Mit MCNLive Virtualcity starten Sie an beinahe jedem Rechner beliebige Betriebssysteme ohne Installation, mit System Rescue CD hauchen Sie maroden PCs neues Leben ein.
README
Die Kernkomponente Virtualbox der Live-CD MCN Virtualcity erlaubt Ihnen das Erstellen und den Start von virtuellen Maschinen ohne jegliche Installation seitens des Gastsystems. Die zweite Distribution, System Rescue CD hilft Ihnen bei der Fehlersuche und beim Einrichten von Rechnern.
Ohne Aufwand immer das passende Betriebssystem zur Hand – ein Wunschtraum, den Ihnen die auf Mandriva 2007 basierenden Live-Distribution MCN Virtualcity [1] erfüllt. Als zentrale Komponente enthält die Distribution die seit kurzem unter die GPL gestellte Virtualisierungssoftware Virtualbox 1.3.3 OSE [2]. Sie bringt ein ähnlich komfortables Frontend mit wie VMware und erlaubt das problemlose Erstellen oder Einbinden von virtuellen Maschinen Einen ausführlichen Bericht zu Virtualbox lesen Sie ab Seite 82 in dieser Ausgabe. Die schlanke Live-Mandriva hat darüber hinaus aber noch einiges mehr zu bieten; Mit Office-, Internet- und Multimediaprogrammen bietet sie eine Grundausstattung, die Sie über Mandrivas Paketmanager problemlos erweitern.
Die zweite Distribution, System Rescue CD (kurz: SysRescCD), bringt beinahe alle Werkzeuge mit, die Sie benötigen, um Fehler auf Rechnern zu lokalisieren und zu beheben. Darüber hinaus stellt sie Ihnen diverse Programme zum Erkennen und Beseitigen von Schadsoftware wie Viren, Trojanern und Root-Kits zur Verfügung. Schließlich bringt SysRescCD diverse Diskettenimages mit, die verschiedene Aufgaben wie das sichere Löschen von Festplatten oder die Installation des Bootloaders GAG übernehmen.
Scheinwelt
Wer die Vorzüge virtueller Maschinen einmal kennen gelernt hat, möchte nicht mehr drauf verzichten: Mal eben ein Betriebssystem zu starten, das eine bestimmte Funktion mitbringt, die man gerade benötigt, erleichtert das Leben ungemein. Die Live-Distribution MCN Virtualcity (Abbildung 1) bietet diesen Vorzug jetzt quasi on demand: Sie kopieren die gewünschten Images der virtuellen Maschinen auf Ihren USB-Stick und booten diese auf jedem beliebigen Rechner über die Live-CD, ohne dass die Installation eines Programms nötig wäre.
Verwenden Sie als Transportmedium eine CD oder DVD, gilt es jedoch, die virtuellen Maschinen vor dem Start auf ein beschreibbares Medium zu kopieren: Die meisten Betriebssysteme schreiben beim Booten auf die Festplatte. Zum Starten verschiedener virtueller Maschinen reicht es, eine generische VM einzurichten und nur die jeweils benötigten Festplattenimages über den Volume Manager zu ändern.
Da in der Grundeinstellung die Stammverzeichnisse von Virtualbox im Verzeichnis /union/home/guest/.VirtualBox/ und damit in einem RAM-Laufwerk liegen, gilt es, vor dem Erstellen einer neuen virtuellen Maschine einen Ordner der lokalen Festplatte über File | Global Settings als neuen Speicherort anzugeben. Da Virtualcity auch den Zugriff auf NTFS-Festplatten mittels Ntfs-3g lesend und schreibend unterstützt, eignen sich dazu auch Windows-Partitionen.
Verwenden Sie als als Installationsquelle eine CD oder DVD, dann starten Sie Virtualbox mit der Bootoption copy2ram. Sie lädt die Distribution komplett ins RAM, setzt dazu jedoch mindestens 512 MByte Arbeitsspeicher voraus. Nach dem Start entfernen Sie die CD und legen die Installations-Datenquelle ein.
Virtualcity via USB
Virtualcity beschränkt sich nicht nur auf den Gebrauch als Live-CD, sondern bietet auch eine Installationsroutine, um die Distribution auf einen mindestens 512 MByte großen USB-Stick zu installieren. Diese erreichen Sie über K-Menü | MCNLive | Create LiveUSB. Nach dem Festlegen des Ziels transferiert das Skript die notwendigen Dateien auf den Stick und richtet den Bootloader ein.
Da das gemeinsame Nutzen mehrerer Betriebssysteme auf der Heft-CD das Anpassen einiger Verzeichnisse erfordert, findet die USB-Installationsroutine den Kernel jedoch nicht. Kopieren Sie deshalb nach dem Abschluss der eigentlichen Installation noch den Inhalt des Verzeichnisses /initrd/cdrom/boot/virtualcity/ auf den USB-Stick.
Virtualcity kann aber noch mehr als nur virtualisieren. Neben diversen Office-Applikationen wie KWord und KSpread bringt es für den Multimediaeinsatz mit Amarok oder KMplayer die richtigen Programme mit. Ebenfalls mit von der Partie sind Internetanwendungen wie Opera, KMail oder der Instant-Messenger Kopete. Vermissen Sie ein Programm, dann installieren Sie es über den im Mandriva Control Center integrierten Paketmanager nach. Das Einrichten der Distribution auf der Festplatte übernimmt bei Bedarf ein Installationsskript, das Sie über K-Menü | MCN Live | Install to HD aufrufen.
Rettungsring
Die zweite Distribution der CD, System Rescue CD [3], bietet neben einer soliden Plattform zum Troubleshooting am lokalen Rechner diverse Schädlingsbekämpfer und Festplattentools. Die grafische Oberfläche, die Sie nach dem Booten mit startx anfordern, bedient im Grunde nur das Partitionierungsprogramm Gparted – praktisch alle anderen Programme arbeiten kommandozeilenbasiert.
Zum schreibenden Zugriff auf NTFS-Partitionen enthält SysRescCD den Userspace-Treiber Ntfs-3g 0.9, der in dieser Version kürzlich als finale Release freigegeben wurde. Der Aufruf ntfs-3g Windows-PartitionMountpoint hängt die NTFS-Partition im gewählten Verzeichnis ein. Anschließend machen Sie Schädlingen, etwa mit ClamAV, problemlos den Garaus.
System Rescue Images
Neben der eigentlichen Distribution besteht System Rescue CD aus einer Sammlung von Disketten-Images, die Sie über das Bootmenü erreichen und starten:
- Ranish Partition Manager – ein mächtiges, aber nicht ganz einfach zu bedienendes Partitionierungsprogramm mit diversen Rettungsfunktionen.
- GAG – ein grafischer Bootmanager, der sowohl Linux als auch BSD und Windows inklusive Vista problemlos verwaltet.
- AIDA – zeigt Ihnen Detailinformationen über die Hardware Ihres Rechners an.
- DBAN Boot and Nuke – löscht sicher einzelnen Partitionen oder ganze Festplatten durch mehrfaches Überschreiben.
- NT-Password-Recovery – dient zum Zurücksetzen des Administratorpasswortes auf NT-basierten Windows-Systemen. Ebenfalls enthalten: ein Registry-Editor.
[1] MCN Virtual City: http://sysresccd.org
[2] Virtualbox: http://www.virtualbox.org
[3] SysRescCD-Paketliste: http://sysresccd.org/Detailed-packages-list


