Kurz nachdem KDEs Mediaplayer stark verbessert die neue Hauptversion 2.3 erreicht hat, steht jetzt Amarok 2.3.1 zum Download bereit. Das Update lohnt sich.
Seitdem die Amarok-Entwickler den Musikplayer auf KDE 4 portiert haben, folgen die meisten neuen Versionen einem festen Schema: Es gibt leichte Änderungen an der grafischen Oberfläche, man baut einige Features wieder ein, die beim KDE-4-Port erst einmal auf der Strecke blieben, und man ergänzt die Jukebox um tatsächliche neue Funktionen. Auch bei Amarok 2.3.1 (Codename “The Bell”) hat sich das Amarok-Team [1] an dieses Schema gehalten.
Bekanntes neu entdecken
Zu den alten Bekannten, die wieder in Amarok wieder Einzug halten, gehört unter anderem der Playlisten-Generator APG. Durch einen Klick auf Wiedergabelisten | Automated Playlist Generator erhalten Sie eine Vorauswahl aus fünf Beispiellisten. Um diese zu erstellen, genügt ein Klick auf das Symbol mit dem blauen Pfeil.
Möchten Sie eine neue Liste gestalten – etwa mit sämtlichen Tracks, die in etwa vier Minuten lang sind – dann klicken Sie auf das grüne Plus-Symbol, markieren den Eintrag New playlist preset und wählen das Edit-Symbol mit dem leeren Blatt Papier und dem Stift an. Hier stellen Sie nun über Add New praktisch beliebig kombinierbare Regeln zusammen.
Für das erwähnte Beispiel wählen Sie Add New | Tag Match und markieren danach in der rechten Fensterhälfte aus der Dropdown-Liste Field den Eintrag Länge. Hinter gleich geben Sie 0:04:00 ein und stellen den Schieber in die Mitte zwischen fuzzy und exact. Damit sucht der Playlisten-Generator sämtliche Songs mit etwa vier Minuten Spieldauer.
Fürs Auge
Damit Amarok neben dem akustischen Genuss auch etwas fürs Auge bietet, bringt die aktuelle Version ein paar zusätzliche Miniprogramme mit. Anstehende Ereignisse führt eine Liste, wann der geliebte Star wo auf Konzertreise halt macht. Ein Link zur Event-Homepage erleichtert die Ticketbestellung. Die Amarok-Entwickler verwenden dazu von Last.fm bereitgestellte Daten. Um das Miniprogramm zu nutzen, klicken Sie im Kontextbrowser unten rechts auf das Schraubenschlüssel-Symbol und anschließend auf das grüne Pluszeichen. Aus der Liste wählen Sie nun per Mausklick Anstehende Ereignisse aus (Abbildung 1).

Abbildung 1: Damit Sie kein Konzert mehr verpassen, bringt Amarok 2.3.1 ein passendes Miniprogramm mit.
Nach einer Idee der Banshee-Entwickler haben die Amarok-Entwickler das Last.fm-Plugin alias “Audioscrobbler” zur Anzeige ähnlicher Interpreten übernommen. Auch dieses Element lässt sich im Kontext-Browser als Miniprogramm einrichten und setzt auf Daten von Last.fm (Abbildung 2). Ein Klick auf die im Miniprogramm verknüpfte URL führt denn auch zur zugehörigen Band-Seite bei Last.fm [2].

Abbildung 2: Über die Last.fm-Anbindung zeigt Amarok ähnliche Interpreten an. Einen Last.fm-Login brauchen Sie dazu nicht.
Nicht neu in Amarok 2.3.1, aber noch weitgehend unbekannt, ist die Möglichkeit, den Kontext-Browser aus dem Amarok-Fenster hinaus zu lösen. Dazu entfernen Sie zunächst die Checkbox unter Ansicht | Lock Layout und ziehen das Fenster danach aus Amarok heraus. Das ursprünglich ebenfalls für Amarok 2.3.1 programmierte Coverbling-Applet (Abbildung 3) verwarfen die Entwickler, da es das von Apple patentierte Original zu offensichtlich imitiert und man lieber einen eigenen Cover-Switcher hätte. Zudem skaliert das Miniprogramm bei größeren Sammlungen sehr schlecht.

Abbildung 3: Das für Amarok 2.3.1 geplante Coverbling-Applet haben die Entwickler aus diversen Gründen verworfen.
Covers im Blick
Stark verbessert haben die Entwickler den Browser für die Albumbilder: Wählen Sie per Rechtsklick auf ein leeres Cover den Eintrag Album | Cover holen aus, dann müssen Sie sich nicht mehr einzeln durch die teilweise identischen Bilder klicken, sondern erhalten gleich eine großzügige Auswahl, aus der Sie das Beste aussuchen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Qual der Wahl erleichtert: Der neue Cover-Auswahldialog beschleunigt die Suche nach dem passenden Cover.
Amarok 2.3.1 sucht zudem aber nicht nur bei Last.fm (Standard), sondern über die Dropdown-Liste Einrichten auch bei Google, Yahoo und Discogs. Gerade über Google findet man praktisch für jedes Album ein passendes Cover, auch wenn die Bildauswahl je nach Albumtitel nicht unbedingt gleich auf Anhieb den gewünschten Treffer liefert.
Auch die Cover-Verwaltung über Extras | Cover-Verwaltung macht von diesem Feature Gebrauch, sofern Sie hier nicht auf Fehlende Cover holen klicken, sondern stattdessen über das Kontextmenü den Eintrag Cover holen wählen. Für einen optimalen Cover-Download bietet es sich deshalb an, zunächst Amarok mit der Grundeinstellung Last.fm sämtliche Covers automatisch holen zu lassen, danach in die Ansicht Alben ohne Cover zu wechseln und hier die fehlenden Bilder per Rechtsklick hinzuzufügen.
Feedback erwünscht
Das Amarok-Team legt bei den kommenden Versionen auch besonderes Augenmerk auf die Rückmeldungen von Nutzern. Dazu bietet der Menüpunkt Hilfe | Show Feedback Icons die Möglichkeit, den Entwicklern sehr direkt Rückmeldung über Wünsche und Besonderheiten zu geben. Ist die Option aktiv, dann erscheinen in den meisten Dialogen und im Hauptfenster vier bunte Symbole für positive und negative Erfahrungen, Bugreports und Feature-Wünsche.
Die Rückmeldungen versenden Sie wahlweise anonym oder mit einer E-Mail-Adresse versehen. Neben einfachen Feedback-Meldungen mit den zwei Smileys können Sie auch Wünsche für zusätzliche Funktionen anmelden oder gleich einen Bug-Report schreiben.





