ForumDateien Verwaltung unter Linux im Windoof Style?
Tommy78 – Mittwoch, 28. Februar 2007 21:24 Uhr

Hallo, ich finde Linux an sich ja sehr gut, und würde gern umsteigen. Mein Problem sind diese Mountgeschichten von Ordnern und Dateien. Ist mir viel zu kompliziert..;-(
Gibs ne Möglichkeit, unter Linux ein System einzurichten, was alles so wie bei Windoof ordnet, dh, Anzeige von FP, Partitionen und Ordnerstruktur?
So das man alles dort findet, wo es auch physikalisch ist? Und nich alles mit komischen Konsolenbefehlen mounten muss?
Ständig kommen Sachen, wie nicht gefunden, oder irgendwelche Rechte hat man nich, etc….Mag ja für IT Freaks cool sein, aber als Normaluser will ich nen einfachen Überblick, und einfaches arbeiten an meinen Partitionen und Ordnern.
Dankschön
P.S. Habe bisjetz Knoppix und Suse ausprobiert.

6 Antworten
Georg Schieche-Dirik – Mittwoch, 28. Februar 2007 21:53 Uhr

Hallo Tommy,

bitte beschreib etwas deutlicher, wie Du vorgegangen bist. Wenn Du nämlich die Standard-Installation von SuSE (Welche Version hast Du?) durchlaufen läßt und ein bischen rumklickst wirst Du unvermeidlich in einer grafischen Ordner-Struktur landen.
Und ganz WICHTIG: schau in ein Handbuch für Anfänger, gibts einige. Das Beste das ich kenne ist von Michael Kofler “Linux”. Wenn Du Dir die SuSE-Box zulegst, bekommst aber auch schon sehr brauchbare Einführungen in Buchform.

Have Fun! (Der SuSE-Gruß)

Georg

BTW:
Dein Posting wirkt auf mich etwas hingerotzt/genervt. Aller Anfang ist schwer, ging mir auch mal so vor 12 Jahren mit Windows, daran führt kein Weg vorbei.

Tommy78 – Mittwoch, 28. Februar 2007 23:23 Uhr

>BTW:
Dein Posting wirkt auf mich etwas hingerotzt/genervt. Aller Anfang ist schwer, ging mir auch mal so vor 12 Jahren mit Windows, daran führt kein Weg vorbei.< Dafür entschuldige ich mich, so sollts nich rüberkommen. Schliesslich wollt ich ja Hilfe und nich rummotzen. Ich will nochmal erklären wie ichs meine. Ich bin mir klar, das Linux sinnvoller und sicherer ordnet als Windoof. Fakt. Aber, ich würde es zum umgewöhnen gutfinden, so eine Art gefakte Ansicht zu haben, dh, alles bleibt da, wo es Linux hintut, aber, ( so wie Verknüfungen) es gibt eine Ansicht, wo es grafisch, ähnlich Win angezeigt wird, und man alles auch so anklicken, bearbeiten, abspeichern, kann, wie mans unter WIn gewöhnt ist. So eine Art Aufsatz, wo Windoof Users wie mir ein vertrautes Bild angezeigt wird. Das würde mir, und sicher auch andern den Umstieg und das reinfitzen ins neue System sicherlich erleichtern. Ohne mein vertrautes System isses eben eine gespiele mit Linux, ohne das ich mich trauen würde, an meinen Daten was zu verändern.Geht schon damit los, meine MP3 Partitionen in das Audioprog einlesen zu lassen, bla bla, wo find ichs....klappts mit den Rechten damit...und ähnliches Oje, Linux Experten lachen mich jetz aus..... Ach ja, ich hatte mal Suse 9.1 inst, als DL Version, ohne Support und Handbücher.

Ulf B. – Donnerstag, 01. März 2007 21:38 Uhr

Hi Tommy,

Entschuldigungen werden hier immer gerne zur Kenntnis genommen – ist aber nicht zwingend notwendig oder üblich – wir sind hier einiges gewohnt.

Aber zum Thema. Du verwendest gerade SuSE 9.1, was meiner Ansicht nicht die idealste Wahl ist, da sich seither einiges geändert bzw. verbessert hat. Du kannst Dir entweder eine aktuelle OpenSUSE 10.2 kaufen [1] oder downloaden [2] (lassen). Normalerweise findet man immer jemand mit schnellen Internetzugang falls man selber keinen hat, um eine DVD oder die CD’s Downzuloaden. Anschließend kannst Du Dein SuSE 9.1 auf ein aktuelles System updaten.

Alternativ kannst Du Dein System auch neu installieren, bzw. evtl. auf die für Anfänger auch brauchbare kubuntu [3] wechseln. Aber mache Dir bei einer neuinstallation den gefallen und sichere vorher Deine (wichtigen besser alle) Daten. Außerdem solltest Du darauf achten KDE als Desktop zu Verwenden, was insbesondere für Windows Umsteiger mit Deiner Erwartungshaltung aus meiner Erfahrung die bessere Wahl ist (zumindest für solche aus Deutschland/Europa). Du kannst natürlich auch jeden anderen Desktop verwenden, da auch GNOME und viele andere sehr gut sind. Es ist aber immer eine Geschmacksache, und hängt auch immer von Persönlichen vorlieben ab.

Wenn Du dieses getan hast wirst Du Dich wundern wie wenig unterschied zwischen Linux und Windows besteht (hier liegen immerhin 4 bis 5 Versionen und fast 3 Entwicklungsjahre dazwischen – Kernel 2.6.5 auf Kernel 2.6.18). Außerdem gibt es meines Wissens keine Sicherheits Updates mehr für SuSE 9.1 (habe leider keine entsprechende Information gefunden).

Also noch einmal kurz zusammengefaßt – Linux (SUSE) auf aktuellen Stand bringen – Testen – und wenn Du dann noch Probleme hast, kannst Du natürlich gerne hier noch mal Posten.

Ciao
Ulf

[1] http://www.novell.com/de-de/products/opensuse/
[2] http://de.opensuse.org/
[3] http://kubuntu.org/

Tobias Hunger – Mittwoch, 28. Februar 2007 22:33 Uhr

Die schlechte Nachricht: Sowas gibt es nicht.

Die gute Nachricht: Alles, was nicht unter /home/USERNAME/ liegt braucht Dich
nicht zu interessieren. Das ist System-Kram. Eine Ausnahme ist noch /media: In
diesem Verzeichnis tauchen CDs, DVDs und USB Platten als Unterverziechnisse
auf.

Warum gibt es das nicht? Weil es ziemlich bescheuert ist, Platten physikalisch
zu addressieren: Wenn Du die Platten umstöpselst findet das System sich selbst
und seine Programme nicht mehr. Unixe sind da durch das ineinanderhängen
von Dateisystemen wesentlich robuster: Da kann man durch Änderung einer Datei
(/etc/fstab) plus evtl. noch des Bootloaders alles wieder hinbiegen… und
selbst die /etc/fstab muss man heutzutage (dank Identifizierung der einzelnen
Partitionon über eindeutige IDs) i.d.R. nicht mehr anfassen!

Jens Panienski – Donnerstag, 01. März 2007 08:38 Uhr

Hallo Tommy,

ich kann mich erinnern, dass ich zu Anfang die gleichen Wünsche an Linux hatte. Mit der Zeit findet man aber auch unter Linux “seine” Lieblingsprogramme.
Für die Dateiverwaltung versuche es doch mal mit mit dem Programm Krusader. Da hast du zumindest eine zweispaltige Ansicht die ein wenig an den Explorer erinnert.
Zu deinem Problem bezüglich des mounten empfehle ich dir, mal eine aktuelle Distribution anzuschauen. Evtl. Ubuntu. Das gibt es auch als Live-CD zu ausprobieren. Und dort werden Laufwerke, auch USB-Sticks usw. automatisch eingebunden.
Für Umsteiger deutlich einfacher.
Das automatische Einbinden bieten aber auch andete akutelle Distris.

Bernd Seidler – Samstag, 03. März 2007 09:39 Uhr

Hi, Tommy,

Es klang bereits mehrfach an, aber ein wenig Wiederholung kann nicht schaden: Der “Windows-Style” macht unter Linux herzlich wenig Sinn. Im Endeffekt macht er Dir mehr Ärger als Nutzen. Zur Begründung muss ich nun etwas weiter ausholen:

Was Du zuerst wissen musst: Linux ist ein waschechtes Mehrbenutzersystem. Es ist von Anfang an darauf ausgerichtet, von vielen Anwendern parallel bedient zu werden. Windows dagegen ist ein Einzelbenutzer, das neuerdings mehrbenutzerfähig wurde.

Grundsätzlich gelten für beide Ansätze die gleichen Regeln, aber die Gewichtungen sind deutlich anders. Unter Linux sind zwei Punkte besonders wichtig: Ordnung halten und langfristiges Denken

Ordnung halten wird umso wichtiger, je mehr Personen zusammenarbeiten. Und da bei einem Mehrbenutzersystem naturgemäß viele Personen arbeiten, muss es für diesen Punkt eine tragfähige Antwort liefern, damit viele Anwender mit vielen Daten entsprechend nicht durcheinander kommen.
Deswegen ist die Definition, welche Sachen wo im System gespeichert werden, eine klare Administrationsaufgabe. Gib jedem Benutzer die Erlaubnis, sich nach eigenem Gusto (pardon, ich meinte natürlich: Ordnung nach eigener Maßgabe) wild im System zu verteilen, und Du landest innerhalb kürzester Zeit in einem furchtbaren Chaos.

Langfristiges Denken bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es Änderungen am System geben wird. Sei es, dass eine neue Festplatte reinkommt, oder eine Platte an einem neuen Controller landet (was unter Windows aus C:\ dann beispielsweise E:\ machen würde). Ohne strikter Trennung zwischen System und Andwendung hättest Du nur drei Alternativen: a) Das System ausführlich testen, b) eine “holprige” Phase in Kauf nehmen oder c) gar nichts tun.
In der Unix-Welt, zu der auch Linux zählt, werden allerdings wirklich wichtige Sachen betrieben. “Mission Critical” nennt sich das auf Neudeutsch. Da verlassen sich dann Hunderte und Tausende von Mitarbeitern darauf, dass das Teil störungsfrei tut. Du hast dann mal Wartungsfenster im einstelligen Minutenbereich, bei manchen Systemen noch nicht mal das. Da kommen dann sogenannte “High Availability Cluster” zum Einsatz. Und ohne strikter Trennung zwischen Benutzer und System würden die nicht tun.

Windows hingegen kommt aus dem Einzelkämpfer-Segment. Entsprechend kann es in Fragen der Ordnung etwas entspannter vorgehen. Durch die geringere Nutzungsintensität (einer allein produziert nun mal weniger Material als viele) ist mit Umkonfigurationen während der Lebensdauer nicht zu rechnen. Und weil da regelmäßig nur einer dran hängt, können wir uns auch großzügigere Wartungsfenster einräumen.

Allerdings wird auch Windows mit jeder Inkarnation mehr zu einem echten Mehrbenutzersystem. XP konnte schon “mounten” (auch wenn das eher unbekannt ist, aber die Fähigkeiten sind da), Vista kann Schreibzugriff auf das System simulieren, indem es die Sachen einfach in den persönlichen Ordner des jeweiligen Benutzers umleitet. Letzteres ist ein eindeutiger Workaround, weil viele Programme eben immer noch wild im System herumschreiben wollen.

Kurz: Windows entwickelt sich dahin, wo die Unix-Welt schon seit Jahrzehnten ist.

Das, was Du im Moment durchmachst, nennen die werten Kollegen aus den sozialwissenschaftlichen Disziplinen übrigens “Kulturschock”. Den gibt’s jedes Mal, wenn man in eine andere Kultur eintaucht. In der Regel nach dem Abklingen der ersten Euphorie. Ich kann Dir nur raten, den Kulturschock zu überwinden: Du wirst stärker und weiser daraus hervorgehen und Lösungen präsentieren, wo Deine Kollegen noch nicht mal das Problem sehen. Wie sollten sie auch, wenn ihnen die Perspektive einer zusätzlichen Kultur fehlt?

Tu Dir selbst einen Gefallen, und schau beim Buchhändler Deiner Wahl vorbei. So ein Einsteigerhandbuch ist sehr hilfreich. Auch die aktiellen SuSE-Boxen sind regelmäßig sehr empfehlenswert; Du findest dort meist richtig gute Handbücher.

So gerne wir Dir auch helfen – auch das gehört zur Linux-Kultur, schließlich war jeder von uns mal ein Neuling – den Kulturschock können wir Dir nicht ersparen.

So, das war’s in aller Kürze auch schon.
Liebe Grüße,
Bernd

P.S.: Im Urlaub wirst Du regelmäßig den “Kulturschock” nicht erleben; bis die Euphorie des Neuen soweit abgeklungen ist, bist Du schon wieder daheim. Und bei Club-Urlauben kommt man mit der Kultur des Gastlandes ohnehin nur ausgesprochen peripher in Berührung.

Benjamin Quest – Samstag, 03. März 2007 11:10 Uhr

Also wenn man es einfach haben will, dann nimmt man das noch aktuelle Kubuntu, da ist alles außer /home und /media (die externen Datenträger) alles andere ausgeblendet. Dann nimmt man noch den Dateinmanager Dolphin für KDE dazu.

jetzt die andere Frage: wieso sollte man das Windowsverhalten imitieren wollen? Dieses merkwürdige Konstrukt namens Arbeitsplatz gibt die physikalische Struktur der Dateisysteme genausowenig wieder wie das irrsinnige Navigieren aus dem Ordner “eigene Dateien” (oberhalb befindet sich dann nämlich der Arbeitsplatz und nicht der Ordner in dem der Ordner mit den eigenen Dateien liegt). Ich finde das Windowsverhalten höchst ermüdend und die Dateidialoge könnten ein “type-ahead” gebrauchen …

Daher mein Tipp: nimm eine aktuelle Distribution, da gibt es praktisch keine Mount-Problematik mehr und wenn Du tatsächlich andere Verzeichnisse brauchen solltest als /home und /media, dann leg Dir doch einfach ein paar Verknüpfungen. Das kann man sogar in den KDE Dateidialogen tun und dort auch auf einzelne Partitionen zielen.

Ansonsten probier mal beim konqueror ein wenig die Seitenleiste aus … Zugriff auf Partitionen, Systemordner, Heimatverzeichnis, FTP-shares, … alles da :-)

Dieter Drewanz – Samstag, 03. März 2007 11:38 Uhr

Du solltest Dich mit der anderen Art der Dateihandhabung vertraut machen. Diese bietet dadurch wesentlich mehr Variationsmöglichkeiten. Mit mount ist man auch recht flexibel.

Um sich den Download zu ersparen und günstig an eine Linux-Distro zu kommen, bieten die Vielzahl der Linuxmagazine eine einfache Bezugsquelle

Es gibt aber noch ein Linux, das eine andere Verzeichnisstruktur mitbringt, namens Gobolinux. Unten habe ich Dir ein paar Links angehängt. Falls das eher Deinen Vorstellungen entsprechen sollte, wäre das vielleicht etwas für Dich. Auch hier kann Linux flexibel sein.

[1] http://www.gobolinux.org/
[2] http://www.gobolinux.org/index.php?lang=de_DE
[3] http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/01/906-gobolinux/index.html

Tommy78 – Samstag, 03. März 2007 14:04 Uhr

Hallo erstmal an alle, und vielen Dank für eure Antworten. Ich merke, ich komm ums einarbeiten nicht drumrum. Ich hab mir jetzt vorgenommen, Suse 10 zu dl, und auf ne externe FP zu installiern. Von dort aus, werd ich mich vertraut machen, und das eben ohne Windoof Style Sachen. :-)
Ich denke mal auch, es ist mehr die Umgewöhnung, als denn das schwierige am Linux selbst. Der Kulturschock eben.
Und ich werd mir jetzt mal dieses Gobolinux ansehen, das sieht interessant aus.
Gruss Tommy

Tommy78 – Sonntag, 04. März 2007 16:18 Uhr

wollt nur noch mal loswerden, hab die Gobolinux Live CD probiert. Es läd den Kernel, danach is Blackscreen. In die erweitererten Bootoptionen komm ich nicht rein, weil er sich dabei aufhängt. Md5 stimmt. Nunja, ich werds mit Suse probiern.