ForumDatenrettung mit fsck
Michael Busch – Montag, 12. Dezember 2005 14:06 Uhr

Hallo!

Mir ist kürzlich beim runterfahren meines Ubuntu 5.10 die Stromversorgung zusammengebrochen. Danach startete der X-Server nicht mehr und fsck konnte die Festplatte (ext3) nicht mehr korrekt überprüfen.
Ich habe dann fsck manuell ausgeführt (automatisch kam fsck zu keinem ergebnis) und alle Fragen mit ‘yes’ beantwortet.
Das System funktioniert nun wieder soweit einwandfrei. Allerdings habe ich im Verzeichnis /lost+found zwei Dateien: # 417… und # 418…
Kann ich die Dateien wieder herstellen oder sind die unwichtig? Momentan kann ich mit dem Inhalt nix anfangen! Woher erfahre ich, wo die Dateien vorher waren?

Gruß, michi

1 Antwort
Ecaroh – Montag, 12. Dezember 2005 21:14 Uhr

Ruf ein Terminal-Programm auf, wechsle als `root’ in das Verzeichnis ‘lost+found’. Dann gebe den Befehl `file DATEINAME’ ein. (DATEINAME steht für # 417… und # 418…). I.d.R. gibt Dir `file’ das Dokumentenformat zurück. Beispiel:

ecaroh@horace:ecaroh$ file 419 419: PDF document, version 1.2

Damit weisst Du mit welchem Programm Du die Datei öffnen kannst. Diese Datei kopierst Du als Anwender ‘root’ in Dein Heimatverzeichnis, gibst Dir die Rechte daran (was unter lost+found liegt gehört root) und öffnest diese dann mit dem entsprechenden Programm. Dann guckst Du rein und wirst wahrscheinlich schnell erkennen wo das hingehört. Sollte es ein ‘ELF’ sein oder jedenfalls keine Datei die ein Anwendungsprogramm erzeugt hat könnte das eine Systemdatei sein. Dann wird es etwas schwieriger Ort und Name wieder zu finden (aber nicht unmöglich).

Damit ist denn nun einmal wieder erklärt, warum man mindestens Daten und System auf zwei verschiedenen Partitionen haben sollte. Je kleiner die Partition, desto einfacher ist es wenn ein fsck nach einem Ausfall zum Zuge kommt. Habe ich unter `/home’ in lost+found was liegen, sinds persönliche Daten. Habe ich es unter `/’, dann gehörts zum System. Usw.

Damit das nicht wieder passiert kaufst Du Dir sowas wie die APC Back-UPS ES 500VA. Kostet rund 120 Euro und ist für einen Desktop ein rundum sorglos Paket. Sollte jeder unterm Tisch haben.

Gruss, Ecaroh

Michael Busch – Dienstag, 13. Dezember 2005 12:38 Uhr

Danke für die Hinweise.
Bei den Dateien handelt es sich um Reintext, also Systemdateien.
Bei einer handelt es sich eine cfg für eth0. Bei der Anderen bin ich mir nicht sicher.
Solange das System läuft belasse ich es mal dabei… Never touch a running system!

Der Hinweis mit den zwei Partitionen ist sicher sinnvoll! Werde es beim nächsten Partitionieren berücksichtigen.
Die Idee mit der USV finde ich für den Heimanwender etwas übertrieben — ist aber auch eine Überlegung Wert.

Gruß, michi

Ecaroh – Donnerstag, 15. Dezember 2005 17:00 Uhr

Mitnichten übertrieben. Es gibt eine Menge Gründe hochempfindliche Computertechnik von den Einflüssen des Stromnetzbetreibers zu trennen. Überspannungen aus dem Stromnetz gibt es nicht nur in Form von Blitzschlägen. Eine USV glättet die Spannung aus dem Stromnetz, sorgt für Schutz vor Spannungen aus Telefon und Netzwerkanschlüssen. Und für jemanden der beruflich (Freiberufler, Selbständiger) damit arbeitet sind so übertriebene Dinge wie USV und Bandlaufwerk eben die Versicherung gegen den Daten-GAU (und ihre Insolvenz). Und mit 120 Euro ist das sicherlich keine hohe Investition sondern im Gegensatz zu einer noch schnelleren Grafikkarte die sinnvollere. Aber, jedem wie er mag.

Aber es gibt noch ein anderes Argument. Der Prozentsatz meiner Bekannten die auf einen funktionierenden Rechner zwingend angewiesen sind wächst genauso schnell wie der Prozentsatz an Systemen die unter Viren und Trojaner ächzen bzw. deren Festplatte sich (ohne das eine Datensicherung vorliegt) vorzeitig verabschiedet. Dann sind die Gesichter lang. Daher sage ich allen bevor es zu spät ist wo die absoluten Prioritäten liegen. Und da sehe ich für diese Gruppe auch die USV als ein Teil eines umfassenden Sicherheits-Konzeptes.

Gruss, Ecaroh