Drucker unter Linux einrichten

Aus EasyLinux 02/2010

Drucker unter Linux einrichten

Druck machen

Er druckt nicht – wenn Sie diesen Satz in den letzten Wochen gesagt haben, sollten Sie weiterlesen: Wir erklären, wie Sie Drucker unter Linux einrichten und wo es Hilfe gibt, falls das nicht auf Anhieb klappt.

Drucker unter Linux einrichten – zu diesem Thema erreichen uns regelmäßig E-Mails von Lesern, die damit Schwierigkeiten haben. Oft ist das Problem einfach und doch unlösbar: Es gibt inkompatible Drucker, für welche die Hersteller zwar Windows-Treiber in den Karton stecken, ansonsten aber die Spezifikation als Firmengeheimnis hüten und damit Linux-Treiberentwicklern die Chance nehmen, ihre Arbeit zu tun. Ein Großteil der Lexmark-Tintenstrahldrucker gehört in diese Kategorie: Im Linux-Umfeld hat sich dafür die liebevolle Bezeichnung “Briefbeschwerer” durchgesetzt.

Wer den Neukauf eines Druckers plant und Wert darauf legt, ihn auch unter Linux zu nutzen, sollte deshalb unbedingt vor dem Kauf einen Blick in die Kompatibilitätslisten werfen. Die beste Übersicht gibt OpenPrinting.org [1]: Dort können Sie nach Hersteller und Modellbezeichnung suchen und erfahren dann, ob und wie gut das Gerät unter Linux arbeitet (Abbildung 1).

Auch Kombigeräte, die Drucker, Scanner und Fax in sich vereinen, verursachen oft Probleme: Einige funktionieren gar nicht unter Linux, andere können Sie nur als Drucker oder nur als Scanner nutzen. Wie bei reinen Druckern gilt auch hier: Vor dem Kauf prüfen, ob das Gerät Linux-kompatibel ist.

TurboPrint für EasyLinux-Leser

Auf der Heft-DVD finden Sie eine Testversion von TurboPrint 2.14, mit der Sie die Software 90 Tage lang ausprobieren können – die normale Downloadversion von der Zedonet-Webseite läuft im Vergleich nur 30 Tage.

Preisrabatt

Unter http://www.turboprint.de/easylinux können Sie TurboPrint Pro 2 mit 40 % Rabatt kaufen: Der Preis sinkt von 29,95 Euro auf 17,95 Euro.

Drucker installieren

Haben Sie ein kompatibles Gerät, sollte die Einrichtung unter OpenSuse und Kubuntu problemlos sein: Unter OpenSuse reichen Einstöpseln, erkanntes Gerät bestätigen, drucken. Kubuntu-Anwender müssen über den Webbrowser Hand anlegen. Wir beschreiben die Schritte im Detail.

OpenSuse 11.2 verhält sich besonders komfortabel: Als wir im Test einen (unterstützten) günstigen HP-Laserdrucker an den Rechner anstöpselten, passierte auf den Blick gar nichts – kein Pop-up, kein Start eines Einrichtungsassistenten. Ein Blick in die Liste der konfigurierten Drucker offenbarte aber, dass OpenSuse den Drucker durchaus erkannt und direkt selbständig eingerichtet hatte. Ein Start von OpenOffice bestätigte das: Wir konnten sofort drucken.

Wollen Sie die automatische Konfiguration anpassen, starten Sie das Kontrollzentrum YaST (Rechner / YaST im KDE-Menü) und rufen darin den Eintrag Hardware / Drucker auf – in der Liste der Geräte finden Sie den automatisch eingerichteten Drucker und können nun noch Feineinstellungen vornehmen (Abbildung 2).

Schließen Sie unter OpenSuse einen nicht unterstützten Drucker an, passiert ebenfalls nichts. Dann bleibt Ihnen immer noch der Weg über YaST. In der Druckerkonfiguration prüfen Sie zunächst, ob das neue Gerät in der Liste steht; falls nicht, klicken Sie auf Hinzufügen: Dann versucht YaST, angeschlossene Drucker zu erkennen. Eventuell ist es nötig, rechts oben auf Weitere verfügbare Verbindungen zu klicken, damit das Gerät in der Liste erscheint. Wie zu erwarten, wird YaST dann keinen passenden Treiber für den Drucker finden. Manchmal funktioniert aber auch ein Treiber für ein bauähnliches Gerät – um Kandidaten anzuzeigen, klicken Sie in der Mitte des Fensters auf Weitere Druckertreiber. Wir machten den Test mit einem (nicht unterstützten) Canon Pixma iP 3500 und wählten aus den angebotenen Treibern den für die Pixma-iP-3100-Reihe: Ähnliche Modellnummern sind meist ein gutes Zeichen. Die Einrichtung gelang damit – halbwegs: Der Tintenstrahler druckte in perfekter Qualität schwarzweiße Dokumente, farbige Elemente waren aber unbrauchbar. Doch im Zweifelsfall ist es besser, unter Linux schwarzweiß drucken zu können als gar nicht.

Kubuntu

Unter Kubuntu 9.10 führten wir dasselbe Experiment durch: Unterstützten Drucker anschließen – keine Reaktion. Die bei OpenSuse beobachtete Magie war hier allerdings nicht am Werk, Kubuntu konfiguriert Drucker nicht automatisch.

Die Druckereinrichtung läuft hier am leichtesten über einen Webbrowser, in den Sie die Adresse http://localhost:631 eingeben. Auf der Startseite klicken Sie auf den Link Drucker und Klassen hinzufügen, dann auf der nächsten Seite links oben auf Drucker hinzufügen. Es erscheint ein Login-Dialog, an dem Sie sich mit Ihrem Kubuntu-Benutzernamen und dem zugehörigen Passwort anmelden. Nach kurzer Suche erscheint eine Übersicht der gefundenen Drucker (Abbildung 4). Wählen Sie Ihr Gerät aus und klicken Sie auf Weiter. Die nächste Seite erlaubt einige Feineinstellungen, die Sie hier ignorieren können: Klicken Sie wieder auf Weiter. Auf der Folgeseite wählen Sie einen Druckertreiber aus – in der Regel können Sie direkt den ersten Eintrag der Liste übernehmen (Abbildung 5). Bestätigen Sie Ihre Wahl mit Drucker hinzufügen. Es folgt eine weitere Seite mit Einstellungen; die dortigen Vorschläge übernehmen Sie mit Standardeinstellungen festlegen. Damit ist die Einrichtung (endlich) abgeschlossen.

Tests mit dem nicht unterstützten Drucker verliefen unter Kubuntu genauso wie bei OpenSuse: Nach manueller Auswahl des Treibers für ein Modell mit ähnlicher Seriennummer funktionierte auch hier der Schwarzweißdruck, während der Farbdruck fehlerhaft war. Kein Wunder: Verschiedene Linux-Distributionen setzen dieselben Druckertreiber ein.

Und es geht doch

Lässt sich der Drucker mit Linux-eigenen Bordmitteln nicht zur Zusammenarbeit bewegen, könnte TurboPrint das Problem lösen. Das 30 Euro teure Treiberpaket von Zedonet unterstützt mehrere hundert Geräte der Hersteller Brother, Canon, Epson und HP. Die Liste aller kompatiblen Drucker finden Sie auf der TurboPrint-Website [1]. EasyLinux-Leser können das Programm im Rahmen einer Aktion mit 40 % Rabatt kaufen (siehe Kasten TurboPrint für EasyLinux-Leser).

Wenn Sie TurboPrint eine Chance geben wollen, müssen Sie nicht die Katze im Sack kaufen, sondern haben die Möglichkeit, die Software 30 Tage kostenlos zu testen. Exklusiv für EasyLinux-Leser hat Zedonet ein TurboPrint-Paket mit einem auf 90 Tage verlängerten Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Sie finden es direkt zum Ausprobieren auf der Heft-DVD.

Die Installation ist schnell erledigt, denn Zedonet stellt die Software als RPM- und Debian-Pakete zur Verfügung, die sich bequem über die Softwareverwaltung von OpenSuse und Kubuntu einspielen lassen. Unter Kubuntu klicken Sie in Dolphin einfach doppelt auf die .deb-Datei. Das ruft zunächst eine Passwortabfrage und danach das Installationshelferlein Gdebi auf den Plan, das das TurboPrint-Paket entpackt und die Software auf die Festplatte kopiert. Unter OpenSuse klicken Sie das Paket ebenfalls einfach im Dateimanager an, um den Installationsassistenten zu starten. Dieser erfragt das Root-Passwort, überprüft die Abhängigkeiten und spielt Turboprint ein. Alternativ installieren Sie über den EasyLinux-Standardweg, also das Einbinden der Heft-DVD als Paketquelle. Suchen Sie dann im Paketmanager nach “turboprint”.

Nach der Installation gilt es, die Software einzurichten. Unter KDE finden Sie im Arbeitsflächenordner die beiden neuen Icons “TurboPrint Control” und “TurboPrint Monitor”. Bei einem Klick auf das erstgenannte startet der Einrichtungsassistent, bei dem Sie zunächst die gewünschte Sprache einstellen. Den zweiten Schritt mit der Frage nach dem Lizenzschlüssel können Sie einfach mit einem Klick auf Weiter überspringen, wenn Sie die Testversion von der Heft-DVD verwenden.

Nach dem Einstellen des Hilfe-Browsers – dort können Sie den vorausgewählten Firefox beibehalten – und Akzeptieren der Lizenzbedingungen, geht es an die Einrichtung des Druckers. Unter OpenSuse geben Sie in das Passwortfeld das Kennwort von Root ein, unter Kubuntu Ihr Benutzerpasswort. Daraufhin startet das TurboPrint-Kontrollzentrum, in dem Sie zunächst einen Drucker über einen Klick auf das grüne Pluszeichen hinzufügen müssen.

TurboPrint sucht dann nach angeschlossenen Geräten und präsentiert eine Liste der Drucker. Wählen Sie hier ein Gerät (unter Anschluss, Abbildung 6) aus und richten Sie es ein. Nach einem Klick auf Weiter gelangen Sie zur Auswahl des Modells – der korrekte Eintrag sollte dabei bereits markiert sein (Abbildung 7), so dass Sie erneut auf Weiter klicken können.

Im nächsten Dialog können Sie noch einen Kurznamen für den neuen Drucker vergeben (Vorgabe: tp0) – der ist aber nur relevant, wenn Sie von der Kommandozeile aus drucken wollen. Schließen Sie die Einrichtung per Klick auf OK ab. Sie erhalten dann die Möglichkeit, eine Testseite zu drucken.

TurboPrint-Applet für KDE

Damit Sie jederzeit schnell Zugriff auf das Kontrollzentrum und den Drucker-Monitor haben, bringt TurboPrint ein Plasma-Applet für KDE mit. Sie können es entweder in die KDE-Leiste oder den Desktop-Hintergrund einbetten. Um es zu starten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen Miniprogramm hinzufügen aus dem Kontextmenü. Im Applet-Auswahldialog navigieren Sie zum TurboPrintApplet und ziehen es entweder ins Panel oder auf die Arbeitsfläche (Abbildung 8). Bei einem Linksklick zeigt es die Liste der aktuellen Druckaufträge an, über einen Rechtsklick können Sie das TP Kontrollzentrum öffnen. Ein Doppelklick auf das Applet startet den Drucker-Monitor.

Drucker, die Sie mit TurboPrint eingerichtet haben, können Sie aus allen Anwendungen heraus genauso wie “normal” konfigurierte Drucker verwenden. Tipp: Auch wenn ein Drucker von Linux bereits ohne TurboPrint unterstützt wird, kann es sinnvoll sein, stattdessen den TurboPrint-Treiber zu verwenden (so es einen gibt).

Ein nützliches Feature von TurboPrint ist auch die Einrichtung mehrerer Druckerwarteschlangen für ein einziges Gerät – damit können Sie z. B. zwei Vorkonfigurationen für Standarddruck auf A4-Papier und Fotodruck auf 15×10-Fotopapier anlegen und später beim Drucken den Namen der richtigen Warteschlange wählen. Das TurboPrint-Handbuch verrät, wie es geht.

Ob mit den Standardtreibern oder mit TurboPrint – wenn es auf einem dieser Wege Unterstützung für Ihren Drucker gibt, ist das Gerät schnell eingerichtet. Für vollständig inkompatible Drucker bleibt nur der unbefriedigende Weg über Windows – z. B. in OpenOffice durch Drucken in eine PDF-Datei und anschließenden Ausdruck der Datei unter Windows.

Infos

[1] OpenPrinting.org-Druckerliste: http://www.openprinting.org/printers

[2] Turboprint-kompatible Drucker: http://www.turboprint.de/printers.html

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3 Kommentare
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Andre Gräfe
9 Jahre her

Drucker einrichten geht gar nicht.Hab einen Brother DCP 385 C
Wie bring ich den zum laufen?

Kokodak
7 Jahre her

Ich bin mit meinem Mint ansich zufrieden, aber ich rate jedem Laien von Linux Systemen ab, der drucken will. Ich versuche seit Mint 17 meine Drucker HP LaserJet 1100 und HP LaserJet 1025 color zur Verbindung zu bewegen, selbst mein ehemaliger Arbeitskollege, der Admin bei einer deutschen Behörde ist gibt mir Recht und kämpft in seiner Behörde jedesmal Tage und Monate um neue Drucker unter Linuxsysthemen zum Laufen zu bringen. Also Ihr Linuxprogrammierer, Microsoft wird ja stets von euch nieder gemacht, aber die Leute von MS können wenigstens Drucker in ihr OS einbinden. Bei Linux ist dies schon allerhöchste Königsdisziplin.… Mehr »

eva
7 Jahre her
Reply to  Kokodak

“Es gibt inkompatible Drucker, für welche die Hersteller zwar Windows-Treiber in den Karton stecken, ansonsten aber die Spezifikation als Firmengeheimnis hüten und damit Linux-Treiberentwicklern die Chance nehmen, ihre Arbeit zu tun.” Das hört sich an, als hätte die Frage, ob ein Betriebssystem Drucker einbinden kann, weniger mit der Fähigkeit oder Unfähigkeit der Menschen zu tun, die die Betriebssysteme zur Verfügung stellen, als vielmehr mit denjenigen, die die Drucker herstellen, und nicht möchten, dass sie unter anderen Systemen als MS oder mac funktioieren.

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