Das Wayland Color Management Protocol ermöglicht systemweites Farbmanagement und HDR-Unterstützung unter Linux. Chrome/Chromium implementiert als erste Anwendung das Protokoll vollständig.
Besitzen Sie einen neueren Bildschirm oder einen leistungsfähigeren Laptop, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass Sie nicht das sehen, was Sie eigentlich sehen sollten beziehungsweise könnten. Viele aktuelle Displays decken nämlich längst umfangreiche Farbräume [1] wie DCI-P3/Display P3 oder AdobeRGB1998 ab und können somit deutlich mehr Farben anzeigen, als der ältere sRGB-Standard erlaubt (Abbildung 1). Ohne funktionierendes Farbmanagement zeigt das Betriebssystem die Farben bei solchen Panels jedoch entweder übersättigt an, oder alles läuft im sRGB-Modus, wodurch Farben außerhalb dieses Rahmens verloren gehen.

Abbildung 1: Die Farbräume Display P3 und AdobeRGB1998 sind bei besseren Monitoren mittlerweile weitverbreitet. Beide bieten deutlich mehr Umfang als der ältere Standard-Farbraum sRGB, weshalb Farben bei Bildschirmen ohne korrekt eingestelltes Farbmanagement übersättigt aussehen.
Das neue Grafiksubsystem Wayland ist in dieser Hinsicht standardmäßig konservativ eingestellt: Erhält der Compositor keine genauen Informationen über den Farbraum der Anwendungen, interpretiert er alles automatisch als sRGB. Das gilt selbst dann, wenn das Farbmanagement systemseitig eigentlich aktiviert ist. Farben außerhalb dieses Standards reduziert es auf die am nächsten liegenden sRGB-Werte. Das Ergebnis ist visuell nicht komplett falsch, aber ein Teil der Farbinformation geht verloren. Das betrifft gerade attraktive Farben wie leuchtendes Rot, sattes Grün oder tiefes Cyan.
WCMP
Dabei existiert schon seit gut einem Jahr das Wayland Color Management Protocol [2], ein echtes sys...
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