Mit dem günstigen Einplatinencomputer Orange Pi RV2 unternehmen wir einen Ausflug in die Welt der RISC-V-Architektur und testen dabei, ob er das Zeug zur ernsthaften RasPi-Konkurrenz hat.
Einplatinencomputer erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit – allen voran der Raspberry Pi, der seit seiner Einführung im Jahr 2012 rund 60 Millionen Verkäufe zählt und eine Menge an Konkurrenzprodukten nach sich zog. Die sogenannten SBC (Single Board Computer) basieren überwiegend auf ARM-Architekturen, weil sie eine gute Mischung aus geringer Leistungsaufnahme, hoher Integration, niedrigen Kosten und moderner CPU-Effizienz versprechen.
Doch seit einigen Jahren tritt eine andere Architektur ins Rampenlicht, die lange hauptsächlich auf dem Papier existierte und nur wenig tatsächlich zum Einsatz kam. Es geht um RISC-V [1], ausgesprochen RISC-Five. Ursprünglich an der University of California in Berkeley im Jahr 2010 als akademisches Projekt ins Leben gerufen, dient es dazu eine freie und offene Befehlssatzarchitektur (Instruction Set Architecture, kurz ISA) zu schaffen. Da keine Lizenzkosten anfallen und jeder die Architektur nutzen, anpassen und weiterentwickeln darf, eignet sich RISC-V ideal für Forschung und Lehre.
RISC-V holt langsam auf
Inzwischen gewinnt RISC-V jedoch auch im kommerziellen Umfeld und bei der Gemeinschaft von Open-Source-Initiativen zunehmend an Relevanz. Sie sehen durch die offene Befehlssatzarchitektur eine Chance, proprietären Architekturen wie ARM den Rang abzulaufen. Es erschienen Mainboards für Entwickler und Enthusiasten, die sich aber eher im hochpreisigen Segment ansiedelten. Glaubt man den Markt-Auguren, so soll der Marktanteil von RISC-V-Architekturen bis 2030 auf rund 25 Prozent steigen. Grund genug, sich näher mit der Plattform zu beschäfti...
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