ForumZylindergrenze nicht richtig
Dr. Phil – Mittwoch, 01. Juni 2005 14:27 Uhr

Hallo,

ich habe das Problem, das sich mein / Partition nicht mehr mounten lässt.

Ich habe nun schon vier Tage rumgesucht und ausprobiert. Dadurch lässt es sich schon ziemlich genau eingrenzen und ich habe einiges an Erfahrung über Partitionen gesammelt.

Also: Die Partition die nicht mehr gelesen werden kann (Wurzelverzeichnis) ist hdb8
Ich habe herausgefunden, dass das Ende dieser letzten Partition nicht mit dem Festplattenende übereinstimmt. Zylinder 4111 müsste der letzte sein, es ist aber irgendwas wie 658975.

Ich brauche doch jetzt eigentlich nur irgendwie die Partitionstabelle ändern und den richtigen Endwert (Zylinderende der letzten Partition) einsetzten. Dafür habe ich aber nirgends eine Lösung gefunden. Kann mir jemand dabei helfen?

Vielen Dank

Wenn mehr angaben gebraucht werden, bitte Bescheid geben.

Lars Göbel

3 Antworten
Patrick Das Gupta – Mittwoch, 01. Juni 2005 14:52 Uhr

Hi Lars.

Noch ein paar Fragen…
Mit welchem Programm und Betriebsystem hast du die Partitions-Angaben ermittelt? Hast du bereits versucht mit Linux (etwa Knoppix oder ähnlichem) auf die Festplatte zuzugreifen? Wenn ja, was war die Fehlermeldung? Welche Veränderungen wurden seit dem letzten erfolgreichen Boot des Systems von hdb8 und dem Auftreten des Problems gemacht? Was könnten die Gründe sein?

Ciao.
Patrick

PS: Bevor du die Partitionstablle anfasst solltest du nicht vergessen eine Sicherheits-Kopie von ihr anzulegen.

Dr. Phil – Mittwoch, 01. Juni 2005 16:12 Uhr

ALso okay:

Werde mal versuche wieder alles zusammen zu bekommen:

Wie kam es dazu:
Ich habe die Partionen mit Partion Magic verändert. Ich habe zwei getrennte zusammen gefügt. Dadurch hat sich natürlich für Grub (auf Diskette) die Partitionsreihnfolge geändert.

Symptome:
Windows bootet ganz normal und dort stimmt alles. Win hat ja keine Ahnung von meiner Swap Home und Wurzelpartition.
Linux bootet aber nicht mehr, da / nicht mehr lesbar ist. Diese Partition ist die letzte auf der hdb.
Unter Knoppix habe ich zugriff auf meine Homepartition aber nicht auf /.

Diagnose:
Ich habe so ziemlich alles benutzt unter knoppix. fdisk und gart(?) Mit letzterem habe ich herausgefunden, dass die zylinderzahl der letzten Partition nicht identisch mit dem Festplattenende ist.
gparted kann nicht auf hdb zugreifen, da die Partitionstabelle ja nicht mehr stimmt. Stürtzt ab.
Gpart meldete bei der diagnose vier primäre Partitionen (win und Home) allerdings waren alles vier logische. Bin mir da leider nicht mehr sicher, wie ich es eingeteilt habe.

Bestand:
Unter win ist alles okay -> e: f: g: auf der zweiten Platte
Partition Magic kann gar nichts mehr erkennen. Aussage ist: Unbekanntes Dateisystem (also weder fat noch ntfs oder ext)
Unter fdisk (nur noch aus dem Kopf ungefähr) win, Home, win, win, beschädigte hdb8. Falls das genauer wichtig ist, kann ich nochmals zuschauen.

Der letzte erfolgreiche Bootvorgang war vor der Umpartitionierung. Da war / aber auch noch nicht hdb8 und die Partitionstabelle stimmte noch.

Patrick Das Gupta – Mittwoch, 01. Juni 2005 18:33 Uhr

Hallo Lars.

> Ich habe zwei getrennte zusammen gefügt.
Waren das Linux- oder Windows-Partitionen? Und sie lagen auf hdb vor hdb8?

> … für Grub (auf Diskette) die Partitionsreihnfolge geädert.
Testen wir doch mal ob nur dies das Problem ist. Falls nicht versuchen wir anderes…

Von Grub-Diskette starten. Normalerweise gibt es einen Timeout von einigen Sekunden in denen Grub auf Eingaben wartet, da müsstest du dann ein Menü sehen (etwa so), dort wählst du dann das Linux-System (SuSE?) aus, drückst aber nicht [ENTER] sondern e. Es erscheint ein neues Menü. In einem oberen Eintrag müsste root hd(1,7) stehen (falls es keinen “root”-Eintrag gibt müsste in anderen Einträgen hd(1,7) vorkommen und geändert werden). Diesen wählst du aus und drückst wieder e. Nun kannst du diesen Eintrag editieren. Ändere das hd(1,7) in hd(1,6). Dann drücke [ESC] um wieder ins vorherige Menü zurück zu kehren. Nun nimm dir den Eintrag beginnend mit kernel vor. Ändere das darin enthaltene root=/dev/hdb8 in root=/dev/hdb7. Dann drücke b (und [ENTER]), wenn du das Menü mit den veränderten Einträgen vor dir siehst.
Wenn alles klappt müsste dein Linux-System jetzt booten.

Patrick

PS: Alles aus dem Gedächtnis. Hoffe ich habe keinen Schritt vergessen.

Dr. Phil – Mittwoch, 01. Juni 2005 19:02 Uhr

Ich habe zwei Windowspartitionen zusammengefügt.

das wird leider nicht klappen, da ich selbst unter dem gestarteten Knoppix meine root partition nicht einhängen kann. Mein (altes) Home verzeichnis klappt ohne Probleme. Mandriva erkennt die Partition hdb8 gar nicht mehr, da die Zylindergrenze nicht richtig liegt.
Auch das Rescue system von Mandriva klappt nicht, und bricht mit dem fehler ab, dass die Partition hdb8 fehlerhaft ist ab.

Patrick Das Gupta – Mittwoch, 01. Juni 2005 19:33 Uhr

Wenn es wirklich an den veränderten Größen der Partitionen liegt, dann ja. Jedoch scheinen mir deine Angaben widersprüchlich zu sein (was an den verwendeten Programmen liegen kann).

> Gpart meldete bei der diagnose vier primäre Partitionen (win und Home) Interessant wird dies wenn man bedenkt dass jede Partition über hdb4 – also auch hdb8 – eine logische Partition seien muss.

Deshalb denke ich dass es das beste ist erstmal alle möglichen Lösungen auszuprobieren die keine Veränderungen der Partitionstabelle benötigen. Denn vielleicht ist ja nur die veränderte Bennenung der Partitionen das Problem. Dann müsste man Grub nur sagen wie die Partition jetzt heißt.

Deine Betriebssysteme so wie sie sind (bzw waren?) scheinen dir etwas wert zu sein. Deshalb solltest du – bevor du etwas veränderst – eine Bit-für-Bit-Kopie von ihnen erstellen. D.h. in KNoppix: dd if=/dev/hdb of=/mnt/nfs/backup-hdb.img wobei du das image ja auch irgendwo speichern musst. Ich verwende dazu immer (SMB-) oder NFS-Freiganben eines entfernten Servers…

Patrick

PS: Was sagt cfdisk /dev/hdb ?

Dr. Phil – Donnerstag, 02. Juni 2005 12:21 Uhr

Ausgaben:

von cfdisk:
Beschädigte logische Partition 8: Partition endet hinter dem Ende
Eine Taste drücken, um cfdisk zu beenden

von fdisk:
ie Anzahl der Zylinder für diese Platte ist auf 4111 gesetzt.
Daran ist nichts verkehrt, aber das ist größer als 1024 und kann
in bestimmten Konfigurationen Probleme hervorrufen mit:
1) Software, die zum Bootzeitpunkt läuft (z. B. ältere LILO-Versionen)
2) Boot- und Partitionierungssoftware anderer Betriebssysteme
(z. B. DOS FDISK, OS/2 FDISK)
Warnung: ignoriere weitere Daten in Partitionstabelle 8
Warnung: ignoriere weitere Daten in Partitionstabelle 8
Warnung: ignoriere weitere Daten in Partitionstabelle 8
Warnung: Schreiben wird ungültiges Flag 0xffffda76 in Part.-tabelle 8 korrigieren

parted:
Using /dev/hdb
Error: The partition table on /dev/hdb is inconsistent. There are many reasons
why this might be the case. However, the most likely reason is that Linux
detected the BIOS geometry for /dev/hdb incorrectly. GNU Parted suspects the
real geometry should be 4111/255/63 (not 65531/16/63). You should check with
your BIOS first, as this may not be correct. You can inform Linux by adding the
parameter hdb=4111,255,63 to the command line. See the LILO or GRUB
documentation for more information. If you think Parted’s suggested geometry is
correct, you may select Ignore to continue (and fix Linux later). Otherwise,
select Cancel (and fix Linux and/or the BIOS now

qtparted bei Zugriff auf hdb:
Critical error during ped_disk_new!
Danach Absturz

So zum Schluss noch fdisk-l:
Platte /dev/hda: 20.5 GByte, 20520493056 Byte
255 Köpfe, 63 Sektoren/Spuren, 2494 Zylinder
Einheiten = Zylinder von 16065 * 512 = 8225280 Bytes

Gerät Boot Start End Blocks Id System
/dev/hda1 * 1 1275 10241406 7 HPFS/NTFS
/dev/hda2 1276 2494 9791617+ f W95 Ext’d (LBA)
/dev/hda5 1276 2494 9791586 7 HPFS/NTFS
Warnung: ignoriere weitere Daten in Partitionstabelle 8
Warnung: ignoriere weitere Daten in Partitionstabelle 8
Warnung: ignoriere weitere Daten in Partitionstabelle 8
Warnung: Schreiben wird ungültiges Flag 0xffffda76 in Part.-tabelle 8 korrigieren

Platte /dev/hdb: 33.8 GByte, 33820286976 Byte
255 Köpfe, 63 Sektoren/Spuren, 4111 Zylinder
Einheiten = Zylinder von 16065 * 512 = 8225280 Bytes

Gerät Boot Start End Blocks Id System
/dev/hdb1 * 1 558 4482103+ b W95 FAT32
/dev/hdb2 559 4111 28539472+ f W95 Ext’d (LBA)
/dev/hdb5 559 824 2136613+ 83 Linux
/dev/hdb6 825 1017 1550241 b W95 FAT32
/dev/hdb7 1018 3400 19141416 b W95 FAT32
/dev/hdb8 ? 73661 31173 1806202886 74 Unbekannt

Und hier sieht man hdb8 stimmt irgendetwas nicht.
hdb5 ist mein Home. Wundere mich gerade nur, wo meine 500mb swap ist?

Hoffentlich könnte ihr damit nun etwas mehr anfangen.

Lars Göbel

Dr. Phil – Donnerstag, 02. Juni 2005 12:24 Uhr

Besteht die Möglichkeit mit dd nich auch gleich noch zu zippen oder sonstwie zu komprimieren?

Ich habe zu Anfang mal ein Backup im Mandriva Kontrollzentrum erstellt. Weiß aber leider nicht, was genau dort gesichert worden ist. Die Sicherung liegt auf einer Fat Partition, auf die ich noch zugreifen kann. Weiß aber nicht ob diese Sicherung irgendwie hilft. Falls ich Mandirva neu installieren müsste.

Benjamin Quest – Donnerstag, 02. Juni 2005 13:11 Uhr

You can inform Linux by adding the parameter hdb=4111,255,63 to the command line.

Damit kann man nichts falsch machen, denke ich: Übergib den vorgeschlagenen Befehl mal (nachdem du die Werte im BIOS gegengecheckt hast) am Bootprompt. Wenn Du danach auf die Partition zugreifen kannst …

Zippen: (ich empfehle tar) [1-2] eine Pipe baust Du mit |

[1] http://maconlinux.net/linux-man-pages/en/zip.1.html
[2] http://debiananwenderhandbuch.de/arbeitenmitdateien.html#id859806

Patrick Das Gupta – Donnerstag, 02. Juni 2005 14:45 Uhr

> Besteht die Möglichkeit mit dd nich auch gleich noch zu zippen oder sonstwie zu komprimieren?

Ja. dd if=/dev/hdb | gzip -c > hdb-backup.gz
Anstelle von gzip kannst du auch bzip2 nehmen, dann würde das ganze aber noch viel länger als sowieso schon dauern. bzip2 und gzip kannst du natürlich noch andere Optionen wie den Kompremierungsgrad mit auf dem Weg geben.

Was das andere betrifft scheue ich zurück dir Ratschälge zur Veränderung der Partitionstabelle zu geben. Da mögliche falsche Tipps (ohne Backup) fatale Auswirkungen haben können.

PS: tar brauchst du natürlich bei einem 1:1 Backup der Festplatte nicht.

Benjamin Quest – Freitag, 03. Juni 2005 15:57 Uhr

Korrekt, kann mal jemand meinen Schwachsinnspost bitte streichen, ich habe die Reihenfolge denken/schreiben da oben leider vertauscht …
b.

Patrick Das Gupta – Freitag, 03. Juni 2005 21:06 Uhr

Hi Benjamin.
Mach dir nichts draus. Denn wem passiert das denn nicht auch mal hin und wieder? :-)

Bis dann, Patrick

Benjamin Quest – Mittwoch, 01. Juni 2005 15:01 Uhr

Verwechselst Du da nicht auch gerade Zylinder und Sektoren? GUI-Programme die Partitionieren und demenstprechende Daten liefern : Qtparted und Gparted (beruhen aber beide auf dem gleichen Backend, Unterschiede gibt es trotzdem, je nachdem welche weiteren libraries installiert sind.)

An der Partitionstabelle NICHT manuell rumpfuschen, wenn Du nicht absolut sicher weißt was Du machst, das kann flott dazu führen, daß Du aus einem Problem zwei machst, denn sollte es ein Dual-Boot System sein, reagiert Windows zuweilen hochallergisch auf Änderungen der Partitionstabelle. Wenn Du nun aber lernen willst, was man falsch machen kann, nur zu, irgendwie muß man es ja lernen ;-) Für diesen Fall solltest Du von allen Deinen Dir wichtigen Partitionen ein Disk-Image Backup machen. man dd sagt Dir mehr.
Benjamin

Dr. Phil – Mittwoch, 01. Juni 2005 16:15 Uhr

Bevor ich daran was verändere mache ich natürlich ein Backup. Mache ich eh regelmäßiger.

Was mir wichtig ist, beide Systeme sollten erhalten bleiben. Ich habe in beide viel Mühe gesteckt, das sie so aussehen und laufen wie sie waren.

michael kindermann – Donnerstag, 02. Juni 2005 14:03 Uhr

Hi,

was herumfuhrwerken in der Partitionstabelle bewirken kann, hast du ja mit Hilfe von Partition Magic schon erlebt. Schau doch mal was das parted dir vorschlaegt. Vielleicht ist die Loesung schon eine einfache Bootoption hdb=….. Welche Partion Magic Version benutzt du? Vielleicht hilft eine aktuellere Version bzw. haette geholfen
Dein Problem muss aber nicht die Partionen sein. Schau mal ins BIOS, vielleicht sind die Einstellungen verbogen.
Wenn da alles in Ordnung ist, schau dir die Kabel und die Jumper oder was es sonst noch so gibt an. Oder klemm die Platten an einen anderen Rechner, vielleicht gehen sie dann. Ist natuerlich eine Arbeit die nicht unbedingt von Erfolg gekroent ist.
Ausserdem überlege dir vorallem ob der Aufwand wirklich lohnt, und du nicht bei einer Neuinstallation schon laengst wieder gemuetlich im Internet surfen oder was sinnvolles tun koenntest. Zumal du ja Sicherungen hast.
Lass doch einfach die Windowsinstallation + Software weg, das wuerde wahrscheinlich am meisten Zeit sparen. :->>
KIMI

Benjamin Quest – Freitag, 03. Juni 2005 16:03 Uhr

Zitat: “Windows bottet ganz normal und da stimmt alles”

Er braucht die Winstallation weder wegzulassen noch durchzuführen, aber er kann, so wie ich es verstanden habe auch nicht einfach eine Neuinstallation machen, weil die Partitionierungsproggies an der fehlerhaften Part-Tab scheitern.

Ein Vorschlag deshalb: eventuell sind die Partitionierungstools von Mandriva bzw. SuSE geeignet um die schuldigen Partitionen zu killen und neue, “unschuldige” anzulegen … wäre natürlich eine unbefriedigende Lösung, weil man das Problem ja nur weiträumig umfahren hätte …
b.

Dr. Phil – Montag, 06. Juni 2005 14:05 Uhr

So, hier bin ich wieder unter meinem schönen ALTEN Mandriva Linux.
Eigentlich war es ganz einfach, hat nur ein wenig Mut erfordert.

(Damit will ich aber nicht sagen, dass soetwas auf die leichte Schulter genommen werden sollt.)

Die Lösung:

Ich habe mit fdisk (Linux) meine hdb8 gelöscht (d). Danach eine neue logische Partition erstellt (n), mit der richtigen Zylindergrenze. Dies ging allerdings nur so gut, da es die letzte Partition auf hdb war. Die Partitionstabelle neu geschrieben (w) und mein System neu gestartet unter Windows.
Hier klappte alles wunderbar, partition Magic zeigte alles wieder korregt an.
Das booten von Mandriva funktionierte noch nicht. Ich habe also mit: rescue noapic mein Rettungssystem gestartet und dort den Bootloader von Linux neu geschrieben (auf Diskette).
Nun klappt alles wunderbar und ich bin dankbar wieder eine produktive Arbeitsumgebung zu haben.

Danke für alle, die mir geholfen haben.

Lars Göbel