Fernzugriff über Router hinweg mit Rustdesk

Aus LinuxUser 01/2026

Fernzugriff über Router hinweg mit Rustdesk

© Dmitry Naumov / 123RF.com

Nah und fern

Eben mal einem Freund remote am PC helfen? Dafür gab es bisher die proprietären Apps Teamviewer und Anydesk. Quelloffen und frei erledigen Sie das mit Rustdesk.

Vermutlich haben Sie auf die eine oder andere Art bereits Erfahrungen mit Fernwartungssoftware wie Teamviewer oder Anydesk gemacht – sei es um in der Familie oder im Freundeskreis Unterstützung bei Computerfragen zu leisten oder im beruflichen Umfeld grafischen Fernzugriff auf andere Rechner zu erhalten. Beide Anwendungen sind proprietär, und die Verbindung zwischen zwei Rechnern läuft zwangsweise über einen Relay-Server des jeweiligen Unternehmens. Die Sicherheit Ihrer Daten ist dabei fraglich.

So wurde etwa Anydesk im Januar 2024 gehackt. Das Unternehmen gab sich über den Vorfall nicht sonderlich auskunftsfreudig [1]. Teamviewer war im selben Jahr ebenfalls von einem Hack betroffen. Zudem gab es eine schwerwiegende Sicherheitslücke (CVE-2024-0819), bei der Angreifer ihre Rechte ausweiten konnten [2]. Im Januar 2025 wurde eine weitere als schwerwiegend eingestufte Sicherheitslücke (CVE-2025-0065) im Teamviewer-Client für Windows entdeckt, die eine lokale Rechteausweitung ermöglichte [3].

Seit rund fünf Jahren gibt es in Form von Rustdesk eine Open-Source-Alternative zu den beiden proprietären Anwendungen, die unter der AGPL-Lizenz steht und auch Clients für Linux anbietet. Wie der Name vermuten lässt, ist die Anwendung in Rust geschrieben. Sie beschränkt sich nicht auf Linux, sondern steht auch für Android, MacOS, iOS und Windows zur Verfügung. Zudem lässt sie sich komplett in Eigenregie betreiben, sodass in der Regel Direktverbindungen zu den damit kontaktierten Rechnern bestehen.

Abgesichert wird die Verbindung durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf der Basis des NaCl-Kryptosystems (Networkin...

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