ForumDVD kopieren mit Linux
Heiko Schneider – Montag, 30. Januar 2006 10:01 Uhr

Hallo,
also was mich eigentlich noch davon abhält, komplett von Windows zu Linux zu wechseln ist z.B das bequeme kopieren von DVD`s (ja, auch wenn Kopierschutz vorhanden). Ich bin der Meinung, dass wenn ich mir eine DVD kaufe und diese als Sammlerstück betrachte, ich nach wie vor das Recht habe, mir eine einzelne private Kopie zu erstellen. Gibt es denn eine Möglichkeit, den Kopierschutz unter Linux zu umgehen und die DVD z.B. mit K3b oder NeroLinux zu kopieren. Gerne würde ich auch andere Varianten ausprobieren. Ich will nochmals betonen, dass ich gegen Urheberrechtsverletzungen bin aber wie gesagt, wenn ich eine DVD kaufe, will ich diese auch kopieren, basta !
Schöne Grüße
-Heiko

3 Antworten
Silvio Tusche – Montag, 30. Januar 2006 10:42 Uhr

Hallo,

einfaches Kopieren von DVD-Filmen ist mit Programmen wie k3b und dvdbackup kein Problem. Wenn die Scheibe kopiergeschützt ist muß zusätzlich die libdvdcss2-Bibliothek installert sein. Soll die DVD erst so geschrumpf werden, damit sie auf einen herkömmlichen 4,7 GB-Rohling passt, helfen Programme wie dvdshrink (für Linux) weiter. Schwierig wird die Sache wenn zusätzlich zum CSS-Kopierschutz noch mit defekten Sektoren gearbeitet wird. Dafür habe ich bisher noch keine befriedigende Lösung gefunden. Alle weiteren Tools und Bibliotheken findest du bei den Verweisen (Links) unten.

Das Recht auf Privatkopie wird grundsätzlich höher von den deutschen Gerichten eingestuft, als das Urheberrecht, zu bedenken sind jedoch die rechtlichen Hinweise aus dem aktuellen Linux-User Heft.

[1] http://packman.links2linux.de/

Lutz Golke – Montag, 30. Januar 2006 13:46 Uhr

Moin,

deine Wünsche in Ehren aber bitte lasst diese Diskussion aus diesem Forum raus.
Es ist defakto nunmal in DE verboten “wirksame Kopierschutzmethoden” zu umgehen,
auch wenn das “dein Recht auf Privatkopie” beeinträchtigt, ob einem das passt
oder nicht.

scnr,
Lutz

Benjamin Quest – Montag, 30. Januar 2006 19:55 Uhr

Wieso sollte man das nicht in einem Forum wie diesem diskutieren? Sogar der Programmierer (oder besser “unvorsichtiger Veröffentlicher” wenn man [1] und [3] als Quelle nimmt) von decss, DVD-Jon (hier sein Blog [2]), ist in den gerichtlichen Auseinandersetzungen zumindest in Norwegen von allen Anklagepunkten freigesprochen worden.

Darüberhinaus stellt sich doch offensichtlich auch die Frage, wieso es tragbare Video-Player gibt und wieso diese in der Werbung meist Actionfilme (die es als legalen Download gar nicht gibt) abspielend beworben werden.

Desweiteren ist CSS kein Kopierschutz, es ist ein Abspielschutz [3], der seine Wurzeln in der Veröffentlichungstaktik von Kino-Filmen (bzw. deren DVDs) hat. Das Recht auf die Privatkopie besteht meines Wissens nach wie vor. k9copy funktioniert bestens.

Und zum Schluß noch meine ganz persönliche Meinung dazu: Die ganze Content-Industrie ist dem Wahn verfallen, uns dasselbe Produkt immer wieder verkaufen zu wollen, erst als Schallplatte, dann als CD, dann als mp3-DRM und dann als xyz. Den selben Song immer wieder, auf immer leichter “verderblichen” Medien. Selbstverständlich ist das kein Grund, den Künstler oder seinen Vertrieb durch Raubkopiererei zu schaden, allerdings möchte ich mal ein Licht auf die Verhältnisse werfen: Kinofilme werden in der Regel darauf ausgerichtet, ihre Produktionskosten (mehrfach) wieder einzuspielen, und zwar im Kino. Dann kommt der Film in die Videotheken für eine zweite Ernte, anschließend gibt es die DVDs, die in der Produktion einen lächerlichen Bruchteil dessen kosten, was eine Kinoproduktion verschlingt, und zum Schluß gibt es dann noch mal die Fernsehrechte als Zuckerli. Wenn die Content-Industrie durch den Verkauf von DVDs Verluste macht, dann soll sie den Verkauf einstellen. Das scheint aber nicht der Fall zu sein, weil die große Mehrheit die sie interessierenden DVDs kauft. Sind ja auch oft billiger als Musik-CDs (eben weil sie ihre Produktionskosten schon im Kino-Saal eingespielt haben).

Wenn man jetzt die legal erworbene DVD, die leider kratzeranfällig ist, nicht für sich selbst kopieren darf, dann ist das eine deutliche Schieflage, denn dann ist das kein Kauf mehr, sondern lediglich ein Abspielrecht auf Zeit. Als solches wird das Produkt aber weder beworben, noch bepreist. Ich bekomme ein anfälliges Produkt (das nebenbei nur in bestimmten Playern spielt und nicht z.B. in den USA) mit zweifelhafter technischer Haltbarkeit. Gibt es in 15-25 Jahren noch Geräte, mit denen ich die Medien abspielen kann?. Habe ich als LP-Besitzer die CD umsonst bekommen?

Kurz:
1) Wir sollten uns nicht kriminalisieren lassen.
2) Wir sollten uns dagegen wehren, Kulturgüter in Formaten einzusperren, deren technische Haltbarkeit unter unserer Lebensspanne liegt (mp3-DRM).
3) Wir sollten unsere Rechte wahrnehmen.
4) Wir sollten uns wie Kunden behandeln lassen und wenn das nicht mehr gewährleistet ist, wieder zu Büchen greifen und unsere eigenen Filme wieder im Kopf drehen, dann kann die Film- und Musikindustrie auf ihren Datenkrüppeln sitzen bleiben oder eben vernünftige Lösungen entwickeln.

Verbote und Restriktionen wirken niemals so effizient im Konsumgüterbereich wie Preis und Mehrwert. Ich habe neulich eine CD gesehen, da war einfach kein Booklet dabei sondern ein 50-60 Seiten Buch (für 14 EUR). Oder bin ich der Einzige, der die großen Cover der Vinyl-Zeit vermisst?

Benjamin

[1] http://www.ccc.de/tvcrypt/dvd/
[2] http://nanocrew.net/
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Content_Scrambling_System
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Privatkopie

Ulf B. – Montag, 30. Januar 2006 20:36 Uhr

Hi Lutz,

auch wenn ich momentan (mangels Zeit und Interesse) weder DVD’s ansehe, geschweige denn Kopiere, habe ich kein DeCSS bei mir Installiert. Aber zum einen halte ich alle derzeit verwendeten sogenannten Kopierschütze nicht als “wirksame Kopierschutzmethoden”, sondern nur für ein bedenkliches nichteinhalten von Standards. Abgesehen von CSS, bei dem sich aber nicht um einen Kopierschutz sondern einen Abspielfilter handelt (wie ja auch mein Vorredner schon erwähnt hatte).

Abgesehen davon kannst Du im gegensatz zu Windows, alle CDs/DVDs ganz einfach Physikalisch kopieren (z.B. mit K3B in den Erweiterten Einstellungen ein Kreuz vor Lesefehler Ignorieren und keine Fehlerkorrektur machen).

Ciao
Ulf

Dieter Drewanz – Dienstag, 31. Januar 2006 04:56 Uhr

Die ganze Entwicklung ist bedenklich. Nachdem ich per Zufall die Idee aufgeschnappt habe, erst mal die neue Rechtslage stabilisieren lassen. Dann die Lebensdauer der Datentraeger langsam und systematisch absinken zu lassen. Parallel dazu soll es dann einen Nachproduktionsservice fuer geringste Stueckzahlen geben, der naturlich nicht guenstiger als der Neukauf wird, sofern der Titel noch mal aufgelegt wird. Solange es den Service gibt kann man immer jemanden der fuer sich selbst kopiert etwas antun. Ganz schoen tricky, oder nicht?

Benjamin Quest – Dienstag, 31. Januar 2006 16:34 Uhr

Obwohl hier ist die Rechtslage ja schon wieder “korrigiert” worden, in der Richtung, daß es grundsätzlich nicht erlaubt ist, technische Hilfsmittel zur Umgehung eines Kopierschutzes (von Wirksamkeit keine Rede) zu benutzen. Gleichzeitig besteht das Recht auf Privatkopie, und deshalb sind die Tools zur Umgehung auch nicht illegal. Genauso wie ich Gegenblitzanlagen in Deutschland erwerben kann, aber sie nicht ins Auto schrauben darf. Ergo haben wir eine Grauzone. Das treibt dann solche Blüten, daß der Kopierschutz so dämlich ist, daß er darauf beruht, unter Windows das Autostartverhalten zu triggern. Wenn man das Autostartverhalten in Windows abstellt, dann ist der Kopierschutz dahin.
*plock*

Mich nervt nur, daß jedermann kuscht und es wohl erst noch so root-Kit Blüten treiben muß wie bei Sony, und selbst dann kapieren es die Leute nicht. Die gängige Einstellung ist: “ich bin ein redlicher Bürger, mir kann jeder auf den Rechner gucken, ich habe nichts zu verbergen.” Dieses Verhalten aber macht aus denen, die einfach nur ihr Recht auf Privatsphäre einfordern, leider schon Verdächtige.

Ich bin stolzer Besitzer von 0 (in Worten: Null) kopiergeschützten CDs. Gibt genug gute Musik da draußen, die ich auch dann noch auf allen Betriebssystemen abspielen kann, wenn Vista Geschichte ist.

Die 1:1 Kopie geht bei Filmen leider nicht, da die Kauf-DVDs eine höhere Kapazität haben, als der DVD-Rohling halten kann, daher braucht man dafür so Helferlein wie k9copy oder transcode oder dvd:rip oder mencoder mit den entsprechenden Codecs und manchmal auch noch unrar oder rar. So genug der Stichworte.
b.

Florian E.J. Fruth – Montag, 30. Januar 2006 15:30 Uhr

hi,
wenn du DVDs mit Menü kopieren willst empfehle ich k9copy[1]
fejf

[1] http://k9copy.free.fr/