ForumDiskettenlaufwerk einbinden
Eva Brodersen – Mittwoch, 22. Februar 2006 14:33 Uhr

Die Installation von Suse Linux 9.3 hat automatisch 2 Partitionen erstellt. Reiser und Linux
Das Diskettenlaufwerk wird zwar angeyeigt, aber wenn ich es anklicke will es nicht eingebunden werden, es läad sich nichts.
Als Fehlermeldung erscheint: Der prozess für das Protokoll media wurde unerwartet beendet.
Ich habe zwar gegoogelt, aber ich verstehe die Anleitung mit dem Umbeschreiben des pfades überhaupt nicht.
Es heisst, man soll Yast updaten (habe ich gemacht) und alle Unterordner unter media löschen.
Aber irgendwie ist mir das als absoluter Neuling unverständlich.
Wer kann mir helfen?
ich bin bald soweit, das benutzerunfreundliche Linux wieder zu deinstallieren und mit windows zu arbeiten.

2 Antworten
Ecaroh – Mittwoch, 22. Februar 2006 17:54 Uhr

Hallo Eva.

Es gibt keine Partition, die Linux heisst. Unter SuSE wird normalerweise eine Partition als ‘Swap’ (Auslagerungspartition) und eine als Reiser ( / root-Dateisystem) angelegt.

Unter Unix/Linux gibt es keine Laufwerksbuchstaben. Alle Geraete werden unterhalb der Dateisystemwurzel ‘eingehaengt (gemountet)’. Das gilt auch fuer Dein Diskettenlaufwerk. Das heisst, das Dein Diskettenlaufwerk prinzipiell ‘irgendwo’ unterhalb des Wurzelverzeichnisses ‘/’ befinden kann, vorausgesetzt man hat es ‘eingehaengt’. Unter den graphischen Oberflaechen kann man das durch das Anklicken des Laufwerksymboles erreichen. Das ‘Aushaengen’ erfolgt dann manuell in dem man mit der rechten Maustaste das Symbol anklickt und im Kontextmenue ‘Aushaengen’ auswaehlt.

(TechInfo:
Ein Geraet, hier Floppy Laufwerk, wird als ‘/dev/fd0’ in ein Verzeichnis, hier ‘/media/floppy’ eingehaengt. Das ganze mit Optionen, die das Verhalten des Systemes steuern. Das erfolgt in der Datei ‘/etc/fstab’. Hier wird (je nach System leicht unterschiedlich) eine Zeile das Diskettenlaufwerk beschreiben:

/dev/fd0 /media/floppy0 auto noauto,users 0 0

Und natuerlich braucht es dabei die Geraetedatei (erste Spalte), dann den Einhaengepunkt (zweite Spalte), das Dateisystem (dritte Spalte), Optionen (vierte Spalte), DUMP (fuenfte Spalte) und Dateisystemcheck (sechste Spalte). Und wenn ein Symbol auf dem Desktop liegt, muss das mit diesem Eintrag uebereinstimmen. Das die Hardware okay ist setzen wir voraus.)

Warum Du die Fehlermeldung ‘prozess fuer das Protokoll media’ bekommen hast kann ich leider aus der Ferne nicht nachvollziehen.

Per YaST updaten ist soweit okay, hat aber nichts mit Deinem Problem zu tun. Alle Unterordner unter ‘/media’ zu loeschen ist eine schlechte Idee, denn wenn das Verzeichnis geloescht wird, wo Du die Diskette einhaengen willst, kann Du die Diskette ja nicht ins Nirvana einbinden. Ich vermute Du als User ‘root’ bereits am System was veraendert hast ohne wirklich gewusst zu haben, das Du dabei Deine Konfiguration auch zerschiessen kannst (Was ein geuebter Linux aber schnell wieder hinbekommt). Daher gebe ich Dir hier lieber keinen tiefen fachlichen Tip wo Du Hand anlegen musst.

Da Du schreibst das Du ein Neuling bist solltest Du schauen, ob Dir nicht jemand aus Deinem Bekanntenkreis der sich mit Linux auskennt oder aus der oertlichen Linux-User-Group fragen, ob die Dir direkt vor Ort helfen koennen.

Dann solltest Du Dir ein Einsteigerbuch ueber Linux kaufen, da sich Linux in einigen fundamentalen Dingen von Windows erheblich unterscheidet.

(Denk mal an die Handbremse eines Mercedes, die wird meist mit dem Fuss bedient, also Umdenken ist normal wenn man ein Produkt wechselt).

Sicher wird Dir die Kenntniss dieser Unterschiede schnell helfen, Dich in der Dir noch etwas fremd anmutenden Umgebung wohl zu fuehlen.

Ob Linux benutzerfreundlich ist sollte man erst entscheiden, wenn man ein paar Monate damit gearbeitet hat. Bis jetzt kenne ich niemanden aus meinem direkten Einflussbereich, der seine Umstellung auf Linux a) bereut und b) rueckgaengig gemacht hat. Es ist einfach in einigen Dingen anders. Rumgedreht: Wenn Du unter Linux angefangen haettest, wuerdest Du viele Dinge beim Wechsel nach Windows vermissen die unter Linux selbstverstaendlich sind. Wahrscheinlich darueber motzen, das es Windows ‘benutzerunfreundlich’ und weiss ich noch alles ist.

Also, hol Dir mal ‘vor-Ort’ Hilfe, schau in ein Buch und gebe ‘Dir und Linux’ eine Chance!

Viel Spass! Ecaroh

Jens Berger – Mittwoch, 22. Februar 2006 20:54 Uhr

Ist denn auch eine Dskette im Laufwerk? Ist die Diskette in Ordnung?

Versuch doch mal nicht über das Desktop-Icon sondern über das Verzeichnis
/media/floppy/
zuzugreifen.
Vorher müsste dann allerdings erst das Laufwerk eingebunden werden:
root#mount -t auto /dev/fd0 /media/floppy
umount /dev/fd0 nicht vergessen bevor die Diskette entfernt wird!
Entweder ist irgendwas zerschossen oder den Wald vor Bäumen nicht gefunden ;-)

Benjamin Quest – Donnerstag, 23. Februar 2006 23:17 Uhr

Auch wenn das nicht die Lösung des spezifischen Problems ist:

1. Laß Windows installiert, dann kannst Du täglich hin und her wechseln …

2. Probiere einfach ein paar Linux-Distributionen aus und nimm die mit den wenigsten Zicken. Infos zu Ubuntu, Kubuntu, MEPIS, Mandriva, Kanotix, Knoppix und viele andere mehr findest Du auf http://www.distrowatch.com

3. Kofler gebraucht besorgen. Ist die beste Doku und ein tolles Referenzwerk.

4. Du solltest einige Eigenheiten von Linux akzeptieren, sonst wird es eh nix (die Laufwerksprobleme zähle ich explizit NICHT dazu, das ist Murks und sollte nicht vorkommen).

Linux ist nicht zwingend benutzerunfreundlich, im Gegenteil mit ein wenig Recherche im Vorfeld kann man es sich ziemlich einfach machen … herausfinden kann man das aber nicht mit einem drei-Tage SuSE Kurztest.

MfG
B.