ForumHilfe für einen Linux Anfänger gesucht
John Grey – Mittwoch, 03. Mai 2006 12:39 Uhr

Als Computer Banause habe ich mir von e-bay einen gebrauchten Computer gekauft. Die Festplatte ist wie üblich gelöscht, was mir wunderbar in den Kram passt, da ich nichts von MS auf meinem Computer haben möchte, sondern von Anfang an mit Linux arbeiten möchte. Leider hab ich keine Ahnung davon, dafür aber Zugang zu einer grossen Bibliothek hier in München mit jeder Menge Bücher mit Linux Software auf DVDs, die man sich ausleihen kann. Welche Disc, mit welcher Version, von exakt was, brauche ich? Wer hat Mitleid mit einem blutigen Anfänger, der selber bereits ein älteres Baujahr ist und nun seinen ersten eigenen Compuiter bestücken will, und schreibt mir kurz und verständlich wie ich vorgehen muss….. Danke, John Grey

3 Antworten
man-draker – Mittwoch, 03. Mai 2006 12:44 Uhr

Schau dir in der Bibliothek mal dieses Buch (oder die dort vorhandenen Vorauflage) an[1]. Im Zweifel kann es dich wesentlich vorwärts bringen. Wenn es ständig verliehen ist, solltest du es lieber gleich kaufen :-)

[1] http://www.kofler.cc/linux7.html

Johannes Weiß – Mittwoch, 03. Mai 2006 18:25 Uhr

Ich würde dir Ubuntu Linux Version 5.10 (alias Breezy Badger) empfehlen. Das ist relativ einfach zu installieren und sehr einfach zu benutzen…
Wenn du noch etwas warten kannst kommt auch bald Ubuntu Linux 6 (alias Drapper Drake) heraus, das sollte nochmal deutlich einfacher zu installieren sein (grafisch er Installer)…

Viele Grüße,
johannes

Benjamin Quest – Mittwoch, 03. Mai 2006 22:54 Uhr

Hm zur Zeit sind einige dicke Fische noch nicht geschlüpft, Fedora ist zwar schon draußen, aber die anderen brauchen gerade noch. Als Einsteigerfreundlich zu kallifizieren sind: Ubuntu (mit leichten Einschränkungen), SuSE, Mandirva, MEPIS, PCLinuxOS, Kanotix (mit Einschränkungen). Den Kofler (Buch) kann ich schwer empfehlen. Ansonsten hängt die Distributionswahl auch ein wenig vom Alter der Hardware ab.

Mein Favorit für Dich wäre MEPIS, wenn Du eine englische Bedienoberfläche solange überstehst bis Du die Sprachpakete eingespielt hast.

Bei den allermeisten Distributionen mußt Du aus Lizenz-, Copyrights- und Patentrechtlichen Gründen noch einige Funktionen nachrüsten (mp3 und lib_DVD_css, sowie Browserplugins und Java). PCLinuxOS und MEPIS bringen da schon so einiges mit, was andere nicht haben. Mit Abstrichen auch die “verBoxten” Versionen von SuSE und Mandriva, aber in jedem Fall wirst Du wohl eine externe Paketquelle einbinden müssen.

Letzlich ist es fast egal mit welcher Distribution du anfängst, SuSE und Mandriva haben die umfangreichsten Konfigurationstools, leiden aber meiner Meinung nach derzeit beide etwas an Qualitätsmängeln. Wenn Dir Stabilität über alles geht, und Du eine gewisse Lernkurve nicht scheust (bzgl. Einrichtung von WLAN, Einbingung von Teilen der Laptop-Hardware), dann ist Debian stable, oder CentOS eine gute Wahl. Debian ist sicherlich eine der vielseitigsten (und wird darum auch gerne als Basis für andere Distros verwendet, z.B. MEPIS, Ubuntu, Kanotix), eine tolle Mischung aus Stabil und aktuell ist (jetzt langsam wieder) Debian testing. Vorteil von Debian: keine lästigen halbjährlichen Systemupgrades die u.U nicht klappen, riesiges Softwarearchiv, Nachteil: ohne Breitband besser nicht (aber das gilt für fast alle).

Ergo: Probier mal MEPIS, ist eine Live-CD, d.h. läuft von CD -> dann kannst Du sehen was alles geht und was nicht und wenn alles soweit OK ist kannst Du sie aus dem Live-Modus heraus installieren. Dito PCLinuxOS, dito Kanotix. Letzteres hat die beste Hardwareerkennung die ich kenne, basiert aber auf Debian unstable, d.h. dor sollte man mit Paketaktualisierungen vorsichtig sein, oder aber das Pinning ändern (wird Dir dann in den Foren erklärt werden was das ist).

So, alle Distributionen findest Du auf http://www.distrowatch.com. Und der Kofler ist auch zu empfehlen, wenn deine erste und neue Distribution nicht SuSE heißt.

Gruß
BEnjamin

man-draker – Donnerstag, 04. Mai 2006 13:29 Uhr

“”Mit Abstrichen auch die “verBoxten” Versionen von SuSE und Mandriva, aber in jedem Fall wirst Du wohl eine externe Paketquelle einbinden müssen.””

Diese beiden bieten andererseits den Vorteil, dass die Zeitschrift Easy-Linux regelmäßig Updates auf Datenträger herausbringt, was sie für die (bedauernswerten) Besitzer schmalbandiger Internet-Anschlüsse interessant macht.