Vor ein paar Wochen habe ich die komplette Festplatte meines Notebooks verschlüsselt. Zwei Partitionen: 50MB, ext2 für /boot/ und den Rest mit cryptsetup LUKS Verschlüsselt. In dieser verschlüsselten Partition habe ich dann mit LVM2 drei Volumes je eins für root,home und swap eingerichtet. Gebootet wird das ganze mit einer initramfs die zuerst die zweite, verschlüsselte Partition entschlüsselt und dann die drei LVM Volumens einbindet. Motiviert von einem Vortrag auf dem Easterhegg 2008 und einem Bericht in der c’t bin ich davon ausgegangen das Krypto mitlerweile so schnell ist, dass man kaum etwas davon merkt. Im alltäglichen Betrieb – surfen, proggen, schreiben – ist mir auch nichts aufgefallen. Selbst das Booten ist – gefühlt – nicht langsamer geworden. Auf Benchmarks wie hdparm hatte ich erstmal verzichtet, da Benchmarks immer zweischneidiger Schwerter sind. (Gerade im Fall von hdparm.)
Zur Zeit beschäftige ich mich jedoch mit Yacy (was übrigens ein super Benchmark für CPU, RAM und Festplatte ist) und stelle fest, dass das Bottleneck eindeutig meine Festplatte ist. Während der Schreibzyklen ist die Festplatte komplett ausgelastet. Das veranlasste mich dann doch einmal mit hdparm nach zu messen. Das Ergebniss war erschütternt.
/dev/sda:Timing buffered disk reads: 282 MB in 3.00 seconds = 93.86 MB/sec
/dev/sda1:Timing buffered disk reads: 54 MB in 0.62 seconds = 86.84 MB/sec
/dev/mapper/vg-home:Timing buffered disk reads: 156 MB in 3.01 seconds = 51.78 MB/sec
Von den 94MB/s, die die SSD leisten kann bleiben nach LVM und Krypto noch 52MB/s übrig. Das sind nur 55%
52MB/s sind weniger als ich mit meiner 7.200RPM Festplatte im Server lesen kann. Dafür habe ich kein teures Geld in eine SSD gesteckt. Die cryptsetup,LUKS,LVM2 Mischung wird also schleunigst wieder abgebaut. Es mag ja sein, das es Situationen gibt in den Krypto kaum mehr zur Last fällt – zum Beispiel in Verbindung mit HighEnd CPUs und “langsamen” Festplatten. Aber die Kombination aus einer eher langsamen CPU (Intel SU9400) und einer pfeilschnellen SSD geht überhaupt nicht.





Ich war noch nie ein Fan von LVM und Verschlüsselung der Root-Partition. Man schafft sich dadurch nur Probleme. Lieber separates /tmp und /home anlegen und die beiden Partitionen verschlüsseln.
Zu Punkt 2: Jain, die SSD bringt schon auch auf lahmen CPUs einen Vorteil, allerdings nur bei den Bootzeiten, weil hier quasi nur gelesen wird.