Debian gilt als eine der konservativsten und verlässlichsten Linux-Distributionen. Anhand des kürzlich erschienen Testing-Releases wollen wir überprüfen, inwieweit diese Charaktereigenschaften zutreffen.
Als freiberufliche IT-Journalistin mit Fokus auf Open Source teste ich häufig Linux-Distributionen, bin also eine Art Distro-Hopperin. Diese Ausflüge führen mich oft ins Arch-Linux-Universum und manchmal zu Ubuntu-basierten Distributionen. Doch immer finde ich wieder zu Debian zurück. Es ist das Betriebssystem, das die meiste Zeit auf der internen SSD meiner PCs installiert ist, auch wenn ich es nicht immer nutze.
Meine erste Begegnung mit Debian fand 2019 statt. Auf dem Libre Graphics Meeting in Saarbrücken empfahl mir Johannes Hanika, der Erfinder von Darktable, die Distro. Linux nutzte ich damals längst. Zunächst Suse Linux Ende der 1990er, später wechselte ich über Ubuntu und Mint zu Manjaro. Doch erst mit Debian hatte ich das Gefühl, richtig und endgültig in der Linux-Welt angekommen zu sein. Während der ersten Jahre verwendete ich das System in der Openbox/LXDE-Variante, heute bevorzuge ich KDE Plasma als Desktop. Zwar zwang mich ein defekter Nvidia-Treiber zuletzt für etwa eineinhalb Jahre zu Kubuntu, aber vor wenigen Wochen haben die Entwickler den Bug in Debian Testing behoben, dem künftigen Debian 13, und ich bin wieder zu Debian zurückgekehrt.
Vorteile und Nachteile
Debian gilt zurecht als eines der stabilsten und zuverlässigsten Betriebssysteme, weshalb es häufig auf Servern zum Einsatz kommt. Auf Desktop-PCs macht es prinzipiell ebenfalls eine gute Figur. Zahlreiche Nutzer ziehen allerdings Ubuntu und Ubuntu-basierte Distributionen oder Arch und ähnliche Systeme vor, weil jüngere und aktuelle Software in den Debian Respositories häufig fehlt – o...
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