ForumPartitionierung für Backup
Jens Berger – Mittwoch, 28. Dezember 2005 22:19 Uhr

Hallo LC,

für diverse Datensicherungen meines PC für Handwerksbetrieb und Privat beabsichtige ich eine externe USB-Festplatte (250 GB)zu kaufen.
Der Platzbedarf pro Woche ist etwa 0,5 – 3 GB. Gesichert werden Daten aus Windows (ntfs) und Linux, beide OS laufen auf einem Rechner.
Folgende konkrete Frage:
Welche Struktur gebe ich der Platte? Erzeuge ich 2 Partitionen (eine für Linux und eine für Windows) und lege eine Verzeichnistruktur im Sinne von /Jahr/Monat/Woche an, oder ist dies für je 125 GB und usb2 zu groß und die Datensicherung wird eine ziemlich langweilige Sache? Ist es sinnvoll mehrere Partitionen anzulegen um schnellere Zugriffe zu haben? Oder ist ein LVM für mich eine Alternative, unter Linux eingerichtet und auf Windows erfolgt nur Lesezugriff mit Sicherung der dann z.B. mit reiserFS eingerichteten Platte?

Danke

Jens Berger

2 Antworten
man-draker – Mittwoch, 28. Dezember 2005 23:19 Uhr

1. Was willst du sichern?
– Das gesamte System?
* als Restorefähiges Image?
* in Form von Dateien?
– Nur Nutzdaten?
* Kannst du sie von dem Rest des Systems trennen?

2. Womit willst du sichern?
– Unter Windows
– Unter LINUX

3. Welche Backup-Strategie willst du verfolgen?
– Immer Full-Backup?
– Full-Bakup und Incremental-Backup?
– Full Backup und Differential-BAckup?

4. Wie wertvoll / arbeitsintensiv sind deine Nutzdaten?
– Ist ein Platte das richtige Medium?
– Reicht ein Datenträger?

5. Wie willst du testen, ob die gesicherten Daten auch restorefähiog sind?

6. In meinem Bekanntenkreis schwören viel auf Acronis True Image fürs Windows-Backup.

7. Ich würde Windows- (am besten NTFS) und Linux- (am besten ext3,reisferfs oder XFS) Backuppartitionen hübsch getrennt halten.

Informative Quellen im Internet:

[1] http://www.bullhost.de/b/backup-strategien.html
[2] http://www.pro-datenrettung.net/lexikon/backup_datensicherung.html
[3] http://www.tecchannel.de/storage/grundlagen/429770/index4.html
[4] http://www.akademie.de/fuehrung-organisation/management/tipps/betriebspraxis/datensicherung-fuer-den-einzelplatzrechner.html
[5] https://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=16773
[6] http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/02/062-kdar/index.html
[7] http://www.tecchannel.de/storage/grundlagen/429770/index4.html
[8] http://www.akademie.de/fuehrung-organisation/management/tipps/betriebspraxis/datensicherung-fuer-den-einzelplatzrechner.html
[9] https://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=16773
[10] http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/02/062-kdar/index.html
[11] http://www.tecchannel.de/storage/grundlagen/429770/index4.html
[12] http://www.akademie.de/fuehrung-organisation/management/tipps/betriebspraxis/datensicherung-fuer-den-einzelplatzrechner.html
[13] https://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=16773
[14] http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/02/062-kdar/index.html
[15] http://www.linux-schule.de/s-backup.htm

Jens Berger – Donnerstag, 29. Dezember 2005 09:12 Uhr

Hallo man-draker,

zu 1. Es handelt sich um gezippte Archive und Dateien. Eine Systemsicherung ist nicht notwendig. Die Trennung vom System geht ohne weiteres.
zu 2. Eigentlich egal, Hauptsache die Daten werden einmal je Woche unabhängig von der Original-Platte nochmals aufbewahrt.
zu 3. Bisher immer mit Differential-backup (also alles) gesichert. Soll auch so bleiben.
zu 4. Für mich ganz schön wertvoll. Die Daten enthalten alle Kunden- Rechnungs- und Auftragsdaten sowie technische Dokumentationen, Termine, Fiskalisches.
zu 5. Die Daten können problemlos in die Programme wieder eingelesen werden. Das Problemchen ergibt sich mit jedem neuen PC, ist also leicht und sicher machbar.

Jens Berger

man-draker – Donnerstag, 29. Dezember 2005 10:13 Uhr

Jens Berger schrieb
zu 1. Es handelt sich um gezippte Archive und Dateien. Eine Systemsicherung ist nicht notwendig. Die Trennung vom System geht ohne weiteres.

Dann ist auch kein spezielles Backup-Programm mit System-Recovery-Fähigkeiten erforderlich.

zu 2. Eigentlich egal, Hauptsache die Daten werden einmal je Woche unabhängig von der Original-Platte nochmals aufbewahrt.

Wenn sie dann noch räumlich getrennt vom PC gelagert weden, sind auch Brand/Strom/Wasser-Schäden kein Problem.

zu 3. Bisher immer mit Differential-backup (also alles) gesichert. Soll auch so bleiben. Alles ist nach meinen Verständnis ein Voll-Backup. Das ist die beim Restore die einfachste Methode. Wenn die Datenmenge nicht vom Voll-Backup abhält, ist das sicher die beste Lösung.

zu 4. Für mich ganz schön wertvoll. Die Daten enthalten alle Kunden- Rechnungs- und Auftragsdaten sowie technische Dokumentationen, Termine, Fiskalisches. Dann empfiehlt es sich, die Daten mindestens wöchentlich auch auf einem weiteren Datenträger zu sichern (2te USB-HD, DVD etc.). Alle Sicherungsdatenträger können unbrauchbar werden: Materialfehler, Verschleiß, Alterung, Unfall, Benutzerfehler.

zu 5. Die Daten können problemlos in die Programme wieder eingelesen werden. Das Problemchen ergibt sich mit jedem neuen PC, ist also leicht und sicher machbar.

So wie sich der Sachverhalt jetzt anhört, reicht es, für jedes BS eine Partition zu verwenden und mit einfachen Kopierbefehlen zu arbeiten. Wichtig ist halt, mehrere Datenträger zu verwenden (Großvater, Vater, Sohn Prinzip) und die räumlich getrennte Lagerung.

Ugglan – Donnerstag, 29. Dezember 2005 20:00 Uhr

Hallo Jens,

ich habe mich vor kurzem auch mal mit dem Thema beschäftigt… und dann gab es auch wirklich den RUMS, sprich die Festplatte gab von einem Tag auf den anderen ohne Vorwarnung den Geist auf.

Jetzt stand ich zwar mit einem (einen Monat alten) Backup da, aber ohne Festplatte und damit ohne lauffähigen Rechner. Und natürlich brauchte ich die Kiste gerade in dem Moment dringend für Bewerbungen und hatte auch keine Zeit,
eine neue Platte zu kaufen und das System neu aufzusetzen.

Aus dieser Situation haben mich eine Knoppix-CD und meine auf größtmögliche Flexibilität zugeschnittene Backuplösung gerettet, nämlich DVD-RAMs.

Meine Anforderungen: Das Backup muß zumindest alles, was möglichst schnell und unkompliziert wieder erreichbar sein soll, als normale Dateien auf einem möglichst universellen Dateisystem unkomprimiert speichern. Wenn mir nur ein Windows-Rechner zur Verfügung steht, nutzen die schönsten Tarballs nichts, auch wenn sie noch so klein sind.

Ich habe also die DVD-RAMs mit ext2 formatiert (UDF wäre mir lieber, aber mein Kernel konnte UDF nur lesen, und ich wollte die Kuh im Dorf lassen) und meine Daten 1:1 kopiert. Geht wunderbar, solange zusammenhängende Verzeichnisbäume nicht die 4,4GB-Marke sprengen.

Nach dem Crash brauchte ich bloß Knoppix zu booten, die fstab (Gibt an, welche Partitionen wo wie eingehängt werden) zu hacken, die DVD ins andere Laufwerk legen, und weiter ging’s, bis ich Zeit für eine Neuinstallation hatte.

Langer Rede kurzer Rat:

1. Lege Dir noch eine zweite Wechselplatte zu. Bei einem Backup, das diesen Namen auch verdient, liegt zu jedem Zeitpunkt ein komplettes Backup im Schrank oder sonstwo ohne Verbindung zum Quellsystem. Wie ein Vorposter schon anmerkte, kann alles flöten gehen, wenn das System beim Einspielen des Backups die Beine streckt. Denke an Murphys Gesetz!!

2. Formatiere die Platten mit vfat, das ist zwar antiquiert, kann aber von jedem System problemlos gelesen werden. Wenn Du Dateisystem-Informationen und Links mitkopieren mußt, nimm UDF oder ext2 und kopiere Dir die entprechenden Windows-Treiber mit auf die Platte (in eine separate vfat-Partition).
!! Regelmäßig die Backup-Platte auf Datenfehler prüfen, am besten vor jedem Backup!!

Willst Du alle Dateisystem-Informationen mitnehmen, packe ein NTFS- und ein EXT2-System auf die Backup-Platte.

3. Kopiere Die Daten mit rsync oder einem ähnlichen Werkzeug, das nur geänderte Dateien überträgt, dann halten sich die Kopierzeiten in Grenzen.

4. Eine Platte liegt IMMER im Schrank!!! Im schlimmsten Fall hast Du dann noch das Backup von vorletzter Woche.

5. Trotzdem ein Systembackup machen, man weiß nie, wann man sein System zerschießt!

Viel Erfolg,

Ugglan

Ecaroh – Mittwoch, 28. Dezember 2005 23:20 Uhr

Hallo,

auch wenn es die Presse und irgendwelche Foren immer wieder durchkauen: USB Festplatten als auch optische Medien wie DVD taugen nur bedingt zur Datensicherung. Grund: Optische Medien (native gebrannt) koennen ‘special Files’ nicht sichern, sind begrenzt was die maximale Namenslaenge und Verzeichnistiefe angeht. Ausser ich archiviere vorher und brenne das Archiv auf diesen Datentraeger. USB-Festplatten (o.ae.) sind i.d.R. nur _einmal_ vorhanden. Geht diese Platte kaputt (just in dem Augenblick als die Datensicherung lief kam der Blitz …) ist alles futsch.

Eine Datensicherung kommt fuer den o.g. Fall auf ein Bandlaufwerk. Ein DDS4 Laufwerk kostet nicht die Welle, die Medien auch nicht. Es schreibt unkomprimiert 20 GB weg ( nicht komprimieren bitte …), hat eine Uebertragungrate von rund 3 MB/sec, die Medien kosten unter 10,- Euro und das beste ist: Man kann die Medien in die Tasche stecken und aus dem Betrieb heraus mit nach Hause nehmen. Brennt die Bude ab wird es wohl kaum zuhause auch noch brennen. Diese Dinger sichern auch ‘special files’, lassen sich mit jedem gaengigen Kommandozeilenwerkzeug ansteuern und sind weit verbreitet.

Mein Software Tip fuer’s ‘heterogene Sichern’: PAX. Geht unter *nix wie Windows.

Das mit der Partitionierung erledigt sich dann auch. In einem Punkte gebe ich der USB Festplatte eine Chance. Fuer die Sicherung umfangreicher (wiederherstellbarer) multimedialer Musik und Videosammlungen mag das o.k. sein. Aber nicht wo firmensensible Daten gesichert werden sollen.

Also: Sicherungskonzept grundlegend ueberdenken! Und – nicht geizen.

Gruss, Ecaroh

Jens Berger – Donnerstag, 29. Dezember 2005 10:45 Uhr

Hallo Ecorah,

die Daten sind eigentlich mehrfach vorhanden, im eigentlichen Anwendungsprogramm sowie in einer zweiten Partition -aber eben derselben Platte. Derzeit sichere ich nochmals zusätzlich auf eine 2. interne Platte bzw. auch auf CD/DVD. Auch das “wegtragen” aus dem Betrieb hilft nicht- ich wohne auch in der Hütte.
Habe mich auf Dein Posting hin mal kurz mit DDS beschäftigt: Nachteil ist wohl, der recht hohe Reinigungs- bzw. Pflegeaufwand. Kostet nicht die Welle.. Du kannst doch keinen alten Mann mit solchen Preisen erschrecken. Für das Geld bekomme ich doch schon einen PC. Ich dachte an 100 EUR ;-) Das gibt wieder Ärger mit meiner Frau.
Ich merke schon, da tauchen mehr Fragen als Antworten auf (was sind spezial_files?). Sicher hast Du recht, ich werde wohl die Sache auf Dauer so nicht lassen können.

Danke allen !

Jan Kandziora – Donnerstag, 29. Dezember 2005 11:12 Uhr

Grund: Optische Medien (native gebrannt) koennen ‘special Files’ nicht sichern

Das hängt doch aber nicht mit dem Medium, sondern mit dem Archivformat zusammen. Auch auf Platten und DVDs sichert man gefälligst nur Archive (tar, cpio, dar, afio, afbackup, etc.)

Ein DDS4 Laufwerk kostet nicht die Welle, die Medien auch nicht.

Genausowenig taugt’s auch. Das Laufwerk werfe man bitte nach 18 Monaten weg, die Bänder nach ca. 50..70 Backups. Wenn es heutzutage wirklich noch ein Streamer sein soll, sollte man gleich die „richtigen” Bänder nehmen, die mit Metallrückseite und interner Bandstraffung. Da sollte man ein Band dann nach spätestens 500 Sicherungen ersetzen, das Laufwerk hält bei täglicher Sicherung ca. 48 Monate durch.

Jan

man-draker – Donnerstag, 29. Dezember 2005 22:08 Uhr

Auch das “wegtragen” aus dem Betrieb hilft nicht- ich wohne auch in der Hütte.

Da denk dir mal fix etwas aus. Es sei denn, du sagst: Wenn der Laden feuergeschädigt (nicht notwendig abgebrand) ist, kommt es auf die Betriebsdaten eh nicht mehr an.

Dieter Drewanz – Freitag, 30. Dezember 2005 04:35 Uhr

Räumliche Trennung, auch wenn es nur das andere Ende des Hauses ist, ist schon
deutlich mehr. Es gibt Fälle, da kann sowohl Orginal und Kopie kaputt gehen.
Blitz schlägt ein, wenn USB Platte angeschlossen ist, Virus ist nicht weg und
haut beim wieder einspielen auch noch die Kopie kaputt (das auf der zweiten
internen Platte ist in dem Fall sowieso auch hinueber), wenn der Virus was
taugt.
Als weitere Kopie wuerde ich auch noch DVD-RW (nicht mehr als 8x beschreiben,
zum Einlesen in ein DVD ROM LW legen, da kann kein Virus mehr was machen)
oder DVD-RAM dazu nehmen. Da die Dateien gezippt sind, sind die
Dateinamenlaengen wohl kein Problem, solange man der Zipdatei keinen zu langen
Namen gibt. Spezielle Dateien kann man dort auch hinein packen, allerdings
koennen bestimmte Attribute (nur lesen, system usw) verloren gehen, aber diese
kann man von Hand wieder setzen.
Da USB und DVD all zu beweglich sind, sollte man auch an Paßwort
und Verschluesselung denken. Allerdings sollte man die fertige Zipdatei
verschluesseln, da eine verschluesselte Datei sich nur noch wenig komprimieren
laesst (Reihenfolge beachten).
Ein Schreinermeister legt seine Backups auf einen ueber Internet erreichbaren
Server, der Sicherungsdienste anbietet. Preislich kann ich das nicht
beurteilen. Allerdings Daten ausser Haus koennen
immer von bestimmten Diensten gefilzt werden, auch wenn Sie noch so gut
verschluesselt sind. Nicht umsonst werden Verschluesselungsverfahren erst dann
“freigelassen”, wenn man diese mit sehr viel RechenZeitaufwand (man muss
allerdings auch Teile kennen aus dem unverschluesselten Orginal, die
verschluesselt wurden) knacken kann.
Ich wuerde mindestens eine FAT32 und Linux Partition anlegen, oder mindestens
je zwei von beiden. Einiges ist auch Geschmackssache, wie man es macht…….
Wenn der Datenverlust einen Schaden von ettlichen Tausend Euro verursachen
wuerde (wenn die Tausender fehlen, ist Frau vollkommen von der Rolle ;o) ),
solltest man vielleicht doch bereit sein ein paar hundert Euro zu
investieren.

Jens Berger – Freitag, 30. Dezember 2005 21:53 Uhr

Vielen Dank für die Tipps. Die angepeilte Platte war leider vergriffen :-( Trotzdem habe ich viele Denkanstöße aufnehmen können. Es wird wohl eine USB-Platte werden, die Lagerung erfolgt dann aber nicht im Büro sondern woanders. Als Dateisystem wird es wohl FAT32 werden. KDar hätte ich gerne, aber die Installation für mein Debian geht nur über kompilieren, da fehlen mir noch irgendwelche Bibliotheken. Vielleicht bekomme ich auch ein gescheites Script mit dar hin (oder aus dem Internet schon vorgebacken), das wird bestimmt ein abendfüllendes Programm.

Jens Berger

Ecaroh – Sonntag, 01. Januar 2006 19:17 Uhr

Das DDS nicht unbedingt so viel taugt weiss ich sehr wohl. Aber ich wollte fuer das anvisierte Ziel auch nicht drueberhinausschiessen. Ich bleibe bei meiner Meinung fuer den genannten Einsatzzweck. LTO und Konsorten sind hier ueberdimensioniert – eine USB Festplatte ist fuer mich nach wie vor indiskutabel. Fuer den ‘Profi-Einsatz’ gebe ich Dir recht – doch der war nicht gefragt. Es ist eine Preis / Leistung Frage. Und ich schmeisse meine Baender bei dem Kaufpreis von unter 10,- Euro gerne nach 50x weg. Oder? Wenn ich 6 Baender habe die pro Woche je einmal 20 GB sichern, sind 50 Wochen x 6 vorhandene Baender fast 6 Jahre. Und was die Laufwerke angeht so habe ich (recovery-getestet) meine DDS3 seit 2,5 Jahren zur Zeit ohne Stoerung im Einsatz. Das reicht.

Gruss, Ecaroh