XDG Desktop Portals: Vermittler zwischen Sandbox und System

Aus LinuxUser 12/2025

XDG Desktop Portals: Vermittler zwischen Sandbox und System

© Andrey Pavlov / 123RF.com

Brückenbauer

Ohne Portals sind Flatpaks und andere Paketformate nicht alltagstauglich, denn sie regeln, wer was darf.

Was die Auslieferung von Software angeht, befindet sich die Linux-Welt im Umbruch. Während lange Zeit die klassische, von Maintainern getragene Paketverwaltung über Apt, RPM oder Pacman die Distributionen dominierte, werden Anwendungen heute immer häufiger in Containern als Flatpaks, Snaps oder Appimages ausgeliefert. Die Vorteile dieser Paketformate sind einheitliche Pakete, die auf allen Distributionen laufen und eine strikte Trennung zwischen Basissystem und Anwendungssoftware erlauben.

Flatpak läuft auf den meisten Distributionen und ist oft bereits so weit vorkonfiguriert, dass Softwarecenter wie KDE Discover oder Gnome Software den zentralen Flatpak-Store Flathub integrieren. Sie wählen aus, ob Sie ein Programm im nativen Paketformat der Distribution oder als Flatpak installieren möchten.

Doch die Isolierung durch die Sandbox, die Flatpaks verwenden, bringt ein Problem mit sich: Fast jede Anwendung muss gelegentlich auf Dateien, Drucker, Kameras oder andere Systemressourcen zugreifen. Eine Sandbox, die keinerlei Kontakt zur Außenwelt erlaubt, ist zwar sicher, aber in den meisten Fällen nutzlos. Hier kommen Portals ins Spiel.

Was sind Portals?

Vereinfacht ausgedrückt ermöglichen Portals Anwendungen mit eingeschränkten Rechten in Containern den kontrollierten Zugriff auf Systemressourcen, ähnlich wie es Android oder iOS bereits umsetzen. Die Anwendung fragt nicht mehr direkt beim Betriebssystem nach, ob sie Zugriff auf eine Ressource erhält, sondern meldet ihren Bedarf bei einem standardisierten Portal an. Ihren Anfang nahmen Portals bei der vor zehn Jahren begonnenen Entwicklung von Flatpak, sind aber mittlerweile auch außerhalb von in Sandboxen sepa...

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