ForumVerlorene gesicherte Daten wiederherstellen
Clemens – Sonntag, 26. Juni 2005 16:49 Uhr

Hallo!

Ich habe mein Notebook neu aufgesetzt und zuvor noch meine Daten gesichert. Da ich einen Linuxserver (SuSE 7.2) als Samba PCD (2.2.8a) verwende, habe ich dort eine eigene Partition (ReiserFS) /backup, wo ich meine Daten regelmäßig hin sichern lasse. Vor dem aufsetzten habe ich allerdings die bereits gesicherten Daten vollständig gelöscht und anschließend eine neue Sicherung angelegt und diese auch auf ihre Vollständigkeit am Server überprüft. 3 Ordner sicherte ich von meinem Windoofsystem auf den Linuxserver. (Meinen Ordner, Daten und Musik) Die beiden letzten Ordner Daten und Musik konnte ich ohne Problem bereits wieder rückesichern, da sie auch nach dem neu aufsetzen auf dem Linuxserver noch vollständig vorhanden waren. Ich habe aber nichts am Server umgestellt, gelöscht oder verändert. Das Serversystem wurde auch nicht neu gestartet, sondern nur nach dem neu aufsetzten wollte ich meine Daten wiederherstellen. Nur meine Ordner konnte ich nicht rücksichern, da Windows mir zwar den Ordner anzeigte, aber keinen Inhalt anzeigen wollte. Auch der Versuch den Ordner auf der Linuxkonsole anzeigen zu lassen schlug fehl und dann war der Ordner plötzlich komplett verschwunden. Das interessante an dem ganzen ist allerdings, dass der Speicherplatz den mein Ordner auf der Serverpartition einnahm noch immer belegt ist.

/dev/hdb4 11823472 8710736 3112736 74% /backup

Auch Windows zeigt mir an, dass nur mehr 25% des Netzlaufwerkes frei sind. Wobei es sich hier um eine 11,2 GB große Partition handelt. Meine Ordner Daten und Music belegen zusammen 6,8 GB. Der Rest auf der Platte belegt zusammen rund 200 MB. Ergibt also einen Gesamtbelegten Speicherplatz rund 7 GB. Laut Windows sind aber 8,3 GB belegt. Das heißt 1,3 GB sind belegt werden mir aber nicht angezeigt.

Nun kann mir jemand helfen wieder an meinen Ordner zu kommen. Es sollte ca. eine größe von 1 GB aufweisen und er enthält Daten die sehr wichtig sind.

Vielen Dank im voraus

Clemens

1 Antwort
Michael Fahland – Sonntag, 26. Juni 2005 23:34 Uhr

Hallo Clemens,

also zuersteinmal solltest Du nie ein ReiserFS als Dateisystem für ein Backup Laufwerk benutzen, dieses
System ist sehr anfällig, besonders bei Abstürzen ( Stromausfall ) oder wenn das Journal überläuft, das
passiert wenn der Festplattenplatz ausgeht. Am besten ist meiner Meinung ext2, ein Journal braucht
man eigentlich nicht da das der Agent in der Backup Software schon macht, bei solchem
Verwendungszweck natürlich.

Du solltest auf jeden Fall nicht weiter mit einem fremden Rechner auf diese Partition zugreifen egal ob
mit Windows oder Linux.
Auch die Angaben der Dateigröße solltest Du bei dieser Kombination ( Windows
Client und Samba Server ) nicht allzu großen Wert legen, Samba ist da nicht sehr zuverlässig.

Also ich würde zunächst versuchen alles was auch dem Server ist nochmalig zu sichern, am besten
einmal weg kopieren ( mit Backup Agent ) und dann einmal ein Image von der beschädigten Partition
machen.
Wenn es Dir möglich ist solltest Du nur am gesicherten Dateisystem arbeiten, wenn etwas schiefgeht
hast Du ja immer noch die Partition am Server.
Wenn das nicht funktionieren sollte würde ich mit einer Live CD arbeiten z.B. Knoppix, die bietet Dir die
Möglichkeit evtl auf die Daten zuzugreifen und sie dann zu sichern auf CD z.B. .

Ich glaube das das Journal von dem ReiserFS defekt ist, das kann bei Backups von Microsoft Maschinen
passieren wenn man die Daten einfach nur so von A nach B kopiert und keine Backup Software benutzt.
Die Software passt die Dateiberechtigungen temporär an um sie zu sichern, das Dateisystem hat da
unter Linux Probleme was die Eigentumsrechte von Dateien betrifft.
Wieviel Daten hast Du denn gleichzeitig kopiert, ReiserFS hat das so seine Probleme mit der Last, es ist
zwar schnell aber meist nur bei einem Vorgang, bei hoher Last “überschlägt” ( die Adressierung ist zu
langsam) es sich und das Journal ist defekt.

Ich denke das mit der Live CD sollte klappen. Benutze nicht die Repairfunktionen von der SuSE CD, die
verleiten zum überschnellen handeln und man kann kaum einfluss nehmen was dort passiert.

Aber lieber frage noch mal nach bevor Du was unüberlegtes tust, was evtl noch mehr Schaden
anrichtet, es gibt hier ja genug Experten die Dir noch besser helfen können wie ich.

Viel Erfolg

Grüße

Michael

man-draker – Montag, 27. Juni 2005 08:51 Uhr

Du tätigst da einige sehr kritische Äußerungen zu ReiserFS:

“also zuersteinmal solltest Du nie ein ReiserFS als Dateisystem für ein Backup Laufwerk benutzen, dieses
System ist sehr anfällig, besonders bei Abstürzen ( Stromausfall ) oder wenn das Journal überläuft, das
passiert wenn der Festplattenplatz ausgeht.”

“Ich glaube das das Journal von dem ReiserFS defekt ist, das kann bei Backups von Microsoft Maschinen
passieren wenn man die Daten einfach nur so von A nach B kopiert und keine Backup Software benutzt.
Die Software passt die Dateiberechtigungen temporär an um sie zu sichern, das Dateisystem hat da
unter Linux Probleme was die Eigentumsrechte von Dateien betrifft.”

“Wieviel Daten hast Du denn gleichzeitig kopiert, ReiserFS hat das so seine Probleme mit der Last, es ist
zwar schnell aber meist nur bei einem Vorgang, bei hoher Last “überschlägt” ( die Adressierung ist zu
langsam) es sich und das Journal ist defekt.”

Hast du irgendwelche Quellen, die diese Behauptungen belegen?
Ansonten setzt du dich dem Verdacht der üblen Nachrede aus.

Michael Fahland – Montag, 27. Juni 2005 21:09 Uhr

Hallo man-draker,

Also alles was ich zu den obigen Punkten gesagt habe basiert auf eigener Erfahrung und auch von
Aussagen von Usern die ähnlich Probleme hatten.

Ich glaube in der Diskussion hier ging es um verlorene Daten die es wieder herzustellen gilt. In diesem
Falle ist auf ein stabiles System wertzulegen, da verlasse ich mich immer noch auf Dinge mit denen ich
und auch andere positive Erfahrungen hatten.

1. ein ReiserFS ist nach einem Absturz oder Stromausfall definitiv deutlich schwieriger wieder
herzustellen
als ein ext2 oder ext3. Auch wenn ReiserFS schneller ist und technisch vielleicht auch besser hat man
mit ext2 und ext3 im Durchschnitt weniger Probleme.

2. Wenn man ein Backup ohne richtige Software macht und die Dateien nur kopiert kann es gerade in
gemischten Netzwerken zu Problemen führen. Also ich hab des öfteren Schwierigkeiten wenn ich das
zB. von Windows ein Backup auf ein Linux Dateiserver mache das einige Dateien nicht kopiert werden
können. Beim Rücksichern kann es dann passieren das dann Teile fehlen oder defekt sind. Die
Dateiberechtigungen sind dann nach dem Backup falsch so das man alle Daten wieder auf
Zugriffsrechte kontrollieren muss. OK das ist eher ein generelles Problem bei Backups und hat nichts
mit ReiserFS zu tun, war vielleicht etwas verkehrt ausgedrückt.

3. Das mit dem Überlauf des Journals ist mir selber schon öfter passiert. Allerdings nur wenn ich zB.
.VOB files kopiert habe oder auch verschlüsselte Dateien ( alles von MS oder auch MAC ). Das
Dateisystem ist dann während dem Kopiervorgang einfach kaputt gegangen, leider ohne Eintrag in
ein Logfile.

Wenn Du evtl Tipps hast die belegen das Du besser über dieses Thema bescheid weist wie ich das lasse
ich mich sehr gern vom Gegenteil überzeugen.

Gruß

Michael

” Denke immer daran, es gibt immer jemand der es besser kann. ”

Clemens – Montag, 27. Juni 2005 21:20 Uhr

Hallo Leute!

Vielen Dank erst mals für die Tipps. Ich werde sie demnächst ausprobieren, allerdings erst in den nächsten Tagen da ich im moment wenig Zeit habe. Ich möchte allerdings noch mitteilen, dass ich eine Backup Software unter windows verwendet habe.

Diese heißt Nero Backitup und ist bei Nero 6 dabei.

Desweiteren kann ich nicht mit der Hauptdatei meine Datenrücksichern, sondern musste jede Datein einzeln anklicken, damit sie rückgesichert werden. Einige Daten konnte ich (vorallem große Datein >700MB) nicht wiederherstellen.

Clemens

Clemens – Mittwoch, 29. Juni 2005 14:39 Uhr

Hallo Michael!

Ich hätte heute mal probiert ein Image der Partition mit partimage zu erstellen. Doch um mit dem Programm arbeiten zu können, muss man die Partition umounten.

Also um dies machen zu können habe ich das System rebootet und anschließend partimage (Server) gestartet und dann mit der Clientsoftware probiert die Partition /backup (ungemountet) auf die Partition /bilder zu sichern.

Da tritt allerdings folgender Fehler auf: Can’t read bitmap block 0 from image. Und das Programm bricht den Backupvorgang ab und beendet sich.

Wie soll ich nun weiter vorgehen?

clemens