Der amerikanische Blogger Cliff Biffle wirft Asus vor, mit dem System des Eee-PC gegen die GPL zu verstoßen. Biffle schreibt in seinem Blog über das jüngst vorgestellte und in Amerika bereits verfügbare Mini-Notebook von Asus “Eee-PC”, dass dessen Bearbeitung der Open-Source-Bestandteile die GPL verletzten. Er habe die 1,8 GByte großen Quellen sowohl von der amerikanischen als auch von der taiwanesischen Website heruntergeladen und die darin enthaltenen Quellen einer Prüfung unterzogen. Dabei habe er festgestellt, dass nicht alle Quellen enthalten seien. Zudem würden die ausgelieferten Quelltexte nicht die am Quellcode vollzogenen Anpassungen enthalten. Auch die notwendigen Dokumentationen habe er vermisst.
In seinem Test beschreibt Biffle näher, was er nach dem Download der angeblichen Sourcen entdeckt hat. Er schreibt, dass im ZIP-Archiv nur einige Debian-Installationspakete, zum Teil in älteren Versionen als die mitgelieferten, und die Kernel-Header enthalten seien. Weiter schreibt er, Asus habe das Kernel-Modul “asus_acpi” des Kernels 2.6.21.4 stark modifiziert, dies aber nicht veröffentlicht beziehungsweise freigelegt und dokumentiert. Der Hersteller habe sich seiner Ansicht nach auch große Mühe gegeben, jegliche Hinweise auf die Modifikationen und die neue Arbeitsweise des Moduls zu entfernen. So würden die angepassten Module nicht mehr die üblichen Informationen wie Modulnamen, Version und Autor enthalten. Sie wurden einfach entfernt.
| Angeblich verletzt Asus mit der Software für den Eee-PC die GPL. |
Der verwendete Treiber für den Atheros-WiFi-Chip madwifi sei ebenfalls überarbeitet worden. Diese Veränderungen müssen jedoch nicht zwingend wiederveröffentlicht werden, da der Quellcode von Madwifi dual unter der GPL und der BSD-Lizenz lizenziert sei.
Wie es scheint, verwendet Asus auch Busybox im Initramfs-Image des Systems, ohne die Bestimmungen der GPL zu beachten. Dessen Entwickler sind derzeit zusammen mit dem Software Freedom Law Center (SFLC) sehr aktiv, ihre Rechte notfalls auch vor Gericht zu verteidigen.
Der Autor schreibt weiter, er und andere Personen hätten Asus inzwischen kontaktiert, jedoch noch keine Antwort erhalten. Biffle hofft, Asus werde einfach “Whoops!” sagen, den Fehler eingestehen und das ZIP-Archiv aktualisieren.






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