Ich pflege die EDV-Infrastruktur einer gemein-nützigen Organisation, die schrittweise auf Linux-Desktops umgestellt werden sollen.
Mittelfristig werden alle neuen Systeme mit zwei Betriebssystemen (SuSE 9.3 und XP) ausgestattet. Ein vollständiger Umstieg auf Linux wird erst stattfinden, wenn die branchenspezifische Software, die jeder nutzen muß, zumindest mit WINE läuft.
Während es auf den Rechnern extra eine FAT32-Partition gibt, die sowohl von Linux, als auch von Windows XP genutzt werden kann gibt, möchten die Leute nun, daß man von Windows auch auf die Linux-Partition (EXT3 oder ReiserFS) zugreifen kann und umgekehrt.
Die Windows-Partition (NTFS) habe ich als Read-Only eingebunden. Eine vernünftige Lösung, Windows die Linux-Partitionen zugänglich zu machen, habe ich aktuell nicht gefunden. Ich kann mich grob erinnern, daß ich mal eine Webseite gefunden habe, auf der es diverse Dateisystem-Treiber (alle unkommerziell) gab, die es erlaubten, EXT2-Partitionen ganz normal als DOS-Laufwerke zu mappen. Nach einer aktuellen Recherche bin ich jedoch nur auf Dateimanager für Linux-Dateisysteme gestoßen.
Weiss jemand, wo man brauchbare Treiber herbekommt, die einen ganz normalen Zugriff auf EXT2, EXT3, Reiser, JFS, XFS und was es sonst eben noch gibt erlauben?
Schau mal im unten angegebenen Link nach. Ein Test zu dem Treiber ist auch in der aktuellen c’t (10/05) auf Seite 73 zu finden.
Gruß Glasen
Die Frage ist: Warum wollen “die Leute” auf die Linux-Partition zugreifen? Warum reicht eine gemeinsame FAT32-Partition oder ggf. ein zentraler Samba-Server nicht aus; handelt es sich hier evtl. um eingefahrene Windows-zentrierte Denkweisen die man durch Schulung, Überzeugungsarbeit und adäquate Organisation der Dateiablage beheben könnte? Bitte beachte daß dies eine riesige Lücke in das Sicherheitsnetz von Linux reißt und Raum für alle möglichen unabsichtlichen oder böswilligen Manipulationen läßt!
moin mal wieder.
dem kann ich nur zustimmen. wenn in dem netz tatsaechlich schon eine infrastruktur vorhanden ist, dann solltest du unbedingt serverbasierten dateiaustausch bevorzugen. schon eine austauschpartition kann zu problemen fuehren. es gibt bei vfat halt keine berechtigungen. und das backup muss dann auch jeder selber machen.
es ist jetzt vielleicht etwas uebertrieben, aber trotzdem. hast du schon mal ueber ‘ne terminalserver/thin-client loesung nachgedacht?
mfg
ca
Es handelt sich um ein kleines Intranet einer Kirchengemeinde, bei dem Rechner in einem Gemeindehaus vernetzt sind. Es gibt eine Internet-Anbindung über einen DSL-Router und in diversen Räumen PCs, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern und dem Personal genutzt werden. Mein Job ist es lediglich, gelegentlich Installationen durchzuführen und weniger die Konzeptionierung und Planung der IT-Infrastruktur – Beratung auch nur bedingt. Hier arbeiten einige Leute, die wenig von PCs verstehen, wobei es für deren Tätigkeiten relativ egal ist, ob Linux oder Windows, MS Office oder Open Office eingesetzt wird. Man möchte langsam oder sicher auf Linux migrieren.
Es gibt einen Samba-Server für gemeinsame Freigaben und auf einigen Dual-System-PCs auch FAT32- Partitionen zum Austausch.
Problematisch ist es nur, daß es einige Mitarbeiter gibt (das sind mit den Ehrenamtlichen fast 100), die etwas machen sollen, aber sich nicht so recht überlegen, was und wo sie speichern. Meist landen die Dokumente in Eigene Dateien oder Windows oder im Home-Verzeichnis des Linux-Benutzers.
Manchmal werden die Dokumente jedoch spontan von anderen Leuten gebraucht und wenn sie nicht auf dem vorgesehenen Netzwerkpfad liegen, ist das sowieso schon ärgerlich. Deshalb wäre es manchmal auch eine Erleichterung, wenn man von Windows aus auf die Linux-Partition zugreifen kann und die Datei schnell kopieren/ verschieben, statt die Zeit zu vergeuden, neu zu booten, die Datei zu verschieben und wieder zu booten.
Natürlich ist umgekehrt hier auch ein NTFS (readonly)-Zugriff unter Linux notwendig, aber eben auch ein EXT2/3/reiser/XFS/JFS-Zugriff unter Windows.
das ist zwar ein älteres posting aber es werden noch andere darauf landen – deswegen doch noch mein senf:
ich bin ebenfalls ehrenamtlicher helfer und habe festgestellt, dass man die leute sehr gut überzeugen kann, wenn sie persönliche vorteile von der lösung haben. einfach nur installieren wollen ist kein ausreichender ansatz….
du kannst z.b. mit einen rechten mausklick auf den ordner ‘Eigene Dateien’ den standardpfad auf das freigegebene share des samba-servers mounten. damit ist schonmal sichergestellt, dass alles was dort gespeichert wird, in dem freigegebenen samba-share landet.
das dafür notwendige laufwerk (mit einen buchstaben, der auch mit den daten assoziiert wird, also v: für verwaltung, i: für internes) kannst du vom samba-server auf den windows-maschinen automatisch einbinden lassen.
das daten-share habe ich als /home/ in der /etc/passwd eingerichtet – das hat den vorteil, wenn sich die kollegen von zuhause mit winscp (ssh notwendig) einloggen, landen sie direkt im daten-ordner. und auch mit diesen zugriff, habe ich meinen patienten, das zentrale share schmackhaft gemacht.
aber der wesentliche punkt, warum einige immernoch lokal (also auf dem pc) daten speichern möchten: wahrscheinlich haben auf das daten-share alle (!) die gleichen zugriffsrechte, d.h. der normale kollege kann lesen/ändern, was in den vorstandssitzungen protokolliert wurde! einige vorstände finden das nicht wirklich gut :)
also: mit samba entweder die zugriffe auf bestimmte ordner reglementieren (valid users/groups) oder home-laufwerke mit samba für die verschiedenen user bereitstellen, auf das eben dann nur der jeweilige besitzer zugriff hat! damit legt sich die angst, alle könnten alles lesen und die docs landen auf dem server.
letztlich geht es eben doch um ein konzept! und das muss man denen verkaufen. ich finde es absolut sinnlos, nach linux migrieren zu wollen (was ja scheinbar gewünscht ist) aber windows-marotten beizubehalten – genau so eine migration ist eine gute chance alte/schlechte marotten loszuwerden.
gruss
matze