment nicht Ihren Wünschen anpassen lässt, fügen Sie ganz einfach weitere Segmenttrennungen hinzu. Dazu wählen Sie jeweils den linken und den rechten Punkt des zu teilenden Segments mit gedrückter Umschalttaste, um dann wie bereits beschrieben einen Punkt hinzuzufügen.
Bekanntlich hat ein Apfel neben dem Fruchtfleisch auch einen Stiel. Den gestalten Sie am einfachsten durch Zeichnen von Splines per Bézier-Werkzeug und das anschließende Biegen über Tangenten. Dazu fahren Sie mit dem Bézier-Werkzeug den Pfad für den Stiel entlang und setzen in regelmäßigen Abständen durch einen einfachen Klick einen Punkt auf dem Pfad. Indem Sie den letzten Klick wieder dort machen, wo schon das Viereck für den ersten Punkt liegt, erhalten Sie einen geschlossenen Pfad. Den erkennt Inkscape auch als solchen, was insbesondere für die Auswahl einer Füllfarbe später noch von Bedeutung ist.
Falls Sie die Punkte danach noch gerade biegen möchten, erledigen Sie das so wie zuvor beim Apfel – verschieben Sie die Punkte so, dass es passt, und arbeiten Sie mit Tangenten dort, wo es notwendig ist.
Mit Füllfarben arbeiten
Bis dato haben Sie in Inkscape lediglich die Konturen eines Objekts in die gewünschte Form gebracht, nun kommt Farbe ins Spiel: Vorhandene Pfade lassen sich mit Füllfarben versehen, wobei auch einige Effekte zur Verfügung stehen, die ein bisschen Pep in die Sache bringen.
Sie erreichen den Dialog für Füllfarben, indem Sie mit dem Pfad-Werkzeug einen Pfad auswählen und dann den Menüpunkt Füllung und Kontur auswählen. Im rechten Teil neben dem Arbeitsbereich erscheint dann ein zusätzlicher Dialog, in dem Sie die genannten Parameter nach Herzenslust bearbeiten. Eindrucksvoll ist beispielsweise ein radialer Farbverlauf – unser Apfel soll rot werden.
Wählen Sie bei den Füllfarben die Option Radialer Farbverlauf aus und stellen Sie, nachdem Sie auf “Bearbeiten” geklickt haben, als Farbmodell RGB ein. In das erste Zahlenfeld tippen Sie 255 für Rot ein, in die beiden darunter 0. Der vierte Balken beschreibt die Stärke des Farbverlaufs, die Sie erst einmal so belassen. Auf dem Apfel befindet sich das Highlight nun genau in der Mitte; direkt vom Mittelpunkt zweigen zwei Greiflinien ab, jeweils im 90-Grad-Winkel (Abbildung 4). Mit diesen legen Sie fest, wie lang der Farbschatten ausfällt. Indem Sie den Mittelpunkt des Farbeffekts verschieben, legen Sie den Akzent auf eine andere Stelle des Apfels. Für den Stiel wiederholen Sie dann exakt die gleiche Prozedur.

Abbildung 4: Hier deckt sich der Apfel bereits fast völlig mit dem Kreis, der darüberliegt. Die Vektor-Form ist also hergestellt.
Mit Text arbeiten
Inkscape kann in eine Vektorgrafik auch Text einbauen. Das Text-Werkzeug erkennen Sie am “T” in seinem Icon in der Werkzeugleiste. Dabei lassen sich vorhandene Pfade und Text auch kombinieren, etwa für ein Vereinslogo oder Wappen: Hier gibt es regelmäßig einen Ring, der das eigentliche Logo umfasst und in dem dann der Name der fraglichen Organisation steht. Die Erstellung eines solchen Logos ist eine äußerst hilfreiche Fingerübung – öffnen Sie also ein neues Dokument in Inkscape, wobei Sie bitte den zuvor geschaffenen Apfel noch nicht entsorgen.
Im neuen Dokument beginnen Sie wie zuvor mit einem Kreis. Legen Sie in dessen Fülleigenschaften gleich fest, dass er keine Füllfarbe besitzt, aber eine schwarze Kontur aufweist. Kopieren Sie das so angelegte Objekt und fügen Sie es nochmals in das Dokument ein. Legen Sie die beiden Kreise mit dem Greifwerkzeug so übereinander, dass sie deckungsgleich liegen. Klicken Sie danach auf Objekt | Objekt transformieren und dann auf Maßstab. Bei Breite und Höhe geben Sie jeweils 80 ein, was 80 Prozent entspricht. Setzen Sie zudem bei Proportional skalieren ein Häkchen. Nun sehen Sie zwei Ringe, den großen und den gerade verkleinerten. Wählen Sie beide aus und wandeln Sie sie in Pfade um.
Nun aktivieren Sie das Text-Werkzeug und schreiben den Text in das fiktive Logo – etwa einen Werbeslogan aus Ihrer Heimatregion. Nun wählen Sie mit dem Greifwerkzeug sowohl den Text als auch den inneren, kleinen Kreis gleichzeitig aus. Schließlich klicken Sie auf Text | Text an Pfad ausrichten in der Dateimenü-Leiste. Daraufhin richtet sich der Text am inneren der beiden Kreise aus. Vermutlich hat er noch nicht die Position, in der Sie ihn sehen möchten – das korrigieren Sie durch eine weitere Transformation, wobei Sie dann die Schaltfläche Drehen verwenden (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die typische Umrandung für ein Symbol oder ein Emblem erstellen Sie, indem Sie Text am inneren Kreis ausrichten.
Schließlich kopieren Sie den zuvor erstellten Apfel in das Emblem. Das entstandene Symbol ist zu 100 Prozent vektorisiert und ließe sich auf einem A4-Blatt genauso scharf ausdrucken wie auf eine riesige Leinwand projizieren (Abbildung 6).

Abbildung 6: Das erstellte Logo lässt sich nahtlos skalieren, vom Handy-Bildschirm bis zur Leinwand.
Grafik exportieren
Jetzt steht das Speichern der Datei auf dem Plan. Herkömmliche Grafikformate wie JPG, PNG oder GIF sind pixelbasiert und unterstützen keine Vektoren. Daneben existieren aber auch Vektorformate, sodass Sie die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten haben. Beim verbreitetsten Vektorformat SVG – das Kürzel steht für Scalable Vector Graphics – handelt es sich um einen offenen Standard, den alle wichtigen Programme beherrschen. Klicken Sie also auf Datei | Speichern unter und geben Sie einen Dateinamen an; Inkscape stellt SVG bereits als Standard-Speicherformat ein.
Für das Weiterverarbeiten in Programmen, die SVG nicht unterstützen, weichen Sie auf PDF, Postscript (PS) oder Encapsulated Postscript (EPS) aus (Abbildung 7). Alle drei unterstützen Vektorskalierung und viele Drucker beherrschen PS und EPS nativ, sodass Sie diesen Druckern entsprechende Dateien einfach direkt zuschicken können. Auch wenn Sie Unterlagen für eine Druckerei herstellen, sind PDF oder EPS vermutlich die besseren Varianten.

Abbildung 7: Beim Abspeichern des Bilds in Inkscape gilt es, auf das richtige Format zu achten. Für den Druckbetrieb empfiehlt sich in der Regel EPS.
Ausblick
Diese Einleitung zu Inkscape bleibt beim absoluten Minimum dessen, was das Programm tatsächlich beherrscht: Sie will viel mehr Denkanstöße bieten als ein umfassendes Howto. Nach der Lektüre dieses Artikels beherrschen Sie den Umgang mit den elementarsten Funktionen. Wenn Ihnen Inkscape gefällt und Sie auch in Zukunft mit dem Programm arbeiten möchten, finden Sie im Netz gleich mehrere entsprechende Anleitungen und Erläuterungen. Sollten Sie zu einem Inkscape-Problem später Fragen haben, empfiehlt sich das Anmelden im Inkscape-Forum unter http://www.inkscape-forum.de: Dort diskutieren Kenner der Materie in deutscher Sprache über verschiedene Fragestellungen rund um die Anwendung. Aber auch wer neu in Inkscape ist, darf hier durchaus Fragen stellen.






