Hi,
ich habe ein kleines lokales Netz mit ein paar Rechnern. Dabei habe ich einen Server mit openSUSE 10.3 welcher unter anderem den lokalen DHCP und DNS Server beherbergt (sowie einen NFS-Server mit meinem Home-Verzeichnis). Auf mein Desktop läuft momentan hauptsächlich openSUSE 10.2, bei dem alles funktioniert. Gebe ich also in meinem Konqueror die Adresse meinserver.meinedomain.local ein, wird auch ohne murren die dazugehörige Webseite angezeigt.
Nun mein Problem, wenn ich auf den Desktop nun openSUSE 10.3 starte, bekomme ich aber bei gleicher Eingabe ein timeout, dass der Name nicht aufgelöst werden konnte. Lösche ich aber die Domainangaben, so dass ich nur noch den Servernamen angebe funktioniert aber alles wie gewohnt. Woran kann das liegen? Habe mir schon einen Wolf gesucht und alle Konfigurationen und Manuals durchforstet aber nichts gefunden.
Wenn ich auf der 10.3 ein ping meinserver durchführe bekomme ich ein echo, gebe ich aber ping meinserver.meinedomain.local bekomme ich wieder den timeout. Gebe ich aber dig meinserver.meinedomain.local oder vergleichbares ein, löst dieser mir die Adresse auch wieder richtig auf. Auch ein arp -a zeigt mir die komplette Adresse?!
Bald die Kriese krigend
Ulf
Hi Andreas,
um nicht alle Dateien Posten zu müssen habe ich mal die Dateien des Funktionierenden openSUSE 10.2 mit der nichtfunktionierenden openSUSE 10.3 verglichen. Die Rückgabewerte von hostname und route sind bei beiden Systemen identisch. Der Inhalt von /etc/hosts ist nur der 127.0.0.1 localhost als IPv4 enthalten. In der /etc/resolv.conf sind nur die drei nameserver und serarch meinedomain.local die richtige Domain enthalten. In der openSUSE 10.3 gibt es zusätzlich noch den Eintrag domain meinedomain.local.
In der /etc/dhcp.conf sind fiele feste IP-Adressenzuordnungen, die (globalen) Optionen für die Client-Konfigurationen (unter anderem auch option domain-name “meinedomain.local”;). Anschließend folgt die Konfiguration des Subnetzes mit eben allen festen IP-Adressen den Bereich usw.. Auch in den /etc/named.conf und den Datenbankdateien finden sich nur die wesentlichen Einstellungen (die Dateien sind ebenfalls riesig). Sind aber bei mir mit geringen Änderungen schon seit ca. SuSE x.y (mindestens 5 Jahre) ohne Schwierigkeiten mit irgend einer Client-Distro in betrieb (da ich das lokale Netz eigentlich öfter benutze).
Sei mir nicht böse das ich hier nicht alle Dateien posten werde, außer der Größe hat das ja auch noch Sicherheitsgründe (hier sind teilweise ja die Keys und auch die Netztopolgie enthalten – das müsste ich alles von Hand mit neutralen Infos ergänzen). Falls Du eine konkrete Idee hast werde ich aber gerne Ausschnitte hier veröffentlichen.
Ciao
Ulf
Du solltest auch die Datei /etc/nsswitch.conf einmal überprüfen! In dieser
Datei ist u.A. definiert, wie der Rechner die Namensauflösung betreibt, wobei
eine Reihenfolge aus verschiedenen Methoden festgelegt ist. Daraus ergeben
sich auch die Umstände, wann der Name aus der Hosts-Datei, wann vom DNS-Server
abgerufen wird oder ob gar weitere Methoden zur Auflösung von Domänen-Namen
eingetragen sind. Die Datei ist gut kommentiert und erklärt sich fast von
selbst.
Hallo Ulf,
ich kann mir nur vorstellen, daß das Problem in einem Hosts – Eintrag liegt, der die Vorgaben des DNS-Servers unwirksam werden läßt. Sonst würde das ja alle DNS-Clients betreffen. Oder macht vielleicht ein System doch kein DHCP?
In der db.meinedomain (oder wie auch immer die Datei bei Dir heißt) müßte stehen:
$ORIGIN meinedomain.local.
meinserver A IP-Adresse
Mehr fällt mir im Moment nicht ein.
Gruß
Andreas
Hi GoaSkin,
Danke für Deinen Tip. Ich habe mal ein diff auf die Datei gemacht (zwischen funktionierenden und nichtfunktionierenden System). Dabei hat sich folgender Output ergeben:
# diff /etc/nsswitch.conf /media/suse10.3/etc/nsswitch.conf 32c32 < hosts: files dns --- > hosts: files mdns4_minimal [NOTFOUND=return] dns Wenn ich das jetzt richtig interpretiere Fragt openSUSE 10.2 erst die lokale /etc/hosts ab und anschließend den DNS-Server (was ja auch funktioniert). Die Variante des openSUSE 10.3 fragt dazwischen irgend einen dienst (mdns4_minimal) an. Nur wenn dieser als Return NOTFOUND liefert, wird auf den DNS zugegriffen. Das ist natürlich fatal, wenn dieser dann ein Suchfenster mit alternativen öffnet – also nie auf DNS weiter gibt.
Werde also mal die Datei auf die Einstellungen von openSUSE 10.2 ändern. Gebe hier noch mal Bescheid, sobald ich diese Konfiguration testen konnte.
Ciao
Ulf
Hi Andreas,
ich kann mir vorstellen, dass wie oben erwähnt, das Problem tatsächlich an der /etc/nsswitch.conf liegt. Denn diese legt die reihenfolge der Namensauflösung mit fest. Siehe also auch Antwort oben. Gebe nach einem Test oben in dem Subthread Bescheid sobald ich dieses testen konnte.
Ciao
Ulf
Hi,
genau, dass war es jetzt auch. Nachdem ich /etc/nsswitch.conf auf hosts: files dns geändert hatte, funktioniert jetzt auch wieder die direkte angabe von kompletten lokalen Domain Namen.
Wieder was dazu gelernt :-) .
Aber da war wieder jemand bei den Standardeinstellungen zu benutzerfreundlich :-( .
Ciao
Ulf