WordPress vs. Movable Type Open Source

Aus LinuxUser 08/2008

WordPress vs. Movable Type Open Source

Blog Dir einen

Wer in die Welt des Bloggens einsteigen möchte, hat die Wahl zwischen zahlreichen Weblog-Publishing-Systemen. Zu den bekanntesten zählen WordPress und Movable Type.

Blogs sind hipp, in und zweifellos ein Massenphänomen. Binnen weniger Jahre mauserten sich die schlichten HTML-Tagebücher zu teilweise journalistisch anspruchsvollen Nachrichtenseiten. Mittlerweile gibt es kaum ein Thema, zu dem kein Blog existiert: Man erfährt, was einen Supermarktbetreiber tagtäglich umtreibt [1], bleibt im Bestattungswesen auf dem Laufenden [2] oder taucht als Mann kopfschüttelnd in die Welt der Frauen ein [3]. Auch renommierte Firmen lassen ihre Mitarbeiter werbewirksam bloggen [4].

All diese Vorlagen machen schnell Lust darauf, ein eigenes Blog zu betreiben. Wer über eigenen Webspace verfügt oder ohnehin schon eine Webseite betreibt, kann diese um ein eigenes Blog-System bereichern und es den eigenen Wünschen anpassen. Aber den Neuling quält die Frage: “Welches Blog nehmen?”.

Historismus

Die ersten Blogs bestanden aus einfachen HTML-Seiten, deren Organisation sich bei Vollzeitbloggern jedoch schnell zu einer aufwendigen Frickelei auswuchs. Heute tippen Sie neue Beiträge einfach in einen komfortablen Editor, die Blog-Systeme kümmern sich dann um die Formatierung, Verwaltung und Darstellung der Seiten.

Zu den zwei beliebtesten Blog-Systemen zählen derzeit WordPress [5] und Movable Type [6]. Letzteres gibt es erst seit der Version 4.0 wieder in einer kostenfreien Variante (Movable Type Open Source, kurz MTOS). Greifen Sie zu dieser GPL-Variante, muss Ihnen bei Problemen ein öffentliches Forum genügen; gleiches gilt für Benutzer von WordPress. Zahlenden Kunden bietet MTOS-Hersteller Six Apart auch kommerzielle Lizenzen sowie Support an.

Grundausstattung

Kern eines jeden Weblogs sind die kurzen, knackigen und möglichst aktuellen Beiträge. WordPress nennt diese Textfetzen Artikel, Movable Type hingegen Einträge. Um bei vielen Beiträgen die Übersicht zu wahren, dürfen Sie diese bei beiden Blog-Systemen in Kategorien thematisch zusammenfassen. Zusätzlich helfen Schlagwörter (“Tags” bei Movable Type) beim schnellen Auffinden von verwandten Beiträgen – vorausgesetzt, Sie haben die entsprechenden Begriffe beim Anlegen eines neuen Artikels eingetippt. Auf Wunsch stellen beide Blog-Systeme die Schlagwörter als Wolke (“Tag Cloud”) dar, in der häufig vorkommende Stichworte in einer größeren Schrift erscheinen.

Ältere Einträge rutschen am unteren Rand des Blogs in ein Archiv. Für bestimmte Unterseiten – wie das obligatorische Impressum in Deutschland – wäre dies jedoch fatal. Aus diesem Grund kennen beide Systeme noch so genannte statische, also unveränderliche Seiten.

Voraussetzungen

Als reines PHP-Programm verlangt das aktuelle WordPress 2.5.1 lediglich nach einer handelsüblichen Standardumgebung aus MySQL (ab Version 4.1), Apache Webserver (mit mod_rewrite für schönere URLs) und PHP (ab Version 4.3). Viele Webhoster bieten diese Kombination an Diensten zusammen mit Webspace bereits ab 5 Euro im Monat an. Movable Type hingegen setzt auf die Skriptsprache Perl (ab Version 5.8.1), die in vielen günstigen Hosting-Paketen fehlt. Darüber hinaus nutzt das Blog-System die so genannte CGI-Schnittstelle, die ebenfalls nicht alle Webspace-Anbieter zulassen. Je nachdem, welche Datenbank Sie nutzen, brauchen Sie zudem noch die passenden Perl-Datenbankmodule, wie etwa DBD::mysql im Fall einer MySQL-Datenbank.

Kickstart für WordPress

WordPress wirbt recht aggressiv für seine “Berühmte 5-Minuten-Installation” – und tatsächlich brauchen Sie nur unwesentlich länger, um ein WordPress-Blog aufzusetzen. Sofern noch nicht vorhanden, legen Sie über die Administrationsoberfläche des Providers eine neue Datenbank an, laden die eingedeutschte Version unter [7] herunter und entpacken das WordPress-Archiv auf der heimischen Festplatte. Dort benennen Sie die Datei wp-config-sample.php in wp-config.php um, öffnen sie in einem Texteditor und tragen in den oberen Teil die Zugangsdaten zur MySQL-Datenbank ein (zwischen die Hochstriche). Nach dem Speichern schieben Sie schließlich alle WordPress-Dateien auf den Server. Betreiben Sie neben dem Blog noch einen normalen Internetauftritt, spendieren Sie WordPress dort einfach ein eigenes Unterverzeichnis.

Sobald die WordPress-Dateien auf dem Server liegen, rufen Sie im Browser die Unterseite wp-admin/install.php auf (also beispielsweise http://www.meinauftritt.de/wp-admin/install.php), geben dem Blog einen aussagekräftigen Namen und hinterlassen die eigene E-Mail-Adresse. Das anschließend generierte Passwort sollten Sie sich gut merken, da Sie nur mit seiner Hilfe Zutritt zu den WordPress-Einstellungen erhalten.

Movable Type einrichten

Die Installation von Movable Type 4.12, das entpackt etwa 15 MByte auf die Waage bringt, ist zeitaufwändiger und komplexer. Zunächst richten Sie für das System eine Datenbank ein, wobei es sich mit MySQL (ab 4.0, besser aber 4.1), PostgreSQL 7.x / 8.x sowie SQLite versteht. Stellen Sie sicher, dass Perl auf dem Server läuft und achten Sie darauf, dass der Webserver CGI-Programme ausführt. Als Webserver akzeptiert MTOS – anders als WordPress – sowohl Apache- (1.3x, 2.x) als auch Windows-Server (IIS 5.x, 6.x).

Anschließend entpacken Sie das Movable-Type-Archiv auf der eigenen Festplatte und verschieben das Verzeichnis mt-static in das Wurzelverzeichnis auf dem Webserver. Die verbleibenden Dateien und Verzeichnisse wandern hingegen in den Unterordner cgi-bin. Abschließend stellen Sie noch sicher, dass die Dateien mit der Endung .cgi Ausführungsrechte besitzen und der Webserver in den Ordner mt-static schreiben darf.

Jetzt starten Sie einen Browser und steuern das Skript cgi-bin/mt.cgi an (also beispielsweise http://www.meinauftritt.de/cgi-bin/mt.cgi). Es meldet sich der Installationsassistent und will zunächst den Pfad und die Internetadresse zum mt-static-Verzeichnis wissen. Der folgende Requirements Check prüft, ob die Umgebung alle nötigen Programme und Komponenten für einen reibungslosen Betrieb bereit stellt.

Als nächstes tippen Sie die Zugangsdaten zur gewünschten Datenbank ein, bestimmen, wie Movable Type E-Mails versendet und legen ein Nutzerkonto an. Im letzten Schritt geben Sie dem Blog noch einen aussagekräftigen Namen (Abbildung 1). Da Movable Type mehrere Blogs gleichzeitig verwalten kann, müssen Sie bei der Installation ein Blog anlegen. Die Blog URL bezeichnet die Internetadresse, die zum Weblog führt, der Publishing Path nimmt alle (statischen) Dateien des Blogs auf.

Abbildung 1: Der letzte Schritt: In Movable Type müssen Sie explizit ein Blog anlegen, da die Software standardmäßig multiple Weblogs verwaltet.

Abbildung 1: Der letzte Schritt: In Movable Type müssen Sie explizit ein Blog anlegen, da die Software standardmäßig multiple Weblogs verwaltet.

TIPP

Möchten Sie Movable Type in XAMPP [8] betreiben, müssen Sie in allen .cgi-Dateien des Blog-Systems die erste Zeile gegen #!/opt/lampp/bin/perl -w tauschen, damit Movable Type das in XAMPP mitgelieferte Perl nutzt.

Hereinspaziert!

Die Benutzeroberflächen von WordPress und Movable Type ähneln sich extrem stark. Wer bereits mit einem der beiden Probanden Erfahrungen gesammelt hat, kommt intuitiv auch mit dem anderen zurecht. Wie bei den meisten Content Management Systemen auch, erfolgt das Einrichten und das Verfassen neuer Beiträge auf speziellen Unterseiten. In WordPress steuern Sie die Unterseite /wp-admin an (also beispielsweise http://www.meinauftritt.de/wp-admin), bei MTOS bemühen Sie wieder mt.cgi.

In beiden Fällen landen Sie an einem Anmeldebildschirm. Hier tippen Sie bei WordPress als Benutzername admin und das bei der Installation generierte Passwort ein, Movable-Type-Betreiber verwenden die Daten des bei der Installation angelegten Benutzerkontos. Nach dem Login landen Sie auf einer Einstiegsseite, die beide Systeme als Dashboard bezeichnen. Hier reihen sich die wichtigsten Informationen des Blogs übersichtlich auf, und Sie erhalten einen schnellen Zugriff auf die grundlegenden Funktionen.

Rundblick

WordPress gibt in den Bereichen am oberen Rand zunächst einige Statistiken aus, präsentiert die neuesten Kommentare und bietet an, einen neuen Blog-Eintrag zu erstellen (Neuen Artikel schreiben). Im unteren Bereich finden Sie einen Auszug aus dem Entwicklerblog, sowie Werbung für so genannte Plugins, die das System um zahllose zusätzliche Funktionen erweitern (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Einstiegsseite des Administrationsbereichs von WordPress.

Abbildung 2: Die Einstiegsseite des Administrationsbereichs von WordPress.

Bei Movable Type sieht es nicht wesentlich anders aus: Schnellzugriff auf die wichtigsten Funktionen liefert der Bereich oben links, rechts daneben gibt es eine Statistik, die ein grafisches Pendant am unteren Seitenrand ergänzt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Einstiegsseite des Administrationsbereichs von Movable Type.

Abbildung 3: Die Einstiegsseite des Administrationsbereichs von Movable Type.

Leider bietet keine der Einstiegsseiten die Möglichkeit, neu eingegangene Kommentare schnell mit einem Mausklick freizuschalten oder abzulehnen. Gerade bei hochfrequentierten Blogs wäre dies eine große Arbeitserleichterung. Stattdessen müssen Sie bei beiden Systemen immer erst umständlich in den entsprechenden Verwaltungsbildschirm wechseln.

Frischfleisch

Die Eigenwerbung im unteren Teil erfüllt einen Zweck: Über sie erfährt der Administrator von neuen Versionen der Software oder aufgetauchten Sicherheitslücken. Einen automatischen Update-Mechanismus kennt keines der beiden Blog-Systeme. Stattdessen kopieren Sie immer die neue Version über die alte, senden ein Stoßgebet und hoffen, dass anschließend noch alles funktioniert. Immerhin stellen die WordPress-Macher spezielle Patch-Archive zur Verfügung.

Speisekarte

Einzelne Funktionen rufen Sie über die Menüpunkte am oberen Rand auf. WordPress arbeitet dabei mit aufgabenorientierten Registern. Möchten Sie beispielsweise einen neuen Blog-Eintrag verfassen, klicken Sie zunächst auf Schreiben und wählen anschließend Artikel. Die Bedienung erfolgt somit recht intuitiv; zu jedem Zeitpunkt blendet WordPress nur die Aktionen ein, die im aktuellen Zusammenhang sinnvoll erscheinen.

Movable Type verwendet einen ähnlichen Ansatz, setzt aber anstelle von Registern auf ausklappbare Menüs. Um dort einen neuen Eintrag anzulegen, wechseln Sie zum Menüpunkt Neu | Eintrag. Die Bedienung verkompliziert sich allerdings durch die Fähigkeit von Movable Types, mit mehreren Blogs zugleich zu jonglieren. So führen die Punkte der Systemübersicht rechts oben zu den globalen Einstellungen, in denen die Menüeinträge hinter Verwalten und Konfigurieren eine andere Bedeutung erhalten. Erst wenn Sie hinter Systemübersicht (diesmal links oben) ein konkretes Blog auswählen, gelangen Sie wieder zur gewohnten Ansicht. Die Verwaltung mehrerer Blogs verlangt zusätzlich, dass Sie über das Symbol mit den zwei kreisenden Pfeilen ein neues Blog freischalten.

Konkurrent WordPress verwaltet grundsätzlich nur ein einziges Blog. Wer mehr möchte, muss zum Abkömmling WordPress MU (für Multi-User) greifen [9].

TIPP

Sie können mehrere WordPress-Blogs vorgaukeln, indem Sie parallele WordPress-Installationen fahren. Jede nutzt dabei eine eigene Datenbank, was etwa bei Lokalisierungen Sinn ergibt.

Frisiersalon

Beide Blog-Systeme trennen Darstellung und Inhalt: Letzterer wandert in die Datenbank und besteht aus reinen Texten. Wie diese Beiträge auf dem Bildschirm erscheinen, bestimmen austauschbare Layoutvorlagen. WordPress bezeichnet sie als Themes, Movable Type als Designs.

Direkt nach der Installation verwendet WordPress ein recht schlichtes Theme mit einem blauen Titelkopf (Abbildung 4). Alternativ schwenken Sie hinter Darstellungen | Themes auf das nicht wesentlich buntere WordPress Classic um, das in früheren WordPress-Versionen zum Einsatz kam (Abbildung 5). Movable Type bietet da standardmäßig eine größere Auswahl an Verkleidungen (Abbildung 6).

Abbildung 4: Das Standardlayout von WordPress ist nicht besonders einfallsreich, lässt sich aber zum Glück verändern.

Abbildung 4: Das Standardlayout von WordPress ist nicht besonders einfallsreich, lässt sich aber zum Glück verändern.

Abbildung 5: Nach der Installation stellt WordPress lediglich zwei Layouts zur Auswahl.

Abbildung 5: Nach der Installation stellt WordPress lediglich zwei Layouts zur Auswahl.

Abbildung 6: Movable Type bietet von Haus aus mehrere schicke Designs für das Blog.

Abbildung 6: Movable Type bietet von Haus aus mehrere schicke Designs für das Blog.

Noch mehr Nachschub hält das Internet bereit, wobei die WordPress-Homepage unter [10] sogar ein Verzeichnis für Themes führt. Wer in das gewählte Layout eingreifen oder gar eigene Vorlagen erstellen möchte, muss jedoch für beide Systeme umfangreiche Kenntnisse in HTML- und CSS-Programmierung mitbringen.

Den Blogs verpassen Sie nicht nur ein neues Äußeres, sondern bohren auch ihren Funktionsumfang über so genannte Plugins auf. Passende Erweiterungen für jede nur erdenkliche Aufgabe liefert wieder das Internet. Sie finden entsprechende Kataloge im Fall von WordPress unter [11] und bei Movable Type unter [12]. Die Programmierung eigener Plugins erfordert allerdings PHP- beziehungsweise Perl-Kenntnisse.

Lovely Spam

Die Kommentarfunktion bringt erst so richtig Leben in das Blog, birgt aber auch die Gefahr für unerwünschten Spam. Aus diesem Grund bieten beide Blog-Systeme ein Moderationssystem an. Dabei landen eingereichte Kommentare zunächst in einer Warteschlange. Der Administrator muss sie nach einer expliziten Prüfung freischalten. Dies ist natürlich recht arbeitsaufwändig, aber vor dem Hintergrund der derzeitigen Rechtslage und der Zunahme an Spam für Blog-Betreiber Pflicht.

WordPress schaltet standardmäßig den Kommentar frei, markiert ihn in der Administrationsoberfläche aber als Awaiting Moderation. Zusätzlich versendet WordPress eine E-Mail an den Administrator, der somit rasch entscheiden und reagieren kann. Wer nicht so viel Zeit investieren will, sollte in den Einstellungen unter Diskussion die Kommentare erst nach dem expliziten Freischalten auf die Homepage stellen lassen. Eine interessante Ergänzung dazu bietet das Feld Kommentarmoderation: Enthält ein Kommentar eines der hier eingetippten Wörter, verschiebt ihn WordPress automatisch in die Warteschlange. Direkt darüber dürfen Sie zudem noch eine Blacklist einrichten. Einen Kommentar, der ein Wort aus dieser Liste enthält, stempelt das Blog-System automatisch als Spam ab.

Movable Type bietet in puncto Spam keinen so weitreichenden Komfort. Dort dürfen Sie hinter Konfigurieren | Blog | Kommentar lediglich festlegen, wer die Artikel kommentieren darf und wann eine Benachrichtigung des Administrators erfolgt. Automatisch ausfiltern lassen sich nur HTML-Tags. Dafür unterstützt Movable Type von Haus aus Captchas. Diese kleinen Bilder mit den verzerrten Textzeichen muss der Kommentator abtippen, um zu beweisen, dass er ein Mensch und kein Spam-Roboter ist. Um Captcha-Bilder zu generieren, benötigt MTOS allerdings ein installiertes Perl-Modul für ImageMagick. Bei WordPress lässt sich die Captcha-Funktion über ein Plugin nachrüsten.

Höchstpersönlich

Ein weiteres Mittel gegen Spam bilden Benutzerkonten: Bevor jemand einen Kommentar abgeben kann, muss er sich beim Blog-System registrieren. Er erhält dann ein eigenes Benutzerkonto, dessen Aktionsradius Sie als Blog-Betreiber gezielt einschränken oder erweitern. Dazu stellen beide Blog-Systeme so genannte Rollen bereit, die Sie den jeweiligen Benutzerkonten zuweisen.

In Movable Type darf ein Commenter zum Beispiel ausschließlich vorhandene Beiträge kommentieren, ein Author hingegen neue Blog-Einträge schreiben und in dieser Rolle Ihre Urlaubsvertretung übernehmen. Sollte ein Benutzer auffällig werden oder gar Spam verbreiten, weisen Sie ihm eine Rolle mit weniger Rechten zu, unter MTOS sperren Sie sogar vorübergehend das Konto.

Damit wäre in WordPress allerdings auch schon das Ende der Fahnenstange erreicht: In den Einstellungen dürfen Sie nur noch festlegen, ob sich Besucher selbst ein neues Benutzerkonto beschaffen dürfen. Das Anlegen von eigenen Rollen bleibt Administratoren unter Movable Type vorbehalten (hinter Systemübersicht | Benutzer | Rollen). Der WordPress-Konkurrent gestattet übrigens auch die Authentifizierung seiner Benutzer über externe Dienste, wie OpenID oder LiveJournal, den Sie für WordPress nur als Plugin erhalten.

Permalinks

Möchte ein Besucher auf einen der Beiträge im Blog verweisen, hat er ein kleines Problem: Die Blog-Systeme stellen ihre Inhalte dynamisch zusammen. Es gibt folglich keine eindeutige Internetadresse, die er übernehmen könnte. Abhilfe verschaffen so genannte Permalinks. Das Blog-System erzeugt dabei für jeden Beitrag eine ganz spezielle, einfach zu lesende und vor allen Dingen permanente Internetadresse. In WordPress dürfen Sie via Einstellungen | Permalinks recht feingliedrig Einfluss auf deren Aufbau nehmen. Beim Konkurrent Movable Type müssen Sie hingegen mit den standardmäßig ausgelieferten Ergebnissen leben.

Trackbacks

Sobald das eigene Blog blüht und floriert, schauen auch zunehmend andere Blogger vorbei. Diese greifen die gefundenen Themen mitunter in einem eigenen Blog-Eintrag wieder auf. Als Blog-Betreiber bekommen Sie davon jedoch nichts mit, der andere Blogger müsste schon einen Kommentar hinterlassen oder per E-Mail kurz Bescheid geben. Abhilfe schaffen so genannte Trackbacks: Unter jedem Beitrag finden Sie einen speziellen Trackback-Link. Diesen tippen Sie beim Anlegen des neuen, darauf verweisenden, Beitrags in das entsprechende Feld. Steht Ihr neuer Beitrag im Netz, benachrichtigt das Blog-System selbständig die Gegenseite. Die kann dann ihrerseits wieder auf Ihren Beitrag verweisen.

Das Trackback-Verfahren wurde ursprünglich von Six Apart für Movable Type entwickelt. Daher verwundert es nicht, dass dieses System eine recht umfangreiche Trackback-Verwaltung mitbringt (Abbildung 7). Sogar die Moderation von Trackbacks ist möglich. Der Konkurrent WordPress behandelt alle Trackbacks recht stiefmütterlich als Kommentare.

Beide Blog-Systeme klopfen zudem jeden neuen Beitrag auf Links ab. Sollte davon einer auf ein anderes Blog verweisen, benachrichtigt das Blog-System automatisch sein Gegenüber. Dank dieser Pingback genannten Technologie müssen Sie sich zwar nicht mehr selbst um Trackbacks kümmern, durch die Nachfrage beim anderen Blog-System verzögert sich jedoch die Auslieferungszeit des Beitrags. Aus diesem Grund sind Pingbacks bei WordPress standardmäßig deaktiviert (Einstellungen | Diskussion | Es soll versucht werden, alle im Artikel verlinkten Blogs zu benachrichtigen).

Abbildung 7: Die Trackback-Verwaltung von Movable Type.

Abbildung 7: Die Trackback-Verwaltung von Movable Type.

Einzigartig

Dafür dürfen WordPress-Benutzer Beiträge per Passwort schützen und sogar per E-Mail einreichen. Dazu legen Sie ein geheimes E-Mail-Konto an, das WordPress über einen so genannten POP3-Zugang abruft (die entsprechenden Einstellungen stecken hinter Einstellungen | Schreiben). Jede an diese Adresse gesendete E-Mail erscheint automatisch als neuer Beitrag im Blog. Aus diesem Grund sollten Sie das Postfach tunlichst gegen fremde Zugriffe verbarrikadieren, die Adresse geheim halten und sie zudem möglichst kryptisch wählen. Andernfalls dürfen Sie sich eher früher als später an Viagra-Werbung im eigenen Blog erfreuen.

Movable Type führt demgegenüber ein ausführliches Aktivitätsprotokoll, in dem es jede Aktion penibel notiert. Auf diese Weise kommen Sie Einbruchs- oder Spamversuchen schneller auf die Schliche. Besonders für hoch frequentierte oder professionell genutzte Blogs in Unternehmen dürfte interessant sein, dass Movable Type auf Wunsch die Blog-Seiten auch als statische Varianten auf dem Webserver ablegt. So werden die Blog-Seiten nicht bei jeder Browser-Anfrage erst noch erzeugt, was die Auslieferungszeiten reduziert und Verfahren zur Lastverteilung erlaubt.

Fazit

WordPress und Movable Type unterscheiden sich nur in Details voneinander. So stellt WordPress weniger Anforderungen an den Web-Server, kennt einige Anti-Spam-Techniken und lässt sich per E-Mail füttern. Dafür kann es aber standardmäßig nur ein Blog verwalten. Movable Type bringt eine gute Trackback-Verwaltung mit, kommt mit mehreren Webservern und Datenbanken klar, bietet aber weniger Einflussmöglichkeiten bei den Permalinks.

Unter dem Strich bleibt die Wahl des Blog-System somit reine Geschmackssache, zumal Sie viele vermisste Funktionen schnell über ein passendes Plugin nachrüsten. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass WordPress in der Vergangenheit immer wieder durch Sicherheitsprobleme auffiel, welche die Entwickler in den Augen einiger Anwender zu langsam behoben.

Infos

[1] Shopblogger: http://www.shopblogger.de/blog

[2] Bestatterweblog: http://www.bestatterweblog.de

[3] Das Kopfschüttel-Blog: http://www.kopfschuettel.de

[4] Blog-Portal Microsoft Österreich: http://www.microsoft.com/austria/blogs

[5] WordPress: http://www.wordpress.org

[6] Movable Type: http://www.movabletype.org

[7] WordPress Deutschland: http://wordpress-deutschland.org

[8] XAMPP: http://www.xampp.org

[9] WordPress MU: http://mu.wordpress.org

[10] WordPress Themes: http://themes.wordpress.net

[11] WordPress Erweiterungen: http://wordpress.org/extend

[12] Movable Type Erweiterungen: http://plugins.movabletype.org

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