Eigene mobile Cloud mit der Digitus DN-7025

Aus LinuxUser 05/2014

Eigene mobile Cloud mit der Digitus DN-7025

© ASSMANN Electronic GmbH

Mobile Wolke

Möchten Sie auch unterwegs und ohne Internetverbindung Daten zentral speichern, hilft die “Private Cloud” Digitus DN-7025 weiter: Damit bauen Sie im Nu einen eigenen mobilen Datenspeicher auf.

Sowohl kommerzielle Cloud-Dienste als auch privat installierte Datenspeicher haben einen signifikanten Nachteil: Ohne Internet lassen sie sich nicht erreichen. Abhilfe schafft der Lüdenscheider Hersteller Assmann mit seiner Private Cloud Digitus DN-7025 [1]. Das Gerät arbeitet als WLAN-Hotspot und bringt einen eigenen Akku mit, der es laut Herstellerangaben im Betrieb für etwa vier Stunden mit Strom versorgt. Das DN-7025 steht unter anderem bei Amazon zum Preis von derzeit 37 Euro zum Kauf bereit [2]. Ein Bezug direkt über den Hersteller selbst ist nicht möglich.

Los geht’s

Die Cloud für die Westentasche erreicht uns in einem unscheinbaren Karton, der neben dem eigentlichen Gerät nur noch ein USB-Kabel und eine mehrsprachige Kurzanleitung enthält. Das DN-7025 selbst erreicht kaum die Größe eines Taschenbuchs und besitzt auch nur wenige Anschlüsse: Neben einer herkömmlichen USB-Buchse und einem Mini-B-USB-Interface bringt es lediglich noch einen SD-Karten-Slot und einen Schalter zum Ein- und Ausschalten mit. Daneben signalisieren drei Leuchtdioden auf der Oberseite des Geräts den aktuellen Status.

Im Inneren des im typischen Apple-Design gehaltenen Gehäuses findet sich neben der Elektronik mit WLAN nach 802.11b/g/n-Standard auch ein Lithium-Ionen-Akku, der laut Hersteller eine Standby-Laufzeit von 25 Stunden erreicht. Im Betrieb mit einem Client soll der Akku immerhin vier Stunden lang Energie liefern. Das DN-7025 bringt selbst keinen Massenspeicher mit. Laut Hersteller eignet sich der SD-Card-Slot jedoch für handelsübliche Karten bis zu einer Kapazität von 128 GByte. Der USB-Anschluss unterstützt zudem Massenspeicher mit einer maximalen Kapazität von 2 TByte.

Nach dem Einschalten des Geräts leuchtet zunächst kurze Zeit die weiße Leuchtdiode, die den Betrieb anzeigt. Beginnt sie zu blinken, signalisiert das die Bereitschaft des Systems. Jetzt verbinden Sie Ihren Client mit dem WLAN-Netzwerk Digitus Private Cloud 92F mit dem Standard-Passwort 12345678. Um die nötigen Modifikationen an den Einstellungen vorzunehmen, wie beispielsweise das Setzen von Uhrzeit und Datum oder die Neuvergabe eines Passworts, rufen Sie in einem Webbrowser die IP-Adresse http://192.168.99.1 auf. Es erscheint ein unscheinbarer Startbildschirm, aus dem Sie beim ersten Start die Security Settings anwählen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Startbildschirm des Digitus-Gerätes beschränkt sich aufs Wesentliche.

Abbildung 1: Der Startbildschirm des Digitus-Gerätes beschränkt sich aufs Wesentliche.

Zur Anmeldung geben Sie als Benutzername und Passwort jeweils admin ein. Nun öffnet sich ein übersichtlich gestaltetes Verwaltungsfenster, in dem Sie über die Schaltfläche Admin Password die Zugangsdaten für den Administrator ändern (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Einstellungsdialog erlaubt es Ihnen, grundlegende Systemeigenschaften festzulegen.

Abbildung 2: Der Einstellungsdialog erlaubt es Ihnen, grundlegende Systemeigenschaften festzulegen.

Über die Schaltflächen Device Name und Security ändern Sie die SSID und den WPA2-Schlüssel für das drahtlose Netzwerk. Das DN-7025 gestattet hier nur rudimentäre Einstellungen und lässt veraltete Optionen, wie etwa die unsichere WEP-Verschlüsselung, nicht mehr zu. Mithilfe des Schalters Power Saving legen Sie das Intervall zum automatischen Abschalten der Digitus-Cloud nach einer Zeit der Nichtnutzung fest, wobei die GUI hier verschiedene Alternativen anbietet.

Brückenfunktion

Die Digitus DN-7025 bietet ab Werk nicht die Möglichkeit des Internetzugriffs über ein WAN-Interface. Für Abhilfe sorgt der Brückenmodus, in dem sich das Device mit einem WLAN verbindet und als Bindeglied für die angeschlossenen Clients arbeitet. Um diese Verbindung herzustellen, klicken Sie im Einstellungsmenü auf die Schaltfläche Internet Access. Die Routine verzweigt nun in ein Fenster, das alle gefundenen WLAN-Netze anzeigt. Sie verbinden sich komfortabel per Mausklick und Eingabe des WPA2-Schlüssels mit dem gewünschten Netz, wobei das System Sie nach Eingabe des Keys auffordert, 90 Sekunden zu warten, bis die Verbindung steht (Abbildung 3).

Abbildung 3: Im Bridge-Modus erlaubt die DN-7025 den angeschlossenen Clients den Zugriff aufs Internet.

Abbildung 3: Im Bridge-Modus erlaubt die DN-7025 den angeschlossenen Clients den Zugriff aufs Internet.

Interne WLAN-Verbindungen zwischen DSL-Router und Cloud sowie den Clients und der Cloud beherrscht das DN-7025 mit einer maximalen Geschwindigkeit von 150 Mbit/s – genug, um auch Multimedia-Dateien ausreichend schnell zu laden.

Interner Speicher

Das DN-7025 stellt ausschließlich Dateidienste bereit: Sonderfunktionen wie das Führen eines Kalenders oder eines Adressbuchs sieht es nicht vor. Nach dem Verbinden eines Datenträgers erscheint dessen Ordnerstruktur im Hauptfenster der Verwaltungsoberfläche. Über ein kleines Eingabefenster wählen Sie lokal gespeicherte Daten an und transferieren sie in den Cloud-Speicher. Multimediale Inhalte wie Audio- und Video-Dateien streamt das DN-7025 über das WLAN und gibt sie von einer lokal auf dem Endgerät installierten Applikation wieder. Diese Funktionen stehen maximal drei Endanwendern gleichzeitig zur Verfügung (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die externen Datenträger zeigt das Gerät als Ordner und Verzeichnisse an.

Abbildung 4: Die externen Datenträger zeigt das Gerät als Ordner und Verzeichnisse an.

Weltgewandt

Insbesondere unterwegs erweist sich das schnelle Synchronisieren von Dateien zwischen unterschiedlichen Geräten als sinnvoll. Das Digitus DN-7025 versteht sich deshalb nicht nur mit Linux-Systemen und Windows-Rechnern, sondern kooperiert auch mit Tablet-PCs und Smartphones mit iOS [3] und Android [4]. Diese bieten über Apps die gleiche Funktionen wie herkömmliche PC-Systeme.

Praxis

In der Praxis glänzt das DN-7025 durch flotte Übertragungsraten. Ein weiterer Pluspunkt: Der USB-2.0-Port erlaubt auch den Anschluss von Geräten mit hohem Energiebedarf. So arbeitete im Testbetrieb eine externe Festplatte des Typs WD MyPassport Studio mit 2 TByte Kapazität einwandfrei mit dem Digitus-Gerät zusammen. Allerdings verringert sich dann bei hoher Auslastung – etwa, wenn mehrere Clients ein großes Transfervolumen erzeugen – die Akkulaufzeit signifikant. Hier wäre der Einsatz eines stärkeren Stromspeichers wünschenswert.

Ein weiteres Manko stellt die auf Linux basierende Firmware der Digitus-Cloud dar: Zwar installieren Sie damit per Einstellungsmenü auch neue Firmware-Versionen problemlos, diese weisen jedoch im Hinblick auf die Dateisystemunterstützung erhebliche Defizite auf: Sie unterstützen ausschließlich FAT 16 und dessen großen Bruder FAT 32; sämtliche unter Linux gängigen Dateisysteme (etwa Ext2/3/4) erkannte die Box nicht.

Positiv fällt dagegen ins Gewicht, dass die im DN-7025 eingebaute WLAN-Technik mithilfe der Auto-Negotiation stets die maximale Transfergeschwindigkeit unterstützt. Sie müssen also nicht beim Nutzen von WLAN-Hardware nach 802.11n-Standard die Konfiguration des Digitus-Gerätes manuell anpassen.

Fazit

Die Private Cloud DN-7025 von Digitus erweist sich als nützliches und gut verarbeitetes Gerät für mobile Anwender, die ihre Daten auf Endgeräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen auch unterwegs stets aktuell halten wollen. Ebenso eignet sich das System für Heimanwender mit kleinen Netzwerken, denen eine softwarebasierte eigene Cloud-Lösung wie Owncloud zu wuchtig ausfällt und denen zudem kein dafür geeigneter dedizierter Computer zur Verfügung steht.

Das Digitus-Gerät könnte allerdings einen etwas stärkeren Akku gebrauchen, um insbesondere bei intensiver Nutzung längere Betriebszeiten zu erzielen. Für Verwunderung sorgte außerdem, dass das System, obwohl es selbst auf Linux basiert, keinerlei angeschlossene Laufwerke mit Linux-Dateisystemen erkannte. 

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