ForumHandyanbindung über /dev/rfcomm0
Christian S. – Dienstag, 13. September 2005 22:51 Uhr

Hallo liebe Community,

manchmal macht die Arbeit so gar keinen Spaß, so dass man dringend ein
kleines Erfolgserlebnis braucht. Und wie ich heute in meinem kleinen
privaten Motivationsloch auf meinem Schreibtisch umherblickte und dort
mein Telefon liegen sah, kam mir die Idee für ein kleines
Mittagspausen-Projekt: Handy (SE-T610) via Kmobiletools und Bluetooth an
den Rechner binden und fortan SMS über die Tastatur verschicken können.

Also kurz mal google angeworfen, promt eine prima Kurzanleitung gefunden
[1] und keine zehn Minuten später klingelte das Festnetztelefon: “Sie –
haben – eine – neue – Kurz – mitteilung – …” toll! Rechner aus,
glücklich sein, Mittagessen!

Als ich dann heute nach der Arbeit die Sache ernsthaft nutzen wollte, war
aber schon wieder “Feierabend”. Grund: Die Rechte von /dev/rfcomm0 waren
wieder auf 600 zurückgesetzt. Nun gut, zugegeben, meine 606 von heute
Mittag waren durchaus fahrlässig. Wie geht man das nun richtig an, so das
die User am PC alle SMSen können?
Ich habe /dev/rfcomm0 also der Gruppe Dialout – da stecken alle normalen
User drin – zugeordnet (Owner bleibt root) und dann die Rechte auf 660
gesetzt (Frage an die Cracks: Ist der Gedankengang OK oder eher
anwendertypisch unprofessionell?). Dann ein

sudo rfcomm0 release 0
sudo rfcomm0 connect 0 [Handy Mac-Adresse]

und die Sache lief wieder wie gewünscht. Ich spielte also weiter mit
Kmobiletools herum, stellte unter anderem fest, das Telefonnummern keine
Leerzeichen haben dürfen und startete dann – ebenfalls zum Testen – den
Rechner neu.

Leider gehörte danach /dev/rfcomm0 zwar noch der Gruppe Dialout, die
Rechte waren jedoch wieder flöten.

Und daher meine Frage: Wo kann man die Rechte dauerhaft setzen? Oder
sollte ich mir lieber gleich ein kleines Skript bauen, dass

– die Rechte setzt,
– /dev/rfcomm0 an die Handy-Macadresse bindet,
– Kmobiletools startet
– nach dem Beenden des Programms auch wieder die Bindung löst und
– die Rechte wieder beschränkt?

Oder denke ich da schon wieder zu kompliziert?

Viele Grüße und vielen Dank dafür, dass Ihr mir meinen Spieltrieb
nachseht.

Christian S.

Hardware: P-III 600MHz 512MB RAM
Software: SuSE 9.2, KDE 3.4.2
User: Ambitionierter Anwender

[1] http://kmobiletools.berlios.de/node/85

1 Antwort
Rabenkind – Mittwoch, 14. September 2005 01:08 Uhr

Hi Christian,

> Leider gehörte danach /dev/rfcomm0 zwar noch der Gruppe Dialout, die
> Rechte waren jedoch wieder flöten.

Schau mal unter /etc/udev/rules.d/ dort werden die Rechte für neue devices definiert/vergeben (vom udev-daemon (+ hotplug)).

Du denkst nicht verkehrt wenn Du:

> Ich habe /dev/rfcomm0 also der Gruppe Dialout – da stecken alle normalen
> User drin – zugeordnet

das machst, das ist Standard bei den meisten Distris, ist z.B. bei ppp dasselbe.

hoffe das hilft ein wenig, wenn nicht genauer nachfragen :-)

greetz rabenkind :))

Christian S. – Mittwoch, 14. September 2005 08:51 Uhr

Hi Rabenkind,

vielen Dank für die schnelle Antwort, das hilft/half mir viel weiter! In SuSE
9.2 gibt es sogar eine extra Datei für die Rechte – sehr komfortabel:

/etc/udev/permissions.d/50-udev.permissions

Dort habe ich folgenden Eintrag hinzugefügt:

rfcomm0:root:dialout:660

Funktioniert super, das Handyphone wird sofort und ohne murren erkannt.
Wichtig dabei: Erst Bluetooth am Handy an, dann Kmobiletools starten –
andernfalls hilft ein neues

sudo rfcomm bind 0 [Handy Mac-Adresse]

und ein reinitialisieren des Handys unter

Kmobiletools->Einstellungen->Reinitialisiere Mobiltelefon

und schon kann man beobachten, wie die Bluetooth-Senderei den Akku
leersaugt ;-)

Leider hat mein Handy wohl noch einen kleinen Software-Bug – die
Bluetoothverbindung lässt sich nach dem Beenden von Kmobiletools bzw. dem Lösen
der Bindung nicht direkt unter “Mehr” ausschalten (grau), sondern man muß sich
durch das ganze Verbindungsmenü hangeln (da geht es).

Aber alles in allem funktioniert das jetzt so, dass man damit arbeiten kann.

Vielen Dank nochmal,

Gruß Christian S.