ForumKompilieren von Software: Warum kein Compiler an Bord?
Thomas Hensel – Mittwoch, 20. Juni 2007 18:38 Uhr

Hallo zusammen,

neulich habe ich Kubuntu auf meinem Rechner installiert. Anschließend wollte ich Software kompilieren, aber bereits bei ./configure war Schluss, denn es war kein Compiler an Bord.
In der Fachpresse lese ich: “Unter Linux kommt dafür gewöhnlich der gcc zum Einsatz. Dieses unentbehrliche Werkzeug installiert mittlerweile fast keine Distribution mehr standardmäßig mit.”
Warum ist das so, und wie komme ich an eine Umgebung, in der ich mir nicht mühsam jede fehlende Bibliothek ausm Netz ziehen muss?

[1] http://www.linux-user.de/ausgabe/2004/06/028-configure/index.html

5 Antworten
Lutz Golke – Donnerstag, 21. Juni 2007 09:34 Uhr

Moin,
viele Distros sehen sich derzeit als “Desktop-Linux” und bieten gängige
Software fertig paketiert in ihren gut gepflegten Repos an. Die “Macher”
sehen daher keine Notwendigkeit mehr für eine standardmässig installierte
Entwicklerumgebung. Die wenigsten User dieser Distros kompilieren irgendetwas selbst. Ausserdem ist es eben durch das Packagemanagement bzw. der dafür vorhandenen Hilfstools (bei Kubuntu apt, aptitude, adept) und vorhandenem Online-Zugang ein Leichtes die benötigten Entwicklertools/-libs nachzuinstallieren (build-essential, gcc etc).

hth,
Lutz

Seraphyn Christian M. Grube – Donnerstag, 21. Juni 2007 09:56 Uhr

Indem Du das Paket build-essential installierst.
Des weiteren wäre es ganz Gut zu schauen, ob sich die Software nicht in einem der Repositories befindet. Bei dem kompilieren von Software ist im Grunde schon Fachwissen gefragt und man sollte sich auch ein wenig in das Thema einlesen, sonst kann man sehr schnell scheitern und verliert den Spass an der Sache.
Um welche Software handelt es sich denn ?

Seraphyn

Thomas Hensel – Donnerstag, 21. Juni 2007 10:18 Uhr

Hallo und erst einmal vielen Dank an alle, die helfen wollen,

bei der SW handelt es sich um eine Sudoku-Anwendung unter KDE, die ich auf einer DVD fand, jedoch nur als source oder als .rpm. Downloads kann ich nur mit 56k vornehmen, deswegen begeistert mich die Aussicht darauf nicht so …

Benjamin Quest – Samstag, 23. Juni 2007 11:13 Uhr

Bei kleineren Programmen kann man das *.rpm auch umwandeln in ein *.deb. Dazu muß das Paket alien (und seine Abhängigkeiten) installiert sein.

Anschließend kann man einfach in das Verzeichnis des umzuwandelnden *.rpm’s wechseln und auf der kommandozeile ein fakeroot alien [paketname].rpm eingeben. alien erstellt dann ein *.deb Paket, das man dann gleich mit sudo dpkg -i [paketname].deb installieren kann.

Und wer den ganzen Paketnamen nicht abtippen will (und die Konsole noch nicht kennt) der kann die “angetippten” Namen mit der Tabulatortaste vervollständigen.

Gruß, B.

BiBaBuzemann – Donnerstag, 21. Juni 2007 17:54 Uhr

Hallo,
erstmal vorwweg, Ubuntu kenne ich nicht wirklich, da es aber ein Debian derivat ist und ich eigentlich nur noch mit Debian arbeite hier meine vorschläge:

um rpm pakete unter debian benutzen bzw. einspielen zu könnnen gibt es das tool “alien” einfach mal anschauen.

zum installieren entweder mit “apt-get install programmname” oder mit “aptitude” einspielen. Ich weiß nicht ob ubuntu auch folgende tools anbietet bzw. schon installiert hat, am besten du schaust da mal nach:

dselect (etwas älteres Frontend für apt, aber sehr zuverlässig, ich hab mich halt daran gewöhnt)

synaptic (Graphische Paketmanager)

hoffe das dich das etwas weiter bringt.

Dieter Drewanz – Samstag, 23. Juni 2007 14:14 Uhr

Mit synaptic sind gcc (mit und ohne versionsangabe), g++, gpp, cpp (alles auch
mit und ohne versionsagabe), make und noch ein paar pakete zu installieren.
erst dann ging es bei mir.

Lutz Golke – Sonntag, 24. Juni 2007 16:33 Uhr

… drum “build-essential”, Metapaket welches die wichtigsten Programme für eine Entwicklungsumgebung installiert.

scnr,
Lutz

Dieter Drewanz – Sonntag, 24. Juni 2007 23:19 Uhr

Anbei noch das ganze ausführlich. Bis das Compelieren ging, mußte ich bei mir folgende Pakete mit “synaptic” Paketverwaltung installieren:
binutils
bzip2
coreutils
cpp
cpp 3.4
cpp 4.0
debconf
debianutils
g++
g++ 3.4
g++ 4.0
gawk (configure mäkelte das bei mir an)
gcc
gcc-3.3-base
gcc-3.4
gcc-3.4-base
gcc-4.0
gcc-4.0-base
gcj-4.1-base
linux-386
linux-kernel-headers
m4
make
makedepend
makedev
mcpp
(alien – brauchst du, wenn du rpm verwenden willst)
(ggf noch configure-debian sinnvoll zu installieren)
Die meisten der Pakete sind unter der Selektion “Entwicklung” und “Interpretersprachen” zu finden. Wenn das alles installiert ist, gibt ./configure ggf. noch spezielle Paketnamen aus, was noch fehlt.
Hoffe Dir hilft das weiter (nicht abschrecken lassen von der langen Liste)

Benjamin Quest – Freitag, 29. Juni 2007 14:24 Uhr

Und noch ein Tipp: checkinstall verwenden.

Checkinstall ist ein “alternatives make install”, daß aber nichts installiert, Dir dafür aber ein *.deb-Paket baut, daß Du dann über den paketmanager installieren und eben auch einfach wieder de-installieren kannst.

Bitte beachten: die so generierten *.deb Pakete werden wahrscheinlich nur auf Deinem Rechner laufen und sind nicht wirklich zum in den Verkehr bringen geeignet.

Gruß, B.