Mit dem Perl-Skript Minuimus reduzieren Sie mit wenigen Befehlen die Dateigröße von PDF-Dateien.
Papierberge gibt es im digitalen Zeitalter nicht mehr, denn heute sammeln sich statt bedruckten Blättern digitale Dokumente in Form von PDF-Dateien an. Wie früher Papierstapel Platz auf dem Schreibtisch belegten, benötigen PDF-Dateien digitalen Speicherplatz. E-Books, E-Papers und digitale Dokumente, die sich über die Jahre ansammeln, beanspruchen viel Platz auf der Festplatte oder in der Cloud. Mit Minuimus [1] reduzieren Sie die Dateigröße von PDF-Dateien, in der Standardeinstellung sogar ohne Qualitätsverlust.
Installation
Das Perl-Skript Minuimus liegt aktuell in Version 3.7.1 vor. Laden Sie das Programm von der Projektseite herunter [2] und entpacken Sie die ZIP-Datei. Führen Sie nun nacheinander in der Shell die Befehle sudo make deps, sudo make all und sudo make install aus. Der erste Aufruf prüft die Abhängigkeiten und installiert gegebenenfalls fehlende Programme nach. Das zweite Kommando erstellt die erforderlichen Dateien von Minuimus, das dritte kopiert sie ins Verzeichnis /usr/bin/. Damit steht das Programm anschließend für alle Nutzer des Systems bereit.
TIPP
Der Aufruf minuimus.pl --help liefert eine Liste aller verfügbaren Optionen. Wenn Sie mit dem Ergebnis der Standardeinstellungen nicht zufrieden sind, probieren Sie am besten verschiedene geeignet erscheinende Optionen aus, um möglicherweise ein besseres Ergebnis zu erhalten.
Das Funktionsprinzip
Das Prinzip hinter Minuimus ist einfach: Das Programm dekomprimiert eine PDF-Datei zunächst und komprimiert sie danach auf effizientere Weise wieder. Dabei greift die Software sowohl auf eigene Fähigkeiten zurück als auch auf eine Reihe anderer Programme, darunter AdvanceCOMP (Komprimierung bestimmter Dateitypen [3]), OptiPNG (PNG-Bilder komprimieren [4]), Jpegoptim (JPEG-Dateien komprimieren [5]), Gifsicle (GIF-Dateien komprimieren [6]), Flexigif (GIF-Dateien komprimieren [7]) und Qpdf (PDF-Konverter [8]).
Um wie viel die Software Ihre PDFs verkleinert, lässt sich nicht allgemein vorhersagen. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, primär davon, wie effektiv das ursprüngliche Programm beim Erstellen der fraglichen PDF-Datei gearbeitet hat und wie viel Verkleinerungspotenzial für Minuimus noch übrig bleibt. Besteht die PDF-Datei nur aus Text, bleibt wenig Potenzial zur Dateigrößenreduzierung. Anders sieht das aus, wenn das PDF viele Grafiken und Bilder enthält, die in der Regel noch Verkleinerungspotenzial bieten.
Ein Minuimus stark ähnelndes Programm heißt Leanify [9]. Liegt es auf Ihrem Rechner vor, spannt Minuimus es ebenfalls ein, sodass sich die Fähigkeiten beider Programme ergänzen. Das führt zu noch besseren Ergebnissen. In der Standardeinstellung arbeitet Minuimus verlustfrei. So reduziert es beispielsweise Bilder in der PDF-Datei nicht in ihrer Qualität, sondern optimiert nur die Komprimierung.
TIPP
In der Standardeinstellung arbeitet Minuimus verlustfrei und behält die ursprüngliche Qualität bei. Insbesondere bei Bildern lässt sich aber mitunter ein geringer Verlust der Qualität durchaus hinnehmen, wenn daraus kleinere Dateien resultieren. Mit dem Befehl minuimus.pl --jpg-webp Datei.pdf wandeln Sie im Dokument enthaltene JPEGs in das schlankere WebP-Format, wobei sich die Qualität der Bilder auf 90 Prozent reduziert.
Minuimus im Einsatz
Nach erfolgreicher Installation rufen Sie Minuimus über den Befehl minuimus.pl Datei.pdf auf (Abbildung 1). Getestet haben wir die Applikation zunächst an der Community-Edition von LU 12/2022 [10]. Diese Datei ließ sich damit von 12,7 auf 11,2 MByte eindampfen, also auf etwa 88 Prozent der ursprünglichen Größe. Ein Qualitätsverlust, war nicht zu erkennen, insbesondere bei den Bildern. Auch die ursprünglichen Meta-Daten blieben erhalten.

Abbildung 1: Das Perl-Skript Minuimus rufen Sie über die Shell auf. Fehlt auf dem System ein wichtiges Hilfsprogramm, teilt Ihnen die Software das mit.
Beim E-Paper der Vollversion von LinuxUser 12/2022 fiel das Resultat ähnlich zufriedenstellend aus. Hier reduzierte Minuimus die Größe des PDFs von 32,8 auf 28,7 MByte (87,5 Prozent der Originalgröße). Bei einem Scan von Arthur Conan Doyles bekanntem, im Jahr 1902 erschienen Sherlock-Holmes-Roman “The Hound of the Baskervilles” aus dem Internet Archive [11] gelang lediglich eine Reduzierung der Dateigröße auf 98 Prozent der Ursprungsgröße (12,3 auf 12,1 MByte). Die Dateigröße eines selbst eingescannten Buchs hingegen schrumpfte Minuimus von 82,7 auf 66,9 MByte und damit auf rund 81 Prozent der Originalgröße (Abbildung 2).
Abbildung 2: Die Ergebnisse von Minuimus hängen von verschiedene Faktoren ab und fallen unterschiedlich aus. Die Auflistung zeigt vier Dateien mit vorangestellter Dateigröße vor und nach dem Bearbeiten.
Fazit
Minuimus ist Latein und bedeutet: Wir haben reduziert! Die Installation von Minuimus verlief unkompliziert, und auch die Bedienung über Shell-Befehle gestaltet sich einfach. Reduziert haben wir tatsächlich, allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Das Ergebnis hängt von verschiedenen Faktoren ab, nicht zuletzt davon, wie viel Potenzial eine PDF-Datei zum Reduzieren der Dateigröße überhaupt bietet. Letztlich gilt aber: Kleinvieh macht auch Mist, viele geringe Einsparungen führen auch zu weniger Speicherverbrauch. (tle)
Infos
-
Minuimus herunterladen: https://birds-are-nice.me/software/minuimus.zip
-
AdvanceCOMP: http://www.advancemame.it/comp-readme
-
OptiPNG: https://optipng.sourceforge.net/
-
Jpegoptim: https://github.com/tjko/jpegoptim
-
Gifsicle: https://www.lcdf.org/gifsicle/
-
Flexigif: https://create.stephan-brumme.com/flexigif-lossless-gif-lzw-optimization/
-
Leanify: https://github.com/JayXon/Leanify
-
LU 12/2022 Community-Edition: https://www.linux-community.de/wp-content/uploads/2022/12/lu-ce_2022-12.pdf
-
“The Hound of the Baskervilles”: https://archive.org/details/houndofbaskervil00doyluoft/





