Hardware-Komponenten und Software-Parameter ermitteln

Aus LinuxUser 06/2014

Hardware-Komponenten und Software-Parameter ermitteln

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Auf einen Blick

Das Kommandozeilen-Tool Inxi liefert Information aus den Eingeweiden des Systems. Das ideale Werkzeug für alle, die Hardware und System ganz genau erforschen möchten.

Linux gibt Ihnen im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen einen detaillierten Einblick in die Hardware eines Systems. Um diese zu erforschen, stehen unterschiedliche Befehle für die Kommandozeile bereit sowie grafische Tools wie Hardinfo [1]. Deren genereller Nachteil: Sie teilen entweder nur Informationen über jeweils eine Komponente mit oder erfordern auf dem Desktop ein Klicken durch verschiedene Kategorien und Listen.

Möchten Sie dagegen schnell aussagekräftige Details über mehrere oder alle Komponenten der Hardware und über die Parameter für Software erfahren, lohnt es sich, dazu das kleine Tool Inxi zu installieren. Es findet sich in den Repositories nahezu aller großen Distributionen. Das macht die Installation leicht, meist genügt ein Mausklick.

Bringt die von Ihnen verwendete Distribution Inxi noch nicht in den Paketarchiven mit, finden Sie im Web ausführliche Hinweise zur Installation [2]. Nach der Installation rufen Sie es über inxi in der Kommandozeile auf. Da es im Userspace arbeitet, benötigen Sie dazu keine Root-Rechte.

Zu Befehl!

Inxi liefert sehr viele Informationen zum System. Um diese bei Bedarf einzugrenzen, gibt es eine entsprechend große Anzahl von Optionen. Die Parameter dienen dazu, Gruppen von Komponenten auszuwählen und Informationen zu filtern, damit die Anzeigen übersichtlich bleiben. Mit dem Befehl inxi -h erhalten Sie einen Überblick über alle Parameter (Abbildung 1).

Abbildung 1: Um Inxi korrekt zu bedienen, empfiehlt sich ein Blick auf die Liste der Parameter.

Abbildung 1: Um Inxi korrekt zu bedienen, empfiehlt sich ein Blick auf die Liste der Parameter.

TIPP

Um die lange Liste der Parameter seitenweise anzuzeigen und darin zu blättern, nutzen Sie die Befehlsfolge inxi -h | less in einem Terminal.

Die Syntax der Parameter folgt einem einfachen Schema: Großbuchstaben zeigen meist die wichtigsten Informationen zu einer Komponente an, während Kleinbuchstaben Details dazu auflisten. Da Sie die Parameter wahlfrei miteinander kombinieren dürfen, erhalten Sie im Bedarfsfall genau jene Informationen, die Sie benötigen.

Zudem liefern einige Parameter zusätzlich Benchmark-Ergebnisse, was einen direkten Vergleich der Geschwindigkeiten zwischen einzelnen Komponenten zulässt. Zu guter Letzt bietet Inxi speziell für Entwickler einige Parameter abseits des Schemas. Diese dienen primär zum Protokollieren von Ergebnissen und Konfigurationen.

Farbenfroh

Inxi gibt seine Ergebnisse stets zweifarbig aus. Insbesondere auf modernen Flachbildschirmen mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung, die dunkle Farbtöne oft eher blass darstellen, erschweren bestimmte Farbkombinationen die Lesbarkeit. Daher bietet das Programm den Parameter -c, gefolgt von einer Zahlenkombination, um die Farbschemata der Anzeige zu wechseln.

Allerdings schweigt sich die Hilfe darüber aus, welche Kombinationen die einzelnen Schemata ermöglichen, sodass als einziger Ausweg bleibt, alle auszuprobieren, um die optimale Anzeige zu finden. Die Zahlen dürfen dabei zwischen 0 und 32 liegen. Alternativ schauen Sie im Quellcode in die Variable A_COLOR_SCHEMES [3].

Geschwätzig

Ähnlich verhält es sich mit der Genauigkeit der von Inxi gelieferten Informationen. Hier gibt es neben der Möglichkeit, bestimmte Komponenten in die Liste einzuschließen, auch die Option, die Detailtiefe abzustufen. Dazu dient der Schalter -v, gefolgt von einer Zahl zwischen 0 und 7. Sie dürfen mehrere Zahlen hintereinander gemeinsam mit dem -v-Parameter nutzen, um zu möglichst vielen Komponenten Informationen einzufordern.

Auf diese Weise erhalten Sie zusätzlich Auskunft über Benchmarks, Treiber, ID-Nummern für unterschiedliche Chipsätze, Seriennummern für einige Komponenten, Daten zur Geometrie von Speichergeräten und Informationen zu einem vorhandenen optischen Laufwerk oder einem RAID-Verbund (Abbildung 2).

Abbildung 2: Inxi liefert eine Fülle von Informationen, die Sie aber bei Bedarf über Optionen auf die gewünschten Daten einschränken.

Abbildung 2: Inxi liefert eine Fülle von Informationen, die Sie aber bei Bedarf über Optionen auf die gewünschten Daten einschränken.

Grafisch

Neben der rein textbasierten Variante steht Inxi für einige Debian-Derivate auch in einer grafisch aufbereiteten Version bereit. Diese bündelt die am häufigsten genutzten Kriterien in einem sehr einfach gehaltenen Auswahlmenü und verzweigt nach Aufruf einer Option in ein Terminal, in dem die entsprechenden Ergebnisse wie in der Textversion erscheinen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die grafische Variante bleibt in Bezug auf die Fülle der Informationen hinter der Version für die Kommandozeile zurück.

Abbildung 3: Die grafische Variante bleibt in Bezug auf die Fülle der Informationen hinter der Version für die Kommandozeile zurück.

Die grafische Variante bietet dabei nicht annähernd so viele Optionen zum Filtern der Abfrage wie die Terminal-Version. Sie erspart Anwendern lediglich die Lektüre der Hilfe, um sich mit den Optionen vertraut zu machen. Das GUI-Inxi eignet sich daher insbesondere zum schnellen Ermitteln grundlegender Daten zur Hardware sowie zum Kernel und dessen Umgebung. Dank minimaler Ressourcenanforderungen klappt das aber auch auf Rechnern mit geringer Leistung.

Fazit

Inxi bewährt sich im praktischen Einsatz vor allem durch die Fülle an Informationen, die es schnell und zuverlässig liefert. Dabei agiert das kleine Tool weniger als Konkurrenz zu den herkömmlichen, grafisch aufbereiteten Tools, sondern eher als Sysadmin-Werkzeug zur Fehlersuche. Die Vielzahl verfügbarer Optionen verursacht allerdings einen gewissen Aufwand bei der Einarbeitung. 

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