ForumHausnetzwerk mit Linux-Server
Maxwell – Sonntag, 04. Dezember 2005 17:41 Uhr

Hallo

Ich würde gerne bei uns Zuhause ein Hausnetzwerk einrichten, bei dem ein Linux-Server die Domäne verwaltet und auch Daten für alle verfügbar macht. Die anderen PCs laufen entweder mit Win XP Pro oder Win 2000 Pro.
Auf dem Server sollten dann MP3s und Filme gespeichert werden, sodass die anderen PCs keine großen Platten haben müssen. Ich denke mal, dass ich mit Samba da auf dem richtigen Weg bin…?
Das Problem das ich habe ist allerdings, dass ich scheinbar zu doof/unerfahren bin, Samba richtig einzurichten…
Ich habe auf dem Server SuSe Linux 10.0 laufen, und würde das ganze am liebsten per Yast einrichten, falls jemand aber so freundlich wäre und die Zeit hat mir per ICQ zu erklären, wie man das über die Shell macht hätte ich da auch kein Problem mit, denn viele Leute sagen, dass wenn man Linux verstehen will, man alles per Shell machen sollte. Allerdings muss ich vorweg sagen, das ich nicht alzuviel Ahnung von Linux und der Shell habe.
Ich wäre dankbar, wenn ich jetzt hier nicht wieder dumme Antworten lesen muss, wie “Wer glaubt, dass man, ohne sich zunächst einmal um einfachste grundlegende Dinge selbst zu bemühen, nur ein solches Posting abzusondern braucht, um dann ans Händchen genommen zu werden, hat es nicht anders verdient.” Auch wenn ich zugeben muss, das ich mich bei der Geschichte nicht gerade intelligent angestellt habe…

Danke schonmal für die Hilfe

Greetz Max

1 Antwort
Ulf B. – Sonntag, 04. Dezember 2005 18:49 Uhr

Hi Max,

ich würde Dir empfehlen zunächst deinen Samba Server per Yast zu konfigurieren. Dazu schlage ich Dir folgendes vorgehen vor:

Zuerst stellst Du bei allen (Windows-) Clients im Systemordner die gleiche Domain ein (aus Sicherheitsgründen wählst Du hier am besten eine eigene Domain wie z.B. MAX). Alle Rechner sollten im gleichen TCP/IP Bereich liegen (das macht ein Laufender DHCP-Server z.B. vom Router oder auf Deinem Linux Server automatisch, ansonsten mußt Du das von Hand machen). Also z.B. alle Rechner im Netz haben die IP 192.168.47., wobei RechnerNr einen Wert zwischen 2 und 250 haben kann (1 und Werte über 250 würde ich meiden). Jeder Rechner im Netzt muß eine eigene Einmalige IP haben. Testen ob alle Rechner die IP des Linux Servers finden. Z.B. auf einer DOS-Eingabzeile (oder wie die Textkonsole unter Windows jetzt auch immer heißt) ping . Anschließend solltest Du die Ping-Antwortzeiten des Servers erhalten. Wenn Du eine Fehlermeldung erhälst mußt Du erst Dein Netzwerk zum Laufen bringen. Auf dem Linux Server solltest Du per Yast den SSH-Dämon laufen lassen falls noch nicht geschehen, damit Du Dich anschließend bequem mit z.B. Putty [1] von jedem Rechner auf dem Server anmelden kannst (zur Administration auf der Kommandozeile). Jetzt kannst Du per Yast über das Menü Netzwerkdienste und das Untermenü Samba-Server komfortabel den Samba Server einrichten (Erstkonfiguration, öffnen der Firewall falls diese Läuft, starten des Servers, usw. übernimmt dann nämlich Yast). Wie immer findest Du auf der linken Seite im Yast wichtige Informationen zur Konfiguration – unbedingt lesen. Hier mußt Du natürlich den gleichen Domainnamen angeben wie auf deinen Windows Kisten (also z.B. auch MAX). Wichtig ist jetzt, das Du für Samba und für die Windows Rechner die gleichen Benutzer anlegst. Ich würde Dir vorschlagen das jeder Benutzer auf seinem Rechner ein eigenes Benutzerkonto mit Passwort erhält. Für jede Benutzer – Passwort Kombination wird auf dem Linux Rechner per Yast ein entsprechender Benutzer angelegt. Yast sorgt normalerweise dabei dafür, daß dieser Benutzer auch als Samba Benutzer angelegt wird. Sollte es hier probleme geben mußt Du das Samba Passwort noch für jeden Benutzer mit dem Programm smbpasswd generieren (mehr Infos dazu mit man smbpasswd). Hat alles geklappt, können Deine Windows Rechner via Netzwerklaufwerke den Linux Samba Server sehen und benutzen. Ciao
Ulf

[1] http://www.heise.de/software/default.shtml?prg=7016&T=putty

Günter Frenz – Sonntag, 04. Dezember 2005 22:25 Uhr

Du hast vergessen zu erwähnen, dass deine Anleitung so nur für eine Windows-Arbeitsgruppe funktioniert. Falls der OP wirklich die erwähnte Windows-Domäne aufsetzen möchte, sind noch einige andere Dinge zu beachten.

Das heißt, dass der Server fertig konfiguriert sein muss bevor die Clients in die Domäne eingebunden werden können. Dazu muss auf dem Server für jeden Client ein Maschinenaccount angelegt werden und es muss Samba zum Domänencontroller gemacht werden (ich weis nicht, ob das von yast unterstützt wird). In der Samba-Doku steht jedenfalls was man in der smb.conf alles eintragen muss.

Eine richtige Domäne kann in einem solchen Umfeld durchaus lohnend sein wenn die Benutzer an allen Rechnern beliebig arbeiten sollen. Damit erhält man auch sehr einfach zentrale servergestützte Heimatverzeichnisse für alle Benutzer.

Günter