Hallo,
ich habe Suse 10.0 und Win2000 installiert. Bei Suse muß ich fast jeden Tag die Desktopuhr nach- oder vorstellen, die Hardwareuhr läuft richtig.
Weiß jemand einen Rat??
Gruß
Klaus
Ist vielleicht die falsche Zeitzone eingestellt? Installationsprogramme schlagen gerne standardmäßig GMT (englische Zeit) vor.
man sollte mal mit ntpdate die Uhr über einen Zeitserver im Internet einstellen. Ist dann die Zeit immernoch falsch, liegt es wirklich daran.
Lösch mal die /etc/adjtime und stell dann die Uhr.
Linux hat einen Mechnismus um den Drift schlechter Hardware-Uhren zu
korrigieren. Dazu wird beim Stellen der Uhr die Differenz zur wirklich
vergengen Zeit seit dem letzten Stellen bestimmt und daraus dann ein
Korrekturfaktor berechnet.
Das funktioniert sehr gut, wenn der Drift nicht sonderlich groß ist, und man
die Uhr nicht allzuoft stellen muß. Anderfalls kann sich dieser Mechanismaus
jedoch ins Gegenteil verkehren: Da sozusagen die beiden “Messungen” (Zeit seit
dem letzten Stellen, und Differenz zur echten Uhrzeit) mit einem relativ
großen Fehler behaftet sind, berechnet der Adjust-Time-Algorithmus wieder
einen falschen Korrekturfaktor, das merkt man relativ schnell, stellt wieder
die Uhr, usw. … diesen Kreis durchbrichst Du indem Du die /etc/adjtime
löscht.
Auf http://de.susewiki.org/index.php?title=Hauptseite findest Du unter Howto > Uhrzeit und Datum …
eine Beschreibung, wie man einen Timeserver aufsetzt und dann das Problem vergessen kann. Funktioniert prima.
Roland
Nebenbei bemerkt: Windows geht davon aus, dass die Hardware-Uhr auf Ortszeit eingestellt ist, viele Linux-Distributionen gehen aber von UTC auf der Hardware-Uhr aus und rechnen die Zeit auf die lokale Zeitzone um. Bei Dual-Boot mit Windows empfiehlt sich also, auch Linux auf “lokale Zeit” umzustellen.
Ob das hier das Problem ist, kann ich nicht sagen — dieser Effekt führt allerdings häufig zu Verwirrung.
Wenn die Uhr laut OP mal vor und mal nachgeht, ist das eher unwahrscheinlich.
Ich habe immernoch die /etc/adjtime im Verdacht. Ergänzend zu meinem ersten
Posting sollte man vielleicht noch erwähnen, daß Linux zwei Uhren verwaltet:
Eine Hardware und eine Software Time. Diese kann man mit
hwclock –systohc
oder
hwclock –hctosys
synchronisieren, wobei die Option -adjust bzw. -noadjfile das Verhalten
bezüglich des Adjust-Time Mechanismus beinflußt.
Der Rat einen ntp Server in Anspruch zu nehmen ist natürlich auch gut, setzt
allerdings einen permanenten, zuverlässigen Internet Zugang voraus. Anderfalls
synchronisiert man besser von hand mit “ntpdate “. Ein bisschen
schwierig bei der Nutung eines ntp daemons ist, daß dann die Systemzeit immer
wächst (aus Gründen der Nachvollziebarkeit der Reihenfolge z.B in den
Logfiles). D.h. wenn die Uhr vorgeht verlangsamt sie der ntp daemon nur bis
sie wieder stimmt, stellt sie aber nicht zurück, und wenn die Abweichung zu
groß ist, weigert sich ntp die Systemzeit zu stellen.
Liebe Linuxfreunde,
vielen Dank für die Hinweise.
Vielleicht noch einige Angaben von mir:
– die Systemzeit ist auf lokal eingestellt (Europa, Deutschland.
– die Uhr geht minutenweise vor oder nach, zeitweise bis zu 30 min
Daher vermute ich, daß der Tip mit der etc/adjtime-Datei der richtige für mich ist.
Ich habe die Datei einmal umbenannt und beobachte weiter.
Gruß
Klaus
Und? Geht die Uhr jetzt richtig?
Wäre interssant zu wissen, falls jemand anders mit einem ähnlichen Problem die
Seite z.B. über eine Suchmaschine findet.
Gemach, gemach,
ich bin bei dem schönen Wetter nicht so oft an der Kiste. Aber bisher hat sich die Uhr stabilisiert, so dass wir anscheinend auf dem richtigen Weg sind.
Ich gebe in ein paar Tagen noch ‘mal Nachricht.
Festgestellt habe ich, dass die etc/adjtime während des “Runterfahrens” wieder neu angelegt wird. Daher habe Ich in der etc/init.d-Dateienfolge einen rm-Befehl platziert, der die Datei beim Start des Systems löscht. Ich habe ihn zusammen mit dem Start von NetzwerkTraffic-Überwachungsprogrammen in “network” eingebaut.
Gruß
Klaus
Eigentlich sollte einmaliges Löschen ausreichen um das hin- und hertorkeln
zwischen “Ups … zu schnelll” und “Huch … zu langsam” zu durchbrechen und
dann kann der adjtime Mechanismus durchaus gute Dienste leisten, um z.B. die
typischen Ungenauigkeiten von ein paar Minuten im Monat von billigen PC Uhren
auszugleichen — oder zumindest zu mindern, denn meistens haben die PC Uhren
keinen konstanten Drift, sondern dieser ist von Temperatur und anderen
Bedingungen abhängig. Das zusammen mit einem script, welches z.B. beim booten
die Uhr mit einem ntp server synchronisiert leistet dann für gewöhnlich
hervorragende Dienste!
dieses Peoblem kenne ich auch, gab auch eine Lösung. Allerdings war das schon bei Suse 7.3
Liebe LinuxFreunde,
da bin ich wieder!!
Die Uhr läuft jetzt seit meiner bisher letzten Meldung äußerst präzise – wie ein Schweizer Uhrwerk!!
Der Tip von Frank Hellmuth mit der /etc/adjtime-Datei war also anscheinend goldrichtig!! Es geht auch ohne Timeserver und ähnlichem … Ich habe die von mir beschriebene DateiLöschautomatik inzwischen auch wieder deaktiviert.
Vielen Dank an Frank!!
Gruß
Klaus