U-Maker Box: Pfiffiges Maker-Gehäuse für den RasPi

Aus LinuxUser 04/2025

U-Maker Box: Pfiffiges Maker-Gehäuse für den RasPi

© Maridav / 123RF.com

Hübsch verpackt

Weidmüller hat mit der U-Maker Box ein Gehäuse entwickelt, das sich flexibel an verschiedenste Anwendungsfälle rund um den Raspberry Pi anpassen lässt.

Man sollte meinen, dass es nach mehr als zwölf Jahren der RasPi-Erfolgsgeschichte genug passende Gehäuse für den Minirechner geben sollte – dem ist allerdings nicht so. Selbst die Originalgehäuse von der Raspberry Pi Foundation sind häufig so knapp dimensioniert, dass sie nach dem Anstecken der GPIO-Flachbandleitung nicht mehr richtig schließen. Darüber hinaus findet das Thema Kühlung bei vielen Gehäusen so gut wie keine Beachtung.

Alles in allem kann man sagen, dass keines der bisher existierenden Gehäuse den ambitionierten Geek zufriedenstellt. So passiert es all zu oft, dass der RasPi ungeschützt auf der Werkbank liegt. Im Eifer des Gefechts kommt es dann schon einmal zu ungewollten Kurzschlüssen oder dauerhaften Schäden. Die U-Maker Box hingegen ist eine Maker-freundliche Lösung und beschreitet vollkommen neue Wege.

Die Box

Es wirkt vielleicht eigenartig, in einem Bericht über ein Gehäuse erst einmal auf die Verpackung einzugehen; ich finde es aber wichtig zu erwähnen, dass die U-Maker Box in einer ordentlichen Schachtel ins Haus kommt. Das gesamte nötige Montagematerial und eine ausführliche Anleitung liegen bei. Man muss nicht erst überlegen, wie alles zusammengehört, und kann sofort starten.

Anpassungsfähigkeit steht bei diesem Gehäuse an erster Stelle. Daher gibt es neben dem Basis-Kit auch Erweiterungssets. Spannend ist dabei, dass sich das Basis-Kit mit mehreren Extension-Kits erweitern lässt. So bauen Sie damit zum Beispiel unterschiedlich große Gehäuse auf, die auch mehrere der Minirechner aufnehmen können. Abbildung 1 zeigt als Beispiel den Aufbau mit zwei Basis-Kits und zwei Extension-Kits. Magnete halten Deckel und Boden des Gehäuses sowie die einzelnen Module zusammen. Das hat den Vorteil, dass man schnell und ohne Werkzeug arbeiten kann. Genügt für ein spezielles Projekt die Haltekraft der Magnete nicht, verschrauben Sie die einzelnen Module zusätzlich miteinander. Eine komplette Übersicht aller Eigenschaften der U-Maker Box finden Sie auf der Webseite zum Produkt [1].

Abbildung 1: Die Gehäuseteile mehrerer U-Maker-Boxen lassen sich beinahe beliebig miteinander kombinieren.

Abbildung 1: Die Gehäuseteile mehrerer U-Maker-Boxen lassen sich beinahe beliebig miteinander kombinieren.

Basis-Kit

Das U-Maker Box Basis-Kit dient als Basis und eignet sich für einen Raspberry Pi 4. Zusätzlich gibt es einen Bereich, der eine weitere, kleine Platine aufnimmt (Abbildung 2). Mit dem vorhandenen Klemmhalter lässt sich das Gehäuse wahlweise flach oder aufrecht montieren. Im Lieferumfang befinden sich zwei Metallhalter für die Hutschieneninstallation.

Abbildung 2: Das Basis-Kit mit dem RasPi und einer Zusatzplatine.

Abbildung 2: Das Basis-Kit mit dem RasPi und einer Zusatzplatine.

Wem diese Montagemöglichkeiten nicht ausreichen, für den gibt es noch einen Clip an der Ecke (Abbildung 2, oben rechts). Damit befestigen Sie das Gehäuse in jeder beliebigen Position. Die Verarbeitung ist hervorragend; es gibt keine scharfen Ecken oder Kanten, an denen man sich verletzen könnte. Alle nötigen Schrauben sind mit dabei.

Das Basis-Kit kostet im Fachhandel 24,20 Euro [2]. Achten Sie bei der Bestellung darauf, dass einige Händler erheblich höhere Preise aufrufen.

Extension-Kit

Das Extension-Kit vergrößert vor allem den Raum des Basis-Kits und bietet zusätzliche Montagemöglichkeiten. Neben generischen Haltern für Platinen und Leitungen findet sich auch eine Halterung für 80 x 80-Millimeter-Lüfter (Abbildung 3). Im Extension-Kit befinden sich neben den schwarzen Seitenwänden auch zwei transparente. Sie eignen sich, um optische Informationen, beispielsweise von LED-Stripes, außen sichtbar zu machen.

Abbildung 3: Extension-Kit mit Standardlüfter.

Abbildung 3: Extension-Kit mit Standardlüfter.

Das Extension-Kit [3] kostet 15,50 Euro und verfügt ebenfalls über Magnete, die alles zusammenhalten. Achten Sie beim Zusammenbau unbedingt auf die Polung der Magnete; verkehrt herum montiert stoßen sie sich ab, und das Gehäuse hält nicht richtig zusammen.

Selbst ist der Geek

Bei all diesen Möglichkeiten und Erweiterungen bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Für den Fall der Fälle stellt die Thingiverse-Webseite [4] weitere 3D-Modelle zum Erweitern der U-Maker Box bereit. Der Clou daran: Auch die STP-Dateien sind mit dabei, die Sie in einem beliebigen CAD-Programm nach Ihren Wünschen anpassen. Das gewährleistet maximale Flexibilität. Abbildung 4 zeigt zwei der zusätzlichen, 3D-gedruckten Komponenten, zur besseren Unterscheidung in grüner Farbe. Das Gestell wurde ein wenig angepasst.

Abbildung 4: Zusätzliche Komponenten erstellen Sie auf dem 3D-Drucker selbst.

Abbildung 4: Zusätzliche Komponenten erstellen Sie auf dem 3D-Drucker selbst.

Fazit

Bei all den technischen Aspekten darf man nicht vergessen zu erwähnen, dass es richtig Spaß macht, mit dem Gehäuse zu arbeiten. Es sieht gut aus und hat eine angenehme Haptik. Preislich liegt es etwas höher als die üblichen RasPi-Gehäuse. Bedenkt man aber, was sich damit alles realisieren lässt, ist das Gehäuse sein Geld wert. Die U-Maker Box lässt sich immer wieder in unterschiedlichen Konfigurationen in neuen Projekten verwenden, was sie zu einem nachhaltigen Made-in-Germany-Produkt macht. Wir dürfen schon auf die Variante für den Raspberry Pi 5 gespannt sein, die in den nächsten Monaten erscheinen soll. (tle)

Der Autor

Martin Mohr hat die komplette Entwicklung der modernen Computertechnik live miterlebt. Nach dem Studium entwickelte er überwiegend Java-Applikationen. Mit dem Raspberry Pi erwachte seine alte Liebe zur Elektronik wieder.

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