ForumDen Linux-Kernel von Windows aus installieren?
Björn Kruggel – Donnerstag, 25. August 2005 22:29 Uhr

Habe da ein sehr delikates Problem…
Benutze Debian (aber das spielt keine Rolle) auf meinem Pentium-I-Laptop von Siemens (300Mhz, 196 MB RAM, nie Probleme mit der Hardware gehabt).
In diesem Ding finden sich eine 3-Partitionen-Festplatte (Windows/Swap/Linux) und ein CD-Rom Laufwerk. Mein Diskettenlaufwerk hat sich vor ein paar Monaten verabschiedet und da ich derzeit in der vollen Suedwestfranzoesischen Pampa wohne kriege ich so bald kein neues. Allen Datenaustausch mit dem Internet mache ich per USB-Festplatte, weil ich auch keine Netzwerkkarte habe.
Jetzt war ich letztens so leichtsinnig ein Systemupdate zu machen (gut – hatte aber auch Probleme mit den Programmen die ich benutze) – habe mir also einen Kernel und alle Packages (vornehmlich GNOME) runtergeladen, sie per USB auf meinen Laptop geschoben und mich an die Installation gemacht.
Aus Witz finde ich in der Kernel-Installation die Option ‘Boot-Logo’ oder so aehnlich und waehle es aus. Nach der Kompilierung des Kernels mache ich einen Reboot und stelle fest das alles funktioniert, bis auf das Boot-Logo denn statt Boot-Logo sehe ich einfach in der Kommandozeile garnichts, bis auf den kleinen weissen Strich der die Eingabe signalisiert.
Aber gut ich denke mir geht schon (und hier mein Fehler) und mache mich an die Installation von GNOME.
Ich mache einen Reboot, Linux startet… aber die grafische Benutzeroberflaeche nicht.
Und weil diese Sache mit dem Boot-Logo ja ist, sehe ich nichts von der Kommandozeile.

Der PC startet ohne Parameter so, als ob er mit der Option ‘single’ gestartet werden wuerde und anscheinend wird das Root-Laufwerk als Read-Only gemountet, denn wenn ich aus Spass in den Ordner /usr/src/linux gehe (tippen kann ich ja auch wenn ich nichts sehe) und ‘make menuconfig’ eingebe passiert garnichts – kein rattern, nichts.
Auch wenn ich irgendwas loeschen will oder so passiert garnichts (haette fast einen Film fuer den Versuch geopfert).

Hat vielleicht irgendjemand eine Idee wie ich dieses Problem loesen kann?
Eine Bootable-Rescue-CD waere das gescheiteste, aber hier in der Pampa habe ich ADSL aber keinen Brenner.

Ich ueberlege also, ob man einen Kernel von Windows aus installieren kann.
Dann haette ich schonmal einen Kernel ohne dieses Boot-Logo und wuerde also die Fehlermeldung sehen.
Was mir nicht viel bringt, da ich das Problem ja nicht unter Linux beheben kann, da das Root-Laufwerk read-only gemountet wird.
Gibt es vielleicht auch ein Programm fuer Windows mit dem man Linux-Partitionen lesen kann?

Problem ist, das ich die Daten auf meiner Linux-Partition nicht verlieren will.

Wenn ich ein Auto haette waere ich schon laengst in der naechsten grossen Stadt und haette mir eine Distribution gekauft, aber so bin ich, tschuldigung, gefickt, denn die naechste anstaendige Stadt ist 70 km entfernt.

Vielleicht hat ja jemand eine Loesung. Ansonsten muesste ich vielleicht einfach 2 Monate auf Linux verzichten, bis in zivilisiertere Gegenden komme.

Vielen Dank,
Bjoern

2 Antworten
Florian E.J. Fruth – Donnerstag, 25. August 2005 23:26 Uhr

schon mal probiert dem kernel ein anderes init zu übergeben?
zb. im grub einfach eingeben: dein-kernel-name init=/bin/bash
danach wahrscheinlich noch: mount -o remount,rw /

alternativ sofern du ein ext2/3 filesystem verwendest:
1. ext2/3 treiber für windows ziehen [1]
2. kernel auf einen anderen rechner bauen oder fertigen kernel ziehn
3. nach /boot kopieren oder einfach das config file anpassen

alternativ (nur zur info falls jemand anderes über diesen beitrag stolpert der auch hilfe benötigt ;):
1. von cdrom booten (zb. knoppix, debian cd -> alt+f2, …)
2. laptop-festplatte mounten (zb. mount /dev/hda3 /mnt)
3. chroot (zb. chroot /mnt /bin/bash)
4. ganz normal kernel compilen, nach /boot kopieren und rebooten

desweiteren würde ich dir raten immer zusätzlich eine notfall-boot-option im bootloader einzubinden (ich z.b. verwende die 3 optionen: normal/test-kernel/notfall). wenn ich einen neuen kernel mach kommt der erst einmal in die test konfiguration und wenn er gebootet hat nach normal. die notfall konfiguration ist meist mehrere monate alt und wird praktisch nie geändert sofern ich weis das sie noch funktioniert. falls ich es mal schaffen sollte sowohl die normale als auch die test-configuration zu schrotten habe ich somit immer noch einen ausweichkernel :)
fejf

[1] http://www.fs-driver.org/

Björn Kruggel – Freitag, 26. August 2005 11:07 Uhr

Dankeschoen, dieser Filesystem-Treiber wird mir schon gross weiterhelfen weil ich nach erneutem nachschauen feststelle, das nicht read-only gemountet wird, sondern einfach alle Pfade fehlen – demnach hilft ‘rm bla.mp3’ nicht sehr viel, sondern ich muesste im Kopf haben wo ‘rm’ eigentlich liegt.
(Habe das mit mplayer ausprobiert – ‘/usr/bin/mplayer bla.mp3’ rattert zwar auch genau in der gewohnten Ratterlaenge, saeuft aber ab – weil die Pfade fehlen)
Insoweit muesste ich nur noch rauskriegen, welche Datei mit den Pfaden von GNOME uebergebuegelt wurde…

Sonst… eine gute Seite fuer vorkompilierte Kernel kennst du nicht noch dazu?

Bjoern

Florian E.J. Fruth – Montag, 29. August 2005 23:03 Uhr

naja wenns nur an den pfaden liegt:

export PATH=/opt/bin:/sbin:/usr/sbin:/usr/local/sbin:/bin:/usr/bin:$PATH

damit solltest du den großteil erwischt haben. ansonsten wenn dir ein program fehlt kannst du locate ausprobieren: zb “locate gcc | grep bin”

fejf

Ingo Kemper – Samstag, 27. August 2005 01:01 Uhr

Du hast wahrscheinlich in lilo.conf einen falschen Grafikmodus angegeben. Starte einfach mit dem Kernel-Parameter vga=normal, dann können die Pinguine auch nicht angezeigt werden. Die möglichen Modi stehen in /Documentation/fb/, falls Du im Kernel VESA VGA angegeben hast, also in /Documentation/fb/vesafb.txt.

Viel Erfolg
Ingo