ForumSubpixel-Glättung auf LCD – Glückssache?
Vinzenz Schmid – Freitag, 06. Mai 2005 11:21 Uhr

Ich benütze schon lange Suse mit einem Notebook und LCD. Es handelt sich um einen Dell Inspiron 8600 (älter als 8600c) mit einem WUXGA-Bildschirm 1920*1200 Bildpunkte. Unter Suse 9.1 konnte ich beispielsweise unter Gnome auswählen zwischen
– keine Schriftglättung
– Schriftglättung mit Graustufen (Beste Form oder Bester Kontrast)
– Subpixel Antialiasis RGB, BRG, VRGB, VBRG

Damals unter 9.1 konnte ich deutliche Unterschiede feststellen. Dann mit Suse 9.2 habe ich dieser Sache nicht besondere Aufmerksamkeit geschenkt, da Glättung bereits seit Installation augenscheinlich aktiviert war so dass ich die Supbixel-Einstellung gar nicht überprüft habe.

Nun mit Suse 9.3 stelle ich eine allgemeine kleine Verschlechterung der Schriftdarstellung bei mir fest. Das war der Grund weshalb ich wieder nach “Subpixel Antialiasis” (Gnome-kontrollzentrum, Fonts, …) geschaut habe. Nun habe ich das Problem, dass ich nur normales Antialiasis auf Pixelebene habe und bei subpixel gar keine Veränderung am Bildschirm feststelle. Die Schriften werden bei einer Nahaufnahme mit Digitalkamera tatsächlich nur mit “Graustufen” (natürlich in versch. Farben) geglättet.

Ich habe neben mehreren Anleitungen aus dem Internet auch zweimalige Neuinstallationen mit Suse 9.3 probiert. Nun habe ich noch im runlevel-Editor gesehen, dass es noch einen xft font server gibt, der ergab bei mir sowohl aktiv wie ausgeschaltet keinen Unterschied.

Ich blicke nicht durch, wie der X-Server die Subpixel-Einstellung beeinflusst oder welche Dienste das machen usw. Ich komme auch nicht ganz draus, was der Wechsel von Xfree86 zu xorg konkret auf subpixel auswirkt…
Ich weiss nur dass mind. zwei in anderen Foren vom gleichen Problem mit Suse 9.3 berichtet haben.

Und noch was, ich habe sowohl mit nv-Treiber für Nvidia Go 5200 als auch mit versch. Treibern von nvidia (611. bis 71..) ausprobiert ohne sichtbare Veränderung. Und ja ich hab auch unter KDE getestet, ohne sichtbares Resultat.

Weiss jemand von welchem Diensten Subpixel abhängt oder anderen Voraussetzungen und wie man sie einstellt?

1 Antwort
Vinzenz Schmid – Freitag, 06. Mai 2005 18:04 Uhr

Meine Problembeschreibung war wohl zu lange. Ich will ganz einfach nur wissen, ob du auf deinem LCD unter Suse 9.3 Subpixel-Antialiasing einschalten kannst mit einer merklich besseren Schriftdarstellung.

Jeder mit Suse 9.3 und LCD kann das testen unter
– KDE: Kontrollzentrum – Erscheinungsbild – Schriften – Antialiasis…
– Gnome: Gnome-Kontrollzentrum – Fonts – Glättung…

Schreib mir einfach obs bei dir zu einem klaren Unterschied kommt oder gar nicht.

Tobias Hunger – Freitag, 06. Mai 2005 19:20 Uhr

Bei der Menge Pixeln arbeitest Du wahrscheinlich mit etwa der doppelten
Auflösung, mit der mein erster Drucker Bilder auf’s Papier genadelt hat!

Wo soll den da noch der große Gewinn durch Subpixel her kommen? Normales
Antialiasing sieht man doch auf so einem Schirm schon kaum noch, und das ist
vergleichsweise einfach wahr zu nehmen.

Antialiasing ist ja eigentlich ganz einfach: Man hat den “idealen
Buchstaben” (mathematische Beschreibung) und legt darüber ein Raster, das den
Punkten auf dem Bildschirm entspricht. Ohne Antialiasing malt man dann einfach
alle Punkte schwarz, die vollständig innerhalb des “idealen Buchstabens”
liegen. Mit Antialiasing malt man zusätzlich noch die teilweise abgedeckten
Punkte grau: je mehr sie bedeckt sind, umso dunkler malt man.

Subpixel Glättung verdreifacht nun die Monitorauflösung durch einen Trick:
Jeder Bildpunkt ist bekanntlich aus den drei Farben rot, blau und grün
aufgebaut. Die spricht man jetzt einfach einzeln als eigene “Subpixel” an und
macht auf diesen “Subpixeln” dann normales Antialiasing.

Soviel zur Theorie.

Schau’ doch einfach mal mit einer Bildschirmlupe nach, ob Subpixel Glättung
aktiviert ist: Einfach “xmag” starten (im Terminal) und auf eine Schrift
klicken. In der Vergrößerung siehst Du dann schon was Sache ist: Wenn Du nur
Punkte in Schrift- und Hintergrundfarbe siehst, dann ist kein Antialiasing an.
Wenn es im Übergangsbereich Pixel gibt, die mit mehr oder weniger heller
Mischfarbe aus Vorder- und Hintergrund gemalt sind, dann ist Antialiasing an.
Wenn die Übergangspixel mehr oder weniger helle/dunkle Rot-, und Blautöne
enthalten, dann tut Subpixel-AA.

Wenn letzteres wirklich an ist, dann kann natürlich die vom Fontrenderer
angenommene Anordnung der “Subpixel” verkehrt sein: Dann hast Du eine Lücke
zwischen Buchstaben und Kante… und das sieht natürlich Bescheiden aus. Da es
keine Vorschriften gibt, wie die “Subpixel” anzuordnen sind und es eigentlich
auch völlig egal ist, verfährt jeder Hersteller so, wie es für seine Fertigung
am besten ist.

Die Anordnung der Bildpunkte auf Deinem LCD müsstest Du also erst mal mit
einer richtigen Lupe herausfinden und in Fontrenderer richtig einstellen. Xmag
hilft hier nicht weiter, der wertet ja nur Pixel aus und weiß nicht, wo genau
die einzelnen Farbkomponenten eines Pixels nun auf dem Monitor genau
dargestellt werden.

Vinzenz Schmid – Freitag, 06. Mai 2005 23:35 Uhr

Hallo Tobias! Deine Erklärung hat mir bei der detektivistischen Spurensuche sehr geholfen. Ich konnte tatsächlich mit xmag genau feststellen ob Subpixel Antialiasis eingeschaltet war oder nicht. Es war tatsächlich ein Unterschied festzustellen, ich konnte bei Subpixel-Antialiasis rötliche und bläuliche Pixel im xmag erkennen.

Nun verstehe ich was mein Problem ist. Früher bei Suse 9.1 und 9.2 habe ich irgendwie die TTY-Fonts so rendern können, dass keine gräuliche Pixel verwendet werden müssen.

Nun im 9.3 sehe ich gräuliche Pixel wie vom normalen Antialiasis-Verfahren. Die subpixel-Glättung erbrachte keine wesentliche Verbesserung. Es hängt in meinem Fall also ziemlich stark von den verwendeten Schriftarten ab. Herzlichen Dank für deine Erklärung!