Ob für den schlichten Multimediagenuss auf dem Sofa oder komplexe Produktionen im Studio: Der moderne Audio/Video-Server Pipewire bringt alles mit, was man sich als Anwender nur wünschen kann.
Seit gefühlten Jahrzehnten gibt es Schwierigkeiten mit Audio unter Linux – und immer wieder entstehen neue Ansätze, die Probleme zu lösen. In dieser lästigen Diskussion geht oft unter, dass es sich seit wenigstens zehn Jahren nicht mehr darum dreht, ob es jetzt irgendwie geht, sondern eher darum, ob man es nicht noch besser machen kann.
Schon die solide Unterstützung des Jack Audio Connection Kits (Jack [1]) in allen gängigen Distributionen hat anspruchsvolle Audionutzung unter Linux möglich gemacht und selbst kommerzielle Softwareanbieter wie Harrison [2], Bitwig [3] und Mackie [4] dazu bewegt, Linux zu unterstützen. Die akzeptabel stabile Brücke zwischen Pulseaudio und Jack bringt mehr Komfort und ermöglicht endlich Features wie Telekonferenzen in Chrome und den Genuss von Spotify-Songs während der Musikproduktion in Ardour.
Pipewire
Wie Pulseaudio [5] stammt Pipewire [6] aus dem Hause Red Hat. Ursprünglich wollte Wim Taymans 2015 nur Pulse Audio um die Fähigkeit erweitern, auch Video-Streams zu transportieren. 2017 begann er dann, das Projekt [7] als umfassenden Multimediaserver zu konzipieren. Ob die nicht verstummen wollenden Beschwerden über die mangelhafte Leistung des vom Systemd-Vater Lennart Poettering konzipierten Pulseaudio für die Entscheidung eine Rolle spielten, ist fraglich.
Pipewire tritt seit vier Jahren das Erbe von Pulseaudio an, das nur von wenigen geliebt wurde – teils nicht zu Unrecht: Es brachte tatsächlich keine besonders gute Leistung, speziell für produktive Audioarbeiten war es praktisch unbrauchbar. Hinzu kam eine gewisse Arroganz beim Umga...
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