Repair Cafés auf Erfolgskurs

Aus LinuxUser 11/2024

Repair Cafés auf Erfolgskurs

© Sergiy Tryapitsyn / 123RF.com

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Reparieren statt Wegwerfen – Nachhaltigkeit spielt in der heutigen Gesellschaft eine zunehmend wichtigere Rolle. Wir werfen einen Blick auf den Stand der Dinge in Deutschland und Europa.

Ein defektes Gerät kurzerhand wegwerfen – das ist eine verbreitete Denk- und Handlungsweise. Produkte zu pflegen und gegebenenfalls zu reparieren hingegen macht manchmal deutlich mehr Mühe, auch deswegen, weil Hersteller das oft nicht einmal vorsehen. Abhängig von einer Vielzahl an Faktoren wie Sozialisation gehen wir unterschiedlich mit den erworbenen Produkten um. Während manche Menschen Geräte nur kurz nutzen und bei Defekten eine Wegwerfmentalität an den Tag legen, achten andere darauf, sie so lange wie möglich einzusetzen und wiederzuverwenden. Wer Langlebigkeit befürwortet, wählt ein Produkt häufig bewusst aus.

Doch Langlebigkeit kollidiert vielfach mit der Herstellersicht und besonders dem Ziel der Verkaufs- und Umsatzmaximierung. Früher versuchten Hersteller ihre Kunden auf lange Sicht an sich zu binden, indem sie sie dabei unterstützten ein Produkt lange und in ihrem Interesse zu verwenden. Heutzutage ist diese Praxis dem Verkauf eines Produkts und dem regelmäßigen Nachkauf eines Nachfolgers gewichen. Kundenbindung funktioniert dementsprechend über Neukauf. Die Wartung und Reparatur von Produkten spielt für viele Hersteller nur noch eine untergeordnete Rolle. In der Folge nehmen nicht nur die Kosten für Marketing zu. Wegen des Strategiewechsels ist der Ressourcenbedarf ebenfalls gewachsen.

Geplante Obsoleszenz

Immer wieder verbauen Hersteller Komponenten mit einer bewusst begrenzten Haltbarkeit, deren Reparatur hohe Hürden setzen. Für dieses Handeln gibt es den Begriff der geplanten Obsoleszenz. Frankreich regelt das Thema bereits seit dem Jahr 2015 gesetzlich [1]. Bei Verstößen dagegen drohen Unternehmen Strafen.

Größer gedacht handelt es sich bei Reparaturen um einen linearen Vorgang, während es bei einer Einbindung in eine Kreislaufwirtschaft eher um Dauerhaftigkeit und Runderneuerung geht. Daraus leiten sich einige Fragen ab: Wie lässt sich Technik so betrieben, dass sie möglichst lange hält, sich einfach reparieren lässt, sich beispielsweise auch Kleinteile ersetzen lassen und das Ganze dabei für Konsumenten erschwinglich bleibt? Ein Aspekt dabei ist, Bestandsgeräte ganz simpel zu pflegen. Kaputte Hardware sollte man so reparieren, dass es wie zuvor funktioniert, im Optimalfall sogar besser. Alternativ besteht eine Strategie darin, funktionierende Technik auseinanderzunehmen und so zusammenzubauen, dass sich danach etwas Neues, womöglich Besseres ergibt.

Höherwertige Produkte konzipieren Hersteller oft ohnehin so, dass sie relativ langlebig sind. Wenn die Regellebensdauer von Bauteilen laut Angabe bei einem Zeitraum von zwei Jahren liegt, halten sie nicht selten trotzdem deutlich länger – selbst, wenn sie vielleicht nicht mehr immer die volle Leistung liefern, beispielsweise Akkus. Allerdings gelten Marke und Preis keineswegs als verlässliches Indiz für bessere Qualität. Erfreulicherweise lässt sich mittlerweile jedoch beobachten, dass Hersteller die Reparierbarkeit bei der Produktentwicklung durch den Einsatz modularer Komponenten immer stärker berücksichtigen.

Updates

Das Problem betrifft aber nicht nur Hardware, sondern auch korrespondierende Software. Viele Geräte lassen sich ohne passende Programme heutzutage kaum mehr nutzen. Entwickelt der Hersteller die Firmware, Treiber oder App nicht weiter oder passen App und Betriebssystem nicht mehr zusammen, gerät das davon abhängige Produkt früher oder später zum teuren Staubfänger.

Solche im Vorfeld geplanten kurzen Produktlebenszyklen oder eingeschränkte Nutzungszeiträume fallen unter den Begriff der geplanten Softwareobsoleszenz. Insbesondere für vernetzte Geräte aller Art stuft das Umweltbundesamt mittlerweile diesen Faktor als nicht zu vernachlässigendes Risiko ein [2].

Akteure

Dem Themenfeld Nachhaltigkeit widmen sich etliche Akteure aus allen Bereichen der Gesellschaft. Zu den zentralen, bekannteren Anlaufpunkten zählen dabei offene Werkstätten, Reparatureinrichtungen und Kiezläden – in Summe Orte in der unmittelbaren Nachbarschaft, in denen sich Menschen treffen und auch für andere Aktivitäten oder kulturelle Ereignisse zusammenkommen. Dabei kombinieren Repair Cafés [3] die Felder Selbsthilfe, Werkstatt und Café miteinander. Als Initialzündung für den Erflog dieser Variante gilt das global agierende Repair Café Stichting [4] in Amsterdam, das bereits im Jahr 2010 öffnete. Seitdem fand die Idee weltweit zahlreiche Nachahmer (Abbildung 1).

Abbildung 1: Eine Überblickskarte hinsichtlich der Repair Cafés in Europa verdeutlicht, wie viel Anklang die Idee findet.

Abbildung 1: Eine Überblickskarte hinsichtlich der Repair Cafés in Europa verdeutlicht, wie viel Anklang die Idee findet.

Ähnliche Angebote finden sich in Deutschland beispielsweise auf der Plattform [5] der Reparatur-Initiativen (Abbildung 2), beim Verband offener Werkstätten [6] sowie beim runden Tisch Reparatur [7]. In Österreich gibt es RepaNet [8], in der Schweiz die Repair Cafés Schweiz [9] und in Großbritannien The Restart Project [10]. Länderübergreifend agiert die Open Repair Alliance [11].

Abbildung 2: Auf Webseite des Netzwerks Reparatur-Initiativen finden Sie Anbieter, beispielsweise im ausgewählten Großraum Freiburg.

Abbildung 2: Auf Webseite des Netzwerks Reparatur-Initiativen finden Sie Anbieter, beispielsweise im ausgewählten Großraum Freiburg.

Regionale Initiativen

Viele größere Projekte beginnen mit regionalen, mitunter auch öffentlich geförderten Zusammenschlüssen. In der Metropolregion Berlin-Brandenburg bespielen die Initiativen Berlinrepair [12] vom Murks? Nein Danke! e.V. [13] und Repami [14] die Bühne – jeweils mit unterschiedlichem Projektstatus und Zielen. Der Reuse-Verein [15] betreibt ein eigenes Repair Café.

Das in diesem Jahr gestartete Projekt Repami versteht sich als ein übergreifendes Netzwerk zur Qualitätsreparatur in Berlin. Dabei arbeiten die Berliner Stadtreinigung (BSR), die Handwerkskammer Berlin und die Anstiftung [16] zusammen. Repamis Aufbau fördert der Berliner Senat für drei Jahre mit 1,2 Millionen Euro. Das Netzwerk zielt darauf ab, gewerbliche Reparaturbetriebe und ehrenamtliche Reparaturinitiativen auf einer Plattform zu vereinen (Abbildung 3). Zur Auswahl stehen zahlreiche Kategorien, um die passende Reparaturwerkstatt in der Nähe ausfindig zu machen.

Abbildung 3: Über das Repami-Netzwerk lassen sich beispielsweise Fahrradwerkstätten in Berlin ausgeben.

Abbildung 3: Über das Repami-Netzwerk lassen sich beispielsweise Fahrradwerkstätten in Berlin ausgeben.

In Nordwestdeutschland gibt es den Reparaturrat Oldenburg e.V. [17], ebenso die Reparaturstadt Kiel [18] und in Wuppertal der Reparatur Café + Nachhaltigkeit e.V. [19]. In vielen anderen Städten entstehen weitere Netzwerke und Kooperationen mit Schulen und anderen kommunalen Akteuren. Die drei Bundesländer Bremen, Sachsen und Thüringen führten bereits einen Reparaturbonus ein [20]. Berlin kündigte an, im September 2024 aufzuschließen [21]. Damit fördern sie die Reparatur von privat genutzten Elektro- und Elektronikgeräten. Zwischen 2016 und 2022 bestand zudem die Nachwuchsforschungsgruppe “Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit – Ursachen und Alternativen” (OHA) als Verbundprojekt zwischen der TU Berlin, dem Fraunhofer IZM und der B-TU Cottbus-Senftenberg [22].

Frankreich

In Frankreich spielt neben den genannten Repair Cafés auch die Emmaus-Bewegung [23] eine Rolle. Im Jahr 1949 als Organisation zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit und Armut gegründet, setzt sie von Anfang an auf Hilfe zur Selbsthilfe. Emmaus unterhält und verwaltet unter anderem 9000 Sozialwohnungen, Werkstätten und Gebrauchtwarenläden. Um entgegengenommene, ältere Hardware weiterhin nutzen zu können, pflegt Emmaus in Kooperation mit Framasoft eine eigene Linux-Distribution namens Emmabuntüs [24]. Ursprünglich baute die Distro auf Ubuntu auf, heute bildet Debian GNU/Linux das Fundament. Sie steht für 32- und 64-Bit-Architekturen sowie mit unterschiedlichen Desktops zur Verfügung, etwa dem schlanken XFCE (Abbildung 4).

Abbildung 4: XFCE4-Desktop und Bedienoberfläche von Emmanbuntüs.

Abbildung 4: XFCE4-Desktop und Bedienoberfläche von Emmanbuntüs.

Uns beeindruckt die Zusammenstellung der Linux-Distribution in Bezug auf die Softwareauswahl, das konsistente Aussehen, die gute Bedienbarkeit und die geringen Anforderungen an die Hardware. Aus diesen Gründen gehört Emmabuntüs als fester Bestandteil zu den von uns im Schulungsbereich eingesetzten Werkzeugzusammenstellungen. In der gleichen Liga spielen die Distributionen SparkyLinux, Puppy Linux, Bodhi Linux, PostmarketOS und Adélie Linux [25], die unter anderem mit speziell angepassten Bibliotheken für minimalen Speicherbedarf punkten.

Europäische Initiativen

Im Februar 2024 gab die EU bekannt, eine europaweite Plattform für Werkstätten und Repair Cafés ins Leben rufen zu wollen [26]. Bislang existieren 27 nationalstaatliche Plattformen, die in Zukunft auf einer EU-weiten, einheitlichen Bühne zusammenlaufen sollen. Damit zielt die EU darauf ab, das Recht auf Reparatur zu stärken, indem sie das Reparieren einfacher und attraktiver gestaltet. Ob die Plattform tatsächlich wie geplant an den Start geht, steht jedoch noch in den Sternen. Nach unserem Kenntnisstand liegt bislang nichts außer der Ankündigung vor. Der konkrete Sinn der europaweiten Plattform erschließt sich uns ebenfalls nicht, da die Leute Reparaturmöglichkeiten selbstverständlich vorrangig in regional suchen.

Darüber hinaus stellt ab Mitte 2025 die neue EU-Ökodesign-Richtlinie [27] höhere Anforderungen an die Hersteller und Inverkehrbringer von Produkten hinsichtlich Reparierbarkeit, Ersatzteilverfügbarkeit und Lebensdauer.

Selbst reparieren

Um Dinge selbst zu reparieren, braucht es nicht nur Fingerfertigkeit und Neugierde, sondern auch entsprechendes Wissen. Das Berliner Startup Fixfirst [28] entwickelt eine Art Gelbe Seiten mit Anbietern und KI-basierten Softwareangeboten. Damit sollen Nutzer sich eine verlässliche Schätzung errechnen lassen können, was die Reparatur kostet und wie lange sie möglicherweise dauert.

Geht es um die Frage, wie man etwas repariert, liefert unter anderem Ifixit [29] aus den USA ebenso in Europa Unterstützung in Form von Reparaturanleitungen für Haushaltsgeräte, Kameras, Computer und Hardware (Abbildung 5). Gemäß unserer Stichprobe zu ausgewählten Problemstellungen scheinen die einzelnen Beiträge zwar aus der Community zu stammen, wirken aber fachlich korrekturgelesen und somit stimmig.

Abbildung 5: Beschreibung zur Identifikation von Akku-Problemen bei Ifixit zeigt einen Eintrag für Probleme mit dem Akku bei Smartphones von Samsung.

Abbildung 5: Beschreibung zur Identifikation von Akku-Problemen bei Ifixit zeigt einen Eintrag für Probleme mit dem Akku bei Smartphones von Samsung.

Gut aufbereitet

Gebrauchte und wieder aufbereitete (refurbished) Hardware erfüllt vielfach ihren Zweck, obwohl sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Der dazugehörige Markt gestaltet sich jedoch ein wenig unübersichtlich, sodass wir hier lediglich eine grobe Empfehlung abgeben.

Über die letzten 20 Jahre hinweg schneiden die Thinkpads vom Lenovo im Allgemeinen und daraus die Professional Series (T- und X-Serie) im Speziellen am besten ab. Neben einer fünfjährigen Garantie für die Lieferbarkeit von Ersatzteilen geben die Robustheit der Geräte im täglichen Einsatz, die großartige Linux-Unterstützung, der modulare Aufbau der meisten Geräte und die damit verbundene Reparierbarkeit den Ausschlag. Mit überschaubarem Aufwand und wenigen Schrauben lassen sich die Geräte auseinander- und wieder zusammenbauen. Das Thinkpad-Wiki [30] dokumentiert detailliert alle Modelle und Ausstattungsvarianten (Abbildung 6). Der etwas höhere Kaufpreis im Vergleich zu anderen Herstellern und Modellen macht die Zuverlässigkeit im Alltag spielend wett. Aufbereitet sind Thinkpads als gebrauchte Jahresmodelle häufig ein besonderes Schnäppchen im Second-Hand-Markt.

Abbildung 6: Das Thinkpad-Wiki liefert Informationen zum X250.

Abbildung 6: Das Thinkpad-Wiki liefert Informationen zum X250.

Die Erwerbskriterien schließen Privatkäufe aus, da sicherzustellen gilt, dass die Geräte vorher sorgfältig behandelt und gegebenenfalls fachgerecht repariert wurden. Bei der Auswahl der Lieferanten gelten Vielfalt, verlässliche Hardwareprüfung bei An- und Verkauf, die Verfügbarkeit in Bezug auf Ersatzteile sowie auf die Ausstellung einer An- beziehungsweise Verkaufsrechnung als Eckpunkte.

Letzteres benötigen Unternehmen, wenn sie ältere Hardware aus dem Bestand ausbuchen und somit die Veränderung des Firmenvermögens dokumentieren. Im Lieferantenpool befinden sich Zoxs [31], Used [32] und Refurbed [33]. Sie erlauben zudem Mengenkäufe gleicher Geräte, falls es etwa darum geht, eine ganze Abteilung oder einen Schulungsraum auszustatten. Andere Dienstleister bieten ebenfalls Rückläufer und Jahresgeräte mit Preisnachlässen an, dazu gehören Notebooks Billiger [34], Galaxus [35] und Rebuy [36]. Rebuy offeriert zusätzlich eine dreijährige Garantie auf Geräte sowie eine Versicherung auf einzelne Geräteteile wie Akku und Display, die sie im Bedarfsfall austauschen.

Persönliche Daten

Das Thema persönliche Daten ist wichtig bei Kauf und Verkauf von Hardware. Seriöse Anbieter prüfen das sowohl bei An- und Verkauf und liefern darüber hinaus eine Anleitung zum Zurücksetzen des Geräts in den Originalzustand. Wird vor dem Verkauf oder nach dem Kauf ein Betriebssystem komplett neu aufgespielt, geht das üblicherweise mit einer Neupartitionierung und dem Überschreiben des Festplatteninhalts einher. Somit gehen sämtliche noch bestehenden Daten verloren. Es erscheint uns als der derzeit beste Weg, um sicherzustellen, dass keine persönlichen Daten in fremde Hände gelangen.

Saubere Konzeption

Offen bleibt, wie sich Hardware von vorneherein so konzipieren lässt, dass sie langlebig und reparierbar ist, aber gleichzeitig wirtschaftlich bleibt. Wenn wir vornehmen, dass bereits entwickelte Technik und Geräte länger zum Einsatz kommen sollen, müssen alle Seiten – Hersteller, Händler und Konsumenten – dazu beitragen. Das soll kein Aufruf gegen den Fortschritt sein, sondern ein Appell für den nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen.

Bewährt hat sich die Modularität der Komponenten, sodass sie sich bei Bedarf austauschen lassen. Fest verklebte Akkus oder ein verlöteter Hauptspeicher verhindern, sie zu ersetzen oder zu erweitern. Zu den Komponenten, die zum Beispiel bei Mobiltelefonen am häufigsten ihren Dienst quittieren, zählen Kopfhörer, Akku, Display und Ladegerät samt Anschluss. Bei Laptops entpuppen sich beispielsweise die Scharniere, der Lüfter, Buchsen/Schnittstellen für USB und Audio, das Display sowie die Tastatur gern als Schwachstellen.

Zu den Herstellern, die sich hier positiv hervorgetan haben, gehören neben Asus insbesondere IBM/Lenovo mit der Thinkpad-Serie (Notebooks und Desktops) sowie Tuxedo [37] aus Augsburg, ebenso Frame.work [38] aus Eindhoven. Das von uns geprüfte Gerät von Framework und das dazugehörige Nutzerfeedback bestätigen die positiven Kritiken aus den Onlinekanälen und Reports. Lesen Sie dazu den Testbericht aus dem LinuxUser 08/2024 [39].

In der Abteilung für Mobilfunk gelten die Projekte Phonebloks und Ara als Vorreiter, die allerdings beide nicht mehr existieren. Vielversprechende Kandidaten sind Fairphone für Mobiltelefone und Kopfhörer [40] sowie das Shiftphone [41] aus Hessen. Umfragen ergaben, dass Ersatzteile und Reparaturen für das Fairphone unkompliziert vonstatten gehen.

Fazit

Vielfach verlorengegangen ist auf dem Markt der Willen der Unternehmen zur Beständigkeit und zur Langlebigkeit eines Produkts. Obwohl es uns als Käufer nicht vermittelt wird, bedingen sich Qualität, Preis und Folgekosten gegenseitig. Es wäre wünschenswert, dass dieser Zusammenhang bei Kaufentscheidungen wieder mehr Berücksichtigung findet. Reparatur als Service dürfte ein Wachstumsmarkt sein – das tritt jedoch nur ein, wenn die Produkte eine Reparatur erlauben, und nicht der geplanten Obsoleszenz zum Opfer fallen.

Andere Länder und Kontinente verfügen seit jeher über eine ausgeprägte Reparaturkultur, darunter Südafrika. Inzwischen holen aber auch Südamerika und Australien auf. Von anderen Regionen und Kulturen ließe sich durchaus neu lernen, Werte zu erhalten, Gekauftes pfleglicher zu behandeln und vielleicht unsere Ansprüche nach stets dem Neuesten zu überdenken. (tle)

Danksagung

Die Autoren bedanken sich für Anregungen bei Dieter Thalmayr (Linux-Distribution Emmabuntüs), Werner Heuser (Verkauf und Erwerb gebrauchter Hardware) sowie Gerold Rupprecht (Analyse und Hintergrundrecherche zu den im Beitrag genannten Plattformen).

Die Autoren

Frank Hofmann arbeitet bevorzugt von Berlin, Genf und Kapstadt als Entwickler, Trainer und Autor. Er gehört zu den Verfassern des Debian-Paketmanagement-Buchs [42]. Stefan Schridde [43], Begründer der Initiative Murks? Nein Danke!, engagiert sich seit 2011 für eine Fokussierung auf nachhaltigen Entwicklungsstrategien für Dauerhaftigkeit und Ressourcenschutz.

Infos

  1. Geplante Obsoleszenz als Marketingstrategie,: https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/sites/default/files/2021-09/franz_obsolescence_handreichung_gym_0.pdf

  2. Risiko für vernetzte Geräte: https://www.umweltbundesamt.de/themen/digitalisierung/gruene-informationstechnik-green-it/software/risiko-fuer-vernetzte-geraete-softwareobsoleszenz#softwarekann-intakte-gerate-schneller-unbrauchbar-machen

  3. Repair Café: https://www.repaircafe.org

  4. Repair Café Stichting: https://www.repaircafe.org/de/stichting/

  5. Reparatur-Initiativen: https://www.reparatur-initiativen.de

  6. Verband offener Werkstätten e.V.: https://www.offene-werkstaetten.org/de

  7. Runder Tisch Reparatur: https://runder-tisch-reparatur.de

  8. RepaNet Österreich: https://www.repanet.at

  9. Repair Café Schweiz: https://www.repair-cafe.ch

  10. The Restart Project: https://therestartproject.org

  11. Open Repair Alliance: https://openrepair.org

  12. BerlinRepair: https://berlinrepair.org

  13. Murks? Nein Dankde!: https://www.murks-nein-danke.de

  14. Qualitätsnetzwerk Reparatur Berlin: https://repami.de

  15. Reuse-Verein: https://reuse-verein.org

  16. Die Anstiftung: https://anstiftung.de

  17. Reparaturrat Oldenburg e.V.: https://web.reparaturrat-oldenburg.de

  18. Reparaturstadt Kiel: https://runder-tisch-reparatur.de/reparaturstadt/

  19. Reparatur Café + Nachhaltigkeit e. V. Wuppertal: https://machbar.city

  20. Reparaturbonus des Landes Sachsen: https://www.sab.sachsen.de/reparaturbonus

  21. Christian Latz: Programm startet noch im Sommer: Senat zahlt Berlinern bis zu 200 Euro Reparaturbonus für Elektrogeräte, Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/berlin/programm-startet-noch-im-sommer-senat-zahlt-berlinern-bis-zu-200-euro-reparaturbonus-fur-elektrogerate-11502164.html

  22. OHA: https://langlebetechnik.de/ueber-uns-2.html

  23. Emmaus: https://www.emmaus-international.org/en/

  24. Emmabuntüs: https://emmabuntus.org

  25. Adélie Linux: https://www.adelielinux.org

  26. Vorläufige Einigung zur Richtlinie über das Recht auf Reparatur: https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2024/02/02/circular-economy-council-and-parliament-strike-provisional-deal-on-the-right-to-repair-directive/

  27. Ökodesign-Richtlinie für nachhaltige Produkte: https://www.umweltbundesamt.de/themen/neue-oekodesign-verordnung-fuer-nachhaltige

  28. Fixfirst: https://www.fixfirst.io/de/

  29. Ifixit: https://de.ifixit.com/

  30. Thinkpad-Wiki: https://thinkwiki.de/Hauptseite

  31. Zoxs: https://www.zoxs.de/index.html

  32. Used: https://used.de/

  33. Refurbed: https://www.refurbed.de/

  34. Notebooks Billiger: https://notebooks-billiger.de/

  35. Galaxus: https://galaxus.de/

  36. Rebuy: https://rebuy.de/

  37. Tuxedo: https://www.tuxedocomputers.com/

  38. Frame.work: https://frame.work/de/de

  39. Framework Laptop (1): Martin Mohr, “Modulbauweise”, LU 08/2024, S. 78, https://www.linux-community.de/50579

  40. Fairphone: https://www.fairphone.com/

  41. Shiftphone: https://www.shift.eco/

  42. Debian-Paketmanagement-Buch: https://dpmb.org

  43. Stefan Schridde: https://www.schridde.org

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