ForumFestplatte Partionierung Notebook
Horst Mühlbauer – Donnerstag, 14. September 2006 16:22 Uhr

Ich habe ein neues Amilo Pro 2030 Notebook mit 768 MB RAM und 40 GB Festplatte, das nur mit Linux arbeiten soll. Wie teilt man die Festplatte am besten ein? Ich denke an /, /home und /swap, vielleicht noch ein paar GB für /ablage. Welche Reihenfolge ist am günstigsten? Welche jeweilige Größe sollten die Partitionen haben? Open Office wird die Hauptanwendung sein. Vielen Dank für Tipps!

3 Antworten
Anoopy – Freitag, 15. September 2006 08:16 Uhr

Hallo Horst!

Nicht jede Distribution verteilt die Dateien gleich, daher unterscheiden sie sich auch beim Platzbedarf für die einzelnen Partitionen und auch darin, was für Partitionen per default erstellt werden.

Mit Verzeichnis /ablage meinst Du sehrwahrscheinlich /home.

Grundsätzlich reichen eine Swap-Partition und ein root-Verzeichnis (/). Ich persönlich bevorzuge bei Debian folgende Aufteilung:

/boot = 32 MB (kernel-image, grub etc.) fs=ext2
/swap = 1 – 1.5 GB
/ = 1.5 – 2 GB
/usr = 6 GB
/var = 3 GB
/tmp = 1.5 – 2 GB
/home = Rest

Das sind sehr grosszügige Werte und es ist grundsätzlich nicht notwendig, die Festplatte so aufzuteilen. Ich persönlich lege vor allem Wert darauf, den Kernel und grub auf einer Partition zu installieren, die ohne Probleme gemountet werden kann und die Daten aus Sicherheitsgründen in einer separaten Partition abzulegen – bei einem Crash muss ich die Partition nicht neu formatieren, sondern kann sie einfach neu einbinden.

Grüsse

August Meier

Michael Eschweiler – Freitag, 15. September 2006 15:38 Uhr

Hallo Horst,
ein Patentrezept für eine sinnvolle Plattenpartitionierung gibt es meines Wissens nicht, zumal die Art der Verteilung der Systemdateien von Distribution zu Distribution unterschiedlich ist, wie August Meier das ja auch schreibt. Daher ist es immer gut, mal in die Dokumentation zur Distribution zu schauen. Das ist zwar lästig, hilft aber manchmal…
Aber es kommt eben auch immer darauf an, was man mit dem Rechner machen will und ob möglicherweise ein schon vorinstalliertes Betriebssystem weiter genutzt bzw. ein weiteres installiert werden soll. Wenn kein weiteres Betriebsystem installiert ist, ist die einfachste Variante (Root- und Swap-Partition durchaus eine Option. Bei einem Festplattenschaden ist dann aber u.U. alles futsch, verteilt man das System auf mehrere Partitionen, kann man in so einem Fall vielleicht noch einiges retten. Daher bietet es sich an, mindestens das Home-Verzeichnis auf eine eigene Partition zu legen (die könnte man dann auch bei einem kompletten System-Update erst einmal unangetastet lassen und erst dann wieder einbinden, wenn alles andere läuft).
Der Vorschlag von August Meier hat auch durchaus einige Vorteile, für bestimmte Konstellationen ist er aber m.E. wiederum nicht der optimale: Beispielsweise ist der Platz für die Partition für /tmp meines Erachtens angesichts der Tatsache, dass dein Laptop einen DVD-Brenner hat, etwas knapp bemessen. Wenn man nun DVDs mit k3B kopieren will, so legt k3B standardmäßig das Image unter /tmp/kde-username… (oder so ähnlich) ab. Da reichen dann 2 GB nicht aus. Natürlich kann man die Ablage des Images in ein anderes Verzeichnis wie etwas /home/user umleiten, aber das muss man dann erst extra konfigurieren. Wenn andererseits die möglicherweise riesige MP3-Sammlung immer mit dabei sein soll, macht ein großes Home-Verzeichnis natürlich Sinn.
Eine weitere Überlegung ist die, wie man im laufenden Betrieb mit Updates umgehen will, und ob man die für die Updates benötigten Pakete noch braucht, um weitere Rechner zu aktualisieren; ein Beispiel: Ich selbst habe einen Desktop und ein Laptop auf denen z.Z. SuSE 9.3 läuft, beide Rechner sind nun so konfiguriert, dass zusätzlich zu den Updates mit YaST auch Updates und Neuinstallationen mit apt (und Synaptic) möglich sind. Dies öffnet den Weg zu weitere Quellen mit Paketen, die die SuSE-Server nicht anbieten. Um nun die Update- und Nachinstallationspakete nicht zweimal über’s Netz herunterladen zu müssen, habe ich den Desktop so eingerichtet, das die Pakete nach dem Herunterladen und der Installation nicht gelöscht werden. Auf dem Laptop habe ich dann die entsprechenden Verzeichnisse gelöscht und stattdessen Links auf die Verzeichnisse des Desktops gelegt (über’s interne Netz, per nfs). Damit erübrigt es sich, auf dem Laptop viel Platz für diese Update-Verzeichnisse vorzuhalten.
Was nun die Reihefolge der Partitionen betrifft, so gibt es durchaus einige Vorschläge, die berücksichtigen, das der Zugriff auf Daten unterschiedlich schnell erfolgt, je nachdem ob die Daten auf den weiter außen oder innen liegenden gespeichert sind. Nach meiner Erfahrung spielt das aber im normalen Betrieb kaum eine Rolle, ich habe jedenfalls keine signifikanten Unterschiede bei unterschiedlichen Reihenfolgen feststellen können.
So, das war jetzt viel Text ohne Patentrezept, hoffe aber, dass er trotzdem hilfreich war.
Gruß
Michael

Dieter Drewanz – Freitag, 15. September 2006 22:18 Uhr

Ich habe eine 60GB HD als Multiboot (Lin+Win). Mit zu vielen Partitionen kann es sein, dass man Platz verschenkt. Es gibt zwar auch LVM (oder so ähnlich) das den übrigen Platz aus einer anderen Partition nutzen kann, vermute aber dass Du es einfacher halten willst.
Meine Linux Aufteilung ist folgendermaßen:
10GB habe ich fuer das Linux Betriebssystem (/ und /home) genommen (das reicht fuer die Installation von vielen Programmen und Du hast somit genug Reserven), dann swap 500MB-1GB (dazwischen gewaehlt damit Weg des Lesekopfes gering bleibt, wenn geswappt wird), dann weitere 8-14GB Partitionen fuer Daten. Diese können dann auch als Unterverzeichnis ins (home/username/dokuments/doku1…doku3) gelinkt werden. So würde ich es machen. Wenn Win bereits schon unvermeidlich installiert ist, dann kannst Du diese Partition sicher auf 5-6GB verkleinern (ich brauchs nur fuer das interne modem und den internen sd-card-reader).
Etwas bereue ich, dass ich nicht Installation in ein Verzeichnis gemacht habe, um XEN (virtuelles Netzwerk auf einem Rechner mit virtuellen Rechnern – das ist etwas fuer Rechner mit >500MB Hauptspeicher) zu verwenden. Soweit mein Vorschlag – hoffe Du findest Deinen Weg, wie es fuer die am Besten ist.