OpenSuse 13.1 im Überblick

Aus LinuxUser 01/2014

OpenSuse 13.1 im Überblick

© PinkyellJM, sxc.hu

Immerwährendes Grün

Die OpenSuse-Entwickler haben sich mächtig ins Zeug gelegt und beinahe punktgenau das aktuelle Release 13.1 auf die Server geschoben. Unser Test zeigt, was Sie erwarten dürfen.

Acht Monate nach der Version 12.3 haben die Entwickler das Release 13.1 (siehe Kasten “Versionierung”) der Community-Distribution OpenSuse [1] veröffentlicht – und liegen damit im Gegensatz zu den mehrfachen Verzögerungen bei OpenSuse 12.3 diesmal im Zeitplan. Wir haben die von vielen mit Spannung erwartete Distribution auf den Labortisch geholt.

Als wichtige Neuerungen der aktuellen Version der Allround-Distribution fällt neben den üblichen, recht umfangreichen Aktualisierungen bei den Paketen ein deutlich ausgebautes Angebot an Software auf sowie ein vornehmlich unter der Haube modernisiertes YaST. Hinzu kommen eine verbesserte Stabilität insgesamt und ein verlängerter Zeitraum für Updates. Außerdem bietet das neue OpenSuse eine bessere Unterstützung für Wayland, Android und ARM.

Versionierung

Sollten Sie sich wundern, dass nach OpenSuse 12.3 eine Version 13.1 folgt, werfen Sie einen Blick auf die Hinweise des vor etwas mehr als zwei Jahren geänderten Schemas, dem die Distribution nun folgt. Demnach gibt es keine Releases mit einer Null nach der Jahreszahl mehr. Dabei trägt das November-Release immer die 1, das im Juli die 2 und im März folgt die 3.

Qualität

Dass die Qualitätssicherung gute Arbeit geleistet hat, bestätigen unsere Tests rundum. Das war bei OpenSuse nicht unbedingt immer selbstverständlich, gab es doch im Zuge der Entwicklung je nach Version Höhen und Tiefen. Fairerweise bleibt aber festzuhalten, dass es an der Stabilität der Version 12.3 nicht viel zu bemängeln gab.

Nach den Auseinandersetzungen innerhalb der OpenSuse-Community, die im Zuge der Veröffentlichung der Vorgängerversion nach draußen gedrungen waren, ist das pünktliche Release ein positives Signal für mehr Einigkeit innerhalb der Entwicklergemeinschaft, was außerdem für mehr Qualität gesorgt hat.

Einen gewichtigen Anteil daran hat die Tatsache, dass außerdem eine bessere Qualität und Stabilität diesmal ganz oben auf der Prioritätenliste standen. Die mehr als 100 permanent an OpenSuse mitwirkenden Entwickler unter Leitung von Projektleiter Jos Poortvliet beseitigten im Rahmen eines “Beta Hackaton” [2] titulierten Qualitätssicherungs-Marathons 140 Fehler und untersuchten mehr als 400 weitere.

An den Qualitätsverbesserungen bei OpenSuse hat mit OpenQA [3] ein Mitte 2013 vorgestelltes Testsystem maßgeblichen Anteil, mit dem die Entwickler die Stabilität des Systems fortwährend überprüfen. Besonderes Augenmerk galt im Rahmen der Arbeiten dem Dateisystem Btrfs.

OpenSuse firmiert mittlerweile als reines Community-Projekt, an dem zwar einige Suse-Mitarbeiter auf freiwilliger Basis mitarbeiten, das Gros der Arbeit erledigen aber freie Entwickler. Das Unternehmen Suse mischt sich nur im Notfall ein. Insofern gleicht das Verhältnis von OpenSuse und Suse Linux Enterprise (SLE) in etwa dem von Fedora und Red Hat.

Datenträger

OpenSuse 13.1 steht wahlweise als installierbares Gnome- oder KDE-Live-Image sowie als klassisches DVD-Abbild für 32- und 64-Bit-Architekturen auf der Download-Seite [4] des Projektes bereit. Allerdings sind die beiden Live-Medien mit einer Größe von knapp 900 MByte vorrangig für USB-Flash-Medien optimiert und passen nicht auf eine gewöhnliche CD.

Das Team bietet zudem eine Rettungs-CD und ein Netinstall-Image an. Darüber hinaus gibt es OpenSuse schon seit der Version 12.2 in einer Version für Hardware, die auf der ARMv7-Architektur basiert. In den Paketquellen finden sich aber zusätzlich Pakete für ARMv6 und ARMv8.

Die ARMv6-Pakete zielen auf den Einsatz auf ARM-CPUs mit integrierter Floating Point Unit (FPU) ab. Sie bilden zudem die Basis für die vor Kurzem veröffentlichten Images für den Raspberry Pi [5]. Die ARMv8-Pakete adressieren lediglich Entwickler. Insgesamt gilt die Unterstützung für ARMv6 und ARMv8-A im Gegensatz zu jener für ARMv7-Systeme noch als experimentell.

Neues bei YaST

Die Impulse für das grundlegende Überarbeiten von YaST kamen vorrangig vom Mutterkonzern und stehen im Zusammenhang mit Suse Linux Enterprise. Dass Sie auf den ersten Blick keine wesentlichen Neuerungen erkennen, liegt daran, dass YaST 3.0 eigentlich keine überarbeitete Version ist: Stattdessen habe die Entwickler das Tool zur Sytemadministration unter der Haube vollständig neu implementiert.

So ist die Mehrzahl der Werkzeuge für die Konfiguration und das Verwalten des Systems nicht mehr in der spezifischen YaST Programming Language (YCP) geschrieben, sondern in Ruby, wobei das Portieren größtenteils automatisch erfolgte.

Dieser Umbau des Fundamentes dient unter anderem dazu, die Hürde für externe Entwickler bei der Mitarbeit an YaST und OpenSuse niedrig zu halten. Darüber hinaus erleichtert die Maßnahme das Warten der Module. Der Hauptgrund für den Umbau liegt aber wohl eher darin, dass Kunden von SLE nun leichter in der Lage sind, YaST an ihre spezifischen Bedürfnisse anzupassen.

Der momentane Schwund an Entwicklern mag erklären, warum das Projekt die YaST-Module autofs, dbus-client, dirinstall, fingerprint-reader, irda, mouse, phone-services, power-management, profile-manager, sshd und tv entfernte [6]. Dafür unterstützt das Modul Services Manager jetzt Systemd (Abbildung 1). Der neue Daemon kümmert sich jetzt auch bei OpenSuse um den Systemstart sowie den Start weiterer Dienste und sorgt unter anderem für die Vergabe vorhersehbarer Netzwerknamen [7].

Abbildung 1: Das Modul <code srcset=

Service Manager im YaST von OpenSuse 13.1 basiert jetzt auf Systemd.” width=”300″ height=”224″ /> Abbildung 1: Das Modul Service Manager im YaST von OpenSuse 13.1 basiert jetzt auf Systemd.

Installation und Update

YaST fungiert nicht nur als Werkzeug zur Konfiguration, sondern kommt auch bei der Installation zum Einsatz. Obwohl der Bedarf an Ressourcen durch das Umstellen auf Ruby eigentlich gestiegen sein müsste, lässt sich die grafische Installation nach wie vor mit mindestens 512 MByte RAM bewältigen.

Die einzelnen Schritte gehen selbst Einsteigern weitgehend problemlos von der Hand. Das sollte zwar eine Selbstverständlichkeit sein, aber ein Blick auf den wichtigsten Konkurrenten Fedora mit seiner unglücklichen Überarbeitung von Anaconda zeigt, dass die Wirklichkeit oft anders aussieht.

Beim Installations-Modus stehen wie in früheren Versionen die Punkte Neuinstallation und Update bereit. Ferner haben Sie die Möglichkeit, bei der Installation gleich zu Beginn Online-Repos, Non-OSS-Repos oder die automatische Konfiguration zu aktivieren.

Haben Sie die entsprechenden Häkchen gesetzt, um Online-Paketquellen einzubinden, und sich für die automatische Konfiguration entschieden, erledigen Sie die Installation in wenigen Schritten. Alternativ überspringen Sie die Konfiguration des Netzwerks und installieren OpenSuse vollständig von der DVD. Bei der Installation via Netz können Sie gezielt diejenigen Repositories auswählen, die Sie einbinden möchten (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Einbinden von Paketquellen im Zuge der Installation beschleunigt Updates.

Abbildung 2: Das Einbinden von Paketquellen im Zuge der Installation beschleunigt Updates.

Standard-Desktop bei OpenSuse ist traditionell KDE; aktuell in der Version 4.11. Sie haben im Verlauf der Installation die Möglichkeit, Gnome 3.10 oder – durch Aktivieren der Option Andere – auch XFCE, LXDE, Enlightenment (E17) oder klassisches X11 auszuwählen.

Der Vorschlag zum Partitionieren basiert bei OpenSuse nicht auf LVM. Bei Bedarf wählen Sie die entsprechende Option an. Das gilt ebenso für eine separate Home-Partition oder den Einsatz von Btrfs als Standard-Dateisystem.

Wer noch mehr Einfluss auf das Partitionieren nehmen will, bestimmt die Parameter von Hand. Den im Verlauf der Installation anzulegenden Benutzer konfiguriert YaST als User mit administrativen Rechten und automatischer Anmeldung. Das garantiert zwar größtmöglichen Komfort in einer Single-User-Umgebung, beim Installieren von OpenSuse auf einem Notebook sollten Sie aber beide Optionen abwählen. Ein separater Root-Account ist aus Gründen der Sicherheit ohnehin immer die beste Lösung.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Arbeiten an YaST zeigt sich darin, dass im Gegensatz zu früher nur noch ein Reboot erforderlich ist, um sich am betriebsbereiten System anzumelden. Das installierte KDE-Thema stammt von Suse. Es zeigt beim ersten Start die obligatorische Nutzerinformation mit Verweisen auf das OpenSuse-Projekt, den Build-Service sowie die Community-Unterstützung und bietet die Möglichkeit zum Starten der KDE-Einführung an (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der Standard-Desktop von OpenSuse 13.1 mit KDE 4.11 zeigt bei ersten Start grundlegende Informationen an.

Abbildung 3: Der Standard-Desktop von OpenSuse 13.1 mit KDE 4.11 zeigt bei ersten Start grundlegende Informationen an.

Kernel und Unterbau

OpenSuse 13.1 basiert auf dem Kernel 3.11, der zahlreiche Verbesserungen gegenüber der Version 3.7 mitbringt. Demnach haben die OpenSuse-Entwickler an der Speicherverwaltung geschraubt, um gelegentliche Schluckaufs des Desktops beim Schreiben auf langsame USB-Sticks zu vermeiden. Im Test ließ sich aber weder das Problem noch die Lösung nachvollziehen.

Allenfalls technologisch interessant ist Zswap: Die Technik komprimiert Teile des Arbeitsspeichers, anstatt sie in den Swap-Bereich zu schreiben. Außerdem haben die Entwickler das Tool Update-ca-certificates zum Aktualisieren von SSL-Zertifikaten auf den neuesten Stand gebracht, sodass es jetzt das P11-kit nutzt. Diese Modifikation erlaubt es Programmen wie Firefox oder Thunderbird, auf die vom Betriebssystem gespeicherten Zertifikate zurückzugreifen, ohne selbst sämtliche wichtigen Zertifikate vorzuhalten.

Erwähnenswert ist zudem, dass die OpenSuse-Entwickler für die Bluetooth-Unterstützung auf die Version 5 der Bluez-Bibliothek gewechselt haben. Die Zusammenarbeit mit dem Plasma-Desktop klappt aber nach Angabe der Entwickler damit noch nicht so richtig gut [8]. Über Updates wollen sie hier in Bälde nachbessern.

Als Fundament der grafischen Benutzeroberfläche fungieren X.Org 1.14 und Mesa 3D 9.2.1. Die freie Grafikbibliothek Mesa 3D aktiviert per Default den Radeonsi-3D-Treiber, was die Unterstützung von Grafikkarten mit AMDs Radeon-Grafikchip HD 7750 und seinen Nachfolgern verbessert.

In den Repositories finden experimentierfreudige Nutzer eine Version 1.2 des kommenden X11-Nachfolgers Wayland sowie den auf Wayland beruhenden Compositor Weston. Die Compositing-Manager in KDE SC 4.11 (KWin) und Gnome 3.10 (Mutter) enthalten bereits experimentelle Unterstützung für Wayland. Zudem soll in OpenSuse 13.1 Freetype 2.5 die Darstellung von Schriften verbessern.

Software

Die Software-Ausstattung bewegt sich durchweg auf aktuellem Niveau. Als Standardpaket für den Büroalltag kommt wenig überraschend LibreOffice 4.1 zum Einsatz; das KDE-Office Calligra liegt in der Version 2.7.4 in den Paketquellen. Als Standard-Browser setzen die Entwickler auf Firefox 25, mit Chromium 31 als Alternative.

OpenSuse 13.1 installiert per Default den SMB/CIFS-Server Samba in der neuen Version 4.1. Die ist zwar durch die Active-Directory-Unterstützung für Nutzer interessant, die die Distribution als Fundament für einen Domänen-Controller nutzen wollen, aber auch normale Nutzer profitieren von Samba 4.1, das auch für gewöhnliche Datei-Freigaben zum Einsatz kommt. Neben SMB 2.2 unterstützt Samba 4.1 das Protokoll SMB 3, das es ermöglicht, Dateien im lokalen Netz verschlüsselt zu übertragen.

Ein Webserver ist per Default nicht installiert, Apache liegt aber erstmals in der seit 2012 verfügbaren Version 2.4 bei. Beim Standard für MySQL-Datenbanken hatten die Entwickler bereits bei der Vorgängerversion den Wechsel zu MariaDB vollzogen, das sie nun auf die Version 5.6 aktualisierten.

Interessant für alle, die das System als Entwicklungsplattform nutzen möchten: OpenSuse 13.1 liefert als eine der wenigen aktuellen Distributionen Qt 5 mit, aktuell in der Version Qt 5.1.1. Installiert ist aber (wegen KDE 4.11) die Version Qt 4.8.5.

Eher eine Randnotiz für Admins, die das Release auf Servern einsetzen möchten: OpenStack liegt in der aktuellen Version 2013.2 (“Havana”) bei. Außerdem liegt KVM jetzt die Qemu-Version 1.6 zugrunde, der Xen-Hypervisor trägt die Versionsnummer 4.3. Für einen zügigen Zugriff auf die Desktop-Oberflächen virtueller Maschinen lässt sich zudem das Spice-Protokoll installieren.

KDE Plasma 4.11

KDE ist nach wie vor der Standard-Desktop und gilt in der aktuell installierten Version 4.11 als abgeschlossen. Das KDE-Team liefert aber noch für mindestens zwei Jahre Updates. Im Rahmen der Aktualisierungen für KDE 4.11 haben die Entwickler die Umstellung auf beziehungsweise die Integration von Qt Quick weiter vorangetrieben. Das gilt zum Beispiel für den Task-Manager, der in KDE nahezu vollständig neu geschrieben und von Fehlern bereinigt wurde.

Der Soundmixer KMix arbeitet nun schneller und stabiler. Das mag auf den ersten Blick unwichtig erscheinen, hat aber durchaus seinen Grund, denn bei früheren KDE-Versionen konnte es vorkommen, dass Pulseaudio hing und das Ändern der Lautstärke erst nach mehreren Sekunden seine Wirkung zeigte.

Ferner erfolgt die Monitor-Konfiguration in den Systemeinstellungen von KDE 4.11 jetzt mithilfe des neuen Tools Kscreen, was erheblich eleganter funktioniert als zuvor. Weitere Verbesserungen betreffen die Desktop-Suche Nepomuk und eine Reihe von Funktionen in der KDE-PIM-Suite Kontact, die aber ohnehin nie zu den Vorzeige-Anwendungen gehörte.

Direkt auf das Konto der OpenSuse-Entwickler geht dagegen der neue KIO-Slave für MTP (Media Transfer Protocol). So ist es im Dateimanager Dolphin problemlos möglich, ohne die Emulation von USB-Storage auf den Speicher neuerer Android-Geräte zuzugreifen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Dank des KIO-Slave für MTP greifen Sie mit KDE 4.11 komfortabel im Dateimanager auf den Speicher von Android-Smartphones zu.

Abbildung 4: Dank des KIO-Slave für MTP greifen Sie mit KDE 4.11 komfortabel im Dateimanager auf den Speicher von Android-Smartphones zu.

Außerdem liegt das Applet Plasma NM [9] zur Kommunikation mit dem NetworkManager und dem ModemManager bei, allerdings noch nicht standardmäßig installiert. Das Tool soll aber nach Angaben der Entwickler in der nächsten Version das Paket NetworkManager-kde4 ersetzen. Gleiches gilt auch für das phonon-backend-vlc, das ebenfalls optional beiliegt und in der kommenden OpenSuse-Version Standard werden soll.

Mit dem neuen VLC-Backend können Anwendungen über das Multimedia-Framework Phonon die Audio- und Video-Funktionen von VLC verwenden. In OpenSuse 13.1 kommt aber per Default noch Gstreamer zum Einsatz.

Gnome 3.10

Beim Gnome-Desktop legen die Entwickler die aktuelle Version 3.10 bei, einschließlich der sich an die Optik von Smartphone-Apps anlehnenden Gnome-Anwendungen Notes, Music und Photos. Music gilt noch als Technologievorschau. Das neue Gnome-Tool Software erleichtert zudem das Suchen, Installieren oder Entfernen von Programmen und gleicht in etwa Ubuntus Software-Center.

Die App Fotos debütierte mit Gnome 3.8 und dient in der aktualisierten Version zum Durchsuchen, Organisieren oder Drucken von Fotos. Neu dagegen ist Karten, eine Anwendung zum Anzeigen von Karten, die auf dem Material von OpenStreetMap (OSM) basiert und mit dem in Gnome 3.10 ebenfalls neuen Framework für Geo-Location zusammenspielt.

Evergreen-Support

OpenSuse hat seit einiger Zeit einen Lebenszyklus von zwei Versionen plus zwei Monate Überhang eingeführt [10]. Demnach versorgen die Entwickler jede Version (bei einem Release-Zyklus von acht Monaten bis zur nächsten Hauptversion) für 18 Monate mit Aktualisierungen, die Sicherheitslücken oder ernsthafte Fehler beseitigen.

Allerdings hat Wolfgang Rosenauer vom Evergreen-Team [11] bereits angekündigt, dass dieses OpenSuse 13.1 zur Evergreen-Version macht und über die regulären 18 Monate hinaus insgesamt drei Jahre pflegt [12]. Um den erweiterten Support in Anspruch zu nehmen, aktivieren Sie einfach die Evergreen-Paketarchive von Hand.

Fazit

Bei OpenSuse 13.1 handelt es sich um eine rundum gelungene, stabile KDE-Distribution, die Einsteiger, Kenner und Administratoren gleichermaßen anspricht. Das klingt zwar positiv, allerdings diskutiert die OpenSuse-Community seit geraumer Zeit das Thema Profilschärfung. Ubuntu adressiert ganz klar Einsteiger, Debian-Anhänger der reinen Open-Source-Lehre und Fedora Linux-Nerds.

OpenSuse eignet sich auf jeden Fall besser für Einsteiger als Fedora – und dann ist da ja noch das Alleinstellungsmerkmal YaST: Das Tool besitzt zwar nicht mehr den Stellenwert wie vor zehn Jahren. Die aktuell eingeflossenen Verbesserungen machen aber aus der Version 13.1 durchaus mehr als nur ein Update mit modernisierter Software-Ausstattung.

Die deutlich ausgebaute ARM-Unterstützung und der Evergreen-Support signalisieren nicht nur, dass die Entwickler mit ihrem Werk zufrieden sind, sondern machen die OpenSuse strategisch interessant, weil sich heutzutage fast nur noch LTS-Versionen oder Rolling-Release-Distribution mit vertretbarem Aufwand aktuell halten lassen.

Im Alltag verrichtet das System erfreulich unauffällig seinen Dienst, erweist sich als stabil und ist weitgehend frei von Kinderkrankheiten. Sogar ein Update von Version 12.3 funktioniert fehlerlos. An der Stabilität hat die ausgereifte KDE-Version 4.11 ihren Anteil. Allerdings erweisen sich viele KDE-Anwendungen als schlecht oder gar nicht gepflegt. Dafür tragen jedoch nicht die OpenSuse-Entwickler die Verantwortung. Von ihnen zu verlangen, für mehr Stabilität bei ausgewählten KDE-Anwendungen zu sorgen, ginge wohl zu weit.

In jedem Fall tragen unbrauchbare Applikationen zu einem schlechten Image von KDE an sich und indirekt von OpenSuse bei. Dass sich viele KDE-Entwickler lieber mit Plasma-Active beschäftigen als mit alten Baustellen, das steht dabei auf einem anderen Blatt. 

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