Hallo,
ich habe so langsam die Nase voll von Windows. Nun möchte ich auf einer zweiten Festplatte mal Linux testen (gut, Grundkenntnisse von Eisfair sind vorhanden). Nur welches ist für folgendes System brauchbar?
Dell OptiPlex GX200
Pentium III 933 MHz
128 MB RIMMBUS
Grafik, Netzwerk, Sound onboard
CD-RW Brenner
20 GB Festplatte für Linux geplant
19 Zoll Samsung SyncMaster 920n TFT
Was mache ich?
Ein wenig Office (Openoffice nutze ich schon unter Windoof)
Öfter mal viele Grafiken verkleinern (bisher Irfanview, gibt es vegleichbare unter Linux?)
Mal ne CD brennen (DVDs habe ich bisher nicht gebraucht)
Internet (kartonbau.de, Onlinebanking und wenig Email)
Ach ja, und den Yahoo-Messenger nutze ich, suche dafür ebenfalls ein vergleichbares Programm (ICQ oder so möchte ich nicht, kenne auf yahoo einige).
Aufrüsten möchte ich nicht, geht bei dem kleinen auch nicht.
Über Vorschläge wäre ich dankbar.
Stephan
jede Linux-Distro läuft mit dem Rechner.
Die wirkliche Frage ist eher welches Linux dir persönlich am meisten liegt.
Meine Antwort: ausprobieren.
Hallo,
ich kann mich meinem Vorredner leider nicht in allen Punkten voll anschliessen, in den Punkten : ” Ausprobieren was gefällt ” und ” Alle aktuellen Distributionen sollten laufen” gebe ich ihm recht. Allerdings “alle aktuellen Distributionen sollten laufen” hat einen riesigen Haken: 128 MB Ram macht das Arbeiten mit den aktuellen Distributionen welche auf KDE / GNOME setzen zu einer trägen und zuweilen nervenaufreibenden Angelegenheit.
Im Regelfall würde ich Linux Neulingen und Testfreudigen eine Live Distribution zum Testen der Geschwindigkeit / der Handhabung / der Oberfläche empfehlen, allerdings bei 128 MB Ram stossen die Ramdisk basierten Live Systeme meiner Erfahrung nach an ihre Grenzen.
Es ist natürlich trotzdem möglich eine Live Distribution wie z.B.[1] oder [2] in augenschein zu nehmen, auch OpenSuse bietet eine Live Version an [3] mit der Einschränkung das diese von der DvD gestartet werden muss. Es gibt auch einige Distributionen die speziell auf “schwächere” Systeme ausgelegt sind z.B. [4], wobei dazu gesagt werden muss das z.B. [4] auf einem 2.4er Kernel aufbaut und die reduzierten Anforderungen sich natürlich auch noch in anderen Dingen massiv wiederspiegeln.
MfG
Sebastian
[1] http://www.knoppix.de
[2] http://kanotix.com
[3] http://www.opensuse.de
[4] http://www.damnsmalllinux.org/
Hi,
Teilweise muß ich Sebastian recht geben. Ich bin aber abweichend dazu der Ansicht das durchaus KDE und GNOME einen Versuch wert sind. Insbesondere die aktuellen Dektop Versionen sind nicht mehr ganz so Speicherhungrig. Ich habe bisher eigentlich kaum Probleme mit einem 233MHz P2 mit 96MB RAM mit Ubuntu 6.06 [1] und Kubuntu 6.06 [2] gehabt. Natürlich ist das System dann nicht irre schnell, ist aber XP auf solchen Rechner auch nicht.
Seit einigen Tagen gibt es die neue Version 6.10 (Codename “Edgy Eft”) von Ubuntu/Kubuntu zum Download. Die normale Installations-CD für den Desktop kennt auch den Live Modus. Von dieser neuen Version wird behauptet das Sie sehr gut mit den Resorucen umgehen kann. Probiere es doch einfach mal aus. Installiere nur am Anfang nicht zu fiel nach, da sich einige Programme mächtig auf die Performanze auswirken können.
PS: Werde in den nächsten Tagen auf oben genannten Rechner das neue Kubuntu aufspielen. Ich kann bei bedarf dann noch einmal kurz hier berichten.
Ciao
Ulf
128 MB Ram ist für einen Modernen Desktop etwas wenig.
Wenn du den GNOME Desktop bevorzugst wäre GNOME 2.14 und höher empfehlenswert, da sind einige Speicheroptimierungen drinnen. Hier wäre aber der kleine XFCE Desktop wohl doch die bessere Lösung.
SuSE würde ich auf so einen PC wohl nicht installieren, SuSE ist nicht gerade sehr schlank und Hardware schonend.
Meine Tipps daher wären xubuntu. Debian, Slackware oder Gentoo. (Vielleicht auch Fedora)
Bei mir läuft ein 950MHz Rechner, allerdings mit mehr Speicher. Gleicher Rechner mit 128MB hatte ich in einem Hostel als Internetrechner erlebt. Ab mehr als einem Tab im Firefox geoeffnet, wurde es dann plötzlich langsam. Die neuen Kernel mit neueren Gnome und KDE fressen viele Resourcen (z.b. ubuntu 6.06 360MB used / 25MB free, bei mir wo nur Gaim, und w3m). Als Distributionen würde ich daher damnsmalllinux, puppy linux, xubuntu, simply MEPIS (letztere hat ein gut abgespektes KDE, und damit eine bekanntere Oberfläche). Vor alem die grafischen Oberflächen mit dem Zubehör brauchen Speicher.
Zum chatten mit Buddies from ICQ kannst Du Gaim oder Kopete nehmen. Bei allen genannten Distros kann man auch Software nachinstallieren, d.h. OpenOffice, Firefox, sofern nicht schon in der Basisform schon mit dabei ist.
Hi,
wo hast Du die Zahlen her? Bei mir braucht ein DSL (Damn Small Linux) nach einer Weile 2GB RAM. Ne im Ernst, die reine Speicherbelegung spielt eher eine untergeordnette Rolle. Sonder es ist fiel entscheidender wie gut der Reuse (blödes Wort => Wiederverwendung im Code ist). Siehe Dir doch mal den Artikel unter [1] an. Dort stehen teilweise ganz andere Werte. Insbesonder die Grafik [2] zeigt, dass unter bestimmten Umständen KDE sogar effizienter als XFCE und GNOME ist. Das hängt von der Verwengung ab. Also mein Tip, einfach testen.
Ciao
Ulf
[1] https://www.linux-community.de/story?storyid=20864
[2] https://www.linux-community.de/pics/20864/speicherfresser.png
Hi,
kleiner Nachtrag:
KDE und GNOME werden erst richtig effizient wenn man fast ausschließlich deren Anwendungen verwendet. Bei KDE (GNOME kenne ich leider nicht so gut) z.B.:
Kmail/Kontact als Emailprogramm Konqueror als Webbrowser (schon lange meine erste Wahl vor Firefox und Co.) K3B als Brenner Gwenview als Bildbetrachter (obwohl mir XnView auch sehr gut gefällt) Dia als Fotoarchivar Koffice als Office Suite usw. und so fort Wenn Du nur solche integrierte Anwendungen verwendest solltest Du sogar Resorcenschonender als XFCE kommen, was ja oben erwähnter Bericht und Grafiken belegen.
PS: Habe mittlerweile Kubuntu 6.10 auf dem alten Rechner (siehe Artikel ganz oben) installiert. Ist insbesondere beim Starten wesentlich schneller als Kubuntu 6.06.1. Auch die Anwendungen sind subjektiv schneller, solange man bei reinen KDE Anwendungen bleibt.
Ciao
Ulf
Hi,
es gibt mehrere Varianten für Dich (wie immer bei Linux):
DeLi-Linux [1] ist ein sehr schlankes Linux speziell für ältere Rechner mit wenig Ressourcen. Zugegebenermassen zielt DeLi-Linux auf Hardware von einem 486er aufwärts ab, aber einen Blick würde ich schon mal riskieren, falls Die die Arbeitsgeschwindigkeiten anderer Lösungen zu gering sind.
Eine weitere Möglichkeit sehe ich in der Ubuntu-Variante Xubuntu [2], die bringt XFCE als Dekstop-Umgebung mit welche nicht so ressourcenfressend ist wie KDE oder auch GNOME.
Da ich denke, daß Du mit aktuellen Varianten der beiden großen Desktopumgebungen auf Deiner Möhre nicht glücklich werden wirst werde ich bei den Programmfragen möglichst KDE oder GNOME Programme aussen vor lassen.
Ich selber nutze unter Linux gerne XNview [3] als Grafikbetracher und -konverter. Der ist zwar nicht Open-Source, ich finde ihn aber trotzdem gut.
Für CD’s zu brennen gibt es auch wieder massenweise Lösungen. Ein Programm mit dem das gut klappt ist XCDRoast [4].
Internet: Tja, Opera gibts für Linux, Firefox natürlich auch – Du hast die Wahl. Auch EMail-Clients gibts en masse, vielleicht ist ja Thunderbird was für Dich.
Yahoo-Messenger: Entweder ein Multiprotokoll Client wie GAIM [5] (der kann alles außer Kaffeekochen) oder ein reiner Yahoo! Client wie z.B. GYach [6] (der kann dafür auch Voice-Chat – nannte man das früher nicht mal “telefonieren”?). Mit denen kenne ich mich aber nicht aus, so daß ich nicht weiß wie gut oder schlecht die sind.
Grüße,
MaDMaik
[1] http://delilinux.de/
[2] http://www.xubuntu.org/
[3] http://www.xnview.com/
[4] http://www.xcdroast.org/
[5] http://gaim.sourceforge.net/
[6] http://www.phrozensmoke.com/projects/pyvoicechat/
Hallo Stephan,
bei mir läuft auf einem Pentium Pro (200MHz) mit 64MB RAM Debian Sarge mit IceWM als Fensterverwalter. Die Software entspricht dem üblichen Stand: Firefox 1.0.4 (intern 1.0.8), Thunderbird (dito), Openoffice.org 1.1.3 etc.
Das System kriecht zwar beim Aufstarten förmlich vor sich hin; laufen die Programme aber erst einmal, kann man durchaus damit arbeiten. Eine gute Tasse Tee neben dem Komputer ist allerdings empfehlenswert ;-)
Bei der Ausstattung Deines Gerätes dürfte sogar einigermassen flüssiges Arbeiten möglich sein.
Freundliche Grüsse
August Meier
Hallo,
danke für alle Antworten.
Ich konnte mir heute mal Kubuntu anschauen, gestern Gentoo und Suse Linux 10.?. Mir geht es mehr um stabiles, flüssiges Arbeiten ohne dauernde Aufhänger, System reagiert nicht (blauer Bildschirm) usw. wie bei Windoof ;-) und lange Ladezeiten von dem BS und Programmen möchte ich auch nicht. Habe mal die Kubuntu-CD (mit Live-System) hier eingelegt, oha, das hat gedauert bis der geladen hat. Auf irgendwelche grafischen Spielerein lege ich auch keinen Wert.
Das ganze kann ruhig eckig und kantig sein.
Ich werde die hier genannten schmalen Distributionen ausprobieren.
Debian scheint auch etwas größer und speicherhungriger zu sein.
Habe mir auch eine zweite Festplatte besorgt, wo ich experimentieren kann und vielleicht (wenn das möglich ist) mehrere Distris installieren.
Gruß
Stephan
Hallo,
Nachtrag: ich möchte dann lieber KDE nutzen, habe mir auch verschiedene Dsktops ansehen können.
Gruß
Stephan
Hi Stephan,
Argh …
Ne im Ernst, mit Deinem System Wundere ich mich ehrlich gesagt das eine Live CD überhaupt funktioniert, da diese große Teile im RAM bzw. SWAP (wobei das SWAP mehre 1000 male Langsamer als RAM ist) halten muß. Wenn Du eine SWAP-Partition oder -Datei anlegen lassen hast, wird Dein Rechner nur noch geswapt haben.
Wenn Du tatsächlich KDE verwenden möchtest (meine Empfehlung – wie sich sicherlich unschwer erkennen läßt), solltest Du unbedingt das neuste Kubuntu 6.10 Edgy Eft verwenden (siehe auch oben).
PS: Falls es Dir zu langsam ist kannst Du dann immer noch recht einfach den XFCE per Paketverwaltung nachinstallieren und zwischen KDE und XFCE beim Anmelden umschalten (Du benötigst einzig etwas mehr Festplattenplatz, da ja zwei Umgebungen auf der Platte liegen).
Ciao
Ulf
Hallo Stephan.
Debian an sich ist weder grösser oder speicherhungriger als zum Beispiel kubuntu (welches, nebenbei bemerkt, auf Debian basiert) oder andere grosse Distributionen.
Das Aufstarten von einer LiveCD dauert naturgemäss um Einiges länger als von Festplatte, weil die Programme dekomprimiert werden müssen, bevor sie geladen werden können. Auch sind die Zugriffszeiten und Datenübertragungsraten bei einer CD-ROM wesentlich schlechter, als dies bei einer Festplatteninstallation der Fall wäre.
Lass Dich also dadurch nicht davon abhalten, auch eine der grösseren Distributionen zu installieren :-)
Übrigens kann ich Dir als Alternative zu IceWM auch Windowmaker empfehlen!
Freundliche Grüsse
August Meier
Ich würde dir Xandros als einfache Distri empfehlen, die 3.1 Open Circulation ist kostenlos und sehr gut. Falls du dann dich mehr mit Linux beschäftigen willst, würde ich Ubuntu, Debian oder Novel Desktop 10.2 wenn es verfügbar ist oder 10.0 ausprobieren. Zu deiner Harware damit deine Linux Erfahrung positiver ist würde ich den RAM auf 512 MB aufrüsten.
[1] Die kostenlose Version von Xandros kannst du vom Support bekommen: support-de@xandros.com
Hallo,
habe doch weiter oben geschrieben, das eine Ramaufrüstung nicht in Frage kommt. Das ist so genannter RIMMBUS (800) und da kosten 512 MB ungefähr soviel wie 2 GB DDR2 (PC1066) RAM. Also fällt das aus.
Ich probiere es wie gesagt mal mit den abgespeckten Linux-Versionen.
Gruß
Stephan
Es müssen nicht gleich 512MB sein. Bei Ebay habe ich z.B. gerade 128MB RDRAM von Samsung für 19,90 EUR entdeckt, ein ähnliches von Kingston kostet 17 EUR (beide 184polig). Glaub mir, die schlichte Verdoppelung auf 256MB wirkt sich schon merklich auf die Performance aus, gerade bei Firefox, OpenOffice und Thunderbird.
Mit 128MB hast du auf die Dauer nicht viel Freude und das Aufrüsten selbst dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Auf meinem alten Armada M700 mit 850Mhz PIII und (allerdings) 576MB RAM werkelt übrigens eine Edgy Server Installation (=ein Basissystem ohne Schnörkel wie z.B. die zig 100MB Allerweltsschriften und tonnenschwere Abhängigkeiten, die ich nicht brauche) mit angepasstem Kernel, das ich mit Xfce4.4, GnomeOffice, Firefox 2.0 und Epiphany ausgestattet habe. Als Mailer tut Sylpheed-Claws seinen Dienst und Gimp und Gqview fehlen auch nicht.
Das System braucht bis zum vollständigen Laden des Desktops 43 Sekunden (28 bis zur Konsole und 15 für den Desktop) und belegt initial nicht ganz 200MB RAM (davon das meiste gecached, real gut 55MB RAM). War nicht ganz trivial, es einzurichten, hat aber Spass gemacht, war lehrreich und hat merkliche Geschwindigkeitsschübe gebracht.
Gruß,
Mona