01/2015

Aus LinuxUser 01/2015

01/2015

Neues auf den Heft-DVDs

Rolling-Release-Debian Siduction 14.1.0

Siduction basiert auf dem “Unstable”-Zweig von Debian, den die Entwickler um einige nützliche Pakete, einen Installer und einen gepatchten Kernel in Version 3.17 ergänzten. Das die Distribution auf dem Rolling-Release-Prinzip beruht, bedarf es nach der Installation keiner Release-Upgrades mehr, da der Paketmanager das System stets auf dem neuesten Stand hält. Den grafischen Unterbau stellt ein modifizierter X-Server 1.16.1. Einer der größten Stärken der Distribution stellt das Einbeziehen und die rege Beteiligung der Endbenutzer an der Entwicklung des Betriebssystems dar. Sie finden die installierbare Live-Distribution auf Seite B der ersten Heft-DVD.

Türkischer Honig: Pisi Linux 1.1

Pisi Linux verwendet durchgängig aktuelle Komponenten und mit KDE 4.14.2 einen modernen Desktop. Darüber hinaus bringt es unter anderem den Linux-Kernel 3.17.1, die Glibc 2.20, die Binutils 2.24, die Coreutils 8.22, Qt 4.8.6, Mate 1.8.0, Firefox 32.0.3, LibreOffice 4.3.2, Gimp 2.8.10, Calligra 2.8.5 und Clementine 1.2.3 mit. Eine Besonderheit des Systems stellt das Software-Management dar: Als Paketmanager dient die Eigenentwicklung PiSi, die – samt grafischem Frontend – dem Fundus von Pardus entstammt. Ähnliches gilt für den Installer und die Konfigurationsroutine. Unter der Haube sticht besonders ins Auge, dass die türkische Distribution als Init-System nach wie vor SysVinit verwendet. Die 64-Bit-Variante der Distribution finden Sie auf Seite A der ersten Heft-DVD. Einen ausführliche Artikel zu Pisi Linux 1.1 lesen Sie ab Seite 66.

Next-Gen-Distribution GoboLinux 015

Nachdem die Distribution 2008 mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden war, präsentierten die Entwickler Mitte des Jahres überraschend GoboLinux 015. Bei der Paketverwaltung geht GoboLinux gänzlich neue Wege: Anders als alle anderen Distributionen sortiert es unter Missachtung des FHS alle Programme in einem jeweils eigenen Verzeichnis unter /Programs ein, statt sie, wie traditionell üblich, über das gesamte Dateisystem zu verteilen. Es gehört zum Konzept der Distribution, dass die Anwendungen unabhängig davon funktionieren, in welchem Verzeichnis sie sich befinden. Jedes Programm liegt in seinem eigenen Unterverzeichnis. Mehr über das Konzept von GoboLinux findet sich im Artikel über NextGen-Distributionen ab Seite 84. Die 32-Bit-Variante der installierbaren Live-Distribution finden Sie auf Seite B der ersten Heft-DVD, den 64-Bit-Ableger auf Seite A.

Eigenwilliger Newcomer NixOS 14.04

Ähnliche Wege wie GoboLinux beschreitet auch NixOS, das installierte Software an einem Ort unterhalb von /nix/store/ speichert. Als Grundlage dient der Linux-Kernel in Version 3.12, die Desktop-Verwaltung übernimmt KDE 4.12. Sämtliche Bestandteile des Systems, inklusive des Kernels, der Programme und Dienste erstellte das Projekt mit dem Nix Package Manager. Weitere Details zu dem innovativen System schildert der Artikel über NextGen-Distributionen ab Seite 84. Während Seite A der ersten Heft-DVD NixOS in der 64-Bit-Architektur vorhält, finden Sie auf der Rückseite die 32-Bit-Variante.

OpenSuse 13.2

Nach einer Verzögerung von vier Monaten entließ der Nürnberger Distributor OpenSuse seine jüngstes Gewächs in Version 13.2 in die Freiheit. Darin hoben die Entwickler praktisch alle verfügbaren Programme auf den derzeit aktuellsten Stand. So kommt das in der Grundeinstellung angewählte KDE in Version 4.14.2 auf die Platte; Nutzer von Gnome freuen sich über die Version 3.14. Den Unterbau stellt der Linux-Kernel *3.16.6, zusammen mit dem X-Server 1.16. Das neue Tool Snapper erlaubt es Ihnen, bestimmte Systemzustände festzuhalten und bei Bedarf wiederherzustellen. Weitere Neuerungen des aktuellen Releases beschreibt ein Artikel ab Seite 8. Auf DVD 2 finden Sie die Installationsvarianten in 32- und 64-Bit, DVD 1 enthält jeweils die Live-Versionen zum ausprobieren. 

Neue Programme

Anders als viele Anwender glauben, unterliegen auch optische Speichermedien einem Verschleiß. Mit Dvdisaster 0.7.2 beugen Sie mit überschaubaren Aufwand sicher und schnell Datenverlusten durch defekte CDs, DVDs oder Blu-Ray-Disks vor. -> S. 80

Batsh**0.6.0 schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: In dieser Sprache geschriebene Programme lassen sich sowohl in Bash-Skripte als auch in die unter Windows genutzten Batch-Dateien übersetzen. Beide sehen nicht nur unordentlich aus, sondern lassen sich auch nur knifflig schreiben – meint zumindest der Entwickler Carbo Kuo. Die von ihm selbst entwickelte Programmiersprache sorgt für Abhilfe und adressiert vor allem Anwendern, die Skripte für beide Betriebssystemwelten schreiben müssen. -> S. 74

Der E-Book-Editor Sigil 0.8.1 deckt vom Schreiben bis zum Validieren eines E-Books alle wichtigen Aspekte ab. Die trotz der ursprünglichen Ankündigung, das Programm einzustellen, überraschend veröffentlichte neue Version behebt eine Reihe von Problemen und bringt eine brandneue Plugin-Schnittstelle mit. -> S. 28

Der grafische Terminalemulator Lterm 1.3.0 war ursprünglich als reiner SSH-Client gedacht. Das Tool geht Ihnen bei der Verwaltung von Remote-Verbindungen mit Lesezeichen und Reitern zur Hand; mittlerweile unterstützt es neben SSH auch andere Protokolle. -> S. 6

Bei SQLite Studio 2.1.5 handelt es sich, wie der Name schon vermuten lässt, um eine grafische Benutzeroberfläche zum Verwalten von SQLite-Datenbanken. Das Tool basiert auf den Qt-Bibliotheken und ist auf allen wichtigen Betriebssystemplattformen verfügbar. -> S. 6

Bei TurboVNC 1.2.2 handelt es sich um eine auf Geschwindigkeit optimierte Variante des Remote-Desktop-Protokolls VNC. Das Programm basiert auf TightVNC und zeichnet sich unter anderem durch eine schnelle 3D-Darstellung und verschlüsselte Kommunikation aus. -> S. 6

Der Open-Source-FTP-Client FileZilla 3.9.0.6 überzeugt durch seinen Funktionsreichtum, den er in einer einfach gehaltenen grafischen Oberfläche integriert. Er unterstützt unter anderem FTP, FTPS und SFTP. In der aktuellen Version behoben die Entwickler in erster Linie einige Bugs. So deaktivierten sie beispielsweise die Unterstützung von SSL 3.0.

Handbrake**0.10.0 bringt Hunderte neuer Features mit, heißt es im Blog des Projekts. Unter anderem beherrscht die Software über den Open-Source-Encoder x265 nun auch H.265, das High Efficiency Video Coding Format (HEVC). An die Stelle von Theora (VP3) tritt Libvpx, das VP8 enkodiert und eine bessere Qualität bei geringen Dateigrößen erreicht. Der Libav-AAC-Encoder ersetzt aufgrund von GPL-Kompatibilitätsfragen die bislang genutzte Libfaac.

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