Mit der auf Wayland basierenden Secure Session verspricht das aktuelle Release dank strikter Isolation zwischen Anwendungen mehr Privatsphäre und Sicherheit.
elementary OS versteht sich als durchdachter, leistungsfähiger und ethischer Ersatz für Windows und macOS. Die auf Ubuntu basierende Distribution setzt auf die hauseigene Desktop-Umgebung Pantheon mit einer an macOS angelehnten Oberfläche. Das Projekt legt Wert auf konsistentes Design, Datenschutz, Barrierefreiheit und niedrige Hürden für Einsteiger – ohne dabei Abstriche für erfahrene Nutzer zu machen. Die Finanzierung läuft über ein Pay-what-you-can-Modell beim Herunterladen und einen kuratierten App Store.
Mit Version 8.1 [1] liefert das Team um Gründerin Danielle Foré das erste größere Update nach dem im November 2024 erschienenen elementary OS 8. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung der Wayland-basierten Secure Session, erweiterte Hardwareunterstützung und zahlreiche Verbesserungen auf Basis von Nutzer-Feedback. Die Entwickler haben seit dem Release von elementary OS 8 über 1100 gemeldete Issues [2] abgearbeitet; 72 Prozent der Meldungen betrafen Bugfixes, 18 Prozent neue Funktionen und 10 Prozent Technical Debt oder Code-Qualität.
Standard Secure Session
Die wichtigste Änderung betrifft die Standardsitzung: Die mit elementary OS 8 eingeführte Secure Session löst ab sofort die Classic Session als Voreinstellung ab. Die Secure Session basiert auf Wayland und soll mittels strikter Isolation zwischen Anwendungen mehr Privatsphäre und Sicherheit bieten. Anwendungen können beispielsweise nicht mehr ohne weiteres auf die Zwischenablage oder Bildschirminhalte anderer Programme zugreifen.
In der Secure Session erhält auch die Passwort-Authentifizierung eine zusätzliche Schutzfunktion: Öffnet sich ein Authentifizierungsdialog (Abbildung 1), wird der restliche Bildschirm abgedunkelt und andere Fenster lenken den Fokus nicht mehr ab. Das soll verhindern, dass Nutzer versehentlich ihr Passwort in ein falsches Fenster eingeben.

Abbildung 1: Damit Nutzer ihr Passwort ins richtige Fenster eingeben, dunkelt die Software den Bildschirm bis auf den Authentifizierungsdialog ab.
Wer weiterhin die X11-basierte Classic Session benötigt, zum Beispiel wegen bestimmter Anwendungen oder Hardware, wählt sie beim Login aus. Zusätzlich haben die Entwickler Probleme behoben, die beim Wechsel zwischen beiden Sitzungstypen auftraten. Neue AppArmor-Profile sollen Sandbox-Probleme mit Flatpak-Anwendungen beheben, die insbesondere bei Steam und im Gastsitzungsmodus auffielen.
Schaltzentrale Dock
Das mit elementary OS 8 eingeführte Dock (Abbildung 2) bekommt ebenfalls umfangreiche Erweiterungen. Nutzer vermissten nach dem Wechsel vom älteren Plank-Dock einige Funktionen, die nun zurückkehren: Mehrere Punkte zeigen wieder an, wenn eine Anwendung mehrere Fenster geöffnet hat. Die Farbe der Punkte unterscheidet zwischen Fenstern auf dem aktuellen und anderen Arbeitsflächen. Sie können beim Drag-and-Drop weiterhin zu einem geöffneten App-Fenster wechseln. Neu hinzugekommen ist Pressure Reveal: Die Funktion verhindert, dass das Dock versehentlich erscheint, wenn Sie mit dem Mauszeiger am unteren Bildschirmrand Bedienelemente einer Anwendung ansteuern.
Ebenfalls neu in der Feature-Liste ist ein Workspace-Switcher direkt im Dock. Nutzer und Nutzerinnen können neue Arbeitsflächen anlegen, zwischen ihnen wechseln und sie per Drag-and-Drop umsortieren. Ein Klick auf die bereits aktive Arbeitsfläche öffnet die Multitasking-Ansicht, was das Auffinden von Fenstern mit der Maus vereinfacht. Anwendungen lassen sich aus dem Dock direkt in der Multitasking-Ansicht starten. Dadurch beschleunigt sich das Einrichten von Arbeitsflächen. Außerdem bleibt das Dock nun auch in der Multitasking-Ansicht (Abbildung 3) sichtbar.
Weiterhin zeigt es ab sofort auch Hintergrund-Anwendungen an, die ohne sichtbares Fenster laufen, etwa Musikplayer oder Synchronisationsdienste. Die Funktion nutzt das Background Portal von Freedesktop.org und informiert über den vom Entwickler angegebenen Grund für die Hintergrundaktivität. Nutzende können Hintergrund-Apps direkt beenden und in den Systemeinstellungen festlegen, welche Anwendungen im Hintergrund laufen dürfen.
Kleinere Verbesserungen betreffen die Interaktion: Eine Shake-Animation signalisiert, wenn der Nutzer per Mittelklick ein neues Fenster bei einer Single-Window-App öffnen will. Klicks auf App-Launcher werden ebenfalls registriert, wenn der Mauszeiger unterhalb des Docks liegt. Nicht-Flatpak-Apps, die ihre Launcher nicht korrekt zuordnen, werden so vom Dock in manchen Fällen trotzdem erkannt.
Eine Option in den Systemeinstellungen erlaubt es, Hotcorners auch bei Vollbild-Anwendungen zu aktivieren. So lässt sich beispielsweise während eines Spiels das Anwendungsmenü mit der Super-Taste aufrufen. Die Hotcorner-Option für das Anwendungsmenü erscheint jetzt nur noch in der korrekten Panel-Ecke oben links. Bei Sprachen mit Schreibrichtung von rechts nach links wie Arabisch befindet es sich oben rechts.
Der Window Manager erhält einen neuen Gesture Controller, der zusätzliche Multi-Touch-Funktionen ermöglicht. In der Multitasking-Ansicht lassen sich Fenster durch Wischen nach oben schließen. Kontextmenüs öffnen sich an mehr Stellen durch langes Drücken, etwa im Dock. Und schließlich haben die Entwickler die Animationen beim Wechsel zwischen Arbeitsflächen verbessert.
ARM-64-Support
elementary OS 8.1 bietet erstmals offizielle ARM64-Builds für Geräte mit UEFI-Boot. Damit läuft die Distribution auf Apple-Silicon-Macs und Geräten wie dem Raspberry Pi, sofern dort eine UEFI-Firmware installiert ist. Das System unterstützt außerdem bestimmte Qualcomm- und Rockchip-Prozessoren. Es basiert auf dem Hardware Enablement Stack von Ubuntu mit Linux-Kernel 6.14 und Mesa 25.
Die neue Kernel-Version bringt Unterstützung für Intel-Prozessoren der Lunar-Lake-Generation sowie für diverse Webcams, USB-Netzwerkadapter, Joysticks, Gamepads und WLAN-Module. AMD- und Intel-Chips sollen von verbesserter Energieeffizienz und höherer Performance profitieren, insbesondere beim Gaming und Verschieben von Dateien.
Für Displays mit ungewöhnlichen Pixeldichten steht in der Secure Session jetzt fraktionale Skalierung zur Verfügung. Bisher bot elementary OS lediglich ganzzahlige Skalierungsstufen (100 Prozent, 200 Prozent), was bei manchen Notebook-Displays zu einer entweder zu großen oder zu kleinen Darstellung führte. Stufen wie 125 Prozent oder 150 Prozent funktionieren nun.
Darüber hinaus haben die Entwickler mehrere Probleme mit Multi-Monitor-Setups behoben, darunter Fehler bei Layoutänderungen und Drag-and-Drop-Operationen. Der Installer zentriert sich automatisch neu, wenn sich das Display-Layout während des Ladens ändert – ein häufiges Problem in virtuellen Maschinen.
Hardware
Die Bluetooth-Einstellungen (Abbildung 4) hat man ebenfalls überarbeitet: Sie versprechen eine klarere Trennung zwischen gekoppelten und verfügbaren Geräten. Die Tastaturnavigation und Screenreader-Unterstützung wurden verbessert. Probleme beim Pairing mit Passcode-Eingabe, etwa bei manchen Tastaturen, gehören der Vergangenheit an. Weniger Geräte erscheinen ohne Namen, Hardwaregesperrte Bluetooth-Adapter lassen sich zuverlässig ein- und ausschalten, und die Performance bei vielen Geräten in der Liste ist gestiegen. Ein Fehler, bei dem das Verbinden von Bluetooth-Geräten den Sperrbildschirm einfror, ist ebenso behoben.

Abbildung 4: Den früheren Fehler des beim Verbinden von Bluetooth-Geräten einfrierenden Sperrbildschirms haben die Entwickler beseitigt.
Der Flugmodus deaktiviert ausschließlich Funknetzwerkverbindungen, nicht mehr Bluetooth oder kabelgebundene Netzwerke. Die Wacom-Einstellungen stürzen nicht mehr ab, wenn kein Stift erkannt wird. Middle-Click-Paste funktioniert ab sofort korrekt in Secure Sessions.
Das Power-Menü zeigt, sofern verfügbar, das Gerätemodell an und vermeidet fehlerhafte leere Batterie-Icons. Zudem warnen die Power-Einstellungen bei Optionen mit erhöhtem Energieverbrauch. Bei komplexen Partitionierungsschemata stürzte der Installer manchmal unerwartet ab. Die Entwickler haben mehrere solcher Grenzfälle identifiziert und das Problem gelöst sowie Tests hinzugefügt, um Regressionen zu verhindern.
Fokus Barrierefreiheit
Das elementary-Team arbeitet mit blinden und sehbehinderten Testern zusammen, um die Zugänglichkeit zu verbessern [3]. Florian Beijers, ein blinder Cybersecurity-Enthusiast, testete erneut den Installationsprozess. Als Ergebnis erhielten die Ansichten Before Installing, Try or Install, Choose a Disk und Encryption verbesserte Beschriftungen für Screenreader. Die Rückmeldung zur Passwortstärke wird vorgelesen, und Fälle, in denen der Screenreader Textformatierungen ankündigte, wurden korrigiert. Nach Angaben der Entwickler lässt sich elementary OS 8.1 in den meisten Fällen vollständig blind installieren und einrichten.
Basierend auf Feedback von Aaron Hewitt, der einen Blog [4] über Linux-Barrierefreiheit betreibt, erhielten Benachrichtigungen und das Tastenkürzel-Overlay Screenreader-Support. Im Kalender haben die Entwickler die Screenreader-Labels für das Hauptmenü, das Hinzufügen von Kalenderquellen und den Event-Dialog verbessert. In den Systemeinstellungen haben sie die Firmware-Update-Navigation mit optimierter Screenreader-Unterstützung neu geschrieben. Im AppCenter haben sie einige Labels auf der Startseite mit verbesserten Beschriftungen versehen.
Die Tastaturnavigation hat das Team an mehreren Stellen angepasst. Auf dem Sperrbildschirm wechselt das System automatisch zur Classic Session, sobald Barrierefreiheitsfunktionen aktiv sind, die in der Secure Session noch nicht funktionieren. Medientasten wie Lautstärkeregler funktionieren jetzt auch auf dem Sperrbildschirm. Hauptmenüs sind in den meisten Apps korrekt markiert und lassen sich mit [F10] öffnen. Einige Apps schlossen in der Vorgängerversion nicht mehr mit [Strg]+[Q], das ist ebenfalls repariert.
In den Systemeinstellungen unter Tastatur | Shortcuts | Custom lassen sich installierte Anwendungen und deren Aktionen aus einer Liste auswählen, zusätzlich zur Möglichkeit, eigene Befehle zu definieren. Das erleichtert das Anlegen von Tastenkombinationen für häufige Workflows wie das Verfassen einer E-Mail oder das Erstellen eines Kalendereintrags. Das System warnt, wenn ein gewünschtes Tastenkürzel mit Systemkürzeln wie Kopieren, Einfügen oder Neuer Tab kollidiert.
Die Einstellung Bewegung reduzieren erfasst nun mehr Animationen im gesamten System und in Apps. Bei Multi-Touch-Gesten bleiben sanfte Übergänge erhalten. Transparente Elemente wie Dock, Benachrichtigungen und Fensterwechsler respektieren die Einstellung für Panel-Transparenz in den Desktop-Einstellungen. Display-Filter werden nicht mehr in Screenshots erfasst. Den Textkontrast im Terminal hat das Team erhöht. Zudem enthält das aktuelle Release zahlreiche Übersetzungsaktualisierungen. Die Entwickler danken insbesondere neuen chinesischen Übersetzern.
Dark Mode
Der Dark Mode erhält Schedule Snoozing: Wer den Dark Mode manuell umschaltet, während ein Zeitplan (feste Uhrzeit oder Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang) aktiv ist, unterbricht den Zeitplan nur bis zum nächsten planmäßigen Wechsel, statt ihn komplett zu deaktivieren. Der Sperrbildschirm folgt den Dark-Mode-Einstellungen. Im AppCenter erscheinen Dark-Mode-Screenshots und Markenfarben, sofern Entwickler sie bereitstellen.
AppCenter & Systemupdates
Das AppCenter bekommt zusätzliche Funktionen für Cross-Platform-Apps aus Flathub. App-Seiten zeigen fortan prozentuale Bewertungen von ODRS [5] an, dem Bewertungsserver, den auch GNOME Software nutzt. Bei Spielen (Abbildung 5) findet sich eine Information, ob sie Controller-Unterstützung bieten. Der Store zeigt plattformspezifische Screenshots, sofern Entwickler sie bereitstellen. Neu ist die Unterstützung für App-Addons sowie Contribute-Links, mit denen Entwickler zur Mitarbeit einladen können.
Die elementary-Entwickler haben auch die Lizenzinformationen überarbeitet. Dadurch fallen sie leichter verständlich und detaillierter aus. Apps mit In-App-Käufen werden als solche gekennzeichnet – nützlich bei Free-to-Play-Spielen oder App-Stores wie Steam und Heroic Games Launcher. Der Button für kostenlose Apps heißt Install statt Free.
Die Suche arbeitet schneller und gibt Ergebnisse bei ausreichend Platz in zwei Spalten aus. App-Icons, die länger zum Laden brauchen, zeigen einen Platzhalter und blenden sanft ein, sobald sie zur Verfügung stehen. Das AppCenter lädt Icons automatisch nach, sobald deren Daten verarbeitet sind. So bleiben keine dauerhaft leeren Platzhalter mehr stehen. Bei fehlenden nicht standardmäßigen Icon-Namen greift das System auf Adwaita-Icons zurück.
App-Updates laufen schneller und zuverlässiger dank überarbeitetem Code im AppCenter. Installierte Apps erscheinen nun nach Release-Datum statt alphabetisch sortiert. Den Releases-Dialog haben die Entwickler leicht modifiziert: Er zeigt aktuelle Releases für alle installierten Apps an. Die Anzeige Zuletzt-geprüft aktualisiert sich jede Minute, solang die Update-Ansicht geöffnet ist.
Bei Systemupdates verrät elementary OS 8.1 die Download-Größe vorab und bietet einen Fortschrittsbalken während des Herunterladens. Zurückgehaltene Pakete, etwa phasenweise ausgerollte Updates, werden beim Vorbereiten des Update-Bundles übersprungen, was die Zuverlässigkeit erhöht. Updates lädt das System nicht mehr automatisch herunter, wenn eine getaktete Internetverbindung aktiv ist, stattdessen erscheint eine Benachrichtigung. Im Kontextmenü der Systemeinstellungen im Dock, im Anwendungsmenü und in der Suche gibt es eine Aktion zum direkten Sprung zur System-Updates-Seite.
Quick Settings
In den Quick Settings (Abbildung 6) haben die Projektverantwortlichen eine Seite hinzugefügt, die andere eingeloggte Nutzer anzeigt und einen schnellen Kontowechsel ermöglicht. Ein neuer Prevent Sleep-Toggle verhindert vorübergehend den Ruhezustand. Das erweist sich vor allem bei Präsentationen oder lang laufenden Hintergrundaufgaben als nützlich. Beim Aktivieren der Bildschirmtastatur in einer Secure Session erscheint ein Hinweis, dass sie derzeit nur in der Classic Session verfügbar ist.
In den Netzwerkeinstellungen gibt es zwei neue Optionen: Ob ein Netzwerk bei Verfügbarkeit automatisch verbunden werden soll, und ob der Hintergrunddatenverbrauch bei Verbindung mit diesem Netzwerk reduziert werden soll. Ein Mausklick auf Netzwerk-Toggle-Buttons im Panel öffnet nun die Systemeinstellungen.
Im Sound-Menü haben die Entwickler einen Fehler beseitigt, der Album-Artworks aus bestimmten Apps wie Google Chrome nicht laden konnte. Einstellungsseiten mit Seitenleisten merken sich ab sofort die eingestellte Breite. Zudem ergänzt About this device als Suchbegriff die System-Seite, und mehr Einstellungen werden mit dem Sperrbildschirm synchronisiert, darunter Panel-Transparenz, Ausrichtungssperre und Power-Einstellungen.
Benachrichtigungen
Manche Apps senden Benachrichtigungen, integrieren sich aber nicht korrekt mit den detaillierten Benachrichtigungseinstellungen. In elementary OS 8.1 lässt sich der Zugriff auf Benachrichtigungs-Bubbles für solche Apps direkt in den Systemeinstellungen unter Anwendungen verweigern. Manuell installierte Apps (außerhalb von Flatpak) zeigen zuverlässiger ihr korrektes Icon in Benachrichtigungen (Abbildung 7).

Abbildung 7: Manuell installierte Apps weisen nun zuverlässiger ihr korrektes Icon in Benachrichtigungen auf.
Die Systemeinstellungen erscheinen selbst in der Liste der Apps. Deren Benachrichtigungsverhalten lässt sich konfigurieren, beispielsweise um Update-Hinweise stumm zu schalten. Apps wie das Terminal entfernen veraltete Benachrichtigungen automatisch: Wechselt der Nutzer nach Abschluss eines Befehls zurück ins Terminal, verschwindet die dementsprechende Benachrichtigung aus dem Benachrichtigungszentrum. Screenshot-Benachrichtigungen öffnen beim Klick den Image Viewer und bieten eine Option, das Bild im Dateimanager anzuzeigen.
Neue Standard-Apps
elementary OS 8.1 liefert zwei neue Anwendungen mit: Monitor informiert über Systemressourcen sowie laufende Prozesse und offeriert optionale Panel-Indikatoren. Maps ermöglicht das Anzeigen von Karten im Explore- und Transit-Modus, zeigt den aktuellen Standort, erlaubt die Ortssuche und verarbeitet geo://-Links, etwa um Veranstaltungsorte aus dem Kalender zu öffnen. In den Anwendungseinstellungen lässt sich die Standard-Karten-App auswählen.
Aktualisierte Apps
Die Musik-App (Abbildung 8) speichert mit dem aktuellen Release die Wiedergabewarteschlange und den zuletzt gespielten Titel zwischen Sitzungen. Einzelne Titel lassen sich über das Kontextmenü entfernen oder die gesamte Warteschlange leeren. Die Warteschlange lässt sich außerdem durchsuchen und die Performance bei großen Warteschlangen hat sich verbessert. Das Album-Artwork erscheint in den Mediensteuerungen im Panel. Probleme mit langen Künstlernamen oder großen Systemschriften haben die Entwickler ebenfalls behoben.

Abbildung 8: In der Musik-App lassen sich ab sofort Wiedergabewarteschlange und zuletzt gespielte Titel anzeigen.
Der Dateimanager unterstützt das admin://-Protokoll zum Öffnen von Pfaden mit Administratorrechten. Das Untermenü Neue Datei respektiert die Ordnerhierarchie im Templates-Verzeichnis. Eigenschaften-Fenster zeigen präzisere Datums- und Zeitangaben für Dateiänderungen, und im Hauptmenü gibt es eine neue Einstellung für das Datums- und Zeitformat.
Code kann Git-Repositories über das Projekte-Menü in der Seitenleiste klonen, zwischen Remote-Branches wechseln und beim Branch-Wechsel nach dem Umgang mit nicht committeten Änderungen fragen. Die Symbols-Seitenleiste liefert mehr Informationen zu Vala- und C-Symbolen in Tooltips. Edit Marks lassen sich durch einen Klick in den Gutter der Quellcode-Ansicht setzen und per Kontextmenü oder mit [Alt]+[Links/Rechts] anspringen. Das integrierte Terminal-Panel in Code übernimmt nun Einstellungen der Terminal-App, zum Beispiel Natural Copy/Paste.
Das Terminal nutzt das modernere Tab-Bar-Widget aus Web, Files und Code. Eine neue Option versteckt die Tableiste bei nur einem geöffneten Tab. Das elementary-Team hat den Einfügeschutz erweitert. Ab sofort erkennt er auch doas sowie Parameter wie -y, interactive=never und force. Darüber hinaus haben die Entwickler die Erkennung von Befehlen mit Zeilenumbrüchen und Drag-and-Drop-Operationen optimiert. Der Einfügeschutz warnt nun auch, wenn eine einzelne Einfügung mehrere bedenkliche Elemente enthält. Wer den Einfügeschutz nicht möchte, kann ihn in einer neuen Option deaktivieren.
GNOME Web liegt in Version 48.3 bei und bringt mehr Performance, bessere Webkompatibilität sowie eine überarbeitete Lesezeichenseitenleiste.
Optische Anpassungen
Ein Blur-Effekt hinterlegt transparente Elemente wie Dock, Benachrichtigungen und den Alt+Tab-Fensterwechsler. Das trägt nicht nur zur Ästhetik bei, sondern steigert auch die Lesbarkeit sowie die visuelle Trennung vom Hintergrund.
Benachrichtigungen verfügen über rundere Ecken, die zum Dock passen, und ihre Schließanimation entspricht nun der zugehörigen Wischgeste. Picture-in-Picture-Fenster kommen ebenfalls mit abgerundeten Ecken. Tastaturfokus-Indikatoren verschwinden, sobald sie nicht benötigt werden. Sie erscheinen bei Tastaturnavigation, blenden sich aber aus, wenn Maus oder Touchscreen zum Einsatz kommen.
Auch die Ordner-Icons erscheinen nun runder, passend zum Files-App-Icon. Icons mit Mausdarstellungen zeigen ein Scrollrad, Mauszeiger-Icons entsprechen dem neuen Zeiger-Design. Die Zeiger-Icons in den Maus- und Touchpad-Einstellungen haben die Entwickler ebenfalls aktualisiert. Kleinere Bereinigungen umfassen fehlende Icon-Größen, Beleuchtungsanpassungen und abgerundete Kanten.
Die Locale-Einstellungen besitzen ein neues Layout mit sauberer ausgerichteten Optionen und verbesserten Links zu weiteren Einstellungen. Das Screencast-Portal bietet ein verbessertes Design zur Auswahl von Display oder Fenster für die Aufnahme und respektiert Optionen zum Erfassen des Mauszeigers. Der Verschlüsselungsschritt im Installer erfuhr eine Überarbeitung und passt nun auf eine Seite.
Fazit
Hinter elementary OS 8.1 steckt ein umfangreiches Update, das die mit Version 8 begonnene Wayland-Migration vorantreibt. Mit der Secure Session als Standard setzt das Projekt den Wayland-Kurs fort, während die Classic Session als Fallback weiter verfügbar bleibt. Die ARM64-Unterstützung öffnet die Distribution für neue Hardwareklassen, während die verbesserte Barrierefreiheit das Ziel des Projekts unterstreichen, eine für möglichst viele Nutzer zugängliche Linux-Distribution zu sein.
elementary OS 8.1 steht auf http://elementary.io als Pay-what-you-can-Download bereit. Lokalisierte Direkt-Downloads und ein Torrent-Magnet-Link existieren ebenso. Die Distribution ist außerdem auf Computern von Laptop with Linux, Star Labs und Slimbook vorinstalliert erhältlich. Monatliche Updates mit weiteren Funktionen und Fehlerbehebungen haben die Entwickler bereits angekündigt. (csi)
Infos
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Elementary OS 8.1: https://blog.elementary.io/os-8-1-available-now/
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“Support-Ing Disability Is Our Social Responsibility”, blog.elementary.io: https://blog.elementary.io/updates-for-july-2025/
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Blog über Linux-Barrierefreiheit, Aaron Hewit: https://fireborn.mataroa.blog/blog/i-want-to-love-linux-it-doesnt-love-me-back-post-1-built-for-control-but-not-for-people/
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GONME Open Desktop Ratings: https://odrs.gnome.org/








