ForumAnfängerfrage
andrea navratil – Montag, 19. September 2005 17:25 Uhr

Hallo allerseits!

Bin absoluter Linux Neuling und habe etwas Probleme mit meinem IP4000.
Habe mir die entsprechenden Posts schon durchgelesen und nur funktioniert
das auf meinem Rechner leider nicht und ich kann im Moment keine Dokumente
drucken.
Meine Frage ist jetzt also: Ich habe auf einer Festplatte das Linux und
das Windows XP liegen. Gibt es eine Möglichkeit von Xp aus auf die dateien
zuzugreifen und so auszudrucken? Eine Möglichkeit die ich vielleicht auch
als Anfänger verstehe? *grübel*

Wäre euch wirklich sehr dankbar für Eure Hilfe!

Liebe Grüße

Andrea

2 Antworten
Lutz Golke – Montag, 19. September 2005 19:12 Uhr

Moin,

evtl. hilft dir [1] oder der Hinweis auf Turboprint[2]. Ansonsten versuche unter Linux alles in PDF-Files zu drucken (unter KDE ist ein solcher Drucker meist voreingestellt). Dateizugriff entweder über eine extra Partition (vfat) oder mittels XP-Treiber passend zu deinem Linux-Dateisystem. Diese PDFs druckst du dann unter XP aus. Das ist eher suboptimal aber ggf besser als gar nichts.

hth,
Lutz

[1] http://forum.kanotix.net/viewtopic.php?t=7784&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight=canon+japan+treiber
[2] http://www.turboprint.de/

Thomas Haberland – Montag, 19. September 2005 19:24 Uhr

Hi,

zuerst das Druckerproblem:
Meines Wissens nach (habe keinen Canon) kann das genannte Modell nur mit einem ganz speziellen Druckertreiber angesteuert werden. Jedenfalls ist der IP4000 nicht auf der Standard Webseite linuxprinting.org [1] zu finden ….

Es gibt aber Abhilfe, siehe [2]. Bereits die FreeEdition von TurboPrint kann auch den IP4000 ansprechen, siehe Infos auf der TurboPrint Webseite. Allerdings dürfte wohl bei optimaler Nutzung des Druckers die Investition in die Vollversion sinnvoll sein, um das TurboPrint Logo bei höchster Auflösung verschwinden zu lassen.

Zugriff auf die Windows Dateien ist grundsätzlich möglich. Das hängt natürlich vom Dateiformat ab. MS Office Dokumente können von OpenOffice geöffnet werden, je nach Formatierung oder Nutzung von speziellen Features (Makros, komplexe Tabellen u.a.) der MS Office Welt kann es aber eventuell zu Konvertierungsverlusten kommen.

Moderne Linux Distributionen binden oft die Windows Partitionen automatisch in das System ein. Schaue Dir mal die Strukturen unterhalb von /mnt an, dort gibt es eventuell Verzeichnisse wie “win_c” o.ä. Öffne die entsprechende Windows Partition (z.B. mit Konqueror als Dateimanager), auf der die Dokumente gespeichert sind, und kopiere sie am besten einmal in das Linux System und dort in Dein Standard Dokumentenverzeichnis.
Oder es gibt entsprechende Icons auf dem Desktop, die damit verbundenen Partitionen werden durch einfaches Anklicken automatisch eingebunden (mount) und über Rechtsklick auf das Icon auch wieder ausgehängt (umount).

Sollte die Windows Partition mit NTFS formatiert sein, ist von Linux aus nur ein lesender Zugriff darauf möglich. Nur wenn es FAT32 Partitionen sind, kann Linux auch schreibend auf diese zugreifen. In diesem Fall solltest Du darauf achten, nur Dokumente zu speichern und sonst im System nichts zu verändern.

Sind die Vorbereitungen zum Einbinden der Windows Partitionen nicht vorhanden, musst Du die Windows Partitionen manuell einbinden. Dazu öffne eine Konsole, werde root (Befehl “su -“), erzeuge ggfls. das Verzeichnis zum Einbinden und mounte die entsprechende Windows Partition. Das geht wie folgt:

su – [nach Enter Kennwort eingeben]
mkdir /mnt/win_c
mount -t ntfs -o ro,uid=USERLOGIN /dev/hda1 /mnt/win_c

Erklärung der Syntax:
“-t” = Typ des Dateisystems (ntfs oder vfat, siehe “man mount”)
“-o” = Options, hier “Read-Only” UND die User-ID (UID) in Form des Anmeldenamens des Benutzers, der auf dieses eingebundene Dateisystem zugreifen soll
/dev/hda1 = Windows Laufwerk C: mit den Dokumenten
win_c = Verzeichnis zum Einhängen (mount point), muss existieren

Weitere Infos zur Befehlssyntax siehe die entsprechenden Hilfstexte der Befehle, die sog. “man pages”:
-> man mount
-> man fstab
-> man mkdir

Nach dem Kopieren sollte die Windows Partition wieder ausgehängt werden. Dazu wieder in der Konsole als root eingeben:

umount /mnt/win_c

Dieses manuelle mounten ist aber, wie erwähnt, bei modernen Distributionen eigentlich nicht mehr erforderlich.

Thomas

[1] http://www.linuxprinting.org
[2] http://www.turboprint.de/

krisserl – Dienstag, 20. September 2005 02:10 Uhr

Ich denke es geht eher um den Zugriff von Windows XP auf Linux:

Zugriff ist meist nur auf ext2 oder ext3 möglich, d.h. Du mußt Deine Linux-Partitionen, auf die Du zugreifen willst entsprechend formatieren (XFS geht z.B: nicht).

Beim Zugriff auf ext2/3 werden aber die Sicherheitsbeschränkungen (Lese-/ Schreibrechte auf Benutzer-/Gruppenrechte) nicht beachtet – ein XP-Benutzer kann daher ALLES auf einer ext2/3 Partition lesen, löschen … !!!

Ausprobieren würde ich zuerst das Tool explore2fs (Schreibzugriff ist nicht ratsam !)

http://uranus.it.swin.edu.au/~jn/linux/explore2fs.htm

Ich habe der ausführbaren Datei unter XP nur sehr eingeschränkte Rechte zugewiesen, so daß nur ich das Programm aufrufen kann.

Auf der Seite gibt es auch einen Treiber “ext2ifs” (nur Lesezugriff), ich habe aber keine Erfahrungen damit.

Ganz gut funktioniert der Treiber EXT2 IFS von http://www.fs-driver.org/. Ich verwende ihn seit 1/2 Jahr ohne Probleme. Man kann mit ihm auch auf ext2/3 schreiben.

Für reiserfs habe ich noch die ltools gefunden: http://www.it.fht-esslingen.de/~zimmerma/software/ltools.html

Fuzz

andrea navratil – Dienstag, 20. September 2005 11:49 Uhr

Hallo nochmal!

Also erstmal: vielen, vielen Dank für Eure tolle Hilfe. Damit habe ich wirklich
nicht gerechnet, das ist echt toll.
Zu meinem Problem: ich war auf der kanotix Seite und hab den Anweisungen folge
geleistet wie ich meinen Drucker installieren könnte. Mein Problem hat sich
jetzt insofern geändert als er zwar den Drucker ansteuert:sprich er schaltet
sich ein, aber das wars dann leider auch schon wieder. Drucken mag er noch
immer nicht, und ich bin schön langsam etwas verzweifelt weil ich wirklich
nicht mehr weiß was ich noch tun könnte.

Worst case: ich muß halt 30 Euro investieren wenn ich ihn nicht zum laufen
krieg. Aber hat von euch noch jemand eine Idee was falsch läuft?

Danke im voraus und liebe Grüße nochmal aus Wien!

Andrea