Die modernen Video-Codecs AV1 und H.266 unterscheiden sich nicht nur lizenztechnisch, sondern auch in ihrer technischen Ausrichtung und den damit verbundenen Einsatzgebieten.
Wenn wir Videos abspielen, dekomprimieren im Hintergrund Video-Codecs das Filmmaterial. Technisch gesehen sind Video-Codecs nichts anderes als Algorithmen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die oft riesigen Datenmengen von Videoaufnahmen so zu reduzieren, dass sie sich effizient speichern, kopieren, streamen und abspielen lassen. Auf der Festplatte sparen sie Speicherplatz, beim Streamen reduzieren sie die benötigte Bandbreite.
Zwei moderne Vertreter der Gattung sind der lizenzfreie AV1 (AOMedia Video 1 [1]) und der patentierte und somit kostenpflichtige H.266 alias VVC (Versatile Video Coding [2]). Beide versprechen bis zu 50 Prozent bessere Kompression als ihre Vorgänger. Sie unterscheiden sich jedoch nicht nur lizenzrechtlich, sondern auch technisch und hinsichtlich ihrer strategischen Ausrichtung. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Unterschiede zwischen AV1 und H.266 bezüglich des Lizenzmodells, der Leistung und der Eignung für bestimmte Einsatzgebiete. Benchmarks klären, wer wo die Nase vorn hat.
AV1 und VVC sind beide primär verlustbehaftete Kompressionsverfahren: Sie reduzieren die Dateigröße von Videos, indem sie bestimmte Daten dauerhaft maskieren oder entfernen. Das sind meist solche, die für die menschliche Wahrnehmung kaum eine Rolle spielen. Damit halten sie die Qualität für den Nutzer sehr hoch, Kompressionsartefakte bleiben meist unauffällig. Beide Codecs unterstützen optional einen verlustfreien Modus, bei dem keinerlei Qualitätsverluste auftreten. Er kommt im Standardbetrieb jedoch selten zum Einsatz.
Wer entwickelt AV1?
AV1 wurde 2018 von der Alliance for Open Me...
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