Mit der Instant-Lösung Lindy Personal Server erweitern Sie das heimische Netz in Minutenschnelle um einen File-, Web- und FTP-Server.
Einen gemeinsamen Speicherplatz für die PCs der ganzen Familie, einen Web-Server für die persönliche Präsenz im Netz der Netze und einen FTP-Server, auf den man von unterwegs die gesammelten Werke aus der Digicam abladen kann – wer hätte so etwas nicht gern zu Hause?
Dafür aber einen eigenen Rechner zu beschaffen und vor allem einzurichten, das erscheint dann meist aber doch zu umständlich. Es muss aber auch gar nicht sein: Der nur taschenbuchgroße NAS Personal Server Plus von Lindy [1] bringt fast alles mit, was man für den Server im heimischen Netz so benötigt.
Konfiguration
Was dem Personal-Server noch fehlt, ist eine ATA-Festplatte im 3,5-Zoll-Format, die maximal 250 GByte groß sein darf. Die müssen Sie selbst beschaffen und in das Gerät einbauen. Die dazu notwendigen Tätigkeiten beschrämnken sich aber auf das Lösen zweier Rändelschrauben zum Öffnen des robuste Metallgehäuses und das Einlegen und anstecken der Festplatte. Nach dem Schließen des Gehäuses versorgen Sie das Gerätnoch über sein externes Netzteil mit Strom und koppeln es mit einem Netzwerkkabel ans 10- oder 100-Mbit/s-LAN an – fertig.
Nach einem beherzten Druck auf den Einschaltknopf nimmt der Personal Server unter der voreingestellten IP-Adresse 192.168.1.1 die Arbeit auf. Wessen Router auf bereits unter dieser Adresse seinen Dienst versieht oder wer ein anders Class-C-Netz nutzt, dem beschert diese Vorgabe einiges IP-Adress-Gebastle. Dabei kann der Personal Server durchaus mit einem vorhandenen DHCP-Server kooperieren – nur muss man das erst über die Web-Oberfläche des System aktivieren.
Die erreicht als man via Browser unter http://192.168.1.1; für Linux-Anwender die einzige Konfigurationsmöglichkeit, da die mitgelieferte Installationssoftware nur unter Windows funktioniert. Als erstes steht aller Regel die Vergabe einer sinnvollen IP-Adresse beziehungsweise das Aktivieren des DHCP-Clients über den Menüpunkt Networking an. Als nächstes gilt es unter Administration die Systemzeit zu setzen, die sich der Personal Server alternativ aber auch per NTP besorgt.
Nun gilt es noch, die frisch eingebaute Festplatte zu formatieren. Als Dateisystem setzt der Personal Server auf Ext3, das Vorbereiten einer 250 MByte großen Festplatte dauerte im Test acht Minuten. Anschließend stellt der Personal Server zwei neu angelegte SMB-Freigaben im Netz bereit, die Share und WEB heißen. Bei ersterem handelt es sich um eine öffentliche Freigabe, auf die jedermann im lokalen Netz ohne Anmeldung schreibend und lesend zugreifen darf.
Integrierte Dienste
Der Folder WEB dagegen dient als Wurzelverzeichnis für den integrierten Web-Server des Geräts. Hat man diesen erst einmal über den Menüpunkt Web-Server aktiviert, versieht er seinen Dienst auf Port 8080 des Personal Server – Port 80 belegt bereits das Web-Interface. Beides lässt sich aber bei Bedarf umstellen.
Weitere Freigabe-Ordner richten sie über den Menüpunkt Share ein. Dort finden Sie auch die Benutzerverwaltung des Personal Server, über die Sie neue Konten anlegen. Für jeden User legen Sie fest, ob und wie (nur lesend oder auch schreibend) er auf die einzelnen Freigaben zugreifen darf. Benutzergruppen allerdings kennt der Personal Server nicht.
Das ist auch nicht weiter tragisch, da der Server-Winzling ohnehin höchstens fünf gleichzeitige Zugriffe verarbeiten kann. Gleiches gilt für den integrierten FTP-Server des Geräts, der entweder nur die angelegten Benutzer versorgt oder optional den anonymen Zugriff gestattet.
Als Schmankerl hält der Personal Server noch einen Bittorrent-Client parat, der über eine existerende Internet-Verbindung das zeitgesteuerte Einsammeln von Dateien aus dem Filesharing-Netz ermöglicht.
Fazit
Zur Allround-Zentrale für das heimische Netz fehlt dem NAS Personal Server Plus eigentlich nur noch eine Print-Server-Funktion. Angesichts der gebotenen Features erscheint der empfohlene Verkaufspreis von knapp 180 Euro als durchaus angemessen. Ein ärgerliches Manko weist der Mini-Server allerdings auf: Der Lüfter des Systems lärmt in völlig unangemessener Lautstärke vor sich hin, für den Schreibtisch taugt Lindys Personal Server damit nicht.
Technische Daten
| Hersteller | Lindy |
| Modell | NAS Personal Server Plus |
| Laufwerk | 3,5-Zoll-IDE/ATA-HDD, max. 250 GByte (nicht enthalten) |
| Netzwerk | 10/100-Mbit/s-Ethernet |
| Protokolle | SMB, FTP (optional anonym), BitTorrent |
| Verbindungen | max. 5 gleichzeitig |
| Abmessungen | 22 x 6 x 13 cm |
| Preis | 179,90 Euro |
Infos
[1] Lindy: http://www.lindy.com/de/




