Sudo vs. Doas: Zwei Wege zur Root-Rechteverwaltung

Aus LinuxUser 06/2026

Sudo vs. Doas: Zwei Wege zur Root-Rechteverwaltung

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Direkt an der Wurzel

Sudo gilt als Standardwerkzeug für das Ausführen von Befehlen mit administrativen Rechten. Mit Doas gibt es jedoch eine leichtgewichtige Alternative. Wir sehen uns an, für welche Szenarien sich welches Tool besser eignet.

Geht es darum, in Linux-Distributionen administrative Rechte zu erlangen, gibt es seit Jahrzehnten den De-facto-Standard Sudo [1], was für “Superuser Do” steht. Sudo kann jedoch sehr viel mehr, als die meisten Desktop-User benötigen, und weist immer wieder Sicherheitslücken auf. Grund genug, die Alternative Doas [2] näher zu betrachten.

Um die Dimensionen zu verdeutlichen, werfen wir zunächst einen Blick auf den Umfang der beiden Tools. Während Sudo derzeit im Kern und ohne externe Bibliotheken rund 200 000 Zeilen Code auf die Waage bringt, liegt Doas je nach Implementierung bei 1500 bis 3000 LOC und bietet damit einen wesentlich kleineren Angriffsvektor. Diese Diskrepanz ist das Ergebnis unterschiedlicher Designentscheidungen: Sudo implementiert zahlreiche Funktionen, die Doas bewusst ausklammert.

Sudo entstand in den 1980er-Jahren und wird seitdem kontinuierlich erweitert. Heute bildet es ein komplexes Framework mit Plugin-Architektur, umfangreichen Logging-Funktionen und der Einbindung in zentrale Authentifizierungsdienste wie Kerberos, LDAP und Active Directory. Aufgrund seiner Verbreitung ist Sudo geradezu ein Hacker-Magnet, bei dem in der Vergangenheit eine Vielzahl kritischer Sicherheitslücken auftraten.

Doas – das Kürzel steht für Dedicated OpenBSD Application Subexecutor – entstand als Reaktion auf die Komplexität von Sudo und dessen Anfälligkeit für Sicherheitslücken (wobei auch Doas 2019 und 2023 zwei kleinere Lücken aufwies). Das seit 2015 von Ted Unangst für OpenBSD entwickelte Tool verfolgte von Beginn an ein klares Ziel: mögl...

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