Hallo,
Als erstes muss ich zugeben das ich das Backup meine Laptops immer nur manuell über das Netz auf einen anderen Computer gemacht habe. Seit längeren ist nichts passiert und ich bin nachlässig geworden. Die Backups sind deshalb nicht vollständig und ausserdem schon “etwas” älter; ideale Vorraussetzungen für eine große Dummheit also …
Heute ist der Computer abgestürzt (vermutlich Hardwareproblem).
Danach hab ich den Rechner zur Diagnose mit einem externen Rescue-System gebootet, und etwas schläfrig statt “fsck.ext3 /dev/hda6”, “mkfs.ext3 /dev/hda6” eingegeben.
Danach wurde nichts weiter auf die Partition geschrieben (weiss nicht ob das überhaupt noch einen Unterschied macht)
Gibts irgendeine Chance etwas zu retten?
Vielleicht sogar ganze Dateien oder doch nur einzelne Datenblöcke im Hex-Editor.
freue mich über alles was irgendwie helfen könnte
ein Backup_fan
(der es auf die harte Tour lernte)
Hallo!
Wenn du die Festplatte total unberührt lässt gibts noch viele Chancen.
Da mir das selber noch nie passiert ist fällt mir momentan nur “Easy Recovery” von Ontrack ein – Das ist aber ein Windows Tool.
Unter Linux sollte TestDisk Partitionen wiederherstellen können, ich fürchte bei ext3 Tabellen ist es aber nicht verwendbar.
Wichtig ist erstmal: Wenn du die Daten brauchst, mach nichts weiter mit der Platte bis hier jemand wirklich kompetenter antwortet.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es Programme gibt, die angeblich beschädigte Dateisysteme
reparieren sollen, ihnen aber letzendlich den Rest geben. Daher würde ich empfehlen, die Partition nach
Möglichkeit erst einmal in eine Datei zu dumpen (dd if=/dev/hda? of=/pfad/datei). Diese kann man im
Zweifel wieder in die Partition zurückschreiben.
Danke für die Antworten!
Zuerst habe ich mit dd eine Sicherungskopie der Partition gemacht.
Ein Versuch mit TestDisk brachte nichts. Das Programm soll gut darin sein verlorenen oder beschädigte Partitionen bzw. deren Bootblock wieder herzustellen – aber die Partitionstabelle war ohnehin nicht beschädigt (habe ja “nur” eine Partition die Daten enthielt nochmal formatiert).
Nach allen was ich im Internet gefunden habe ist der Dateibaum + Dateinamen nicht mehr zu retten.
Weil ich den Laptop diese Woche wieder brauche hab ich ihn gestern neu installiert und das 2 Monate alte Backup eingespielt. Insgesamt ist aber weniger verloren gegangen als ich im ersten Augenblick gedacht habe. Fast alles was ich in den letzten Wochen gemacht habe konnte ich durch eine Art “sekundäres Backup” wiederherstellen: meine Freunde und Studienkollegen haben mir einfach alle Emails + Attachments die ich ihnen in den letzten 8 Wochen geschrieben habe zurückgeschickt.
Das einzige was wirklich unersetzbar gewesen wäre waren die Erinnerungsfotos aus dem letzten Urlaub. Die konnte ich mit Foremost aus dem Disk-Dump wiederherstellen. Das Programm durchsucht die ganze Partition und erkennt an den charakteristischen Headern und Footern z.B. jpegs im Datenstrom. Ein Vorteil war sicher das die Dateien vermutlich nicht fragmentiert waren weil sie nur von der Kamera herunterkopiert und danach nicht bearbeitet wurden.
Eines habe ich gelernt: Backups müssen durch ein Skript regelmäßig automatisch erstellt und überprüft werden. Macht man die Backups nur manuell kommt auch bei den besten Vorsätzen irgenwann der Zeitpunkt ab dem man es ein paar Wochen lang schleifen lässt oder sich unbemerkt Fehler einschleichen – und nach Murphy ist das der Zeitpunkt zu dem man das Backup das erstemal brauchen wird. q.e.d. ;-)
Backup_Fan
[1] http://foremost.sourceforge.net/