Gut, dann fange ich mal an
Ich habe seit einigen Tagen einen Virtuellen Rootserver bei Host Europe. Nun wollte ich ganz simpel über yast die SuSEfirewall aktivieren und einrichten. Bei der Deviceauswahl kam ich dann leider schon ins Stocken… da noch nichts auf dem Server installiert war, habe ich einfach eth0 ausgewählt und mich damit auch gleich ausgesperrt.
Gut, über die Recovery-Konsole habe ich die Firewall dann aus dem Bootprozess entfernt (Einträge in /etc/init.d/rc3.d und in /sbin gelöscht, bzw. verschoben).
Als ich wieder Zugriff hatte, habe ich mal mit ifconfig nach dem Device geschaut – ups, da steht etwas von venet0 (liegt wohl an dem Virtuellen Server).
venet0 Link encap:UNSPEC HWaddr 00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00
inet addr:127.0.0.1 P-t-P:127.0.0.1 Bcast:0.0.0.0 Mask:255.255.255.255
UP BROADCAST POINTOPOINT RUNNING NOARP MTU:1500 Metric:1
RX packets:4757266 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:5975318 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:0 txqueuelen:0
venet0:1 Link encap:UNSPEC HWaddr 00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00-00
inet addr:xx.xxx.xxx.xxx P-t-P: xx.xxx.xxx.xxx Bcast:0.0.0.0 Mask:255.255.255.255
UP BROADCAST POINTOPOINT RUNNING NOARP MTU:1500 Metric:1
Darauf hin habe ich dann mal das Device venet0 angegeben, da es als einziges zur Auswahl stand (von der venet Geschichte…). Leider das Gleiche Problem, wieder ausgesperrt.
Wie gehe ich die Sache richtig an, damit ich die FW so konfigurieren kann wie ich das möchte, ohne mich dabei auszusperren?
Dem Support von Hoste Europe habe ich ein kurze Mail mit meinem Aliegen geschrieben. Auf nachfrage, ob ich das als externes Device venet0 nehmen solle, bekam ich folgende Antwort: Und zusaetzlich noch venet0:0 oder venet0:1, je nach Konfiguration. (Koennen Sie mittels ifconfig ueberpruefen) –> wie kann ich überhaupt mehrere angeben?
Auf Nachfrage, ob ich dann noch Ports für Plesk etc. freigeben muss, erhielt ich dann folgende Antwort: Sie muessen noch die IP xx.xxx.xxx.xxx komplett freischalten. Dies ist die IP des Servers auf dem Ihr virtueller Server liegt. Ueber diese IP werden das PowerPanel und Plesk angesprochen. –> Ich habe bis jetzt nur entsprechende Ports auf dem Server geöffnet, wei kann ich einer ganzen IP vollen Zugriff gewähren?
Wenn mir jemand helfen könnte, wäre ich wirklich sehr dankbar. Leider wurde mein Server schon nach kurzer Zeit mit Brutforceattacken angegriffen… Bis jetzt allerdings noch ohne Erfolg… / Standardports sind schon geändert…
Gern würde ich die Einstellungen auch direkt im SuSEfirewall.conf-File vornehmen, nur ist mir überhaupt nicht klar, welches Device ich dort angeben muss…
Danke schon im Voraus…
Gruß Psycho
Hallo Psycho.
Ich habe keine Erfahrung mit SuSE und der “SuSE-Firewall”, aber normalerweise verwendet man iptables (oder ipchanes) zur Firewallkonfiguration unter GNU/Linux.
Hierzu gibt es viel gute Dokumentation [1], deshalb beschränke ich mich darauf zu verweisen.
Um deine konkrete Frage zu beantworten: Eine einzelne IP schaltet man mit iptables -A INPUT -s $REMOTEIP -j ACCEPT frei , hierbei wird vom einfachen Fall ausgegangen dass nur im INPUT-Chain gefiltert wird (und dass die Policy für INPUT DROP ist und man nicht solche Scherze wie iptables -A INPUT -j REJECT gemacht hat).
Ansonsten kann ich nur nochmal wiederholen dass viel gute Dokumentation vorhanden ist, deren Lektüre auch meist sehr aufschlußreich ist. man iptables solltest du auch noch machen, falls noch nicht geschehen.
Gruß, Patrick
PS: Teste die Firewall-Konfiguration mit iptables erstmal an einem lokalen Rechner (mit z.B. Knoppix). Spart Zeit.
PPS: Verrätst du mir wie man es schafft schon noch kurzer Zeit gezielt angegriffen zu werden? Ich krieg’ immer nur das langweilige Hintergrundrauschen der Würmer…
Was willst Du denn mit einer Firewall? Du hast doch gar kein Netz, das geschützt werden müßte. Auf einem einzelnen Rechner hat eine Firewall keinen Sinn. Die offenen Ports sind offen, weil sie von den laufenden Programmen/Daemonen gebraucht werden, z.B. 22 für sshd, 80 für httpd usw. Wenn eine Firewall diese Ports schließt, sind die Programme nicht mehr ansprechbar. Ports, auf denen kein Programm lauscht, sind ohnehin geschlossen, auch hier kann eine Firewall nichts sinnvolles tun. Sorge einfach dafür, dass nur Programme laufen, die auch benötigt werden und installiere Sicherheits-Updates so schnell wie möglich, dann hast Du ein sicheres System.
Hallo Ingo!
> Auf einem einzelnen Rechner hat eine Firewall keinen Sinn.
Diese Aussage ist gefährlich und in ihrer Rigorosität einfach falsch!
Warum der lokale Einsatz von FW auf dem Server sinnvoll ist?
Oftmals will man verschiedene Vertrauens-Stufen implementieren und einigen (etwa eigenen) IPs oder Ranges Zugriff zu sensitiven Diensten erlauben (etwa MySQL) die der Welt nicht offen stehen sollen. Nur am Rande: Mein Server antwortet nur mir auf Port 22. Und das ist auch gut so ;-)
Auch falls es einmal – wider erwartens – Bots und Trojaner auf den Rechner schaffen sollten, kann eine FW das Schlimmste verhindern. Denn meist lauschen die Schadprogramme an bestimmten Ports um Befehle von ihrem Herrn zu bekommen. Ohne FW ist die Sache dann gelaufen… zu deinen Ungunsten.
Persönlich filtere ich auch noch die OUPUT-Chain, da haben selbst Schadprogramme die mal nach Hause telefonieren wollen keine Chance.
Überzeugt?
Fazit: Nur blauäugig schützen ihre Server garnicht.
Patrick
PS: Habe braune Augen ;-)
Hallo Patrick!
> Überzeugt?
Nein.
> Fazit: Nur blauäugig schützen ihre Server garnicht.
Ein Rechner wird über seine Konfiguration geschützt, wenn die Konfiguration fehlerhaft ist oder z.B. schrottige Scripts laufen, dann nützt eine Firewall nichts. Wenn die Konfiguration sicher ist, ist der Server sicher, mit oder ohne Firewall. Hacker kommen durch Fehler in Diensten auf einen Rechner, nicht durch eine nicht vorhandene Firewall.
Eine Firewall wiegt den Admin in falscher Sicherheit, das führt häufig dazu, dass er sich nicht ausreichend mit der Konfiguration beschäftigt. So gesehen kann eine Firewall sogar gefährlich sein.
Ein IDS, Passwortchecker, regelmäßige Durchsicht der Log-Files, nosuid,nodev,noexec gemountete tmp-Partition usw. sind natürlich Pflicht. Meine Server suchen stündlich nach Sicherheits-Updates, auf den Mailservern werden die Virenscanner alle 30 Minuten aktualisiert (Windows Anwender sind in dieser Hinsicht sehr unzuverlässig). Echte Probleme hat es in mehr als zehn Jahren nicht gegeben, angegriffen werden hauptsächlich die Mail- und DNS-Server, aber erfolglos.
Ingo (auch braune Augen :-))
Im Prinzip hast Du recht, trotzdem möchte ich auf einen Packetfilter als eine
weitere Verteidigungslinie nicht verzichten. Verkonfiguriert ist schnell mal
was, ist schon besser, wenn man an zwei oder drei Stellen was falsch machen
muss, bevor diese Fehler von außen sichtbar werden.
Hallo Patrick,
an dieser Stelle erst einmal herzlichen Dank, dass Du Dir meinen kleinen Text überhaupt durchgelesen hast und mich auf den richtigen Weg bringen möchtest.
Die Sache mit den iptables habe ich mir noch nicht angeschaut, da ich bis jetzt nur die FW von SuSE konfiguriert habe… aber egal, dass wird sich jetzt ändern! Ich bin mir nur nicht sicher, ob mir das endgültig weiter hilft. Mein Hauptproblem liegt ja bei der Aufschlüsselung der verwendeten IPs und Netzwerkdevices… in der Fa. habe ich damit nicht das große Problem, da habe ich feste IPs, welche ich auf den einzelnen Maschinen direkt eingetragen habe… Intern ist halt auch klar… Kaum befasse ich mich privat mit einem Rootserver komme ich gewaltig ins schleudern, dies liegt aber an der Verwendung von den venet Netzwerkdevices…
Bevor ich hier aber die Pferde scheu mache, gucke ich mir erst einmal die Sache mit den iptables an, evlt. finde ich in diesem Zusammenhang ja was Passendes.
Tja, dass mit den Angriffen ist so eine Sache – damit hab ich fast schon gerechnet :-)
Der Rootserver wird als Gameserver verwendet, dadurch bekommen auch entsprechend viele Leute die IP. Des Weiteren ist die IP auch veröffentlicht… Na ja, und irgendjemand hat da momentan keine freundlichen Absichten :-(
Trotzdem noch einmal vielen Dank für Deine schnelle Antwort, werde jetzt mal forschen… :-)
Gruß Jens (psycho)