Hallo,
ganz unverhofft und aus heiterem Himmel startet mein Suse 10.1 nicht mehr.
Der Rechner wurde ganz normal ausgeschaltet und beim nächsten Neustart ging nichts mehr.
Das sind die letzten Zeilen des Startprotokolls:
Reiser FS: hdb4
Removing [41696 289587 0x0 SD] ..double fault, gdt at c03e61a0 [255 bytes]
eip=c011759e, esp=df1fdef8
eax=00000312, ebx=fffffffc, ecx=1f1fedb0, edx=1b000000
esi=db3128a5, edi=c0117370
An dieser Stelle bleibt der Rechner stehen. Auch ein Start in einem niedrigeren Runlevel als 5 funktioniert nicht. Da mir das Ganze wie ein Speicherproblem aussah habe ich die Speicherkonfiguration etwas verändert indem ich die Speichermodule auf den Bänken vertauscht habe (2*256 MB + 1*512 MB). Dabei zeigten sich, je nach Konfiguration die unterschiedlichsten Effekte:
– Permanenter Rechnerneustart nach Beginn vom Linux-Boot
– Einfrieren an der o.g. Stelle
Ich muss noch sagen, dass auf dem selben Rechner ein Windows XP völlig klaglos läuft. Es ist sogar auf der selben HDD wie das Linux installiert.
Kann jemand mit den wenigen Informationen etwas anfangen und mir einen Tipp geben? Bitte nicht zu kompliziert, denn mein Linux Fachwissen hält sich in Grenzen ;-).
Erstmal vielen Dank im Voraus.
Heiko Hennig
Dass Windows XP noch klaglos läuft kann bedeuten, dass “lediglich” dein
Linuxdateisystem kaputt ist (bspw. die Festplatte genau dort einen Fehler hat
oder ein sporadischer Fehler beim Ausschalten des Rechners auftrat) oder aber
dass der Fehler auch unter Windows auftritt, aber noch nix Wichtiges
zerstört hat oder dass Windows den Speicher leicht anders anspricht und der
Fehler (noch nicht) unter Windows auftritt…
Um einen Arbeitsspeicherfehler zu bestätigen oder auszuschließen empfielt
sich “Memcheck”. Wenn mich nicht alles täuscht sollte es auf der
Suse-10.1-Installations-CD als Startoption vorhanden sein.
Wenn der Arbeitsspeicher defekt ist muss zunächst der betreffende Riegel
entfernt/ausgetauscht werden, bevor weitere Maßnahmen direk mit dem Rechner
Sinn machen.
Danach ein Rettungssystem starten. Entweder du nimmst das
komandozeilenbasierte Rettungssystem von der Suse-Installations-CD (im
Bootmenü auswählbar) oder wenn du es grafisch magst, nimm eine Knoppix-CD.
Dort dann die Partition mit den wichtigen Daten mounten und die Daten
runterkopieren (bspw. über Netzwerk, auf USB-Stick, auf CD/DVD-brennen…).
Danach unmounten der Patition (oder falls er das Mounten wegen einem Fehler
verweigert) und auf einer Komandozeile einen Dateisystemcheck mit “reiserfsck”
machen (du verwendest laut deinem Fehler ReiserFS, zur Syntax siehe Manpage
von reiserfsck).
Mittels verschiedener Optionen in reiserfsck kannst du das Dateisystem
reparieren. In der Regel hat das bei mir selber geklappt, aber Datenverluste
an den zuletzt geöffneten Dateien sind dabei nicht auszuschließen.
Hi,
es gibt zwei mögliche Probleme. Entweder ist es tatsächlich der RAM. Was man aber wie oben erwähnt mit MEM-Check im Bootmenü Deiner SuSi testen kannst. Außerdem solltest Du mal alle Varianten Deiner Speicherriegel testen (jeweils nur einer und jeweils getauscht – hast Du ja teilweise schon). Übrigens kann Windows wegen teilweise fehlender Speicherschutz und Überwachungsfunktionen, RAM-Fehler sehr schlecht entdecken.
Das zweite ist ein Festplattenproblem. Hier kannst Du bei etwas neueren Platten aber deren Verwaltungsinformation auslesen. Dieses geht mit dem S.M.A.R.T. Protokoll, und wird unter Linux mit den smartmontools [1] ausgelesen. Dort kann man auch mit smartctl -t long /dev/ (wobei durch Deine Festplattendevice – z.B. hda ersetzt werden muss) auch einen expliziten Test machen. Findest Du dann viele Fehlermeldungen in einer kurzen Zeitraum ist es ein Festplattenproblem.
Ciao
Ulf
[1] http://smartmontools.sourceforge.net/
Hallo,
ich habe das Dateisystem mit reiserfsck getestet. Es wurde ein schwerer Fehler gefunden der aber behoben werden konnte. Jetzt funktioniert alles wieder. Gelegentlich werde ich mal memcheck laufen lassen um den RAM zu testen.
Vielen Dank
H. Hennig
Nochmal Hallo,
die Idee mit den Smarttools ist auch nicht schlecht. Das werde ich auch mal testen. Vielleicht verabschiedet sich ja hier die Festplatte ganz langsam. Da könnte ich vorbeugen. Danke für den Tipp.
H. Hennig